Kabarett und Fun Facts

Mit einem angebrochenen Interrailpass lebt es sich immer so unruhig, weil der ja ein Verfallsdatum hat. Neulich im LNP-Podcast wurde angekündigt, dass Linus bei http://funfacts.de eine Sendung moderieren/präsentieren würde und dass die Aufzeichnung in Berlin stattfinden würde. Da habe ich nicht lange gezögert und meine letzten zwei Ferientage (vom Vorjahr) gebucht und bin zur Aufzeichnung am 29.04. nach Berlin gefahren. Die Sendung ist sehr gut geworden: Gefahr: wie du von KI überwacht wirst (Linus Neumann)

Bei der Buchung war noch nicht klar, was den Rest des Abends passieren würde, weil die Aufzeichnung ja nur etwa 20 Minuten geht. Das wurde dann noch besser, als Oliver Kalkofe als Gast für eine zweite Aufzeichnung angekündigt wurde. Damals noch mit Kalkofes Mattscheibe auf Premiere, lange her 🙂 Die Sendung ist heute veröffentlicht worden: Wie Milliardäre rechte Medien finanzieren (Oliver Kalkofe). Wer genau hinschaut, sieht an seinem Wasserglas ganz zu Anfang des Videos und später einen continuity-Fehler, weil wir das Intro am Ende nochmal neu aufgezeichnet haben. Der Unterschied von Linus zu Oliver waren natürlich Welten, weil Kalkofe seit >30 Jahren im Fernsehen rumturnt und einfach eine entsprechende Bühnenpräsenz hat. Marc-Uwe Kling hat sich nach seinem Känguru-Warmup die ganze Zeit im Hintergrund gehalten, bei Linus’ Aufzeichnung sogar sehr explizit im Bildhintergrund. Eventuell hört man mich bei beiden Sendungen lachen.

Eine unangekündigte Überraschung war dann Stefan Pelzer vom Zentrum für Politische Schönheit, der wieder ein paar lustige Sachen vom Adenauer SRP+ berichtet hat.

Als ich so beim Nachschauen war wegen weiterer Termine bei Fun Facts, war ich auch auf den Spielort München gestossen. Dort waren aber die nächsten Termine schon ausverkauft, aber von der Lach+Schiess bin ich dann auf einen Termin mit Josef Hader gestossen, österreichischer Schauspieler/Kabarettist, der zur Zeit (mit 64) sein letztes Programm spielt. Das lief zeitlich vor dem Fun-Facts-Termin in Berlin, nämlich am 26.04. in München. Morgens hin (mit einem beinahe pünktlichen Eurocity!), Rucksack im Hotel abstellen, das volle München erlaufen und dann abends im Audimax der LMU dem Programm lauschen. Natürlich was anderes als Fun Facts, aber ebenso grosse Unterhaltung, teilweise mit hoher nötiger Konzentration, um sprachlich nicht abgehängt zu werden.

Baugesuch Wärmepumpe genehmigt

Gestern kam das Einschreiben vom BUV, dass das Baugesuch für meine Wärmepumpe genehmigt sei. Das hat ja schon eine Weile gedauert, Einreichung war Anfang März. U.a. wollten sie noch ausgedruckte Unterlagen in dreifacher Ausfertigung haben, die sie sich dort auch selbst hätten ausdrucken können. Nun ja, dafür war’s immerhin gratis, vermutlich weil es eine Baubewilligung für Energiesparmassnahmen war. Der Verteiler ist auch witzig: das Schreiben geht an mich, den Projektverfasser (Junod), das Grundbuchamt (19kCHF), die TB Wil (vermutlich dann zum Anschluss und zum Gasabklemmen) und die Gebäudeversicherung. Das ist also alles sehr formell geregelt hier 🙂 Mal schauen, wann wir den Baubeginn hinbekommen. Überzeit und Gleitzeitsaldo hab ich genügend zum Abbauen.

Wieder südwärts (Hurtigruten Svolvær-Bergen)

Am Mittwoch 08.04. haben wir noch eine Abschlussrunde vom Haukland-Café nach Uttakleiv und durch den Tunnel zurück gemacht. So windig, dass man sich bequem mal um sicher 20° geneigt in den Wind stellen konnte, ohne umzufallen. Bei der Gelegenheit hab ich direkt festgestellt, dass die Kennzeichen-Erkennungskamera für den dort befindlichen Schotterparkplatz per Glasfaser angebunden ist. Natürlich. Was sonst. Da stehen sonst nur so fünf Häuser. Genauso gehört sich das. Apropos: die zweite Glasfaser in Rossrüti kommt im Herbst, das hab ich vor dem Abflug noch telefonisch geklärt (nicht dass die was legen wollen, wenn ich nicht da bin). Dem Vermieter in Leknes hab ich eine 5-Sterne-Bewertung gegeben, aber deutlich reingeschrieben, was ich von dem App-Unfug als Schlüssel halte. Der soll das mal bei sich daheim ‘ne Woche lang ausprobieren, ständig immer erst das Smartphone irgendwo rauszusuchen, zu entsperren (bei jedem Wetter!) und dann zu hoffen, dass es die Tür öffnet. Auf alle Fälle ging es diesmal komplett autofrei — und klar, dann läuft man zum Startpunkt der Wanderung (wo man sonst mit dem Auto/Velo hinfährt) eben schon mal eine Stunde auf der Hauptstrasse.

Am Donnerstag 09.04. ging’s mit dem Bus um 10:45 Uhr Richtung Svolvær. Toll, wie hier alle die QR-Codes einfach durch Draufschauen verifizieren können. In Svolvær hatte ich dann noch viel Zeit, bis das nach Süden fahrende Schiff der Hurtigruten MS Richard With um 18:30 eintraf, Abfahrt war um 20:30 Uhr. Drei Nächte in einer kleinen Kabine mit Fenster nach draussen. Die Frühstückszeiten waren gut, jeweils um 07 Uhr bzw. in Trondheim schon um 06:30 Uhr ging’s los mit dem opulenten Buffet. Das hat dann auch über den Tag locker gereicht, ausser ein paar Snacks und einem Brunost-Eis und einem Trockenfisch-Eis hab ich da gar nichts weiter gebraucht. Pool- und Saunanutzung war inklusive und wenn man alle angebotenen Mahlzeiten mitbucht, hat man gar keine Chance, die Kalorien wieder loszuwerden, ausser man ist in den Essenspausen ständig im Bord-Gym auf dem Laufband oder Rudergerät.

Von Bord gegangen bin ich nur in Trondheim, war dort am Samstagmorgen nach dem Frühstück um 06:30 Uhr für eine kurze Runde durch die Stadt und zum Einkaufen und pünktlich vorm Ablegen (06:30 bis 09:30 Anlegezeit) war ich wieder an Bord. Ganz schön verschlafen und leer so um die Uhrzeit. Den Rest des Tages hab ich auch wieder verpennt, das ist sehr angenehm so. Die Muttersprache des Chefkochs (der immer beim warmen Buffet stand) war Französisch und der kannte sich sogar in der Schweiz aus 🙂

Zitat von Bergen-Ålesund-Bergen: Die Fähre ist jedenfalls das bequemste Transportmittel, in dem man im Schlaf reisen kann. Stimmt immer noch, und mit Kabine und Bett ist es nochmal besser. Eine teurere Kabine könnte sich allenfalls noch lohnen, weil man dort weniger vom Antrieb mitbekommt. Sauna und Pool und Gym sind sowieso mit drin und das war alles sehr wenig frequentiert.

Man könnte durchaus auch mal die ganze Reise Bergen-Kirkenes-Bergen machen und dabei Homeoffice vom Schiff aus. Aber ist vielleicht doch etwas teuer und bei den Meetings gucken die Leute amüsiert bis irritiert, wenn auf dem Kamerabild hinten ein anderes Schiff vorbeifährt (auf dem Vierwaldstättersee während Corona getestet). Die Fragestunde an eine Besatzungsauswahl um 10 Uhr am Ankunftstag in Bergen war ganz nett. Eine Schweizerin hat nach der Anzahl verbrauchter Eier pro Rundreise gefragt (etwa 4000), jemand anders nach der Anzahl Plätze in den Rettungsbooten (4×150 Personen, plus die vielen kleineren Beiboote) und ob das Schiff auf der Fahrt mal ausgebucht war: ja, nordwärts, aber nur von den Kabinen her, nicht von der Anzahl Personen (400 max. an Bord, 590 sind zulässig). Die Frage, wieviel Seitenneigung das Schiff maximal haben kann, bevor es kentert, konnte der zuständige Offizier nur mit “das hängt davon ab” beantworten (Beladung, Ballastwasser, etc.), aber meinte “es ist sehr viel”. Wahrscheinlich kann man dann nicht mal mehr stehen und es kentert immer noch nicht. Unfälle gab’s mit diesem Schiff bisher keine, nur bei einer Indienststellungsfahrt ohne Passagiere sind sie mal auf Grund gelaufen.

Am Sonntag 12.04. kamen wir 14:45 in Bergen an, aber da das ein Hafen mit fixer Passagierbrücke ist, hat das tatsächliche Anlegen, bis wir aussteigen konnten, noch 20 Minuten gedauert. Das hatte ich auch 2018 schon mal erlebt. Ich hatte mich jetzt in der Nähe der Crew hingestellt und wurde nur kurz darauf hingewiesen, dass ich einfach warten soll, bis die Crew raus ist, bevor die normalen Gäste dann von Bord gehen. Ich hatte mir eben eine Reservierung für den Zug nach Oslo um 15:38 Uhr besorgt und das wäre schon schön, den zu kriegen. Als ich aus dem Terminal raus war, war es 15:11 Uhr und vor mir lagen 1.5km Fussmarsch über rollkofferfeindlichen Belag 🙂 Das hat also locker gereicht und da der Zug zwar dastand, aber noch nicht freigegeben war, gab’s direkt eine Abfahrtsverspätung von 15 Minuten. Im dümmsten Fall hätte ich sonst noch die zweite Reservation für einen Zug um 16:48 nach Oslo gehabt, aber da wäre ich ja erst Mitternacht dort. Auch hier im Zug: der QR-Code des Interrailpasses wird durch Draufschauen geprüft 🙂

Nochmal viel Sonne

Nach Ostern merkt man doch, dass ich hier zentral wohne und der Verkehr an normalen Arbeitstagen deutlich mehr ist. Aber das Kaffé gegenüber hat jetzt sogar wieder Zitronenmuffins 🙂 Meine Spaziergänge werden immer länger, gestern hab ich die Runde, die ich sonst von Gravdal aus gemacht hab (8km), von Leknes aus gemacht, was dann einfach noch 2x45min extra als Vor- und Nachlauf ausmacht. Postkartenidylle, kein Mensch unterwegs, Sonnencreme nötig.

Apropos Postkarte: ich wollte heute mal physische Post verschicken. Zuallererstmal ist die Poststelle nicht mehr beim Xtra im Lofotsenteret, sondern jetzt beim REMA1000. Trotzdem sehr praktisch, mit langen Öffnungszeiten und die haben auch Umschläge und ähnliches Material. Also hab ich die Karte eingetütet in ein Kuvert und bin zum Bezahlen an den separaten Postschalter gegangen. 37 NOK, Karte ranhalten. Karte abgelehnt, irgendein diffuser Fehler. Nochmal probiert. Wieder abgelehnt. Bisher war es der Bezahlchip am Uhrenarmband. Also nochmal probiert mit der echten Debitkarte dazu. Auch abgelehnt. Dann mit einer anderen echten Kreditkarte: auch abgelehnt, irgendein Offline-Fehler wurde angezeigt. Da das direkt neben der Supermarktkasse ist und eh nichts los war, hat sich die Mitarbeiterin kurz mit der dortigen Kassiererin unterhalten und die meinte, dass ich ja an der Supermarktkasse Bargeld holen könne. Also hat diese 37 NOK eingetippt, ich hab dort an der Kasse (wo ich zuvor regulär meinen Einkauf bezahlt hatte) die Karte drangehalten — wieder abgelehnt. Das lag aber jetzt nur daran, dass man wohl mit ausländischen Debitkarten kein Bargeld an der Kasse holen kann (ist ja bei uns ähnlich, beim Denner oder der Migros geht das auch nur mit wenigen Karten). Also nochmal zurück an den Postschalter zwei Meter weiter, wo das ganze System grad neu gestartet wurde. Ich hatte Zeit 🙂 Es stand schon eine andere Kundin mit vollem Einkaufswagen und Kind im Arm hinter der Kasse und hat einfach angeboten, dass sie das für mich bezahlt. Auch nett, so hätte man das ja eh direkt lösen können, dass ich von jemand anderem den Einkauf übernehme und der mir dann die Briefmarke zahlt. Inzwischen kam schon der Funkruf an den Filialleiter, der sich das dann auch noch angeschaut hat. Nach kurzem Überlegen meinte er, dass die Kollegin an der Supermarktkasse ja einfach 37 NOK eintippen könne und ich das bezahle und der Fall dann für mich erledigt wäre, sie würden das dann irgendwie hintenrum umbuchen. Gesagt, getan, funktioniert, sie haben den Kassenbeleg von der Supermarktkasse zur Postkasse rübergetragen und alle mussten lachen 🙂 Bei der anderen Kundin, die beinahe meine Briefmarke übernommen hätte, hab ich mich noch bedankt, die fand das dann auch sehr unterhaltsam. Vermutlich hat die Post auch hier ihr eigenes Bezahlsystem, wie in vielen anderen Ländern auch.

Heute kam sogar schon ein Upgrade-Mail von der Hurtigruten, ob ich von meiner Standard-Aussenkabine nicht auf was Höherwertiges upgraden möchte. Die machen also Yield Management wie die Airlines 🙂 Die Preise haben sie nur nicht mit reingeschrieben, ich müsste anfragen. Bei heutiger Buchung wäre der Unterschied von polar utvendig zu arctic superior etwa 2700 NOK, also etwa 220 Fr. mehr, im Vergleich zum Ausgangspreis von 600 Fr. polar utvendig für die drei Nächte. Aber der Unterschied zwischen den zwei Kabinen ist es mir nicht unbedingt wert, für den Aufpreis geh ich lieber einmal mehr an Bord essen. Sie bieten mir auch die Mini-Suite an, aber dafür finde ich online gar keinen Preis. Vielleicht frag ich beim Einchecken morgen.

Lofoten, Ostern im Schnee mit Sonne

Weil’s so schön war, hab ich die Tour zu Kiststeinheia am 03.04. nochmal gemacht, diesmal aber dann oben weiter auf dem Smørdalskammen. Unten war der Schnee vom Vortag komplett verschwunden, ab der halben Höhe aber noch da und oben auf dem Kamm war’s ziemlich windig. Gute Aussichten waren inklusive, sogar bis nach Henningsvær und natürlich auf die Hütte, die wir im Sommer haben werden, wenn es dann noch Kerosin gibt (der Flugpreis für unsere Verbindung ist schon von 1600 auf 2300 EUR gestiegen).

Ach ja: Nordlichter diesmal vom Borgatoppen aus, bzw. als ich oben war, waren sie schon recht diffus, kurz vorher noch eindrücklich und scharf konturiert in Bögen am Himmel.

Der Samstag war wieder ein normaler Arbeitstag-Samstag. Ich war normal einkaufen, wollte mir im Outdoor-Shop noch Schuhspray zum Imprägnieren kaufen, da lief mir Tamara über den Weg, die ich beim letzten Mal als Cellistin kennengelernt hatte und deren Hütte (s.o.) wir dann im Sommer mieten. Ich hab sie gleich noch gefragt, wie das mit den Aushilfsjobs bei Lofoten Seaweed aussieht, das wäre auch noch was, um nicht die ganzen Ferien nur rumzuhängen 🙂 Irgendwo Seetang ernten macht man ja auch nicht alle Tage.

Heute (Sonntag 05.04.) konnte man die Uhr nach der Wettervorhersage stellen: bis 13 Uhr Regen, dann strahlender Sonnenschein bis spät abends. Nach Kakao+Kanelbolle beim Huset Kaffé gegenüber gab’s noch eine Spaziergangrunde durch Fygle und via Lofothallen zurück. Nach einer Woche komme ich doch so langsam in den echten Ferienmodus rein.

Für die Schiffahrt hab ich mir schon die neueste Serienverfilmung von Jo Nesbø (Harry Hole bzw. Detective Hole) abgespeichert. Es sind halt immer dieselben nordischen Schauspieler, es gibt da sehr grosse Überschneidungen mit Exit und Atlantic Crossing. Und natürlich ist die Originalversion auf Norwegisch, wobei die Schweden und Dänen ihre Sprache sprechen und aber auch nur diese in meiner Version untertitelt werden 🙂 Die Dänen wären in der Deutschschweiz die Walliser und die Schweden in der Ostschweiz die Berner. Untertitel für alle!

Osterwetter

Dienstag 31.03.: sonnig und von oben trocken (von unten eh nie), also bin ich noch etwas weiter als nur zum Borgatoppen gelaufen und zwar bis Skullbruheia, das gab noch etwas Höhenmeter. Hinterher dann auf dem Rad-Fussweg an der Hauptstrasse zurück, dazu das Podcast-Reservoir aufgebraucht und zum zweiten Mal die Känguru-Rebellion angefangen. 12km Wanderstrecke, ohne Ausrüstung, ohne Verpflegung, das geht gut.

Die Karwoche ist hier traditionell auch die Krimiwoche, nennt sich påskekrim (Osterkrimi). Das kann man ja heutzutage alles aufzeichnen und zeitversetzt gucken. Sonntag und Montag kommen dann die letzten beiden mit Batic/Leitmayr, das hat aber mit der Krimiwoche hier nicht so viel zu tun. Nur das Wetter ist beinahe kriminell unbeständig (das aber wiederum mit Ansage), so dass ich mir das am 01.04. einfach von drin angeschaut hab, wie sich Sonne, Regen, Wolken und Wind abgewechselt oder begleitet haben. Abends wurde es stiller und ich war nochmal draussen.

Heute 02.04. morgens dann einerseits die Schneeüberraschung und andererseits hab ich mich auch gefragt, warum es gegen 08:30 beim Start zur Wanderung Richtung Kiststeinheia so verdächtig ruhig war. Nach 13km, vielen Höhenmetern, 3h Wanderzeit und manchmal guten Aussichten, aber häufig Schneefall fiel mir auch auf dem Rückweg auf, dass es immer noch so wenig Verkehr hatte. Ja gut: Gründonnerstag (Skjærtorsdag) ist schon Feiertag. Die Supermärkte haben nur ihr begrenztes Verkaufsangebot, das sie auch am Sonntagsverkauf feilbieten, aber das reicht zum Überleben allemal. Die Türschlüssel-App nervt immer noch kolossal, die sollte der Vermieter mal selber bei sich daheim als einzige Zugangsmöglichkeit nutzen. Kalte Finger, nasse Finger, Niederschlag auf dem Display, alles zusätzlich erschwerende Faktoren.

Lofoten Ende März

Da ich noch Ferientage vom Vorjahr abbauen muss, bin ich nach langem Zögern doch wieder in Leknes gelandet. Im Nachhinein ganz praktisch, sonst wäre ich jetzt irgendwo in Australien gestrandet, wo gerade die Treibstoffe ausgehen; und meine Flugroute wäre auch irgendwo durch den Nahen Osten gegangen, wo zur Zeit andere Dinge herumfliegen.

Aber auch so war die Anreise spannend. Die Nachtzugverbindung Stockholm-Narvik hatte auf dieser kurzen Vorbuchungsfrist nur noch Einzel-Schlafabteile für etwa 500 CHF, das war mir doch zu teuer. Für weniger Geld hab ich die übliche Verbindung ZRH-OSL-BOO-LKN gebucht, für den 29.03. Diese wurde mir allerdings am 27.03. storniert und ich auf ZRH-CPH-OSL-BOO-LKN umgebucht, also mit Extra-Umstieg in Kopenhagen und drei Stunden früherem Abflug. Dass SAS wegen schlecht gemanagter Treibstoffpreise (und noch nicht wegen tatsächlicher Knappheit) im April etwa 1000 Flüge streichen würde, hatte ich gelesen, diesmal traf es mich halt auch. Am Sonntagmorgen, gut 4h vor Abflug, erreichte mich die Nachricht, dass auch ZRH-CPH gestrichen wurde. Ich bin dann aber trotzdem zum Flughafen gefahren und auf dem Weg dorthin erreichte mich die Nachricht, dass ich von SAS auf einen Swiss-Flug ZRH-OSL umgebucht würde. Das war angenehm, hatte nur den unschönen Nebeneffekt, dass sie mir in Zürich zwar das Gepäck bis nach Leknes durchchecken können, ich das aber in Oslo abholen und wieder neu aufgeben muss, inklusive erneuter Sicherheitskontrolle. Das hat aber nur 45min von meinen gut 3h Umsteigezeit benötigt. Der Rest lief nach Plan, inklusive 15min Fussweg vom Flugplatz ins Zentrum.

Die Unterkunft ist diesmal zentral in Leknes direkt gegenüber vom Kaffe Huset, ein Studio mit allem, was ich brauche, sogar ausreichend für drei Personen. Was allerdings richtig scheisse ist: dass ich eine App installieren und benutzen muss, um die Haustür und die Wohnungstür zu öffnen. Das ist vielleicht für den Vermieter sehr praktisch, aber für mich überhaupt nicht. Ich muss ständig aufpassen, das Gerät dabei zu haben, weil ich sonst nicht wieder in die Wohnung komme. Prompt stand ich auch abends erstmal vor der Tür und konnte die Aussentür nicht öffnen, weil sie mir den Schlüssel nicht gesendet hatten. Mein Vorschlag: PIN-Pad an der Aussentür und dann drin Schlüsselboxen mit Keycode mit physischen Schlüsseln, oder meinetwegen NFC-Badges, aber sicher keine verschissene App auf dem Handy. Es gibt so dermassen viele Fehlerquellen, die dann üble Folgen haben, wenn ich nachts vor der Tür stehe und nicht reinkomme: Akku leer, Handy kaputt, Softwareupdates, Handy geklaut (von Schlüssel- oder Badgediebstahl hört man nie was), keine Internetverbindung, Bluetooth gestört. Ansonsten sehr gut gelegen und komfortabel, Waschmaschine ist auch vorhanden und die Wohnungen sind alle ganz neu. Diesmal geht’s auch ohne Mietwagen und ich bin einfach zum Fast-Nichts-Tun hier.

Ich war natürlich wieder viel zu früh wach (auch nach Sommerzeitumstellung) und am Montag 30. kurz nach 07 Uhr erstmal zum Einkauf im REMA1000. Danach, weil es grad nicht regnete, endlich mal zu Fuss losgelaufen und hoch auf den Borgatoppen, das ist so ein kleiner Hügel mit einem Stern drauf, der im Winter auch beleuchtet ist. Dann zurück und gleich noch einen Ausflug mit Begleitung auf/in Haugheia, das ist der Hügel, um den ich beim letzten Aufenthalt in Gravdal immer drumherum gelaufen bin, um mich zu bewegen. In der Woche vor Ostern (stille uke) haben hier viele frei und drum kamen uns da ab und zu mal Wanderer entgegen. Nach einem Kaffe-Besuch vor der Tür für Kanelbolle und heisse Schoggi gab es abends noch eine sehr lokale Spezialität torsktunge (Dorschzunge) und danach noch die entsprechende NRK-Dokumentation dazu: https://tv.nrk.no/program/KOID75004116 (Tungeskærerne, die Zungenschneider), wo sich ganz traditionell Kinder ihr erstes Geld verdienen, indem sie aus den Dorschköpfen die Zunge herausschneiden und wo es sogar Wettbewerbe dazu gibt. Schmeckt jedenfalls in panierter Form gut 🙂

Geplante Rückfahrt: 09.04. ab Svolvær, drei Nächte auf dem Schiff bis nach Bergen, dann Zug nach Oslo, Schiff nach Kiel, Zug durch D bis zurück in den GA-Geltungsbereich.

Baugesuch Wärmepumpe

Im Januar hab ich mir die Offerte für die Wärmepumpe mal angeschaut. Das Prinzip ist immer noch dasselbe: kleine Pumpe, zwei grosse Speichertanks, Innenaufstellung mit Luftkanälen nach draussen. Gestern hab ich bei Junods Bescheid gesagt, dass ich jetzt meine Gasheizung bis im Herbst abgestellt hätte. Heute war das Baugesuch unterschriftsreif vorbereitet. Ich bin froh, dass ich mich darum sonst nicht kümmern muss. 19 Seiten ausfüllen ist schon viel, und jetzt bin ich gespannt, was da rauskommt und wie lange das dauert. Das könnte durchaus schon vor dem Sommer klappen mit dem Wechsel auf fossilfreie Heizung.

Im Winter wird dann der Strombedarf deutlich ansteigen (falls ich heize), im Sommer werde ich noch mehr Überschuss haben, weil ich Warmwasser dann mit Wärmepumpe statt mit Heizstab mache. Und mal sehen, ob ich die Wärme fürs WW bei Bedarf auch aus den Räumen im Erdgeschoss nehmen kann, dann hab ich direkt die Kühlung mit dazu. Es ist ja nur eine andere Zu-/Abluftführung.

Das Blog ist inzwischen passwortgeschützt, das dürfte die meisten KI-Scraper vom Indizieren meiner (neuen) Inhalte abhalten. Passwort gibt’s per Signal bei mir (Email-Benachrichtigung ist nach wie vor angeschaltet).

Dunkelheit zum Runterfahren

Die Wintersonnenwende steht kurz bevor und wenn dann auch noch Regen und Bewölkung dazukommt, ist und bleibt es einfach nur ziemlich dunkel. Ich find’s gut, hab ja auch sonst immer den Dark Mode aktiviert. Zudem habe ich diese Woche an fünf Abenden (zu wenig für eine 10er-Karte) das neue Hallenbad im Sportpark ausprobiert. Tagsüber ist das nicht öffentlich zugänglich (Schulschwimmen), nur von 17-21 Uhr, wobei wiederum das 25m-Schwimmbecken erst ab 19 Uhr vernünftig beschwimmbar ist. Vorher sind da die 1/3/5m-Sprungtürme noch offen und die Rutsche, so dass man da nicht in Ruhe schwimmen kann. Man wird ja älter und der Lärm und das Geplansche nerven 🙂 Dafür gibt’s noch zwei Saunas (80°C und 55°C Dampfsauna), wobei direkt neben der Dampfsauna ein Becken mit Eiswasser ist, das so um die 5°C hat. Darin halte ich es inzwischen bis zu drei Minuten aus, das scheint nur Gewöhnung zu sein. Es relativiert aber auch die Nützlichkeit von Schwimmwesten, denn nach ein paar Minuten mehr (im Meer) ist man eh schon total unterkühlt.

Grøt ist hier ein Traditionsessen zu Weihnachten, und in der Sauna haben sich mehrere Männer ausführlich drüber unterhalten, ob jetzt das Fertig-Grøt (von Fjordland) oder selbstgemachtes besser ist und was schneller geht. Es gab keinen klaren Gewinner. Ich hadere aber immer noch mit dem Verständnis des lokalen Dialekts, insbesondere bei schlechter Akustik.

Der Sportpark hat dazu eine riesige Handballhalle (bei einer verhältnismässig kleinen Bevölkerung); kein Wunder, dass die Norwegerinnen gewonnen haben.

Letzten Sonntag habe ich noch ein fremdes Cello probespielen dürfen, um eine amateurmässige Begutachtung zu dessen Klangqualität abgeben zu können. Dazu noch zwei airbnb-Hütten angeschaut, die aber nicht so ganz meiner Liga entsprechen. Klar kann man 350-450 EUR pro Nacht in der Hochsaison bezahlen, aber ich brauch für mich allein keine drei Schlafzimmer und zwei Etagen 🙂 Aber in der Nebensaison vermieten sie das auch deutlich billiger, weil da eh kaum Nachfrage besteht.

Als klassischen Weihnachtsfilm haben wir gestern Stirb Langsam bzw. “Die Hard – Aksjon Skyskraper” geschaut, was sehr praktisch ist, wenn man norwegische Schimpfwörter via norwegische Untertitel lernen möchte. Hypp hypp, jævla!

Noch ein paar Impressionen der Woche:

Morgen nachmittag geht’s erst mit Fahrplan durch den Nappstraumtunnel, dann auf die Fähre nach Bodø, eine Nacht ins Hotel und am Montagmittag bin ich wohl wieder an der Arbeit. Gestern war mir auch schon langweilig und ich hab schon mal dienstlich Auswertungstickets sortiert, so dass ich am Montag vernünftig arbeiten kann.

Klarer Himmel und viele Polarlichter

Nach dem Konzert am Mittwoch war der Abend noch nicht vorbei, denn am Himmel kam Partystimmung auf. Also bin ich noch etwas herumgefahren, um die Lichter einzufangen.

Aufgrund der geographischen Breite sind die hier natürlich immer grün bis grüngelb, manchmal mit einem Hauch Lila/Rosa am Rand.

Das sind alles nur Handyfotos mit einem Pixel 8a, meist um 6 Sekunden lang belichtet, teilweise sogar freihand. Je nach Belichtungszeit übertreibt oder untertreibt das Foto die Realität, aber mit der Helligkeit des Vordergrunds kann man es halbwegs einschätzen. Es war aber schon sehr hell diesmal, deutlich heller als 2022 (Nordlichter gemäss Fahrplan) oder 2023 (Lofoten im Herbst (3), Lofoten im Herbst (4))

Am Donnerstag war ja immer noch klarer Himmel, also bin ich nochmal Richtung Henningsvær gefahren, um dort auf den knapp 200m hohen Nipen zu steigen; der 541m hohe Festvågtinden daneben sieht schon im Sommer anspruchsvoll aus, jetzt erst recht. Schon die Anfahrt war sehr hübsch:

Mit der Wanderung war ich schnell durch, konnte zum Glück auf der wind- und schneegeschützten Seite aufsteigen, oben wurde es dann schnell kalt. Hinterher war ich nochmal kurz in Henningsvær selbst, aber es wurde eh schon wieder dunkler. Und das bedeutete nochmal Nordlichter.

Diesmal bin ich also nicht weit herumgefahren:

Später haben wir das in Leknes noch mit einem Lagerfeuer ergänzt, aber es war trotzdem kalt, weil ich natürlich, einer Fehleinschätzung unterliegend, die Merino-Lagen nicht angezogen hatte:

Das ist schon ganz hübsch so als Spektakel. Dafür folgt jetzt laut Wettervorhersage wärmeres Wetter mit Regen. Gestern hat Norwegen im Frauen-Handball das Finale erreicht, am Sonntag geht’s gegen Deutschland. Ist immer noch deutlich spannender als der durchkommerzialisierte Fussball, wo mir dann aus regionalem Anlass noch diese Anekdote wieder einfiel: https://www.spiegel.de/sport/fussball/europa-league-fk-bodo-glimts-220-meter-anfahrt-mit-dem-bus-zum-heimspiel-muss-das-sein-a-c154c82a-996b-40c1-90cb-d4a8a0a5bce8 Es ist echt Unfug, die paar Meter mit dem Bus zu fahren, in Bodø kann man überallhin laufen. Ich bin ja auch zu Fuss vom Flughafen ins Hotel und am nächsten Morgen wieder zum Flughafen gelaufen (und dabei am Stadion vorbeigekommen). Aber ich brauch auch keine Fernsehbilder.