Erstklassige Uhrenprobleme und ein Wasserschaden

Aussicht, wie jedes Jahr

Am Freitag vor dem abendlichen Abflug bemerke ich noch, dass das Abflussrohr in der Küche verstopft ist. Also den Siphon abgeschraubt, mal ein übriges Stück Kettenschutz vom Liegevelo bis zum Anschlag reingeschoben und vermutet, dass das nur mein Anschluss ist; somit den Siphon offengelassen und Abflussreiniger eingefüllt, in der Hoffnung, dass es übers Wochenende wieder frei wird. Dem war allerdings nicht so. Am Sonntagabend erreicht mich von den Nachbarn untendrunter die Info, dass die Nachbarn über mir die Waschmaschine angeworfen hätten und das Wasser bei mir in der Küche rausgekommen wäre und dann zu ihnen runtergelaufen sei. Ja schick, ich konnte nicht viel machen. Ich hab nur aus der Ferne ausprobiert, ob ich mein Warmwasser noch an-/abschalten kann und war erleichtert, dass das noch funktionierte.

Wieder vor Ort, gab’s in meiner Wohnung so gut wie gar keinen Schaden (nicht mal die Warmwassersteuerung, die 15cm neben dem offenen Abwasserrohr klebt), das Wasser ist einfach gleich nach unten durch die Decke gelaufen. Wenn ich nicht offen gelassen hätte, hätte es bei mir einfach das Waschbecken gefüllt und hätte dann langsam meine Küche ruiniert, ohne dass es jemand gemerkt hätte, also war das wohl Glück im Unglück.

Der SanitäRter am Montag war dann voll nett, hat mal bei mir im Abfluss die Spirale eingeführt, dann von oben, ich hab mitgeholfen und zugeschaut und viel gelernt über die Rohrverlegung bei uns im Gebäude. Das Geräusch, wenn plötzlich wieder das Wasser durchfliesst, ist schon erleichternd.

Sanitärfachmann mit der Spirale

Ein bisschen unterhalten haben wir uns auch und ich hatte zwar gelesen, dass ein gewisser Herr Koller den Weihnachtsbaum vor meinem Fenster gesponsort hatte, aber ich wusste nicht, dass es mein Sanitärfachmann war. Der fand’s auch gut, seinen Baum mal von oben zu sehen.

Der Blick in die Altstadt, auch wie jedes Jahr.

Nach einer Weile mit dem 1.Klass-GA stelle ich mal ernüchternd fest, dass in der zweiten Klasse die cooleren Leute sitzen, aber in der ersten einfach mehr Platz ist. Neulich haben sich in der 1. Klasse der Zürcher S-Bahn drei gesetzte/sitzende ältere Herren tatsächlich darüber mokiert, dass es die SBB einfach nicht schaffen, endlich mal diesen Minutenschlag abzuschaffen bzw. zu korrigieren. Es ging ihnen aber nicht um die Bahnhofsuhren draussen, sondern um die Anzeige unten rechts auf dem Monitor in der S-Bahn 🙂

Die Bahnhofsuhr unten rechts.

Da hätte ihnen eigentlich selbst auffallen müssen, dass das ein feature und kein bug ist, also Absicht. Nicht umsonst wollte ja auch Apple dieses Uhrendesign einfach klauen. Ich hab ihnen dann einfach meine geschenkt bekommene stop2go unter die Nase gehalten mit dem Minutenschlag und gemeint, dass das heute sogar extra kostet.

Meine neue gebrauchte Kamera Lumix TZ60 hat auch einige nette Merkmale. 30x optischer Zoom, RAW-Bilder und einen Objektiv-Drehring für die manuellen Programme. Und ganz wichtig: kein Dreck auf dem Sensor. Ich hatte die Wahl, ob ich die alte TZ41 für 130 Fr. zum Reinigungsservice schicke oder ob ich die Nachfolgekamera für denselben Preis als Occasion bekomme. Die Stundenlöhne hierzulande halt, da war die Entscheidung recht einfach, zumal ich auch die zusätzlichen Akkus und Speicherkarten der alten Kamera weiter benutzen kann. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie ich die GPS-Daten hier im Blog wieder ausgelesen und angezeigt bekomme.

Zürich, Limmat, 04.12.2018

Datenaggregatoren bei Google

Dow Jones bei Google

Gestern war ich bei einem von Google gehosteten Event auf dem Hürlimann-Areal in Zürich. Der Hersteller von DNA (Data, News, Analytics) hatte zu drei Sessions eingeladen (nicht zu verwechseln mit der deutsch ausgesprochenen Wintersession im Bundeshaus). Was Dow Jones macht: Daten aus weltweit zugänglichen und verfügbaren News-Quellen sammeln, aggregieren, aufbereiten, und das in vielen Sprachen. Das läuft natürlich auf der Google Cloud Platform, sonst wäre ja jemand anderes der Host dieser Veranstaltung gewesen.
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Aktuelle Kulturveranstaltungen

Morgenstimmung zwischen Gähwil und Mühlrüti

Früher und bis Ende 2016 war es Giacobbo/Müller, neuerdings geh ich häufiger zu Deville Late Night. Es ist dahingehend anders, dass es weniger politisch ist als G/M und dass vor allem die Aufzeichnung viel lustiger ist als die Sendung am Ende, weil sehr viel geschnitten wird und auch viele nicht voll durchgeplante Dinge passieren. Fernsehen halt, ich reserviere immer Tickets und suche dann Leute, die mitkommen.

Am Dienstag (20.11.) hatten wir die erste Ausgabe unseres neuen Reinforcement Learning Meetups, das ich mit Claus und Mark von der SwissRe organisiere. Es fand bei uns in der Mobiliar in Oerlikon statt und den Auf-/Abbau sowie die ganze Logistik hab ich übernommen. Unser eingeladener Referent war Christian Hidber von bsquare, der uns erzählt hat, wie sie das Problem der Regenwasserableitung bei Flachdächern für Geberit mit Hilfe von Reinforcement Learning gelöst haben. Sehr spannend und auch sehr anschaulich. Man denkt gar nicht, was da an Aufwand dahintersteckt, aber Wasser hat natürlich viel Gewicht und es kann nicht ewig viel auf dem Dach bleiben. Ich würd ja einfach ein Schrägdach bauen, aber das wäre vielleicht zu einfach und dann hätte Geberit ja nichts mehr zu tun.

Für die neueste Show des Bernhard-Theaters Cabaret hatte ich (fast wie üblich) Tickets gewonnen und so ging es gestern mit unerwartet nerdiger Begleitung zur Premiere. Sehr gute Show, sehr unterhaltsam und ein paar Schauspieler aus meinem Lieblingsdialektmusical Ost Side Story (gesehen zum zweiten Mal am 23.09.2016) waren auch wieder dabei. Zuletzt war ich 2017 im Bernhard-Theater, weil ich fünf Tickets für The Show Must Go Wrong gewonnen hatte, was dermassen lustig war, dass ich hinterher noch länger Bauchweh hatte vom Lachen.

Massimo Rocchi live

Massimo Rocchi, Stadtsaal Wil, 2018-11-03

Dummerweise hatte ich gestern beim Tagblatt für heute zwei Tickets für Steff la Cheffe gewonnen, das hat nun einen Konflikt gegeben mit dem Auftritt von Massimo Rocchi in Wil. Es ist schon fünfeinhalb Jahre her, dass ich hier einen kurzen Beitrag über sein französisches Programm rocCHipedia (hier auf Deutsch) geschrieben hatte. Diese Woche hatte ich mir noch sein älteres italienisches Programm angeschaut und so gut wie alles verstanden 😀 Das war vor fünf Jahren noch lange nicht der Fall, so war es heute viel lustiger, wenn er permanent die Sprachen gewechselt hat. Viele Nummern kannte ich schon, auch die Pantomimen-Nummer mit dem Torwart, hier ab 05:30: Massimo Rocchi — Fußball.

Noch ein älteres (hauptsächlich deutsches) Programm von 2007 ist ebenfalls bei SRF verfügbar: Circo Massimo.

Zehnprozentige Kundenbindungsmassnahmen

Im 30m-Umkreis meiner Wohnung hab ich neuerdings sogar zwei perfekte Kundenbindungsmassnahmen:

  • Beim Murpf-Haushaltswarengeschäft krieg ich eine Kaffee-Stempelkarte, ohne irgendwelche Datensammlung. Nach zehn Stempeln gibt’s ein Pack Kaffee gratis (alles auf 250g-Pack-Basis).
  • Beim Bäcker-Dietsche gab es heute 10% Rabatt, weil ich mit dem eigenen Brotbeutel/Brötlisack ankam. Das mache ich zwar schon seit Ewigkeiten so, aber 10% sind dafür echt gut. Da kann ich gleich 11% mehr essen für denselben Preis.

Und die Wertschöpfung bleibt vor Ort 🙂

Beim Rabatt für das eigene Gefäss könnte man noch den Spiess umkehren und pro Papiertüte oder pauschal 10% Aufpreis kassieren, dann würden es noch mehr Leute bemerken und mal kurz nachdenken, ob sie für ein paar Minuten echt eine Papiertüte brauchen, die danach weggeworfen wird. Bei Starbucks ist es allerdings auch so, dass ich mit eigenem Gefäss 80 Rp. Rabatt bekomme und auch da könnte man andersherum einfach für die Papp-Plastik-Becher Zuschlag nehmen.

Zu letzterem Anbieter kam auch eine sehr gute Dokumentation auf Arte: Starbucks ungefiltert (bis 26.10.2018 verfügbar).

Nachdenkschwimmen und Nachdenkvelofahren

Glattradweg, unter einer Brücke.

Aareschwimmen und Velofahren sind beide sehr gut zum Nachdenken. Gestern war ich seit langem mal wieder am Morgen ins Büro nach Oerlikon unterwegs, also am Flughafen ausgestiegen und so wie hier ins Büro, nur nicht liegend.

Eine Sache, die mich permanent beschäftigt, sind Zentralisierungstendenzen. Ich bin absoluter Befürworter von Föderalismus und Subsidiarität. Probleme sollten auf der unterstmöglichen Ebene gelöst werden, anstatt tausend Hierarchiestufen dazwischen zu setzen. Also in der Gemeinde statt im Kanton statt im Bund. Oder: auf der Generalagentur statt auf der Direktion. Der Vorteil ist, dass die kleinen Einheiten ihr Arbeitsgebiet und ihre Umgebung sehr genau kennen und nicht alles, was von oben kommt, überhaupt auf sie passt. Aber als Data Scientist hab ich gern mehr Daten und die krieg ich in der Zentrale einfach viel besser. Schon allein mit vier offiziellen und einer inoffiziellen Sprache im Land geht da nicht alles, was aus der Direktion kommt. Ich krieg dann sogar Daten, wo dasselbe Feld mit derselben Bedeutung in mindestens drei Varianten benannt ist. Viel Spass beim Zusammenfügen der Daten, aber ich lerne sprachlich sehr viel dabei, so soll das sein 🙂 In diesem Sinne stehe ich auch meiner eigenen Arbeit auf der Direktion sehr kritisch gegenüber, wenn es zum Beispiel darum geht, Generalagenturen miteinander mit irgendwelchen wie auch immer aussageschwachen/-kräftigen Kennzahlen zu vergleichen. Das fördert dann auch nicht unbedingt den Austausch zwischen Direktion und GA, wenn oben das Gefühl hat, durchregieren zu müssen und unten das Gefühl hat, nicht verstanden zu werden. Es ist in diesem Sinn tatsächlich genau dasselbe wie mit den Staatsebenen. Oder Schweiz-EU 😀

Eine weitere prinzipielle und philosophische Frage ist die, inwiefern eine Kundenbeziehung rentabel sein soll. Eigentlich ist ja eine Versicherung dafür gedacht, Risiken vom Einzelnen auf die Gemeinschaft der Versicherten umzuverteilen. Allerdings gibt es natürlich Leute, die (absichtlich oder nicht) viele Schäden produzieren und damit die Gemeinschaft über Gebühr belasten. Solche Verträge werden dann saniert. Die Frage ist, ob man jetzt den einzelnen Kunden in den positiven Bereich bringen muss (Prämien minus Schäden) — wenn das der Fall ist, hätte der Kunde ja gar keine Versicherung gebraucht, sondern hätte gleich selbst Geld zurücklegen können. Aber im Grundsatz ist das natürlich schon richtig, schlechte Kunden zu sanieren. Die Kriterien dafür sind versicherungsspezifisch, die möglichen Aktionen einer Versicherung sind aber auch beschränkt, z.B. hier ganz gut aufgelistet.

Am Abend gab’s noch eine spontane Velo-Inline-Runde zu zweit um den Flughafen. Gut 20km mit 25er Schnitt, das ist nicht mein sonstiges Tempo mit dem Postvelo, sondern deutlich mehr, aber die Skate-Route hat zwangsweise immer Asphalt und auch bei dem Tempo kann man sich bei gutem Trainingszustand noch gut unterhalten.

Am Flughafen stand schon am Morgen ein Lime-Bike herum, die hatte ich in San Francisco schon gesehen, aber nicht abgelichtet:

Limebike, nicht im Silicon Valley, sondern in/um Zürich.

Das Wetter ist hier grad ungefähr dasselbe wie in Kalifornien letztes Jahr, die Landschaft mit den Industriegebieten zwischen Flughafen und Oerlikon-Büro auch. Hat mich doch recht gut dran erinnert.

Ein Google-Bike auf dem Google-Campus.
Ford-Mietvelos, Oakland.

TEDx in Bern

Unter dem Titel Äs git nüt wos nid git lief heute ein TEDx-Event in Bern, zu dem ich mich schon im Mai angemeldet hatte. Etwa 400 Leute, sehr interessante und hörenswerte Vorträge zu sehr verschiedenen Themen, nichts Technisches, sondern eben TED-Talks, die auch auf youtube sehr gut laufen: TED-Kanal. Normalerweise schwimme ich hinter der Dampfzentrale in der Aare stromabwärts, aber die Badesaison ist wohl für dieses Jahr auch vorbei.
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Edgar in St. Gallen / Bahnhöfe und Generalagentur

Mit Opern fing das Jahr an, mit Oper geht es sogar noch weiter. Vom Orchestervorstand aus waren wir am Samstag bei Edgar in St. Gallen. Nach anderthalb Stunden war es schon vorbei und ich war nicht unbedingt traurig darüber. Musikalisch hat es mich nicht vom Sitz gerissen, bei der Handlung hab ich sowieso nach einer Weile abgeschaltet, nur die Kulisse war natürlich beeindruckend:

Edgar, St. Gallen, Domplatz

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Konzert in der Grieghallen

Der Tag begann mit Regen und es hörte auch nicht auf, schliesslich sind wir ja in Bergen. Aber wir hatten ja eh ein Konzert zu spielen.

Morgens um 07 Uhr an der Tramstation — Regen.

Wir waren zu zweit schon eher an der Grieghallen, um beim Aufbau für das Bergen Filharmoniske Ungdomsorkester mitzuhelfen. Die Techniker waren sehr gut drauf und man hat gemerkt, dass sie das schon häufiger gemacht hatten. Endlich konnte ich mal sinnvolle Handlangerdienste verrichten, von denen man hinterher was gesehen hat.
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