Einbürgerung, Dependency II resolved

Die drei Rückflüge BOO-OSL-FRA-ZRH waren langweilig. In FRA gingen fast in jedem Laden die Kreditkartenterminals nicht und in der Lufthansa-Lounge gab’s null Catering. Na dann brauch ich auch keine Lounge 🙂 Und mein Plan ging auf: 17:25 Ankunft in ZRH, mit Gepäckausgabe ist der 17:53-IC zu kriegen (inklusive Bundesrat-Maurer-Begleitung) und so hat es noch genau 18:50 für den Denner in Rossrüti gereicht, um meinen Kühlschrank wieder zu befüllen. Ab 22 Uhr hab ich die Dunkelheit bewundert.

Daheim lagen jede Menge Dokumente, Rechnungen und Geburtsurkunden. Wenn ich schon mal beim Standesamt bestelle (macht man ja generell viel zu selten), dann richtig und zwar alle verfügbaren Varianten. Heute war ich pünktlich beim Zivilstandsamt und hab Einbürgerung — Dependencies II voraussichtlich gelöst. Schön langsam alle Urkunden in der Reihenfolge vorgelegt und ich hoffe, dass keine Rückfragen kommen. Ich bekomme dann Post, darf alle Einträge nochmal prüfen und bestätigen und dann gibt’s Form 7.13*, mit der ich dann beim Einbürgerungsantrag weitermachen kann. Auf meine Nachfrage, wie lange das denn dauere, meinte sie “naja, hmm (Blick auf den Kalender, hier rechnete ich schon mit Monaten)…, wird wohl nächste Woche” 😀

Jedenfalls fällt grad mein Zug Richtung Bern aus und ich komme zu spät zum Hackathon, hab mich aber eh als verspätet angemeldet. Wer lässt denn einen Hackathon zu normalen Bürozeiten um 09 Uhr beginnen? Der kann gern um 09 Uhr aufhören.

*wieso fühle ich mich immer an Passierschein A38 erinnert?

Vesterålen — Lofoten — Bodø

Gemütlich Sachen gepackt, Essen gegessen und eingepackt und Abfahrt. Ich hatte eigentlich eine Nacht länger gebucht, aber eher auschecken geht ja immer. Mein Vermieter kam noch mal vorbei und wollte von mir genau wissen, wie ich das jetzt mit dem Wasserboiler repariert hätte. Mit Schraubenzieher und Foto von den Kabeln konnte ich ihm das zeigen und er hat sich nochmal sehr nett bedankt. Unterhalten haben wir uns auf Deutsch, Französisch und Englisch, er scheint schon gut rumgekommen zu sein in der Welt. Mit dem Spruch you must be an engineer lag er doch ganz richtig, obwohl ich meinte no, I just can’t stand things that don’t work. Ziel heute*: Fähre ab Moskenes am Montagmorgen um 07 Uhr, das waren etwa 250km, mit Zwischenstop in Leknes. Erstmal hat mich der Ryggedalstunnelen wieder aufgehalten, aber ich hätte ja vorher wissen können, dass die nur stündlich den Konvoi durchfahren lassen, und Richtung Osten eben nur um :35. Ich war :39 auf der westlichen Seite angekommen 🙂 Na dann hab ich halt den Benzingenerator für die Schranke bewundert und Podcasts gehört. Die Fahrerinnen des Lead- und Chase-Fahrzeugs (sorry, Solarauto-Slang) hatten auch ihren Spass mit lauter Musik.

*die Tagesgrenzen verschwimmen immer noch

Es war zwar mehr ein Durchfahren von Nord nach Süd, aber die Landschaft mit Sonne drumherum ist tatsächlich so, wie man es von Zigmillionen Instagram-Bildern kennt. Abend-und-morgensonne gab’s unterbrechungsfrei am dafür geeignetsten Strand und gegen 04:30 Uhr bin ich Richtung Moskenes weitergefahren, um mich 05:30 Uhr in Spur 3 für die Fähre nach Bodø anzustellen. Den Passenger-Count machen sie witzigerweise mit Stimmenaufzeichnung, d.h. jeder Passagier sagt seinen Namen in ein hingehaltenes Mikrofon. Na ob das datenschutztechnisch so gut ist, wenn mich Alexa daheim dann mit “Na, du klangst aber nicht besonders ausgeschlafen an der Fähre? Kaffee?” begrüssen könnte?

Lustig auch: weil ich mit Umstieg in FRA zurückfliege, brauch ich wohl noch ein Covid-Zertifikat; erst ab 01.06. ist die Bestimmung für die Einreise nach D dahingehend aufgehoben. Na ich hab ja genügend davon, von mir aus können sie die auch behalten, spritz ich mir halt n neues. Das Reisebudget von 4000 Fr. und 1600 Dosenkilometern dürfte wohl auch hinkommen, hab wieder grosszügig kalkuliert und von dem Rest kauf ich mir ein Eis. Oder ein Brompton für die Kombination mit Interrail.

Meine Haushüte in Rossrüti ist auf Zack: gestern hab ich mal testweise den Smarthome-Raspi neugestartet (Grund: der Briefkastensensor schickt mir fälschlicherweise alle 50 Minuten eine Posteingangsmeldung) und einige nodered-Flows sind noch nicht ganz perfekt konfiguriert. Jedenfalls hab ich am Stromverbrauch der Hütte (>75W) gesehen, dass da einige Lampen angeschaltet sein müssen — und ja, das wurde mir auch umgehend live gemeldet. Aufgefallen ist es, weil es da ja 21 Uhr dunkel ist 😀 Ja gut, hab ich sie halt wieder abgestellt.

Wieso fällt mir immer The Sound of Silence ein? 😀 Rein statistisch hab ich im Vergleich zu meinem Herkunftshabitat jetzt eine Wintersaison (Australien 2004/05) und 14 dunkle Nächte zu wenig. Muss ich im Herbst wohl kompensieren.

Sinahula

Ohne Geocache wäre ich nicht auf die winzige Höhle 780m entfernt von meiner Unterkunft aufmerksam geworden: https://no.wikipedia.org/wiki/Sinahula. Die Schriftstellerin Serine Regine Normann (1867-1939) hat dazumals in der Höhle ihre Werke geschrieben und auch vor ihrem Ehemann versteckt. Ich dachte jedenfalls, die Höhle wäre grösser, aber zumindest hat so die Stirnlampe noch Anwendung gefunden und es sprang auch noch eine Stunde Spaziergang dabei heraus. Ansonsten wie angekündigt: Regenwetter und unter 10°C, ideal für ein paar Näh-/Reparaturarbeiten.

Mitternachtssonne

Eigentlich war ich schon im Bett gewesen, aber die Sonnenvorhersage meinte, dass mal halbwegs klarer Himmel sein würde um und nach Mitternacht, Richtung Norden. Da bin ich dann doch noch Richtung Nykvåg gefahren und hab dort den Nicht-Sonnenuntergang abgewartet.

Erst sah’s doch noch bewölkt aus, die Wolken bewegten sich von rechts nach links

Es wurde so gegen 23:30 besser und in Bewegungsrichtung der Sonne war klarer Himmel. Drum war die Lichtvorhersage auch auf “Sonne” von 02-10 Uhr eingestellt. Ein nettes Schauspiel jedenfalls, man muss sich auch mit dem Fotografieren gar nicht beeilen, weil es ja eine ganze Weile von der Stimmung her so bleibt, bis die Sonne eh wieder aufgeht.

Danach war Ausschlafen und Faulenzen angesagt, einfach mal nur was Lesen, zu Fuss die 6km zum Supermarkt/Cache und zurück gehen und auf der Veranda sitzen. Morgen wird’s wohl ähnlich, vielleicht noch auf den Hügel hinterm Haus rauf und in die Cache-Höhle schräg gegenüber meiner Hütte. Am Sonntag geht’s via Leknes/Lofoten und Abschiedswanderung wieder südlich zur Fähre, am Montagmorgen 07 Uhr Richtung Bodø und am Dienstag ist Rückflug.

Breitind(en)

Das Spiel wiederholt sich. Aufstehen, frühstücken, wandern gehn, duschen, chillen 🙂 Heute wieder mit weniger Sonne und genauso vielen Leuten wie gestern. Das Schlaufon ist mir unterwegs mit einem Qualcomm-LTE-Modem-Error komplett ausgestiegen, hat sich wohl an norwegischen Datenpaketen verschluckt. Neustart daheim, läuft wieder. Auf dem Aufstieg hab ich drei Podcasts von SINTEF gehört: https://www.sintef.no/smart-forklart/ alle in Bezug auf Stromerzeugung, Speicherung und das Stromnetz an sich. Nachdem ich die Abspielgeschwindigkeit von den üblichen 1.3-1.4x auf 1.0 gestellt hatte, wurde das sogar zum grossen Teil verständlich, aber natürlich auch mit deswegen, weil mir der Kontext schon klar war (Stromlücke wird hier ab 2026 erwartet). Einige Leute verstehe ich besser, einige schlechter, aber noch niemanden zu 100%. Manche klingen echt wie ein nuschelnder Walliser mit kaputter Sprachmelodie (sorry nach allen Seiten, ich will das auch können). Etwas besser verständlich ist da noch der Aftenposten-Podcast für Kinder: https://www.aftenposten.no/podkast/ap/program/100195 Oben auf dem Berg hab ich den seit 2018 dort plazierten Geocache geloggt: http://coord.info/GC7VVXV ich war der dritte/fünfte Besucher (FTF eine Dreiergruppe). Die Zeitangaben waren auch wieder gut machbar, anderthalb Stunden rauf auf 598moh, eine Stunde runter. T-Shirt-Wetter (d.h. 5°C, Wind und keine Sonne). Nachts hungrig aufgewacht — das passiert also nicht nur nach/bei mehrtägigen Velotouren, sondern auch bei so einfachen mehrstündigen 100-200W Dauerleistung auf Wanderungen. Hier ist heute auch Feiertag, aber das macht eh keinen grossen Unterschied, ausser dass die Läden geschlossen sind.

Noch ein EDIT: Norwegen hat eine ziemlich schöne Landeskarte , die der von map.geo.admin.ch nicht nachsteht 🙂 Okay, die Wassertiefen können sie besser 😀

Skårvågfjellet

Vormittag Sonne, also nur eine kurze Wanderung heute. Das Wetter war sehr föhnig, sprich 20°C und sehr starker Wind, der aber jeweils aus der richtigen Richtung kam. Die Böen gehen sicher bis über 80km/h, so dass ich sogar (erstmalig überhaupt) meinen Sonnenhut mit dem Gummiriemen befestigt habe. Oben auf dem Gipfel liess es sich an windgeschützten Stellen gut aushalten, mit grandioser Aussicht in alle Richtungen. Grün-blaue Buchten, weisse Strände, schroffe Felsen, bunte Häuser, in der Ferne die Lofoten, so lässt es sich aushalten.

Vetten / Lynghaugtinden

Heute früh kam mein Vermieter vorbei und begrüsste mich erstmal “so, your last name is currently not really likeable” 😀 Lustiger Typ, die Hütte, in der ich grad wohne, muss wohl nächstes Jahr weg, weil irgendwas mit der Baubewilligung oder dem Mietrecht nicht stimmt. Auf dem Hügel hinter der Hütte sollen grad Seeadler brüten und in Nykvåg, wo ich gestern war, schauen sich die Leute die Mitternachtssonne an. Ja Kunststück, man muss einfach nach Norden freie Sicht und idealerweise keine Bewölkung haben 🙂 Die Belgier auf dem Platz haben derweil ihr Wohnmobil geputzt.

Die Wanderung heute war mit 16km, 830hm und 5:30h etwas länger: https://ridewithgps.com/trips/91105615. Erst ein bisschen Anfahrt, dann via eine grosse Hütte, die grad von einem Kindergarten in Beschlag genommen wurde, aufwärts und weiter zur Schutzhütte Vetten auf 467moh. Keine Sonnenbrandgefahr heute. Die “Lofoten-Wand”, wie sie mein Vermieter nannte, ist immer gut zu sehen am Horizont. Mit Abstieg und Wiederaufstieg ging’s noch zum Lynghaugtinden und von dort auf einem anderen Weg zurück, teilweise durchs Dickicht und durch sehr feuchte Wiesen.

Trehyrna

Nach der Ankunft war natürlich in meiner Hütte erstmal noch nicht alles betriebsbereit. Der Wasser-Absperrhahn ist unter der Spüle, nachdem ich den angedreht hatte, haben sich Warmwassertank und Klospülung gefüllt. Nur das Warmwasser wollte irgendwie nicht heizen, merkwürdig. Für diesen Fall hatte ich ja Werkzeug dabei, wobei hier eigentlich nur ein Sackmesser nötig war. Die Steckdose selbst hatte Spannung, alle Zuleitungen waren aufgedreht, also blieb mir nur mal das Aufschrauben der Ansteuerung übrig. Auch da sah eigentlich alles gut aus, nur dass die Anschlüsse alle etwas versalzen/verrostet waren. Nach dem Wieder-Zuschrauben (erfolglos) hab ich das erstmal dem Vermieter gemeldet. Da kam aber grad keine Antwort. Also fiel mir zehn Minuten später ein, dass ich noch nicht alles geprüft hatte (Spannungsprüfung per Zahnbürsten-Ladestation), hab’s nochmal aufgemacht. Und tatsächlich, das Teil hat eine Übertemperatur-Abschaltung, die man offensichtlich manuell zurücksetzen muss, wenn sie mal angeschlagen hat (oben unter der sechseckigen Mutter im Bild) — macht ja Sinn, denn über 100°C geht das Teil sonst eigentlich nicht. Ich vermute, sie haben die Hütte winterfest gemacht und erst alles Wasser abgelassen aus den Leitungen und dann den Boiler nicht abgeschaltet. Gibt dann halt Kernschmelze ohne Sicherung 🙂 Sicherungspin reingedrückt, Stecker rein, dann ging alles wieder. Der graue NDB-Van mit VD-Kontrollschild hat auch tatsächlich hier campiert. Vorhin kam mir noch ein ZH-Wohnmobil entgegen, also bitte, Leute 😉

Zum Erklettern hatte ich mir auf der Karte den Trehyrna ausgesucht, also den mit 620m höchsten Steinhaufen von drei etwa ähnlich hohen, nur 8km Anfahrt, Wanderung-Start 09:30 Uhr, nach 1:45 oben und 12:30 wieder unten. Erst ging’s am Trinkwasserreservoir vorbei, später durch einen Baumbestand und am Ende waren nur noch Felsen, gerne auch mal auf allen Vieren zu erklettern. Hier scheint es mit TellTur so eine Art Gipfelbesteigungs-Logbücher zu geben. Wahrscheinlich hat es nichts mit dem Wilhelm zu tun. Die Wanderrouten sind hier manchmal eine Art OL, es gibt kaum Markierungen und nur wenn man Glück hat, sieht man den Weg, den andere schon gelaufen sind. Weiter oben in den Felsgebieten gibt’s dann aufgestapelte Felshaufen als Markierung, das geht wieder. Meine Route war beim Aufstieg eine andere als beim Abstieg: https://ridewithgps.com/trips/91019903

Inzwischen war’s schon 100% sonnig, da bin ich noch bis Nykvåg gefahren, 6km weiter nördlich. Da stand einerseits mal ein Windrad, und andererseits haben sie da wegen des Golfstroms ein Kunstwerk aufgestellt, bestehend aus einer isländischen Basaltsäule und Treibgut vom lokalen Strand. Von da irgendwo könnte ich sicher auch die Mitternachtssonne anschauen gehen. Auf dem Berg oben sollte es vermutlich sogar jetzt schon gehen, die Höhe verschiebt ja den Horizont weiter nach Norden.

Ungefähre Luftlinienabstände zu ausgewählten Ländern/Gebieten: Spitzbergen 1000km, Island 1400km, Grönland 1500km, Russland 700km, Schweiz 2400km.

Verlegung nach Norden

Genug Lofoten, jetzt geht’s weiter nördlich und die Landschaft wird etwas schroffer, hab ich den Eindruck, und der Schnee liegt noch weiter unten. Luftliniendistanz der zwei Unterkünfte: 55km, Fahrdistanz 210km, also ungefähr Wil-Zürich via Lindau und Friedrichshafen. Unterwegs hab ich noch eine polnische Anhalterin mitgenommen, die meinte, es gäbe viele Direktflüge von kleineren norwegischen Flughäfen nach Gdansk. Oh, und noch ein fun fact von der Einheimischen: hier werden schon jahrelang landesweit Jodtabletten verteilt, aber nicht wie bei uns für den Fall eines KKW-Problems, sondern weil die russischen U-Boote vor der Küste rauf und runter fahren. Der jetzige NATO-Jens weiss halt warum und an seine eindrückliche Rede nach den Anschlägen 2011 kann ich mich auch noch erinnern.

Heute war also eher Asphaltfresserei angesagt, in Sortlandet hab ich Zwischenstop gemacht mit vier Caches, aber da war heute auch gar nichts weiter los, nur der eingeschränkte Sonntagsverkauf im Bunnprix.

Zwischendurch gab’s eine Safety-Car-Phase mit vorgängiger Rennneutralisierung über eine halbe Stunde. Der Ryggedalstunnel wird saniert und da der die einzige Verbindung nach Westen/Bø darstellt, muss man halt warten und fährt hinter dem Safety-Car durch, das sich allerdings nicht an die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit gehalten hat.

Führungsfahrzeug, folge mir 🙂

Angekommen bin ich in einer Bucht (das ist ein ähnlicher Hinweis wie “der Cache liegt unter einem Stein”, siehe Bildkoordinaten) in einer kleinen Hütte am Wasser, https://www.airbnb.com/rooms/553975828771943608. Grundfläche etwa 16qm für Bad, Schlafzimmer, Küche, winziges Obergeschoss mit U-Boot-Feeling als Schlafplatz, plus 10qm Veranda und die Hügel gehn gleich hinter der Hütte los. Kurz nach meiner Ankunft kam ein grauer Van mit getönten Scheiben und Kontrollschild VD angefahren. Bestimmt meine unauffälligen Freunde vom NDB, die tatsächlich mit dem Eigentümer des Platzes französisch gefachsimpelt haben zur Tarnung.

Need more sleep

Mein Zeitgefühl ist komplett im Eimer. 21 Uhr Essen gehn (bis Mitternacht), fünf Uhr morgens schlafen gehen, 11 Uhr wieder aufstehen. Aber hey, es gab Tørfisk, also quasi das, was draussen zum Trocken rumhängt, wieder hydriert. Und als Vorspeise ein Wal-Carpaccio — dasselbe wie im Original, nur halt mit Scheibchen von einem grossen Meeressäugetier statt von einem grossen Landsäugetier. Da könnte ich mich glatt dran gewöhnen.

Erstmal lief die Waschmaschine. Morgen ist Weiterreise Richtung Vesterålen, das liegt etwa 55km weiter nördlich und die Fahrtstrecke sind etwa 220km, wenn ich nicht ab Fiskebøl mit der Fähre abkürze. Das reicht mir dann als Fahrt für den Tag, also hab ich heute schon mal die Dörfer/Städte auf der Strecke abgeklappert. Ziel Svolvær, bin aber schon in Kabelvåg hängengeblieben, weil hinter irgendeiner Ecke plötzlich die Wolken verschwunden waren.

Ich wusste, dass in Svolvær um 18:30 Uhr die Hurtigruten anlegen würde, da hab ich mich mal nach einem Stadtspaziergang am Hafen hingestellt. Viel zu viele Leute, viel zu viele Touristen, viel zu viele Deutsche. Dann haben sie die Fahrgäste der Hurtigruten auch noch in bereitgestellte Tourbusse gestopft und die kamen mir dann alle in Henningsvær wieder herumlaufend entgegen. Ganz schöner Stress.

Die Kombination aus Wasser im Vordergrund, Häusern, Touristen und hinten schneebedeckten Bergen könnte auch St. Moritz (minus 1800m und minus Fischgeruch) sein, die Preise stimmen ja auch überein. Nur der Schiffsdiesel stinkt hier deutlich mehr. Nach dem kurzen Abstecher nach Henningsvær ging’s wieder heim, bisschen aufräumen und packen.