Coronatest #2

Den ersten “Stäbchen-in-Nasenhöhle-ganz-hinten”-Test hatte ich am 26.03. in der Medbase-Apotheke in Wil gemacht. Termin online vereinbart, Daten eingegeben, ausgefülltes Papierformular mitgebracht. Wie machen das eigentlich Leute ohne Drucker? Da dauert ja dann der Termin länger? Ich kam jedenfalls damals pünktlich dran, Stäbchen in die Nase, nach zehn Minuten das negative Ergebnis, fertig. Ein paar Tage später war dann die Abrechnung schon in meinem Krankenkassenportal ersichtlich, schön nach Leistungen aufgeschlüsselt. Nicht von mir zu zahlen, zumindest nicht direkt und unmittelbar. DBSt oder Mwst oder was auch immer für Steuern dafür erfunden wurden, siehe dazu auch die drei Stories zu diesem Thema im aktuellen NZZ Geschichte Nr. 33. Die werden langsam zu einer sehr guten Ergänzung zu den Reportagen.

Aber man will ja beim nächsten Test einen anderen Prozess testen, also war ich heute im Spital Wil. Auch hier online Termin gemacht. Kein Formular auszudrucken, keine Daten anzugeben. Hm. Also erfassen sie das vor Ort gleich digital? Nein. Ich wurde vor Ort mit einem frisch desinfizierten Klemmbrett mit einem bestimmt zum zehnten Mal von der Kopie von der Kopie von der Kopie (…) kopierten Anmeldeformular und einem Kugelschreiber (immerhin Schneider) empfangen. Alle Daten hab ich mit klammen und daher krakelnd schreibenden Fingern eingetragen, meine Krankenkassenkarte oben ans Klemmbrett geklemmt und das Formular wieder abgegeben. Zehn Minuten später war ich dran, nachdem vor mir schon jemand fluchend mit Tränen in den Augen vom Nasenhöhlenabstrich rauskam. Die Assistentin hat kurz das Kreuz noch ausgefüllt, warum ich da war, dann konnte sie loslegen, weil ich schon wusste, was kommen würde. Diesmal war es deutlich unangenehmer, von der Ekligkeitsstufe deutlich über der Blutspendekanüle im Arm. Aber nach weiteren 15min Wartezeit in der Kälte war ich dann zumindest nicht A positiv wie beim Blutspenden, sondern wieder negativ. Gesamter Zeitaufwand vom Helmaufsetzen daheim bis zum Helmabsetzen daheim etwa 45min. Na wenn’s der Wahrheitsfindung dient 🙂

Wenn ich mir so überlege, dass da jede Apotheke, jedes Gesundheitszentrum, jedes Spital, jeder Arzt vermutlich sein eigenes Prozedere für den Test hat — das könnte man schon einfacher und digitaler haben. Beim Impfen, ach lassen wir das… Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten. Andere Länder lassen sich dagegen für Millionen an Steuergeldern von einem Rapper eine App verkaufen, die nur Sicherheitslücken hat und nicht mal ihre Funktion erfüllen kann. Immer sehr schön zum Anhören zu dem Thema: Logbuch Netzpolitik (Folge 387 und Folge 388).

Ich hab dafür grad den Auftrag für den Einbau der Klimaanlage erteilt. Bei einer Arbeitszahl>4 kann ich mit der in der Übergangszeit sogar schon mit Tages-Netzstrom günstiger heizen als mit Gas; ist halt nur das Obergeschoss mit Büro und Schlafzimmer, aber das brauche ich beides üblicherweise täglich. Eigentlich geht’s mir ja auch um den Sommer, wo ich mich tatsächlich über die letzten vier Jahre an die vorhandene Klimatisierung gewöhnt hatte. Bei 100% Homeoffice ist das auch nötig 🙂

Nebenbei hab ich noch den Schornstein-Zug untersucht, der vom Dach leider nur bis in Küche/Wohnzimmer geht, nicht weiter in den Keller. Wäre sonst ideal für Kabelverlegungen o.ä. gewesen. Beim Badumbau (Einbau Dusche) für 18.5kCHF muss ich nochmal über die Bücher, das ist mir doch etwas viel. Ja, okay, eine angepasste Voll-Milchglaswand in 1.70m Breite und Deckenhöhe mit Glastür drin ist etwas teurer 🙂

Die SpM fährt sich immer noch prima. Bei der spontanen 145km-Runde am Freitag hat die Kette nach 30km ziemlich angefangen zu quietschen, ich hatte natürlich nichts zum Ölen dabei. Ohrstöpsel rein, Noise Cancelling an, dann ging’s. Erkenntnisse der Runde: das Riet südlich des Pfäffikersees ist ganz nett; Hinwil ist furchtbar zum Durchfahren; die Seestrasse bis Zürich ist flach und bis Winterthur gibt’s nicht so viele Möglichkeiten zum Fahren. Dafür hab ich später noch an einem Hofladen Halt gemacht, weil die letzten 20km immer schwerer wurden. Aber hey, ein Schnitt >20 über die Streckenlänge ist für mich auch neu. Track hier: https://ridewithgps.com/trips/65212394 Es gibt auch nur genau ein Bild der Tour, der Rest war einfach nicht fotogen genug.

Ziegelbrücke-(Klausenpass)-Arth

Weil mich der Töfflärm letzte Woche auf der Schwägalp so genervt hat, muss ich meine Passaktivitäten doch wieder auf andere Wetterlagen und andere Wochentage verlegen. Am 01.05. hatte ich irrtümlicherweise gearbeitet (ZH hat da frei, SG nicht) und musste das irgendwie ja mal kompensieren. Der Klausenpass ist offen und heute sah das Wetter in der Vorhersage zumindest halbwegs wenig regnerisch aus, Temperaturen 5-11°C, ideale Bedingungen zumindest zum Rauffahren. 06:30 Aufstehen, 07:32 S-Bahn, 08:27 Start in Ziegelbrücke.

Von da ging’s etwa 200 Höhenmeter auf 30km gemächlich rauf, ich bin einfach der 4er-Veloroute gefolgt, die war sehr angenehm zu fahren. Die Kantonsstrasse hatte viel Verkehr, der aber gegen Ende immer weniger wurde.

In Linthal war ich noch im einzigen Dorfladen, Kalorien und Flüssigkeit holen, um bis zur Passhöhe zu kommen, daher sieht dort der Track von heute auch etwas erratisch aus: https://ridewithgps.com/trips/48767093

Los ging’s auf Passfahrt. So gut wie kein Verkehr heute: 42 Fahrzeuge kamen mir von oben entgegen, 38 haben mich von unten her überholt, davon 7 Töffs und 6 Betonmischer. Der Betonmischer war immer derselbe, der kannte mich irgendwann schon. Die Kennzeichen waren fast alle lokale; ein UR kam mit einem Anhänger und darauf einem festgeschnallten Kühlschrank mehrmals (!) an mir vorbei. Was man halt so spazierenfährt. Nach ein paar Kilometern fuhr ich an drei Reiseradlern vorbei, die mich kurz darauf dann (weil noch frisch) enthusiastisch überholten. Ich hab dann einen Gang hochgeschaltet und bin hinterhergefahren, hab mich auch mal mit ihnen unterhalten. Heute von Linthal nach Altdorf, morgen weiter nach Andermatt, dann Oberalp. Wieso alles erst morgen und übermorgen? 😀 Jedenfalls wurden sie mir bald zu langsam und ich bin an ihnen vorbeigezogen.

Im Urnerboden an der Sonne (Restaurant/Haltestelle/Strassenname/etc.) habe ich sie im Rückspiegel nochmal entdeckt, aber dann blieben sie verschollen. Der Charakter der Landschaft änderte sich, die etwa 4km Urnerboden waren total offen, es gab sogar mal Sonne, alles war aber grün und steinig (vorher war Wald).

Kurz nachdem ich in den zweiten 600 Höhenmeter kurzen Anstieg gegangen war, wurde ich jäh aus meinen Träumen (es war ja sonst nichts los) gerissen, und zwar durch ein extrem lautes Pfeifen! Erst dachte ich, das wäre ein Vogel, aber das Pfeifen kam irgendwo zwischen den Steinen her. Murmeltiere! Und zwar überall! Es kam mir sogar so vor, als ob sie jeweils ihre Kollegen gewarnt haben, wenn ich in die Nähe kam. Und genau dieses Erlebnis fällt bei Auto- oder Motorradlärm weg.

Die Landschaft wurde schroffer und kärger, Schneefelder kamen dazu. Es war glatt ein bisschen unheimlich, so allein da hochzufahren. Ein paar Fabelwesen oder Sagengestalten hätten noch gefehlt. Mal plätscherte links, mal rechts ein Wasserfall, sonst war es bis auf mahlende Geräusche von hinten unten still.

Bald war ich oben, die Aussicht war nicht existent, aber andere Leute auch nicht. Sehr gut, so hatte ich mir das vorgestellt, hab ganz in Ruhe das Tenue gewechselt, Essen vertilgt und den Heisslufthändetrockner im WC rundlaufen lassen.

Die erste Hälfte der Abfahrt nach Altdorf war unglaublich nervig: ich war ja quasi in den Wolken, d.h. null Sicht, 100% Luftfeuchte und diese hat mich auch noch fast komplett durchnässt. Zum Glück kamen in Unterschächen wieder 50 Höhenmeter zum Aufwärmen. Danach wurde es besser, auch etwas flacher und in Bürglen an der selten dämlichen Ortstafel hab ich wieder die Kleidung gewechselt.

Die Axenstrasse ist zwar halbwegs ungefährlich zu fahren, weil man nie auf der Strasse fahren muss. Aber schön ist anders. Von Brunnen bis Arth-Goldau bin ich dank Ortskenntnis schnell durchgekommen und hab sogar noch den 100-Höhenmeter-Anstieg (dank Abkürzung linksherum um den Lauerzersee) bewältigt. Ich hatte 17:14 Uhr Abfahrtszeit in Arth-Goldau in meiner Marschtabelle im Kopf geplant und um 17 Uhr war ich tatsächlich dort am Bahnhof. In Wattwil bin ich noch heldenhaft die Treppe der Unterführung hinuntergefallen — Cleats halt, nichts passiert, nur Kratzer.

Spontaner Heckkofferkauf

Auf tutti.ch tauchen öfter mal nette Ortlieb-Artikel auf. Auch der Rohloff-Suchbegriff fördert öfter mal interessante Artikel zutage. Bei der (gleich ausgestatteten) Streetmachine für 1300 Fr. hab ich letzte Woche zu lange gezögert 🙂 Gestern habe ich dafür in Bern eine Ortlieb Trunk Bag abgeholt. Beim Gespräch stellte sich auch noch heraus, dass der Verkäufer Velomobilfahrer ist. Mich überrascht da nichts mehr 😀 Vor etwa 12 Jahren hab ich die Ortlieb-Sache mit einem ähnlichen kleinen Heckkoffer gestartet, der war mir dann aber auf dem Normalvelo zu wackelig. Auf dem Liegevelo passt es jetzt (wieder neu) aber super.

Die Trunk Bag hat 650g, wurde von mir schon leicht modifiziert und ist jetzt prima am Gepäckträger ohne weitere Anbauteile einzuhängen.

Mit gleichzeitiger Liegevelotaschenmontage geht’s allerdings noch nicht, weil die Haken der anderen Taschen dann oben überstehen. Da fällt mir vielleicht noch ein gescheites Anbauteil ein. Beim Fahren ist die Tasche jedenfalls problemlos, sicher montiert und super im Windschatten. Eine Milchflasche und ein Haufen Kleinkram passt rein, ideal für die morgendliche Velorunde.

Jurassic Gare

Es gibt immer noch einige Bahnhöfe ohne Foto und es gibt sogar Bahnhöfe auf der Karte, die gar keine sind. Beidem kann abgeholfen werden.

Meine Streckenplanung ging heute als Anreise bis Le Locle (via Biel/Bienne und La Chaux-de-Fonds), problemlos mit ICN bis Biel und FLIRTs bis nach Le Locle.

Nach dem letzten Bahnhof ging’s noch ein paar Meter weiter bis fast zur CH-F-Grenze und da fuhren auch noch grenzüberschreitende Züge herum. Aber ich bin dann wieder in die Gegenrichtung gerollt, erstmal bis La Chaux-de-Fonds.

Danach gleich weiter ins südlich davon gelegene Tal Vallée des Ponts, und auch dort erstmal ein Stück Liegevelo (Höhenmeter bis über die Wasserscheide, schlechte Planung) und später bei Gelegenheit mit dem Schienenbus bis ans Talende.

Ab da ging es meist abwärts und günstigerweise auch mit Rückenwind.  Es regnete, mal weniger, mal nichtsowenig. 🙂 Manchmal war’s auch trocken und meine Laune hob sich. An einigen Stellen hätte ich bequem an den 60er-Schildern Tickets bekommen können. Voll gut, wenn nur die Hinterradbremse einen normalen Druckpunkt hat und die vordere irgendwie nicht tut. Als Schleppbremse hat sie aber noch gut getaugt.

In der Taubenlochschlucht war ich 2014 schon mal und den Bahnhof dort hatte ich schon: Juli 2014 Von daher war in Reuchenette-Péry sowieso geplant Schluss und zufällig hätte ich da mit dem Velo sowieso auf die Bahn verladen müssen. Ich hatte noch genügend Zeit, um alles auf trocken zu wechseln und bin dann via Biel/Zürich wieder heimgefahren.

65km und >25 Bahnhöfe 🙂 (Einige Bilder haben eigentlich Koordinaten, aber die scheinen bei der RAW-Bearbeitung verschwunden zu sein. Wird nicht mehr korrigiert, behalte ich aber im Hinterkopf.)