Fuhrpark +1

Diese Woche hatte ich mich bei meinen Morgenrunden gedanklich schon darauf eingestellt, eine der zwei roten Speedmachines aus der Romandie im anibis.ch zu kaufen. Für 1500 Fr. hätte ich da nicht viel falsch machen können, eine hätte sogar alle drei Lenkerarten als Zubehör gehabt (Obenlenker, Untenlenker, UdK-Lenker). Als ich dann am Freitagabend Kontakt aufnehmen wollte, waren die verschwunden. Jänu.

Am Samstagmorgen wurde mir dann tifigerweise eine Speedmachine im Velomobilforum aufgezeigt. Ausser dass sie nicht rot war, war sie in allen Belangen besser. SON und Rohloff vor allem, und preislich haben wir uns auf 1450 Fr. geeinigt. Da dürfte sich der Wertverlust zumindest sehr in Grenzen halten. Kaufvertrag aufgesetzt und an der S14-Linie abgeholt, danach in leeren Zügen (S14, IR13) heim.

Der Obenlenker ist etwas gewöhnungsbedürftig beim Lenkverhalten, auch recht empfindlich, aber das geht recht schnell mit der Gewöhnung. Beim Rangieren (wenn man nicht draufsitzt) kann man bis 90° einschlagen, das geht beim Untenlenker der StM nicht, weil der am Sitz anschlägt.

Die Speedmachine mit UdK-Lenker hatte ich 2017 in Oakland CA schon mal ausprobiert. Manchmal kollidiert jetzt beim Obenlenker die Lenkstange noch mit den Beinen, aber das wurde auf der kurzen Runde jetzt auch schon schnell weniger.

Cockpitansicht; Kameralinse ungefähr dort, wo sonst meine Augen sind.

Schaltung: Rohloff hinten 16Z :D, vorn drei Kettenblätter 52-42-30. Mal abgesehen davon, dass die Kombination 30-16Z wegen zu hohen Drehmoments nicht erlaubt ist, könnte ich bei voller Benutzung aller Gänge und einer Trittfrequenz von 85/min einen Tempobereich von 5.5-50km/h abdecken. Ja: sowohl bergauf als auch bergab habe ich das ausprobiert. Bergab fand ich es nicht nötig, bei >65km/h noch mitzutreten (110er Frequenz). Aber auch so war ich auf meiner Runde gefühlt immer 2km/h über dem sonst üblichen Tempo, in der Ebene und bei Gefälle deutlich mehr. Und: es fühlt sich weniger schnell an, als es ist. Die 75km/h schaffe ich sonst nie an der Stelle, maximal 70 mit Rückenwind; und ich hätte noch am Gefällebeginn ordentlich reintreten können.

Auffahrt nach Hitzliwies, Lenkeransicht.

Ein paar Einstellungen muss(te) ich noch vornehmen: der Dämpfer war zu weich eingestellt (hat bei Quer-Temposchwellen durchgeschlagen), die Rohloff-Zugspannung wurde etwas verstellt, mal davon abgesehen, dass die wegen viel zu enger Leitungsbögen viel zu schwer geht; die Beinlänge hab ich angepasst. Sonst aber nicht viel, es rollt super.

HP Velotechnik Speedmachine, hinten Wil SG, kurz danach >75km/h 🙂

Auf alle Fälle kommt noch vernünftiges Licht, vorn ist momentan ein Lumotec Oval mit Halogenbirne (!) montiert. Und die Rohloff hat eine fünfstellige Seriennummer 24xxx. Meine bisher älteste — kein Mensch braucht eine Ganganzeige, wenn man den 5. und den 7. akustisch prima auseinanderhalten kann (Vermerk: Ölwechsel). Forumslader wäre auch noch gut. Oder, wenn eine Streetmachine frei werden sollte, hätte ich natürlich alle diese Teile vorrätig. Hm… Na ich dreh mal noch ein paar Gedankenrunden…

Runden-Impressionen

Mal abgesehen von der sich abzeichnenden Schulden- und Wirtschaftskrise (bzw. der nächsten, noch grösseren Blase) hat der Corona-induzierte Stillstand für mich persönlich nur Vorteile. Viel weniger Leute sind unterwegs (allerdings immer noch zuviele Autofahrer), ich muss jetzt 100% von daheim arbeiten, im Supermarkt werden die (plötzlich nicht mehr vorhandenen) Menschenmengen mit gelben Einlasskarten dosiert und wir dürfen immer noch raus. Wegen mir könnten sie die maximale Menschenansammlungsgrösse auch auf “>1 nicht erlaubt” setzen. Die Spass- und Konsumgesellschaft ist einfach mal ausgeschaltet und es geht ja trotzdem. Wunderschön auch, wie sich Ski- und Wintersportorte zu Krankheitsherden entwickeln, nach Ischgl ist jetzt Verbier dran, da war ich am Endbahnhof Le Châble vor fast genau einem Jahr. Meine Abneigung gegen zyklischen Massentourismus lässt mich Wintersportorte sowieso in der Saison meiden. Geschlossene Grenzen kenne ich noch von ganz früher, momentan gibt’s halt noch Bananen und es schiesst noch keiner auf die drin oder draussen.

Meine Morgenrunde fahre ich derzeit viel konsequenter, je nach Temperatur mit Liege- oder Normalvelo. Derzeit wegen Bise eher in postgelb unterwegs, mit Varianten in der Streckenführung, die ich gleich dazu nutze, auf der OSM-Karte die falschen Strassenbeläge zu korrigieren.

Die Medienkonferenzen der Regierung sind sehr unterhaltsam, sachlich und schön mehrsprachig. Je nach Sender quatscht immer ein Dolmetscher zeitweise rein, aber im SRF kann man zumindest im Kabelfernsehen einen anderen (unübersetzten) Tonkanal einstellen. Wenn Alain wieder mal deutsche Begriffe in seine sonst französischen Aussagen einbaut: urkomisch. Und sein Sidekick Daniel Koch vom BAG, genial (youtube-Link). Ich will grad in keinem anderen Land sein, fühle mich da von “oben” zumindest verantwortungsvoll informiert, behandelt und respektiert 🙂

In der Krise merkt man dann auch, wozu eine Versicherung gut ist. Plötzlich kommen 30-50% mehr Fälle am Tag rein, wovon fast alles durch COVID-19 induziert wurde. Medienkonferenz am Freitag 13.03., am Wochenende dann schon massiv mehr Fälle für die Annullationsversicherungen und die Assistance und dann am Montag 50% mehr Fälle als an einem gewöhnlichen Montag. Ich vermute, die teuren Fälle mit Verdienstausfall bei KMUs und ähnlichen Sachen kommen erst noch. So ein bisschen Reiseversicherung ist da eher Spass. Jedenfalls wirken wir jetzt systemstabilisierend — ob einem das System gefällt oder nicht, ist eine andere Frage.

Es kam dazu die Erschwernis, dass unsere Direktionsstandorte (Bern, Zürich, Nyon) am Montag schon quasi geschlossen waren und unsere Generalagenturen im ganzen Land auch dazu angehalten sind, die Mitarbeiter von daheim arbeiten zu lassen. Aber: es funktioniert und wir waren vorbereitet! Es hat jeder “seinen” Laptop plus VPN von überall, das scheint auch nicht bei allen Wettbewerbern Standard zu sein. Es gab ein-zwei Tage Skype-Probleme, aber seither läuft es wieder rund, auch bei Videokonferenzen mit >30 Teilnehmern (wie sinnvoll das ist, sei mal dahingestellt), Screensharing, Chats, etc. Genau dafür haben Informatiker und andere aus Prinzip faule Leute sowas erfunden 😀

Der ÖV ist inzwischen auf ein Niveau heruntergefahren, das immer noch deutlich über dem Niveau der Nachbarländer in FriedensNormalzeiten liegt. Wenn ich ins Büro müsste, hätte ich immer noch alle 30min einen direkten Zug und könnte aus dem Fenster starrend die fehlenden Kondensstreifen am Himmel suchen. Wäre gut, wenn da einiges an Flugmaterial auch nachhaltig am Boden bleiben würde, sonst kriegen wir Wirtschafts- und Schuldenkrise plus Klimakrise dann parallel. Da wird das bisschen Lockdown zur Zeit ein Kinderspiel dagegen sein. Aber ja: es gibt auch jetzt schon genügend Leute, die es schon hart trifft.

Neue Ortliebtaschen

Für 50 Fr. im tutti konnte ich dann doch nicht widerstehen und hab mir zwei neue (=seit 2013 unbenutzt trocken/dunkel gelagerte) Ortlieb-Backroller zugelegt, Sonderedition Herzroute. Und von dieser Route hatte ich schon gehört, aber 710km mit 15’000 Höhenmetern von Lausanne nach Rorschach ist nicht ohne. Überschlagsmässig sind das bei zwei Wochen Tour jeden Tag 50km und 1’000 Höhenmeter und häufig Naturbelag, wie mir zugetragen wurde. Es wird wohl nicht umsonst E-Bike empfohlen und vom Hängerbetrieb abgeraten. Also eigentlich müsste ich das dann erst recht machen. Mit Hänger 😀

Farblich sind die Taschen jedenfalls ganz nett rot-weiss, hab sie gleich heut morgen probegefahren.

Das Firmen-VPN war heute nicht ganz gerüstet für 50% der Leute im Homeoffice. Die Swisscom auch nicht, wie man so liest. Die Grenzen sind wieder zu, Bananen im Coop gab’s auch nicht mehr. Das kenne ich schon von ganz früher. Ansonsten ist aber die Grundversorgung bisher gewährleistet, der Bundesrat kommuniziert ganz gut, und ich höre Alain Berset sehr gern zu; die Pressekonferenzen auf D/F und manchmal auch kurz IT/RR sind echt klasse. Mit solchen Massnahmen wie jetzt kriegen wir den Klimawandel dann auch hin und der ist das wesentlich fettere Problem — man merkt auch ewig nichts, aber dann ist man plötzlich auf der Exponentialkurve beim Temperaturanstieg, beim Meeresspiegel und allen daran hängenden Effekten.

Quarantäne-Tour

Spontan eine kleine Runde hätte es sein sollen, es ist auch nur wenig länger geworden. Wil-Wattwil-Wildhaus-Walenstadt-Weesen-Wattwil-Wil, andere Anfangsbuchstaben ergeben sich aus der Streckenführung. https://www.alltrails.com/explore/map/20200314-churfirsten-rondom-948f847?u=m

Der Forumslader meint 1654 Höhenmeter, Locus meint 2722 und Alltrails meint 3464 Höhenmeter. Der Aufstieg von Wil nach Wildhaus waren netto 400, von Schänis bis Ricken auch nochmal 400. Ja, das Toggenburg ist hügelig und am Walensee ist es auch mal steil, aber ich glaub nicht an die höheren beiden Werte.

Jedenfalls war ich spontan morgens losgefahren, hab die üblichen Utensilien eingepackt, Essen unterwegs geplant. Wil bis Wattwil ist sehr nervig zu fahren, wenn am Samstagvormittag alle Autofahrer meinen, dass sie jetzt Notvorräte kaufen müssten. Das hatte ich in einem fast menschenleeren LIDL schon am Donnerstagabend mit dem Hänger erledigt. 25kg, ins Rackpack geworfen, das im Hänger verzurrt, fertig. Ist noch viel praktischer als mit den Backrollern.

Bis zur Abfahrt nach Buchs war es sonnig und teilweise sehr warm, ein paar Fotostops hab ich immer wieder eingelegt. Mein Routing war komischerweise noch auf Auto konfiguriert, ich bin dann doch noch vor der Autobahneinfahrt abgebogen, hab dann aber schon noch einige andere Seitenstrecken kennengelernt. In Mels kam mir Punkt 15 Uhr am Kreisverkehr ein weisses df kurz ins Blickfeld, war aber schnell wieder weg. In Walenstadt war gefühlt Halbzeit und ich hab den Fehler gemacht, irgendeinen veganen kalten Kaffee aus dem Kühlregal zu kaufen. Das kommt jetzt geschmacklich gleich hinter dem halben Teelöffel Red Bull, den ich in meinem Leben probiert habe.

Weiter ging es auf altbekannter und alternativloser Strecke am Walensee, inklusive der Steigung am Restaurant Walensee (siehe https://dc.georgruss.ch/2013/03/23/ostwind-und-westwind/ vom März 2013). Es nieselte, war aber angenehm windstill. Die Kopfhörer hatte ich inzwischen auch schon montiert, der Verkehrslärm war ja nicht zu ertragen sonst. Ja, und E-Autos machen bei 80km/h genausoviel Lärm wie herkömmliche (wobei bei letzteren die sound-gepimpten natürlich noch viel lauter sind).

Es folgte nur noch der Aufstieg nach/zum Ricken, etwa 400 Höhenmeter. Der war eigentlich gar nicht so schlimm, viel nerviger war dann wieder die Fahrt von Wattwil bis Wil, wobei es auch noch recht kalt wurde ab 19 Uhr.

168.5km, 9:51h Fahrzeit, Höhenmeter siehe oben. Kein schneller Schnitt, aber das spielt auch keine Rolle. Ich hab mir jetzt glatt freiwillig für die nächsten zwei Wochen 100% Homeoffice verordnet. Vonseiten der Direktion haben sie es so angeordnet, dass nur 50% der Mitarbeiter im Büro sind. Es sind alle Mobiliar-Mitarbeiter technisch so ausgerüstet, dass sie problemlos Homeoffice machen könnten. Offensichtlich ist das aber nicht bei allen so im eigenen Interesse wie bei mir — und viele haben es wohl noch nicht mal probiert, sondern sitzen jeden Tag (trotz nichtterritorialer Arbeitsplätze) am selben Pult, von 08-17 Uhr. Na da kommt jetzt mal etwas Schwung rein.

Das 29.-Februar-Problem

Als ich letztes Jahr meinen Velopass erneuert habe, habe ich das bewusst so gelegt, dass der letzte Gültigkeitstag der 29.02.2020 sein würde. Manchmal gibt es ja so bestimmte Sachverhalte, bei denen der Programmierer zu faul ist, sie zu berücksichtigen, weil sie nur alle vier Jahre oder auch nur zweimal im Jahr (Zeitumstellung) auftauchen.

In der App hat alles gestimmt.

Es sah alles so einfach aus und war es am Ende auch. Aber es führte zu Verwirrung. Eigentlich hatte ich beim Velopass einen Unterbruch drin — letzter Gültigkeitstag 29.02., neu bestellt ab 15.03. (nach der Sizilienreise). Da wir nun aber aus Risikovermeidungsgründen doch nicht gefahren sind, hab ich den Velopass am Schalter noch auf “nahtlos im Anschluss gültig” geändert, also ab 01.03.

Im Thurbo nach Wattwil hab ich mich schon fünf Minuten lang auf die Kontrolle gefreut, bevor sie endlich bei mir war 😀 Und zack: der Kontrolleur sieht auf seinem Display einen Velopass gültig bis 28.02.2020, dazu ein storniertes Abo ab 15.03. und ein weiteres gültiges Abo ab 01.03.2020. Die letzten beiden Punkte sind korrekt, der erste Pass nicht, der ist einfach ein Systemfehler. Wir haben uns dann eine Weile unterhalten, ich hab ihn sogar gebeten, dass er mich bitte aufschreiben soll (damit die SBB-(Thurbo? externe Entwicklung?)-IT mal ein teures Ticket dafür kriegt!). Später bin ich noch mit dem Bild aus der App zu ihm, wo ja alles gültig angezeigt war. Und dann hab ich mich schon auf weitere Diskussionen in weiteren Zügen gefreut.

Schade, im Panoramaexpress war bei dem Kontrolleur in der App mein Abo bis 29.02. korrekt angezeigt (haben die andere App-Versionen?) — dafür war nur noch das stornierte ab 15.03. drin, nicht das bereits erneuerte ab 01.03. Das kann aber eine einfache fehlende Synchronisation sein. Und: ein anderes Bahnunternehmen. Vorher Thurbo, jetzt SOB. Na solange sie pünktlich fahren und Veloplatz haben, ist mir das egal. Auf dem späteren Heimweg kam mich der allererste Kontrolleur nochmal prüfen und musste grinsen 🙂

Eigentlich hatten wir noch eine Ersatztour geplant, aber wegen eines platten Schlauchs wurde daraus nur ein Spaziergang nach Rapperswil.

Rapperswil, 16 Grad, sonnig.

Nach einer ordentlichen Stärkung im dieci’ (wo alle Italienisch sprachen) hatte ich noch im Kopf, bis nach Sargans zu fahren und dort in den Zug nach Wil zu steigen.

Nicht ganz Sizilien, aber auch schön.

Hinter mir zogen allerdings dunkle Wolken auf und der Wind kam immer von vorne. Bei 5km Abstand zu Ziegelbrücke (und 7-8km/h Tempo) hab ich eine 180°-Wende eingelegt und bin mit etwa 35km/h bis nach Uznach geflogen und dort in den Zug gestiegen.

Linthgebiet, Gegenwind nicht abgebildet.

War wohl auch gut so, später kamen Sturm und Regen bis nach Wil.

Sizilien-Campingplätze

Vor einer Weile wurde gpsies.com, wo ich normalerweise meine Tracks hochgeladen hatte, von AllTrails übernommen. Die Tracks sind alle noch da, das Login wurde auf alltrails.com überführt. Ob die Links noch stimmen, weiss ich noch nicht, aber ich vermute, ich werde sie anpassen müssen.

Jedenfalls kann man mit alltrails.com auch POIs für Reisen sammeln. Für die Sizilienreise ist das mit den Campingplätzen beispielsweise praktisch. Da wir ausserhalb der üblichen Saison dort sind (Beginn im Frühling oder sogar erst im April), sind viele noch geschlossen. Man muss also jeden einzelnen Platz z.B. auf der opencampingmap anschauen, suchen und am besten in der Preisliste schauen, wann ihre Saison anfängt.

Da ergeben sich aber am Ende doch noch ganz gute und machbare Etappenlängen zwischen den geöffneten CPs. In und um Palermo sieht’s eher mau aus, also wohl Hotel o.ä. Um genügend Zeit zu haben bzw. wenig Stress zu haben, dürfte sich auch ein Ausstieg aus dem Nachtzug ein paar Stunden vor dem Ende in Siracusa anbieten.

Die gesammelten POIs kann man direkt auf einer Karte zeigen: https://www.alltrails.com/explore/map/map–139950; die Punkte kann man exportieren und das Routing mache ich dann sowieso offline im Locus mit brouter.

Liegevelo eingesackt

Der Nachtzug nach Sizilien hat keine (offizielle) Velomitnahme. Eine Schachtel wie im Flieger braucht’s nicht, aber mit einem Transportsack sollte es gehn. Heute hab ich das also ausprobiert.

Erstmal hab ich festgestellt, dass ich meine Verkabelung im Rohr sauber geschrottet hatte, als ich den Ausleger zum Test mal rausgezogen und wieder reingestopft hatte. Der ging schwerer rein als sonst 🙁 Aber ein paar Lötstellen, Schrumpfschläuche und Stecker später war wieder alles in Ordnung und besser/ordentlicher als vorher. Nur die Sendestärke vom Forumslader via BLE ist bei zwei Lagen Stahlrohr drumrum nicht mehr sonderlich stark, so dass es mal zu Aussetzern mit der etwa 40cm entfernten Forumslader-App kommt (teilweise ist auch noch periodisch ein Biomasse-Signalfilter dazwischen).

Der geliehene Velosack ist ungefähr 160cm lang und 80cm hoch. Dass der Ausleger vorn raus muss, war also eh klar. Die Gabel muss auch ab, und der Lenker wird quer an der Seite mit verstaut. Zum Glück kann man den Gepäckträger oben am Rahmen noch lösen, da hat die Fuhre dann mit montiertem Hinterrad tatsächlich reingepasst. Ein paar Spanngurte und Tape dazu, damit der Haufen Rohre auch nicht verrutscht, Reissverschluss zu, fertig.

Allerdings: handlich ist anders, zumal ich noch mindestens zwei Liegevelotaschen hab. Vielleicht spanne ich noch einen Gurt drumrum und lasse den oben zum Tragen herausschauen. Das Laufschuh-Problem hab ich mit einem Paar 190g leichten Merrell-Vapor-Schuhen gelöst, oliv-schwarz wie das Zelt.

Fahrradcomputerhalterung in Rahmenfarbe

Nach der heutigen Kurze-Hosen-Liegevelorunde mit Sonnenbrandgefahr hab ich beim teilweisen Zerlegen des Ottermobils das Kabel vom Fahrradcomputer zerrissen. Aber da hatte ich sowieso schon mal einen Sigma-Magnetnehmer an die Ciclomaster-Halterung gelötet — warum also nicht nochmal dasselbe machen? Da im Alter die Augen schlechter werden, hab ich gleich noch eine Halterung gebaut, um den Computer näher im Blick und in einem günstigeren Blickwinkel zu haben.

Ich wollte nicht wieder eine Holzhalterung haben, die sind so schwer*. Ein Pritt-Klebestift stand noch leer herum. Erst hab ich ihn mit dem Dremel bearbeitet, bevor mir einfiel, dass man’s mal mit Hitze probieren könnte, den richtig in Form zu bringen, so dass er (eben formschlüssig) auf das Rahmenrohr passt. Eine passende Milchflasche hatte ich noch herumstehen.

Prittstift-Rohr auf heisser Glasflasche passend rund geschmolzen.
Halterung testweise an Sigg-Flasche montiert.

Für das Finish hatte ich noch Rahmenfarbe-Lack aus dem damaligen Übergabepaket der Streetmachine herumstehen, alternativ hätten es auch viele verschiedene Nagellacke sein können. Oder einfach in hässlich-funktional belassen wäre auch gegangen.

Fertig, mit Doppelklebeband und Gummis montiert.

Das kann jetzt auch werkzeugfrei (de)montiert werden, die Gummis sind nur einmal herumgezogen. Beim nächsten Mal kommt dann wirklich der Stuart-Highway-Tacho dran, der immer noch läuft.

Für den Velotransport im Nachtzug muss mindestens der Ausleger raus und das Vorderrad ab, der Rest könnte genau in den entliehenen Velosack passen. Bei der Routenplanung für Sizilien ist etwas unpraktisch, dass die Camping-Saison erst mit dem Frühlingsanfang oder sogar erst im April beginnt. Da müssen wir wohl dann mal schauen, wo man ein olivgrün-tarnfarbenes Zelt* sonst so hinstellen kann.

*eine Holzhalterung vs. ein 4kg-Zelt; ich komme mir dann wohl eh schon vor wie Bud Spencer in Das Krokodil und sein Nilpferd.

Morgenvelorunde

Nebelmeerfotos von der Velorunde

Irgendwie war ich eine Stunde zu früh aufgestanden heute, was mir aber erst auffiel, als ich dachte, dass mehrere Wanduhren falsch liefen. Also schnell Steuererklärung ausgefüllt, auf die hatte ich (wie immer) schon gewartet, und danach auf die Morgenrunde, potentiell oberhalb vom städtischen Nebel. Et voilà 🙂

Tourenplanung Sizilien

Ähnlich wie bei der Neuseelandtour 2017 hatte ich auch jetzt noch Ferientage übrig, die nach einem epischen und überflüssigen Streit jetzt neuerdings auch wirklich bis Ende April abgebaut sein müssen. Da bleiben nicht viele Ferienziele übrig, wenn man mal nicht fliegen will. Der Norden fällt im ersten Quartal wegen Kälte für eine Liegevelotour aus*. Also in den Süden. Was ist innerhalb von 24h erreichbar? Mit möglichst wenigen Umstiegen? Italien oder Südfrankreich.

*nicht zwangsläufig, aber man muss es ja nicht übertreiben

Nachdem ich den Nachtzug Milano-Siracusa entdeckt hatte und dessen lächerlich günstige Preise, hab ich mir Sizilien für eine Umrundung näher angeschaut. Passt. Im Gegenuhrzeigersinn (=Meer rechts) rundherum sind es etwa 1000km. Im Kalender ergab sich auch nur noch eine halbwegs passende Lücke vom 29.02. bis 14.03. Mit 12 Fahrtagen ist die Distanz recht locker zu bewältigen, es sollte nicht zu warm sein und den Rest seh ich ja dann. Der Nachtzug Milano-Siracusa bzw. retour kostet pro Strecke 140 EUR für zwei Personen im Schlafwagen. Ob ich dann alleine fahre oder noch jemand mitkommt, seh ich dann, hab das lieber erstmal gebucht 🙂

Das Liegevelo muss ich leicht zerlegen und verpacken, weil der Nachtzug offiziell keine Velos mitnimmt. Ausserdem kann ich dann direkt den Eurocity Zürich-Milano nehmen, wo mir die Velomitnahme auch zu kompliziert ist. Von Wil bis Messina sind es also zwei Umstiege und etwa 22h Fahrzeit — bis Siracusa ist es noch 3h länger, früheres Aussteigen sollte kein Problem darstellen. Das Verladen des Zugs auf die Fähre über die Meerenge von Messina dauert halt lange.

Es dürfte wohl eine Mischung aus Zelten, airbnb und Hotels werden, das ist auch noch nicht ganz klar. Mit Zelt ist es wohl nicht mal wesentlich günstiger, es ist einfach nur viel mehr Material zum Mitschleppen. Aber wozu habe ich sonst die Liegeradtaschen? Auch die Massendifferenz zu einer potentiellen Mitfahrerin wäre enorm. Brutto 70kg gegen brutto 105kg bei mir (Velo, Gepäck, Körper) und dann noch andere Velotypen dürften allenfalls für Tempo- und Belastungsdifferenzen sorgen.

Die Zugstrecke bis Villa San Giovanni hat 1516km laut brouter-rail. Eine grobe Strecke rondom hab ich schon zusammengestellt: brouter-recumbent-fast.