Wärmepumpe im Regelbetrieb

Während meiner Abwesenheit in Svolvær wurde dank Schlüsselbox noch die Kondenswasserpumpe installiert, damit ist die WP-Installation abgeschlossen. Die Pumpe schlürft die 2-3 Liter Kondenswasser im Sammelbehälter innerhalb von Sekunden weg, das ist eine andere Leistungsklasse als die kleinen Vibrations-Saugpumpen für die Klimaanlage.

Über die vielen Temperaturmesswerte kann ich die WP gut bei der Arbeit beaufsichtigen. Was sicher schon klar ist: ich kann die Räume nachts nicht so stark auskühlen lassen, wie ich das bisher gemacht habe. Der Gasheizung war es egal, ob sie morgens mit 2kW oder 15kW läuft, bei der WP mit nur so etwa 1kW Wärmeleistung muss ich möglichst gut den Puffer mit nutzen; und die Wärme, die ich in der Nacht nicht produziere, kann ich morgens nicht mehr aufholen.

  • Momentan ist es eine Arbeitszahl von 2-3, je nach Aussentemperatur.
  • Das Abtauen des Verdampfers habe ich auch schon mehrmals festgestellt, wenn die Abluft unter 5°C hat. Dann fehlen auch noch 20 Minuten Wärme, weil in der Zeit keine produziert wird.
  • Momentan hat die WP eine Uptime von 25-50% (duty cycle, also 6-12h Laufzeit pro Tag) und macht aus 4-6 kWh Strom etwa 8-12 kWh Wärme.

Ich gehe davon aus, dass ich sicher für den Frostbetrieb noch den Heizstab im Pufferspeicher anschliessen muss. Für drei Zimmer (Bad, Büro, Küche) reicht die Wärme momentan bequem aus, aber ich merke deutlich, dass die WP lange braucht, um noch mehr Zimmer aufzuheizen. Das hatte ich auch so erwartet, dass das ganze System viel träger wird als vorher 🙂 Geräuschmässig ist sie bei geschlossener Tür zum HWR in der Küche nicht lauter als der Geschirrspüler oder der Quooker CUBE. Im Zimmer obendrüber hört man ein leichtes Brummen, aber da hätte ich ja ohnehin noch einen Umbau im Kopf, bei dem dann die einzubauende Bodenheizung wohl die Geräusche auch wegdämmen würde. Draussen klingt der Luftstrom wie ein Secomat, aber in einiger Entfernung hört man davon kaum noch was.

Was man auch schön sieht, ist die Arbeit der Heizkörperthermostate, indirekt über den Volumenstrom im Heizungskreislauf:

Die Durchflusswerte sind natürlich in Viertellitern diskretisiert, weil der Zähler keine höhere Auflösung hat (und braucht). Das hatte ich bisher auch über die Messwerte der TRVs schon via Ventilstellung und SOLL/IST, hier die letzten 24h Messwerte vom Büro:

Bisher tut jedenfalls alles wie erwartet. Insgesamt hat mich der Heizungsersatz etwa 17kCHF gekostet, dafür habe ich jetzt:

  • deutlich weniger Wasserverschwendung, bis Warmwasser am Hahn kommt (kürzere Leitung)
  • viel mehr Platz und neue Einrichtung im HWR
  • Fensterbretter im HWR
  • neuen Waschtrockner (Standort neu im Bad)
  • gesparte Gaszählergebühr, gesparter Kaminfeger (200 Fr. pro Jahr)
  • keine Gasnetzstillegungsgebühr pro kWh Gas (ist grad noch eine witzige politische Diskussion)
  • Abkühlung im Sommer im Umluftbetrieb
  • viele Erkenntnisse und sehr viele schöne Messwerte und Kurven für Kurvendiskussionen 🙂

Solarfläche vergrössert

Inzwischen kosten ja die Solarpanels schon beinahe gar nichts mehr, ganze 800W-Solarkraftwerke gibt’s im Ausland für 300-400 EUR — und wenn man das geschickt im tutti.ch zusammensucht, geht das auch hier für 320 Fr. Zwei 425W-Solarpanels hab ich aus Hosenruck liefern lassen, einem Ort an der 722er-Buslinie, von dem es in alle Richtungen abwärts geht, aber mit schöner Aussicht auch mal auf der Velorunde. Die Panels sind ganz schön gross, wenn sie dann mal da sind, 172x113cm.

Die Idee war, erstmal das eine auf das vorhandene Gartentischgestell zu montieren. Der Tisch steht sowieso >99% der Zeit ungenutzt im Garten herum, da kann er wenigstens noch Strom erzeugen. Beim Junod steht so einer im Büro rum als Besprechungstisch 🙂

Als der Tisch fertig war, hab ich mal ausgemessen, wie breit eigentlich die Kellerklappen-Nische ist, und siehe da, die lässt sich ziemlich gut mit dem anderen Panel abdecken. Oben bleibt ein schmaler Spalt, durch den es wegen des Dachüberstands fast nicht reinregnet. Kellerklappen demontiert, zwei Scharniere ans Panel geschraubt, fertig.

Allerdings hat’s dann durch den unteren Spalt doch noch etwas viel reingeregnet, also hab ich alten Küchenbodenbelag genommen, Löcher in den Panelrahmen gebohrt und den Belag in 25cm breiten Streifen mit Ortliebgnubbelschrauben am Panel verschraubt. Damit habe ich jetzt trockenen Gartenstauraum und sinnvoll die sonst tote Fläche genutzt.

Der Regenschutz erfüllt zumindest den Zweck und ich werde sehen, wie er sich über die Zeit in der Hitze schlägt und ob er optisch durchhält. Was jetzt noch fehlt, ist der Wechselrichter. Dazu gibt’s z.B. die Hoymiles-Modelle, und der HM-600 mit zwei separaten Modul-MPPT (=Eingängen) sollte die Leistung halbwegs schaffen. Dass beide Panels 100% haben, kommt wohl eh nicht vor, und sonst regelt er halt ab, oder ich modifiziere den noch. Oder besorge den nächstgrösseren. Den Wechselrichter hab ich heut in Fahrweid abgeholt (Dietikon-Limmat-Fahrweid), da wäre ich sonst auch nie hingekommen. Es gibt ein offizielles Datenübertragungsmodul des Herstellers und es gibt mehrere opensource-Nachbauten. Was hab ich dazu bekommen als Modul? Die opensource-Nachbauten, yay! Besteht aus zwei ESP8266, die vom Keller aus bis zum Inverter durch die Betonwand funken und mir alle Daten vom Wechselrichter per MPPT an die Home-Automation weitergeben. Schön, wenn alles so funktioniert wie gedacht.

Der Wechselrichter bekommt noch etwas schönere Verkabelung, insbesondere der AC-Anschluss ist nur mit WAGO-Klemmen und nicht so hübsch. Berührungssicher ist es ja, und trocken ist es da auch, aber da kommt noch eine Dose drumrum. Jetzt mal schauen, was so an Ertrag runterkommt. Nach 1000-2000kWh werden sich die 320 Fr. für die zwei Panels schon amortisiert haben, je nachdem, ob ich den Strom mir selbst zum Verbrauch zurechne oder ihn einspeise. Die zwei Panels sind vor allem im Winter dann sehr nützlich, wenn das Dach verschneit ist, weil ich sie freiräumen kann. Ich rechne mit >500kWh Ertrag pro Jahr, wenn nicht ständig jemand am Gartentisch sitzt und ihn verschattet.

Da das nur ein 1-Phasen-Wechselrichter ist, muss ich auch noch schauen, wie der sich mit dem Rest des Hauses verträgt. Morgens wird die Dachanlage immer erstmal die Batterie füllen: in der Zeit müsste der Überschuss von den zwei Panels plus den zweien oben an den Fensterläden nach Abzug des Eigenverbrauchs eigentlich (!) in den Heizstab gehen. Im Winter dasselbe: sollte vom Dach nichts kommen und die kleinen separaten Panels mehr als den Eigenverbrauch erzeugen, müsste es in den Heizstab gehen; oder dann die Einspeisung, wenn das Wasser warm ist. Auf alle Fälle kann ich damit nicht ohne Umwege die Batterie laden, denn die hängt ja am grossen Wechselrichter.

Ich bin gespannt.

Open Smartmeter Data

Wie es der Zufall so will, hatte ich mich gestern an einem Workshop der Data&Innovation-Alliance beteiligt, wo es darum ging, wie man aus Open Data Wert generieren kann.

Irgendwie war ich da auch in die richtige Gruppe gerutscht, wo wir uns Verteilnetzbetreiber angeschaut hatten und wie die aus Open Data Mehrwert generieren könnten. Unter anderem im Team jemand von der BKW und jemand, der vorher bei den EWZ war. Es hätte nur noch jemand von den CKW gefehlt. Witzig, dass den Verteilnetzbetreibern die Energiemengen eigentlich egal sind, sondern es denen um die Leistung geht (weil sie danach ihr Netz dimensionieren müssen).

Das Hauptresultat des Workshops für mich war, dass ich erfahren habe, dass die CKW Smartmeter-Daten anonymisiert (und teilweise gefiltert) als opendata zur Verfügung stellen. Sowas sagt einem ja wieder niemand 🙂 So wie’s aussieht, gibt es die Daten sogar nur mit leichter Verzögerung. Mal schauen, was da so drinsteckt, zumindest könnte man da gut im Databooster von der D&I-Allianz Projektförderung bekommen, wenn sich eine coole Idee verwirklichen liesse. Ansonsten war’s auch ganz cool, sich mit den Leuten von ERNI zu unterhalten, weil man die ja sonst höchstens als Externe irgendwo erlebt und beim Apéro unterhält es sich halt besser, auch wenn die Mithörenden von der Personalabteilung dort irgendwie aufmerksamer waren als üblich.