Liegevelo eingesackt

Der Nachtzug nach Sizilien hat keine (offizielle) Velomitnahme. Eine Schachtel wie im Flieger braucht’s nicht, aber mit einem Transportsack sollte es gehn. Heute hab ich das also ausprobiert.

Erstmal hab ich festgestellt, dass ich meine Verkabelung im Rohr sauber geschrottet hatte, als ich den Ausleger zum Test mal rausgezogen und wieder reingestopft hatte. Der ging schwerer rein als sonst 🙁 Aber ein paar Lötstellen, SchrumpfschlĂ€uche und Stecker spĂ€ter war wieder alles in Ordnung und besser/ordentlicher als vorher. Nur die SendestĂ€rke vom Forumslader via BLE ist bei zwei Lagen Stahlrohr drumrum nicht mehr sonderlich stark, so dass es mal zu Aussetzern mit der etwa 40cm entfernten Forumslader-App kommt (teilweise ist auch noch periodisch ein Biomasse-Signalfilter dazwischen).

Der geliehene Velosack ist ungefĂ€hr 160cm lang und 80cm hoch. Dass der Ausleger vorn raus muss, war also eh klar. Die Gabel muss auch ab, und der Lenker wird quer an der Seite mit verstaut. Zum GlĂŒck kann man den GepĂ€cktrĂ€ger oben am Rahmen noch lösen, da hat die Fuhre dann mit montiertem Hinterrad tatsĂ€chlich reingepasst. Ein paar Spanngurte und Tape dazu, damit der Haufen Rohre auch nicht verrutscht, Reissverschluss zu, fertig.

Allerdings: handlich ist anders, zumal ich noch mindestens zwei Liegevelotaschen hab. Vielleicht spanne ich noch einen Gurt drumrum und lasse den oben zum Tragen herausschauen. Das Laufschuh-Problem hab ich mit einem Paar 190g leichten Merrell-Vapor-Schuhen gelöst, oliv-schwarz wie das Zelt.

Fahrradcomputerhalterung in Rahmenfarbe

Nach der heutigen Kurze-Hosen-Liegevelorunde mit Sonnenbrandgefahr hab ich beim teilweisen Zerlegen des Ottermobils das Kabel vom Fahrradcomputer zerrissen. Aber da hatte ich sowieso schon mal einen Sigma-Magnetnehmer an die Ciclomaster-Halterung gelötet — warum also nicht nochmal dasselbe machen? Da im Alter die Augen schlechter werden, hab ich gleich noch eine Halterung gebaut, um den Computer nĂ€her im Blick und in einem gĂŒnstigeren Blickwinkel zu haben.

Ich wollte nicht wieder eine Holzhalterung haben, die sind so schwer*. Ein Pritt-Klebestift stand noch leer herum. Erst hab ich ihn mit dem Dremel bearbeitet, bevor mir einfiel, dass man’s mal mit Hitze probieren könnte, den richtig in Form zu bringen, so dass er (eben formschlĂŒssig) auf das Rahmenrohr passt. Eine passende Milchflasche hatte ich noch herumstehen.

Prittstift-Rohr auf heisser Glasflasche passend rund geschmolzen.
Halterung testweise an Sigg-Flasche montiert.

FĂŒr das Finish hatte ich noch Rahmenfarbe-Lack aus dem damaligen Übergabepaket der Streetmachine herumstehen, alternativ hĂ€tten es auch viele verschiedene Nagellacke sein können. Oder einfach in hĂ€sslich-funktional belassen wĂ€re auch gegangen.

Fertig, mit Doppelklebeband und Gummis montiert.

Das kann jetzt auch werkzeugfrei (de)montiert werden, die Gummis sind nur einmal herumgezogen. Beim nÀchsten Mal kommt dann wirklich der Stuart-Highway-Tacho dran, der immer noch lÀuft.

FĂŒr den Velotransport im Nachtzug muss mindestens der Ausleger raus und das Vorderrad ab, der Rest könnte genau in den entliehenen Velosack passen. Bei der Routenplanung fĂŒr Sizilien ist etwas unpraktisch, dass die Camping-Saison erst mit dem FrĂŒhlingsanfang oder sogar erst im April beginnt. Da mĂŒssen wir wohl dann mal schauen, wo man ein olivgrĂŒn-tarnfarbenes Zelt* sonst so hinstellen kann.

*eine Holzhalterung vs. ein 4kg-Zelt; ich komme mir dann wohl eh schon vor wie Bud Spencer in Das Krokodil und sein Nilpferd.

35C3, Tag 1

Der 35C3 hat begonnen. Dank Kontakten auf Twitter bin ich auch noch reingekommen. Das Leipziger MessegelÀnde ist ziemlich gross, aber bis auf ein bisschen zyklischen Stau bei den Fressbuden immer zwischen den VortrÀgen hab ich noch keinen Dichtestress erlebt.

Die eigens fĂŒr den Kongress gebaute Fahrplan-App mit allen VortrĂ€gen und Events drin aktualisiert gefĂŒhlt alle 30 Minuten, funktioniert aber bestens.

Der Vortrag zu den Spacecraft Operations um 16:10 Uhr war sehr spassig, weil die zwar auch noch viele andere Sachen beachten mĂŒssen (Orbits, etc.), aber im Kern sind sie einfach sehr weit weg vom Satelliten, nachdem sie ihn ins All geschossen haben, und mĂŒssen dann mit den Daten leben, die von dort kommen. Sie können noch Aktionen auslösen, haben Wartezeiten zwischen Kommando und Daten, haben auch nicht immer Datenzugriff (Horizont) und haben ungefĂ€hr 20’000 Messparameter fĂŒr die Telemetrie. Das ist quasi wie ein Solarauto, nur mit mehr Budget. Kreativ werden die Leute auch erst, wenn sie wirklich eingeschrĂ€nkt werden, dann muss man fĂŒr die Ferndiagnose der Solarpanels erstmal ĂŒberlegen, wie man genau herausbekommt, was nun eigentlich das Problem ist. Hypothesen aufstellen (man weiss ja, wie der Satellit aussieht) und dann ĂŒberlegen, wie man die aus zigtausend Kilometern Entfernung prĂŒfen kann. Sowas Ă€hnliches hatten wir 2016 mit den Solarpanels beim SER2 auch, als man in den Daten der Solartracker gesehen hat, dass mit einzelnen Strings des gesamten Panels etwas nicht stimmen kann. Aus den Messwerten konnte man das damals relativ gut eingrenzen, aber am Ende konnte auch jemand mit dem Lötkolben hingehen und nachlöten.

Richtig cool war dann um 17:30 Uhr der Vortrag zu wallet.fail, wo Hardware-Crypto-Wallets gehackt wurden. Das sind so kleine GerĂ€te wie ein TAN-Generator, die intern Zahlungen verschlĂŒsseln, auf denen man dann auch Zahlungen freigeben kann. Und natĂŒrlich, wenn man das gehackt hat, installiert man erstmal Snake drauf und kann dann auf seiner Wallet Snake spielen (Doom ging nicht, da zu wenig Tasten da sind). Auch die Fernauslesung oder der Einbau eines Funkschalters, den man aus der Ferne betĂ€tigen kann (um z.B. eine Zahlung zu autorisieren), waren sehr witzig.

19:10 Uhr kam ein Hack zur Venenerkennung, einem der letzten biometrischen Merkmale, die noch nicht gehackt wurden. Es war erstaunlich einfach, nachdem sie auch erstmal gezeigt hatten, was genau gemessen/vermessen wird. Ich kannte das im Prinzip von den FingerabdrĂŒcken schon aus der Biometrie-Vorlesung 2002 und die Venen sind halt nur etwas schwieriger zu “sehen”, aber am Ende doch ganz einfach. IR-Filter der Kamera raus, die Hand mit IR anstrahlen und schon kriegt man schöne Muster. Das ganze kann man mit Toner ausdrucken, sie haben es dann in eine Handform mit Bienenwachs vergossen und fertig war die Hand-Attrappe, die das System ĂŒberlistet hat.

“What the fax” war der abschliessende Vortrag von gestern — klar, wer benutzt heut noch Fax? Aber sie haben HP-All-in-One-GerĂ€te auseinandergenommen und genĂŒgend LĂŒcken gefunden, wie man ĂŒber die normale Telefonleitung in das GerĂ€t reinkommt und von da eben weiter in das normale Netzwerk. Es ging bis runter zu den Kompressionsalgorithmen, die in der Firmware von HP verwendet wurden (einer aus Commander Keen, einem Uralt-Spiel — Vermutung war, dass der Programmierer des Spiels bei HP gelandet ist, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man Code mitnimmt).

Lohnt sich jedenfalls, die Konferenz 🙂 Mit zwei der Leute vom Bahnhofsfoto-Projekt, deren Daten ich ja mit produziere, hab ich mich auch schon getroffen und es scheint noch ein weiterer Liegevelofahrer da zu sein, wenn ich das auf Twitter richtig interpretiere.

Von Bela Bela nach Johannesburg

Wichtig: Grössenvergleich.

Der zweite Teil des Scrutineerings heute war auch erfolgreich, also sind wir fĂŒr die Challenge zugelassen. Daten habe ich neuerdings auch und die sehen sogar halbwegs korrekt aus:

Hehe, Daten, dafĂŒr bin ich da 🙂

Witzig und neu: den Batteriestrom kriege ich nicht direkt geliefert, sondern berechne ihn als Resultierende aus PV-Strom und Motorstrom (die Spannung ist ĂŒberall gleich). Und gleich als ungefĂ€hre Ansage “kannst mal noch 10W pauschal fĂŒr die Elektronik abziehen”. Sowas macht meine Summenberechnungen ĂŒber den Tag gleich viel genauer.

Der Tag bestand also mehr oder weniger aus Warten, Zeltabbauen und dann der Fahrt nach Johannesburg zum BĂŒhler-Standort.

Ein machbarer Arbeitsplatz, nicht so komfortabel wie sonst, aber okay.

Unser trockenes Zeltlager nach dem Abbau (Warmbath Forever Resort):

Unser Zeltlager bzw. die Reste davon.

Schon interessant, dass man mit einem SG-Kontrollschild am HĂ€nger auf der Welt unterwegs sein kann.

Fahrt in den Sonnenuntergang.

Bei BĂŒhler Johannesburg gab es Pizza und dann weitere Arbeit am Auto, Vorbereitungen fĂŒr Testfahrten morgen. Dann seh ich auch, ob die Telemetrie tut, wie sie soll. Nur noch einen Wechselrichter fix im Auto verkabeln, Antenne verlegen, MiniPC und Router irgendwo festkleben und dann sollte es gehn.

Ausladen von SER3 bei BĂŒhler Johannesburg (BHJB).

Schöne grosse Werkhalle, am Freitag mit Auto-Vorstellung.

Sparende Heisswassersteuerung mit Raspberry Pi

Oder auch ganz literarisch-adaptiert: Der Raspberry heizte nach.* Seit einer ganzen Weile lĂ€uft ein Raspberry Pi als TĂŒröffner und Temperaturlogger. Ein zweiter lĂ€uft seit Anfang Januar im Regelbetrieb (ha, Wortwitz!) und regelt meinen Heisswasserkessel. Die eigentliche Idee kam mir ja, als ich die auf dem Kessel in der KĂŒche notierte Verlustleistung von >1kWh pro Tag feststellte. Warmwassererzeugung lĂ€uft bei mir elektrisch und da sollte sich eine Senkung der Kesseltemperatur deutlich auf den Stromverbrauch auswirken; mal ganz abgesehen von der Frage, warum man bei einer neu eingebauten KĂŒche ĂŒberhaupt noch so einen Kessel mit einer dermassen hohen Verlustleistung einbaut. Es ist ja nun nicht so, dass es nicht sowas wie Quooker gĂ€be. In der Umgebung meiner Wohnung muss auch jemand so einen Hahn haben, weil neulich nĂ€mlich ein Servicefahrzeug von denen vor der TĂŒr stand.
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Silvesterthurgautour

Gestern morgen lag noch Schnee auf dem Balkon und abends wĂ€hrend der Regimentstochter-Probe gab es gefĂŒhlte 10cm Neuschnee. Es wird jedenfalls ein sehr schickes BĂŒhnenbild, das aber noch geheim bleiben muss. Vom BĂŒhnenbildumbau in der Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Akt sollte man aber durchaus mal ein Zeitraffervideo machen. Der Vorverkauf hat auch begonnen, interessanterweise auch mit verschiedenen VorverkaufsgebĂŒhren je nach Vertriebskanal und Zahlungsmittel. Ich mag Transparenz und spare mir auch gern GebĂŒhren, wenn ich einfach runter zur Tonhalle laufe und dort die Karten hole.

FĂŒr heute gab’s aber wie angesagt erst Nachtsturm und dann Temperaturen weit jenseits der 10°C. Das eignete sich also fĂŒr die letzte Liegevelofahrt im 2017. Um den Ball und die Strecke flach zu halten, einfach nur im Thurgau, via Wuppenau und Weinfelden nach Frauenfeld und dann zurĂŒck mit Umweg ĂŒber den Milchomat und zwischendurch drei Stationen mit der Frauenfeld-Wil-Bahn. 53km Strecke, Zeit hab ich nicht gezĂ€hlt, ich musste ja nirgends hin.

Zwischendurch kam mir die Idee, wie ich möglichst einfach die Heisswassertemperatursteuerung mache — den Sollwert per cronjob in eine Datei schreiben und dann jede Minute checken, ob ich drunter oder drĂŒber bin. Den Temperaturmesswert kriege ich sehr direkt mitten im Kessel und logge den schon jede Minute: Thingspeak-Channel 394298. Das Kesselthermostat hat eine Hysterese von etwa 10 Kelvin, d.h. heizt bis 51°C hoch, dann fĂ€llt die Temperatur und erst bei 41°C wird wieder hochgeheizt. Ich kann dann das Aufheizen in die Nacht verschieben (Nachttarif). Man sieht auch sehr schön, wie die Temperaturabnahme exponentiell abnimmt, da die Differenz zwischen Kesseltemperatur und Aussentemperatur immer geringer wird und der WĂ€rmeĂŒbergang damit weniger wird.

Kein GrĂŒner, auch wenn’s so aussieht und trotz Jacke.

Schöne Wolkenschichten Richtung Norden.

So wie’s halt hier aussieht um Wil herum.

Gross losbellen und dann nur nebenher laufen wollen anstatt Vertreibungsverantwortung zu ĂŒbernehmen, pah.

Hello Jolly!

Draussen sitzen ohne zu frieren. Muss man machen.

Eine spontane Mitfahrgelegenheit, sogar mit Billettkontrolle.

Meetup im Impact Hub

Data, Details, Dating war heute ein weiteres Meetup in ZĂŒrich. Diesmal war’s weniger wegen Netzwerken als wegen des Vortragenden Chris Gwilliams, einem ganz abgefahrenen und drum sehr sympathischen Informatiker. Sein kompletter Vortrag (und wohl auch fast sein ganzes Leben) lief in einer tmux-session ab, er nutzt newsbeuter und natĂŒrlich vim (nicht emacs) und schon allein diese Kombination fĂŒhrte dazu, dass ich mich mit ihm prima verstanden hab. Vor dem Talk hab ich ihn angesprochen, weil er da rumstand, aber da wusste ich nicht, dass er der Protagonist des Abends sein wĂŒrde. Arbeitet am PSI in Villigen, auch das nachvollziehbar 🙂

Seine PrĂ€sentation ist auf github, auch wenn mit dem Link und dem Format wohl fast niemand was anfangen kann. Ich schon. Ich musste fast den ganzen Vortrag lang vor mich hinkichern, weil er genauso denkt wie ich, aber alles noch deutlich stĂ€rker ĂŒbertreibt als ich. Mit dem Quantified-Self ĂŒbertreibt er es aber etwas, find ich. Beim Vortrag hat er z.B. ein EEG-GerĂ€t am Kopf gehabt, das live (in einer shell natĂŒrlich) seine Daten aufgezeichnet hat, ausserdem am linken Arm eine unauffĂ€llige Smartwatch und am rechten Arm ein Pavlok-Armband, das nach dem Prinzip des negative reinforcement learning Vibrationen, Piepen oder StromschlĂ€ge auslöst, wenn der Benutzer eine Aktion macht, die schlecht ist. Das Smartphone erkennt z.B., wenn sich der Benutzer eine Zigarette anzĂŒnden will, dann folgt ein schmerzhafter Stromstoss und man verbindet dann den Schmerz mit der Zigarette und sollte es sich leichter abgewöhnen können.

Aber hey, ich kann mit einem shell-command meine HaustĂŒr öffnen, das hat doch auch was 😀

Edit: hier noch der Link zum Meetup auf meetup.com.

Ein Smartphone-TĂŒröffner im Eigenbau

Der Raspberry Pi hĂ€ngt ja eh seit anderthalb Jahren herum und loggt Temperaturmesswerte. Da ich den im Hinblick auf eine mögliche TĂŒröffner-Funktion schon mal woanders hingehĂ€ngt und neu verkabelt hatte, war das Anschliessen eines Relais jetzt wirklich nicht mehr schwierig.
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Adaptervergesser

Ich war mir sicher, dass ich den Steckdosenadapter eingepackt hatte. Aber vielleicht doch nur in Gedanken, jedenfalls hatte ich tatsĂ€chlich jetzt keinen dabei. Aber hier ist ja eine gut sortierte Garage nebenan mit viel Krimskrams, da gibt’s Anschlusskabel zuhauf. Hab eins genommen, bei dem die PinabstĂ€nde zum DELL-Netzteileingang passen, den Stecker zurechtgeschnitzt, fertig. Hat auch nicht viel lĂ€nger gedauert, als zu Hause den Adapter zu suchen 🙂

Schnitzorgie fĂŒhrt zu Netzteilanschlusskabel.

Mein Smartphone kann ich ja am Velo laden, fĂŒr das brauche ich keinen Adapter. Das Wetter gefĂ€llt mir bisher, etwa 20°C, keine volle Sonne, ideal zum recumbent cruising.