Elektrischer Datendurchstich

Nach monatelanger Bastelarbeit ist jetzt der erste Teil des Smartmeter-Datenabgriffs in Produktion gegangen. Aber von vorne…

Ich habe im Keller bereits Smartmeter für Gas/Wasser/Strom, was aber eigentlich nur bedeutet, dass mein Netzbetreiber (TB Wil) an diese Daten rankommt, ich aber nicht. Die Daten gehen von Gas/Wasser via diverse Encoder-Geräte und M-Bus in den Stromzähler, von dort inklusive der Stromzählerdaten an den Netzbetreiber. Wie häufig? Keine Ahnung. Es kam ein offizielles Schreiben, dass die Lösung der TB Wil zum Bezug der eigenen (!) Daten nicht mehr bereitgestellt würde, weil der externe Dienstleister das Adobe-Flash-basierte Tool abstellt. Haha. Einmal mit Profis arbeiten*. Vielleicht gibt’s im Sommer was Neues.

(*im Bereich Strom, Wasser, Gas und insbesondere Glasfaser sind die TB Wil natürlich Profis, nur Daten sind halt nicht ihr Kerngeschäft 🙂 )

Bis dahin muss aber eine andere Lösung her. Die bisherige besteht darin, jeden Morgen in den Keller zu steigen (vorher Schnee schaufeln) und die drei Zählerwerte abzulesen. Damit hab ich auch erst Ende Dezember angefangen. Das hat etliche Nachteile, ist aber schon besser als nur einmal im Quartal die Werte auf der Rechnung zu bekommen. Dann kann man nämlich schon solche Sachen wie das hier machen:

In den letzten Tagen hatte ich die Heizung schon komplett abgestellt. Das gibt zwar morgens dann frische 15°C überall im Haus, aber bis ich von der Velorunde wieder daheim bin, hat die Sonne (Südseite) die relevanten Zimmer aufgewärmt. Man kann dann natürlich auch nicht nur die Mengen ausrechnen, sondern auch die Kosten, was eigentlich noch interessanter ist:

Die Kosten teilen sich in Grundkosten (pro Monat, eine Art Zählergebühr) und variable/verbrauchsabhängige Kosten auf. Bei Strom gibt’s Hochtarif und Niedertarif plus eine nicht unwichtige Netzkomponente. Was man sieht: das Abstellen der Heizung spart so etwa 2 Fr. Gas am Tag. Wasser ist preislich eher vernachlässigbar, Strom relativ konstant bei 6-7kWh am Tag.

Wer gern in Monaten denkt, auch das noch:

Februar ist noch nicht fertig. Die Heizungsisolation hab ich Anfang Januar gemacht, daher hab ich kaum Vergleichswerte zu vorher. Üblicherweise hat aber der November bei Heizkostenabrechnungen etwa denselben Kostenanteil wie der Februar, wenn man Mietverträge anschaut. Dann ist aber noch zu berücksichtigen, dass ich erst am 09.11. einzogen bin, d.h. der November hat etwa 85 Fr. Gas in 20 Tagen gekostet, der Februar 55 Fr. in 24 Tagen, d.h die Heizkosten sind von 4.25 Fr./Tag auf 2.29 Fr./Tag gesunken — viele andere Faktoren wie z.B. Aussentemperaturen spielen da hinein, aber die Richtung stimmt.

Aber jetzt bin ich ja tendenziell faul und möchte die Zählerablesung automatisieren. An die echten Daten komme ich noch nicht ran, also gibt’s für die Gas-/Wasserzähler Kamera mit Bilderkennung (bestellt, noch nicht da) und für den Stromzähler kann ich die vorhandene blinkende LED nehmen, die 1 Impuls pro Wh ausgibt. Die muss man nur auslesen.

Mit dem passenden Fototransistor, bei mir jetzt ein LPT80A, geht das gut (mit dem BPW17N auf dem Bild geht’s nicht, LPT80A hab ich noch vier Stück da). Bei Interesse hier eine lange Liste von Transistoren, die Wellenlänge muss natürlich passen zu einer roten LED, und auch die Blinkdauer ist ziemlich kurz. Das Ganze wird professionell (TM) verdrahtet und verklebt und sieht dann so aus:

Die Daten laufen wie üblich in einen der Raspberrys hinein — ich muss ja praktischerweise nur einen Timestamp loggen, nichts weiter. Was mir aber anfangs nicht gefallen hat, waren die sehr diskret aussehenden Leistungswerte (letzte Spalte) — was aber logisch ist, wenn man nur sekundengenau loggt und nicht millisekundengenau. Da gibt’s dann oben nur Stufen von 1200, 1800 oder 3600W bei der errechneten Leistung. Tadaa, wenn man ein .%f mit reinschreibt in den format-String, gibt’s Millisekunden und das sieht doch viel (un)runder aus in der letzten Spalte rechts unten.

Das kann man jetzt wiederum in Dateien schreiben und auswerten, zum Beispiel erstmal alles in einer Grafik verwursten:

Am Anfang sieht man noch wunderschön die diskreten Leistungswerte. Gegen 14 Uhr hab ich den Raspi von UTC auf Localtime umgestellt, da fehlt eine Stunde 🙂 Die regelmässigen Peaks sind die kurzen Nachheizzeiten des Quookers.

Scripts sind diesmal auch im Github: https://github.com/datacyclist/measurements (private repo)

Und natürlich wurde der Keller noch mit LAN verkabelt. Kabel und Dosen waren eh da, Platz fürs Kabel vom Wohnzimmer in den Keller auch, nachdem das jetzt überflüssige Koaxkabel raus war. Einfach nicht die Glasfaser dabei kaputtmachen 🙂

60 Meter Selbstisolation

Ende Oktober hatte ich ja schon mal ein Heizungsproblem, das sich mit Hilfe von Herrn Junod aus 20m Entfernung schnell lösen liess. Nach einigen Wochen Verbrauchs- und Temperaturprotokollen war mir klar, dass die unisolierte Rohrverlegung der Heizungsrohre im gesamten Haus nicht unbedingt sparsam ist, wenn man gar nicht alle Zimmer beheizen will. Im Hauswirtschaftsraum (HWR) liegen ungefähr 30 Meter unisolierte Heizungsrohre plus Warmwasser. Ausserdem hat das Heizungswasser für die Beheizung des Wohnzimmers mindestens 20m Weg bis zum Heizkörper, wobei da zwischendurch vier weitere Zimmer geheizt werden. Also entweder kaltes Wohnzimmer oder ich verlege Isolation 🙂

Rohmaterial.

Irgendwann vorm Jahreswechsel war ich dem Chef Junod persönlich beim Plausch mit ein paar Nachbarn schon über den Weg gelaufen, hab ihm gleich mal angekündigt, dass ich im neuen Jahr mal vorbeischaue wegen Isolationsmaterial. Das hab ich am Dienstagvormittag endlich gemacht. Darauf gab’s einen kleinen Spaziergang: er hat kurz bei mir die Rohre angeschaut und gemeint, dass es zwei Möglichkeiten gäbe — eine einfache und eine aufwendigere, beide mit demselben Dämmwert; das alles auf dem 1-minütigen Spaziergang ins Lager. Da er mich korrekterweise so eingeschätzt hat (warum nur?), dass ich mit dem Hauswirtschaftsraum ja keinen Schönheitspreis gewinnen möchte, hat er mir die Eurobatex-Materiallösung empfohlen, die man oben im Bild sieht. Flexibles Schaummaterial, einfach der Länge nach aufschneiden, aufs Rohr und um Kurven legen, mit dem nach Toluol duftenden Kleber verkleben, fertig. Zwischendurch lüften 🙂

Das Beste an der ganzen Lösung war aber, dass er mir ein paar Röhren gleich mitgegeben hat und meinte, dass ich mir einfach alles, was ich noch brauchen könnte, direkt aus dem Lager holen soll, weil das ja viel einfacher wäre, da müsse man nicht ausmessen und so weiter (ich wohne direkt zwischen Lager und Büro) 😀 Das war meine total unerwartete Idealvorstellung der Zusammenarbeit. Ich hatte dann schon ein paar Verkleidungen angebracht und er kam am Nachmittag mit seinem Lehrling nochmal schauen, ob ich das korrekt machen würde. Nach einem kurzen Blick im HWR hat er sich gefreut, dass das offensichtlich prima laufe und nochmal gemeint, dass ich mir einfach Material holen solle, wenn ich noch mehr brauchen würde.

Hauswirtschaftsraum mit isolierten Rohren.
HWR mit isolierten Rohren.

Wo ich jetzt aber grad länger im Toluolnebel gearbeitet hatte, fiel mir ein, doch mal die anderen Rohre noch anzuschauen, die so im Haus herumliegen, und dabei kam ich eben auf die mindestens 20m bis ins Wohnzimmer. Also Rohre ausgemessen und das Material mit 22mm Innendurchmesser geholt, in passender Stückzahl (Länge 2m pro Schaumröhre). Vorher (!) nachdenken, aufschlitzen, ans Rohr und dessen Verschraubungen und Kurven anpassen, hauchdünn mit Kleber einschmieren, zusammendrücken, fertig. Bei Bedarf schwarzes Tape drumherum, an schwierigen Stössen in Kurven oder so.

Schlafzimmer, Bodenansicht mit isolierten Rohren.
Keine Mühe gegeben im Schlafzimmer, da ist es bei Anwesenheit tendenziell eher dunkel.
Isolierte Rohre im Gästezimmer hinterm Vorhang.
Mühe gegeben im Gästezimmer, obwohl eh der Vorhang davor ist.
Isolierte Rohre im Gästezimmer.
Hier auch Mühe gegeben, im kältesten und kleinsten Zimmer.

Nebenbemerkungen/Stichpunkte: Zeitaufwand sicher 8h, Latexhandschuhe lohnen sich, Messer muss man mal nachschärfen. Messwerte folgen. Provisorisch: vorher hatte der HWR bei 0°C Aussentemperatur etwa 17-18°C, also völlig unnütz verheiztes Gas. Heute ist die Temperatur nur knapp mal über 14°C angestiegen. Frostfrei wird es trotzdem bleiben. Mir fiel noch rechtzeitig auf, dass ich die Gasleitung nicht isolieren muss 🙂 Rechnung folgt, ich hab einfach einen handschriftlichen Zettel mit Schaumrohrtyp und Stückzahl abgegeben, plus Kleber/Tape, und ich hab das mitgelieferte Messer mal nachgeschärft. Mir wurde schon recht direkt eine Anstellung im Unternehmen offeriert — immerhin sieht man ja hinterher, was man gemacht hat. Offerte für Klimaanlage/Solar (6k/25k) hab ich auch gleich mal erfragt.

Nebenbei: der neue Electrolux-Spüler ist schon kaputt 😀 Normalerweise_(tm) hätte ich den ja erstmal zerlegt, aber da ist noch Garantie drauf. Vorgestern Electrolux angerufen, heute kam der Monteur sehr zeitgenau und verlässlich, hat sich gefreut, dass ich schon alles vorbereitet hatte (ja wie? machen das andere Leute nicht?) — und er hat ein winziges Loch im Boden gefunden, durch das Wasser austritt. Ergo: kompletter Austausch, mal schauen, ob die Geschirrvorräte bis dahin reichen (Studentenmodus on).

Auch noch interessant: am 18.01. kommt das Grundbuchamt zur Grundstücks-/Gebäudewertschätzung. Das Beste an dem Brief ist das exakt angegebene Zeitfenster: zwischen 13:55 und 14:05 Uhr 😀

Die Teile für das Auslesen der Zählerstände im Keller via M-Bus (Zweidraht-Feldbus) sind auch da. Hoffen wir, dass der Bus zwei Master verträgt.

Und es wurde Licht

Morgenrunde gestern.

Ich musste doch jetzt glatt sechs Wochen* warten, bis der FTTH-Anschluss installiert war. Man gewöhnt sich halt schon daran, auch ordentlichen Upload zu haben. Vor zwei Wochen haben mich die TB Wil angerufen, dass sie jetzt so weit wären, dass die Faser bis zu mir ins Haus reichen würde. Da haben die Arbeiten neulich wohl was gebracht. Also hab ich letzte Woche den Elektriker kommen lassen, der mir die Dose gesetzt und die Faser bis in meinen Keller gezogen hat. Dort geht sie jetzt ins Nachbarhaus.

*Luxusproblem

Verdächtige Fahrzeuge nebenan.

Heute kam eine Dreiviertelstunde zu früh (bezeichnend?) ein Techniker der Thurcom, der mir das Glasfasermodem (ONT) gebracht und installiert hat. Eine halbe Stunde später kam noch ein anderer Techniker mit einem zweiten Transporter, der hatte vielleicht noch irgendwelches Werkzeug dabei? Sie mussten dann zu den Nachbarn in den Keller, weil dort die Faser verspleisst wird. Gegen 10:30 Uhr hatte das ONT dann WAN-Sync, nach zweimaligem Neustart und Router-Neustart hatte ich dann auch eine IP. Apropos: ich wollte das ONT als Bridge, weil ich ja meinen eigenen Router dahinter habe. Auch das war ganz selbstverständlich schon vorkonfiguriert (“ja wir machen das immer so, wie das vorher am Kabelmodem auch war”).

Der Bandbreitenbote?

Gegen 11 Uhr hatte ich also 200 MBit/s symmetrische Bandbreite. 11:30 Uhr hab ich ein Ticket aufgemacht, dass ich doch gern auf das Internet XL wechseln möchte (10 Fr. mehr im Monat für fünffache Bandbreite). 17:56 Uhr kam die Antwort, dass der Wechsel per sofort erfolgt sei und ich noch eine Monatspauschale als Treueaktion geschenkt bekäme.

Über den Ping müssen wir uns nochmal unterhalten 😀

Viel problemloser kann das nun wirklich nicht gehen. Aber natürlich zahle ich dafür auch 90 Fr. im Monat, wohingegen ich das (wenn es hier vor Ort Wettbewerb auf der Faser gäbe) bei einem anderen Anbieter für weniger als die Hälfte bekommen könnte. Nach der Installation ging’s für 40km im Liegen raus bei 14°C.

Heizungsproblem gelöst

Nach etlichen Tonnenkilometern mit dem Velohänger, mal elektrisch, mal nicht elektrisch gezogen, hab ich mich doch nochmal mit der Heizung beschäftigt, die könnte ja in nächster Zeit noch relevant werden. Immerhin weiss ich jetzt schon, wie man sie befüllt und entlüftet.

Problem: der Brenner lief die ganze Zeit (ersichtlich am Gaszähler), und auch die Codierebene 1 und 2, in denen man schön die Heizung konfigurieren kann, lieferten da kein Ergebnis. Aber gestern war ja der Kaminfeger Wick da, also hab ich den angerufen. Der hat sein Lager in 30m Entfernung und kam spontan vorbei. Er konnte aber nichts machen, weil er ja nur den Kamin bzw. die Abluft anschaut. Aber immerhin, voller Einsatz 🙂 Also weiter zum nächsten Aufkleber auf der Heizung: Junod, die haben ihren Firmensitz nur 20m entfernt. Erstmal am Telefon Diagnose probiert, ich konnte ja schon relativ genau Auskunft geben. Nach kurzem Telefonat meinte er, er wäre zwar in Quarantäne, aber wenn ich aus dem Haus verschwinden würde, käme er mal eben rüber. Also Küchentür zu und vom Küchenfenster in den Hauswirtschaftsraum geschaut, wie sich ein Mann in Badeschlappen an meiner Heizung zu schaffen machte. Nach sehr kurzer Zeit schaute er sich nach hinten um und meinte, dass da der Temperatursensor nicht im Heizkessel stecken, sondern ausserhalb die Raumtemperatur messen würde. Das war sicher der Putzprofi von gestern. Der hat zwar nichts entkalkt, aber dort den Sensor nebenbei mit rausgezogen.

Rechts der 300-Liter-Boiler, der Fühler steckt wieder drin.

Die Wirkungskette ist dann einfach: die Heizung ist warmwassergeführt, d.h. solange der Warmwasserkesselsensor nicht die Solltemperatur erreicht hat, heizt der Kessel nur den Warmwassertank und nicht den Heizkreislauf im Haus. Da hätte ich ja lange warten können, bis der Hauswirtschaftsraum 60°C hat. So hohe Temperaturen und -unterschiede sollen auch für ölgefüllte Getriebe nachteilig sein 🙂 Nachdem der Sensor wieder im Heizkessel gesteckt hat, lief alles wie erwartet und der maskierte Quarantänemann in Badelatschen hat sich wieder verabschiedet. Lokales Handwerk, sag ich da nur, eindeutig besser als ein ausserkantonal zugereister Putzmann.

Nebenbei hab ich im Keller die Kabeleinführung der TB Wil für den Kabelanschluss und den Strom gefunden. Durch das Leerrohr kommt dann vermutlich auch die Glasfaser. Bei denen muss ich für Strom/Gas/Wasser nicht mal was melden, das wird laut Auskunft am Telefon alles fernabgelesen. Meine Projekte “Zähler auslesen” stehen auch schon auf der Bastelliste.

Best of Point de Presse [4]

20.04. https://youtu.be/0h5pxpi31oE?t=1138 (FR, Raynald Droz findet ein positives Delta — Militärsprech 😀 — ein negatives Delta wäre in dem Zusammenhang weniger lustig)

22.04. https://youtu.be/7aMGJ0tDOzM?t=3689 (FR, Daniel Koch mit der Antwort auf eine für ihn eher theoretische Coiffeurfrage — gilt aber auch für AB und UM)

22.04. https://youtu.be/7aMGJ0tDOzM?t=5455 (DE, Ueli Maurer auch mit einem haarigen Thema)

24.04. https://youtu.be/ZrwcI3SOmsQ?t=5055 (DE, Frage wegen Grenzöffnung, bezugnehmend auf Artikel wie solche) (Link muss eventuell noch korrigiert werden, letzte Frage der Medienkonferenz)

Nebenbei: Livetracking in meiner Nextcloud aufgesetzt; Locus Map kann dafür einfach konfiguriert werden. Link

Fuhrpark +1

Diese Woche hatte ich mich bei meinen Morgenrunden gedanklich schon darauf eingestellt, eine der zwei roten Speedmachines aus der Romandie im anibis.ch zu kaufen. Für 1500 Fr. hätte ich da nicht viel falsch machen können, eine hätte sogar alle drei Lenkerarten als Zubehör gehabt (Obenlenker, Untenlenker, UdK-Lenker). Als ich dann am Freitagabend Kontakt aufnehmen wollte, waren die verschwunden. Jänu.

Am Samstagmorgen wurde mir dann tifigerweise eine Speedmachine im Velomobilforum aufgezeigt. Ausser dass sie nicht rot war, war sie in allen Belangen besser. SON und Rohloff vor allem, und preislich haben wir uns auf 1450 Fr. geeinigt. Da dürfte sich der Wertverlust zumindest sehr in Grenzen halten. Kaufvertrag aufgesetzt und an der S14-Linie abgeholt, danach in leeren Zügen (S14, IR13) heim.

Der Obenlenker ist etwas gewöhnungsbedürftig beim Lenkverhalten, auch recht empfindlich, aber das geht recht schnell mit der Gewöhnung. Beim Rangieren (wenn man nicht draufsitzt) kann man bis 90° einschlagen, das geht beim Untenlenker der StM nicht, weil der am Sitz anschlägt.

Die Speedmachine mit UdK-Lenker hatte ich 2017 in Oakland CA schon mal ausprobiert. Manchmal kollidiert jetzt beim Obenlenker die Lenkstange noch mit den Beinen, aber das wurde auf der kurzen Runde jetzt auch schon schnell weniger.

Cockpitansicht; Kameralinse ungefähr dort, wo sonst meine Augen sind.

Schaltung: Rohloff hinten 16Z :D, vorn drei Kettenblätter 52-42-30. Mal abgesehen davon, dass die Kombination 30-16Z wegen zu hohen Drehmoments nicht erlaubt ist, könnte ich bei voller Benutzung aller Gänge und einer Trittfrequenz von 85/min einen Tempobereich von 5.5-50km/h abdecken. Ja: sowohl bergauf als auch bergab habe ich das ausprobiert. Bergab fand ich es nicht nötig, bei >65km/h noch mitzutreten (110er Frequenz). Aber auch so war ich auf meiner Runde gefühlt immer 2km/h über dem sonst üblichen Tempo, in der Ebene und bei Gefälle deutlich mehr. Und: es fühlt sich weniger schnell an, als es ist. Die 75km/h schaffe ich sonst nie an der Stelle, maximal 70 mit Rückenwind; und ich hätte noch am Gefällebeginn ordentlich reintreten können.

Auffahrt nach Hitzliwies, Lenkeransicht.

Ein paar Einstellungen muss(te) ich noch vornehmen: der Dämpfer war zu weich eingestellt (hat bei Quer-Temposchwellen durchgeschlagen), die Rohloff-Zugspannung wurde etwas verstellt, mal davon abgesehen, dass die wegen viel zu enger Leitungsbögen viel zu schwer geht; die Beinlänge hab ich angepasst. Sonst aber nicht viel, es rollt super.

HP Velotechnik Speedmachine, hinten Wil SG, kurz danach >75km/h 🙂

Auf alle Fälle kommt noch vernünftiges Licht, vorn ist momentan ein Lumotec Oval mit Halogenbirne (!) montiert. Und die Rohloff hat eine fünfstellige Seriennummer 24xxx. Meine bisher älteste — kein Mensch braucht eine Ganganzeige, wenn man den 5. und den 7. akustisch prima auseinanderhalten kann (Vermerk: Ölwechsel). Forumslader wäre auch noch gut. Oder, wenn eine Streetmachine frei werden sollte, hätte ich natürlich alle diese Teile vorrätig. Hm… Na ich dreh mal noch ein paar Gedankenrunden…

Riskshield User Event

Bei der Konferenz in London hatte ich Bekanntschaft mit den Herstellern unserer Betrugsbekämpfungs-Software geschlossen. Später wurde ich von ihnen angefragt, ob ich nicht bei ihrem User Event einen Vortrag halten könnte. Dem habe ich zugestimmt und gestern was zum Thema “Datenqualität” erzählt. Dazu gibt’s genügend Geschichten aus vier Jahren Mobiliar (und auch von vorher).

Ein bisschen ulkig wirkt es ja, wenn man im Alpenpark in Neuss ankommt, wo man eigentlich grad frühmorgens daheim mit Blick auf die echten Alpen abgefahren ist. Die anderen Schweizer hier fanden das auch seltsam. Das Baumhaus mit eigener Sauna war aber ganz okay.

Mein Vortrag war natürlich auf Englisch und es hat schon echt Sinn, wenn wir im Ausland mit dem französischen Firmentitel la Mobilière auftreten. Als Vortragseröffnung sag ich immer dazu, dass wir mehrere Landessprachen haben und dass die deutsche Bezeichnung die Mobiliar auf Englisch falsche Assoziationen weckt. Kommt immer gut an.

Das scheint auch hängenzubleiben: als unser Event Host Stanley heute einen Speaker ankündigen wollte und sich nicht getraut hat, seinen Namen auszusprechen, hat er das damit begründet, dass er das ja gestern schon mit dem Speaker Georg Rusch von die Mobiliar falsch gemacht hätte 🙂

Nebenbemerkung: ich warte noch auf das Video vom NZZ-Podium zum Thema Freundschaft, das am Dienstag im Schauspielhaus Zürich stattgefunden hat. Wir sind Sponsor, da hab ich mich auf die Gästeliste schreiben lassen. Wolf Biermann war super, auch wenn man manchmal nicht sicher war, ob er nicht schon eingeschlafen war.

Novemberdatennebel

Wir haben ja häufiger mal sowas wie einen Röstigraben hier, manchmal auch den Polentagraben (neuerdings auch häufiger den Stadt-Land-Graben). Anhand der Landeskarte sehen die ersten beiden Gräben dann so aus:

Das Gute an der Mobiliar ist ja, dass wir unsere Generalagenturen auch im ganzen Land haben; und zumindest decken wir die drei grossen Sprachregionen ab. Da kann man sich dann streiten, ob man in der folgenden Grafik einen Röstigraben sieht oder nicht. Ich sage nicht, was da “gemessen” wurde, aber die Balken sind von links nach rechts alphabetisch sortiert. Mit ein bisschen Landeskenntnis kriegt man einfach raus, welches die beiden hohen violetten Balken sind. Die zwei blauen und die zwei orangen sind eh klar.

Farbskala automagisch wie beim BfS 🙂

Aber was ich eigentlich sagen wollte: ich hatte die untere Grafik grad für eine Präsentation eingebaut, als mir die Landeskarte noch einfiel. Die Farben sollten möglichst übereinstimmen, um die Leute nicht zu verwirren. Das kommt fast hin, Glück gehabt. Danke an den RColorBrewer.

Fraudanalytics.ai in Yverdon

Durch eine Reihe von Zufällen ™ bin ich auf die gestrige Fraudanalytics.AI-Konferenz in Yverdon-les-Bains aufmerksam geworden. Ein halber Tag zu meinem Lieblingsthema, mit bunt gemischten Teilnehmern. Von den sechs Vorträgen waren zwei informativ, drei altbekannt/langweilig und einer hochinteressant, das ist eine ganz gute Quote.

Auf dieser Folie ist der letzte Punkt der wichtigste 🙂

Von Pictet (Vermögensverwaltung/Privatbank in Genf) war auch jemand da und hat erzählt, wie sie betrügerische Transaktionen rauskriegen. Die hatten ihre numerischen Variablen aber diskretisiert, was nicht hätte sein müssen. Man beachte die Spalte “Assets under Management (AuM)” und die Diskretisierung in das “BP Wealth Band”. Es gibt quasi reich (1), reicher (2), am reichsten (3), was für Gelächter im Publikum sorgte. (Hinweis: unsere Tausendertrennzeichen sind Hochkommata.)

AuM = Assets under Management (in CHF)

Und dann beschäftige ich mich ja momentan damit, wie man in einem regelbasierten Betrugserkennungssystem irgendwie feststellen kann, welche Betrugsregeln wie erfolgreich sind. Es wirken für einen bestimmten Schadenfall bzw. eine Transaktion ja fast immer mehrere Regeln zusammen und ergeben am Ende einen Betrugsscore (so machen das auch z.B. die Zahlungsdienstleister, nur müssen die viel schneller sein). Dazu gab’s ein paar gute Folien und Ansätze, die auch zu meiner Idee mit “marginalen Beiträgen” passen sollten.

Apropos Zahlungsdienstleister: Viseca ist einer der hiesigen Kreditkartenherausgeber (gehört zu Aduno) und die prüfen eben genau ihre Millionen Transaktionen am Tag und haben dazu hunderte von Features pro Transaktion. Auf der Skala rechts sieht man, dass am Ende ein Score zwischen 0 und 1 herauskommt und links sieht man, welche Regeln/Features den Score erhöhen und welche ihn senken. Die Darstellung könnte ich eventuell bei mir auch mal verwenden. Lustig auch, dass der hier dargestellte fiktive Fall/Kunde etwas bei Thomas Cook gebucht hat.

Alles in allem eine ganz nette Konferenz und gratis, dafür aber auch ohne opulente Zwischenverpflegungen. Die Lumix macht sich auch bei Konferenzen sehr gut für scharfe Freihand-Fotos ohne Blitz. Und da ich etwas eher da war, bin ich noch durch Yverdon (30’000 Einwohner) gewandelt, das kannte ich bisher nur von Bahnhofsfotodurchfahrten. Alles flach da, ein paar Flüsse und Kanäle, eine halbwegs belebte Altstadt, schlammige Wege zu Geocaches, die namensgebenden Bäder/Quellen hab ich nicht ausprobiert. Und beim Metzger gibt’s frische Pferdewurst 😀

#bahnhofsfotoCH goes @GeoBeerCH

Vor einiger Zeit hat mich @rastrau gefragt, ob ich zu dem Thema mit den Bahnhofsfotos einen Kurzvortrag bei ihrer Meetup-Serie GeoBeer halten könne. Nichts leichter als das. In ihrem Manifesto steht Our profession is our passion: We have «Geo» as our common prefix. Ja gut, da passe ich ja mit meinem Vornamen auch perfekt hin.

Die Veranstaltung gestern fand im Franz-Gertsch-Museum in Burgdorf statt, wo wir vorher noch Zeit hatten, die Exponate des (noch lebenden) Künstlers zu begutachten. Am beeindruckendsten fand ich die schiere Grösse der Bilder und natürlich auch, dass sie wie fotorealistisch aussahen.

Spontan war mir noch eingefallen, dass ich die Leute ja raten lassen könnte, wo jeweils das Hintergrundfoto einer Folie entstanden ist. Sie waren doch recht gut darin, aber wenn das alles Geo-Leute sind, sollte man das auch erwarten können.

Hinterher bei den Diskussionen war das dann schon fies von einem der Leute von Swisstopo (Gekko-Fahrer lustigerweise, viele normale Leute also da), mir mitzuteilen, dass sie damals aus Anlass des 175. Geburtstages von Swisstopo eine Serie von ziemlich nerdigen Geocaches in der Schweiz gelegt hätten, der letzte ist auf dem Gurten plaziert: https://coord.info/GC4V1W9 Ja gut, ich brauch ja was zu tun, es sind nur noch 17 Bahnhofsfotos.

Da der Zweitplazierte auf der Schweizer Bahnhofsfoto-Rangliste auch Georg heisst, werden etwa 60% der CH-Haltepunkte von Georgs fotografiert worden sein. Und in der deutschen Rangliste gibt es auch eine bedenkliche Häufung von Liegevelofahrern in den Top10.