60 Meter Selbstisolation

Ende Oktober hatte ich ja schon mal ein Heizungsproblem, das sich mit Hilfe von Herrn Junod aus 20m Entfernung schnell lösen liess. Nach einigen Wochen Verbrauchs- und Temperaturprotokollen war mir klar, dass die unisolierte Rohrverlegung der Heizungsrohre im gesamten Haus nicht unbedingt sparsam ist, wenn man gar nicht alle Zimmer beheizen will. Im Hauswirtschaftsraum (HWR) liegen ungefähr 30 Meter unisolierte Heizungsrohre plus Warmwasser. Ausserdem hat das Heizungswasser für die Beheizung des Wohnzimmers mindestens 20m Weg bis zum Heizkörper, wobei da zwischendurch vier weitere Zimmer geheizt werden. Also entweder kaltes Wohnzimmer oder ich verlege Isolation 🙂

Rohmaterial.

Irgendwann vorm Jahreswechsel war ich dem Chef Junod persönlich beim Plausch mit ein paar Nachbarn schon über den Weg gelaufen, hab ihm gleich mal angekündigt, dass ich im neuen Jahr mal vorbeischaue wegen Isolationsmaterial. Das hab ich am Dienstagvormittag endlich gemacht. Darauf gab’s einen kleinen Spaziergang: er hat kurz bei mir die Rohre angeschaut und gemeint, dass es zwei Möglichkeiten gäbe — eine einfache und eine aufwendigere, beide mit demselben Dämmwert; das alles auf dem 1-minütigen Spaziergang ins Lager. Da er mich korrekterweise so eingeschätzt hat (warum nur?), dass ich mit dem Hauswirtschaftsraum ja keinen Schönheitspreis gewinnen möchte, hat er mir die Eurobatex-Materiallösung empfohlen, die man oben im Bild sieht. Flexibles Schaummaterial, einfach der Länge nach aufschneiden, aufs Rohr und um Kurven legen, mit dem nach Toluol duftenden Kleber verkleben, fertig. Zwischendurch lüften 🙂

Das Beste an der ganzen Lösung war aber, dass er mir ein paar Röhren gleich mitgegeben hat und meinte, dass ich mir einfach alles, was ich noch brauchen könnte, direkt aus dem Lager holen soll, weil das ja viel einfacher wäre, da müsse man nicht ausmessen und so weiter (ich wohne direkt zwischen Lager und Büro) 😀 Das war meine total unerwartete Idealvorstellung der Zusammenarbeit. Ich hatte dann schon ein paar Verkleidungen angebracht und er kam am Nachmittag mit seinem Lehrling nochmal schauen, ob ich das korrekt machen würde. Nach einem kurzen Blick im HWR hat er sich gefreut, dass das offensichtlich prima laufe und nochmal gemeint, dass ich mir einfach Material holen solle, wenn ich noch mehr brauchen würde.

Hauswirtschaftsraum mit isolierten Rohren.
HWR mit isolierten Rohren.

Wo ich jetzt aber grad länger im Toluolnebel gearbeitet hatte, fiel mir ein, doch mal die anderen Rohre noch anzuschauen, die so im Haus herumliegen, und dabei kam ich eben auf die mindestens 20m bis ins Wohnzimmer. Also Rohre ausgemessen und das Material mit 22mm Innendurchmesser geholt, in passender Stückzahl (Länge 2m pro Schaumröhre). Vorher (!) nachdenken, aufschlitzen, ans Rohr und dessen Verschraubungen und Kurven anpassen, hauchdünn mit Kleber einschmieren, zusammendrücken, fertig. Bei Bedarf schwarzes Tape drumherum, an schwierigen Stössen in Kurven oder so.

Schlafzimmer, Bodenansicht mit isolierten Rohren.
Keine Mühe gegeben im Schlafzimmer, da ist es bei Anwesenheit tendenziell eher dunkel.
Isolierte Rohre im Gästezimmer hinterm Vorhang.
Mühe gegeben im Gästezimmer, obwohl eh der Vorhang davor ist.
Isolierte Rohre im Gästezimmer.
Hier auch Mühe gegeben, im kältesten und kleinsten Zimmer.

Nebenbemerkungen/Stichpunkte: Zeitaufwand sicher 8h, Latexhandschuhe lohnen sich, Messer muss man mal nachschärfen. Messwerte folgen. Provisorisch: vorher hatte der HWR bei 0°C Aussentemperatur etwa 17-18°C, also völlig unnütz verheiztes Gas. Heute ist die Temperatur nur knapp mal über 14°C angestiegen. Frostfrei wird es trotzdem bleiben. Mir fiel noch rechtzeitig auf, dass ich die Gasleitung nicht isolieren muss 🙂 Rechnung folgt, ich hab einfach einen handschriftlichen Zettel mit Schaumrohrtyp und Stückzahl abgegeben, plus Kleber/Tape, und ich hab das mitgelieferte Messer mal nachgeschärft. Mir wurde schon recht direkt eine Anstellung im Unternehmen offeriert — immerhin sieht man ja hinterher, was man gemacht hat. Offerte für Klimaanlage/Solar (6k/25k) hab ich auch gleich mal erfragt.

Nebenbei: der neue Electrolux-Spüler ist schon kaputt 😀 Normalerweise_(tm) hätte ich den ja erstmal zerlegt, aber da ist noch Garantie drauf. Vorgestern Electrolux angerufen, heute kam der Monteur sehr zeitgenau und verlässlich, hat sich gefreut, dass ich schon alles vorbereitet hatte (ja wie? machen das andere Leute nicht?) — und er hat ein winziges Loch im Boden gefunden, durch das Wasser austritt. Ergo: kompletter Austausch, mal schauen, ob die Geschirrvorräte bis dahin reichen (Studentenmodus on).

Auch noch interessant: am 18.01. kommt das Grundbuchamt zur Grundstücks-/Gebäudewertschätzung. Das Beste an dem Brief ist das exakt angegebene Zeitfenster: zwischen 13:55 und 14:05 Uhr 😀

Die Teile für das Auslesen der Zählerstände im Keller via M-Bus (Zweidraht-Feldbus) sind auch da. Hoffen wir, dass der Bus zwei Master verträgt.

Und es wurde Licht

Morgenrunde gestern.

Ich musste doch jetzt glatt sechs Wochen* warten, bis der FTTH-Anschluss installiert war. Man gewöhnt sich halt schon daran, auch ordentlichen Upload zu haben. Vor zwei Wochen haben mich die TB Wil angerufen, dass sie jetzt so weit wären, dass die Faser bis zu mir ins Haus reichen würde. Da haben die Arbeiten neulich wohl was gebracht. Also hab ich letzte Woche den Elektriker kommen lassen, der mir die Dose gesetzt und die Faser bis in meinen Keller gezogen hat. Dort geht sie jetzt ins Nachbarhaus.

*Luxusproblem

Verdächtige Fahrzeuge nebenan.

Heute kam eine Dreiviertelstunde zu früh (bezeichnend?) ein Techniker der Thurcom, der mir das Glasfasermodem (ONT) gebracht und installiert hat. Eine halbe Stunde später kam noch ein anderer Techniker mit einem zweiten Transporter, der hatte vielleicht noch irgendwelches Werkzeug dabei? Sie mussten dann zu den Nachbarn in den Keller, weil dort die Faser verspleisst wird. Gegen 10:30 Uhr hatte das ONT dann WAN-Sync, nach zweimaligem Neustart und Router-Neustart hatte ich dann auch eine IP. Apropos: ich wollte das ONT als Bridge, weil ich ja meinen eigenen Router dahinter habe. Auch das war ganz selbstverständlich schon vorkonfiguriert (“ja wir machen das immer so, wie das vorher am Kabelmodem auch war”).

Der Bandbreitenbote?

Gegen 11 Uhr hatte ich also 200 MBit/s symmetrische Bandbreite. 11:30 Uhr hab ich ein Ticket aufgemacht, dass ich doch gern auf das Internet XL wechseln möchte (10 Fr. mehr im Monat für fünffache Bandbreite). 17:56 Uhr kam die Antwort, dass der Wechsel per sofort erfolgt sei und ich noch eine Monatspauschale als Treueaktion geschenkt bekäme.

Über den Ping müssen wir uns nochmal unterhalten 😀

Viel problemloser kann das nun wirklich nicht gehen. Aber natürlich zahle ich dafür auch 90 Fr. im Monat, wohingegen ich das (wenn es hier vor Ort Wettbewerb auf der Faser gäbe) bei einem anderen Anbieter für weniger als die Hälfte bekommen könnte. Nach der Installation ging’s für 40km im Liegen raus bei 14°C.

Schneeschuh-Upgrade

Mal wieder hab ich keine Ahnung, wie ich auf eine Wanderung im tiefen Schnee gekommen bin. Die Region ums Ospizio Bernina kannte ich ja schon von diversen Touren, u.a. vom Schlittschuhlaufen, von der Passfahrt in diesem Jahr und diversen anderen Vorbeifahrten. Angedacht hatte ich ein Rüberwandern zur Forcola di Livigno, die ich dieses Jahr wegen gesperrten Zolls ausgelassen hatte. Gebucht hatte ich eine Übernachtung im Ospizio Bernina (104 Fr. HP), die Wettervorhersage hatte ich natürlich vorher geprüft (klar/sonnig/kalt) und dementsprechend war ich auch am Dienstag Schneeschuhe kaufen. Viel Auswahl gab’s im SportXX eh nicht, die wesentlichen Parameter sind ja durch die Physik gegeben. Logisch eignet sich mehr Schneeschuhfläche für tieferen Schnee, Steighilfen braucht man bei starken Steigungen, etc. Die normalen MSR Evo sollten also reichen.

Bei der Zugfahrt am Donnerstagnachmittag fiel mir dann auf, dass man da eigentlich auch schön vom Ospizio Bernina nach Pontresina hinunterlaufen könnte, immer in der Nähe der Bahnlinie, bei Nichtgefallen oder technischen Problemen also auch mit Umstiegsmöglichkeit. Nach Ankunft im Ospizio hatte ich erstmal einen Zoom-Call, später dann einen kurzen Spaziergang zum Sonnenuntergang. Die 380kV-Leitungen der RePower knisterten gut hörbar als einzige Geräuschquelle. 18 Uhr folgte ein Online-Meetup “GeoBeer”. Es hatten sich Teilnehmer aus D zugeschaltet, die massive Verbindungsprobleme hatten, bei mir hingegen war die Verbindung über 4G oder das Hotel-Wifi identisch exzellent. Nichts Neues also. 19 Uhr folgte ein dreigängiges Abendessen als einziger Gast im Restaurant und auch als einziger Übernachtungsgast im Hotel. So extrem hatte ich das nicht geplant, aber unzufrieden war ich darüber auch nicht 🙂

Das Frühstück hatte ich gleich auf 07 Uhr bestellt, das war ordentlich reichhaltig, obwohl auf Italienisch serviert 🙂 07:30 Uhr stand ich auf den Schneeschuhen, um erstmal noch ein bisschen in der Umgebung herumzuschauen, 08:30 Uhr hab ich die Wanderung Richtung Pontresina gestartet. Der Lago Bianco war ordentlich zugeschneit und offensichtlich auch tragfähig vereist, weil da frische Ski-Spuren einmal quer rüber gingen, ohne zwischendurch abzubrechen. Ich bin auf der Nordseite über die Staumauer gelaufen und hatte in der Folge bis Bernina Suot die Sonne immer im Rücken, teilweise Schneeschuhspuren, teilweise frischer gut laufbarer Schnee und natürlich keine Leute sonst. Die Skigebiete um Lagalb und Diavolezza sind perfekt vorbereitet für den Massenansturm, aber es fuhr nur eine vereinzelte Gondel hoch am Diavolezza. Auf der frisch gemachten Piste hätte ich bequem mit den Schneeschuhen hochlaufen können.

Nach den Skipisten wurde es schattiger und ich musste durch den Wald Richtung Morteratsch, teilweise auch recht steil, aber die Schneeschuhe haben mich überzeugt. Ab Morteratsch ging es ein Stück den Bahngleisen entlang und später auf den gespurten Loipen (also natürlich nicht in der Skispur). Pünktlich 13:45 Uhr war ich in Pontresina und kurz danach war ich mit F. noch Kaffeetrinken, die dort grad auf einer Beerdigung gespielt hatte — diesmal gab’s keine Nusstorte, sondern Mandelgipfel und gefüllte Amarettini. Sehr empfehlenswert: die Grond Furnaria. Danach Heimfahrt ab 15:02 und noch bisschen Arbeiten im Zug, obwohl ich offiziell frei habe.

Umzug geschafft

Der Tag des Mauerfalls war zum Glück nicht namensgebend für den Umzugstag am 09.11. Es ging nichts kaputt und es ist auch nichts ungewollt irgendwo gefallen. Nur das Haus hat wegen niedriger Durchgänge ein paar Kopfnüsse verteilt.

Ansonsten kann ich eigentlich nur die Blogeinträge von den letzten zwei Umzügen verlinken, die Texte gleichen sich quasi und es war wieder Odermatt Umzüge. 2013 von Uzwil nach Wil und 2014 innerhalb von Wil. Wir waren wieder schneller als geplant, obwohl schon auf der Offerte fett unten draufsteht Der Richtpreis basiert auf einer optimalen Vorbereitung. Geschätzt waren 5.5h, geworden sind es 4.25h, also statt 2’040 Fr. nur 1’720 Fr. — und ich hätte auch noch 3% sparen können, wenn ich cash am Umzugstag gezahlt hätte. Na, beim nächsten Mal dann 🙂

Aber diesmal gibt’s dank eines zusätzlichen freiwilligen 0.75-Mann-Helfers mehr Fotos; und ich musste die Küche weder aus- noch einräumen und es ist auch schon 80% der Putzarbeit in der Kirchgasse gemacht. Danke!

Glasfaser-Schilderwald

Am Dienstagmorgen hatte ich bei der Thurcom angerufen, um Glasfaser zu bestellen. Das sollte “maximal drei Monate” dauern, meinten sie, übergangsweise würden sie mir den Kabelanschluss mit dem L-Abo (200/50 MBit/s) schalten und das zwei Wochen lang gleichzeitig am alten Standort und am neuen Standort.

Dazu müssten sie aber den Kabelanschluss entplombieren und das ist im Keller des Nachbarhauses. Also hab ich mich gleich mal dem Nachbarn vorgestellt und der hat direkt mit den TB Wil einen Termin für heute abgemacht, dass sie bei ihm in den Keller können.

Gestern (Mittwoch) kam der Anruf wegen Abo und dass ich das Kabelmodem wunschgemäss im Shop abholen könne. Gleichzeitig haben sie mir auch mitgeteilt, dass sie beim Termin heute (Donnerstag) morgen bei der Entplombierung des Koax-Kabels gleich noch die Glasfaser mit einzuziehen versuchen, wenn sie eh schonmal da sind.

Mal sehn, ob das was wird — Problem ist nur, dass dann mein Elektriker für die optische Dose noch gar nicht fertig ist. Erst dachte ich ja, er wäre der fixeste und die Glasfaser würde noch dauern. Jetzt sieht’s ja sogar umgekehrt aus. Weil das alles lokale Handwerker und Gewerke sind, kriegt man auch immer denselben Ansprechpartner, was sehr angenehm ist.

Es tut sich jedenfalls die Strasse rauf etwas und die Aktion scheint immer grösser zu werden, wenn ich mir die Anzahl Schilder so anschaue 😀

Heizungsproblem gelöst

Nach etlichen Tonnenkilometern mit dem Velohänger, mal elektrisch, mal nicht elektrisch gezogen, hab ich mich doch nochmal mit der Heizung beschäftigt, die könnte ja in nächster Zeit noch relevant werden. Immerhin weiss ich jetzt schon, wie man sie befüllt und entlüftet.

Problem: der Brenner lief die ganze Zeit (ersichtlich am Gaszähler), und auch die Codierebene 1 und 2, in denen man schön die Heizung konfigurieren kann, lieferten da kein Ergebnis. Aber gestern war ja der Kaminfeger Wick da, also hab ich den angerufen. Der hat sein Lager in 30m Entfernung und kam spontan vorbei. Er konnte aber nichts machen, weil er ja nur den Kamin bzw. die Abluft anschaut. Aber immerhin, voller Einsatz 🙂 Also weiter zum nächsten Aufkleber auf der Heizung: Junod, die haben ihren Firmensitz nur 20m entfernt. Erstmal am Telefon Diagnose probiert, ich konnte ja schon relativ genau Auskunft geben. Nach kurzem Telefonat meinte er, er wäre zwar in Quarantäne, aber wenn ich aus dem Haus verschwinden würde, käme er mal eben rüber. Also Küchentür zu und vom Küchenfenster in den Hauswirtschaftsraum geschaut, wie sich ein Mann in Badeschlappen an meiner Heizung zu schaffen machte. Nach sehr kurzer Zeit schaute er sich nach hinten um und meinte, dass da der Temperatursensor nicht im Heizkessel stecken, sondern ausserhalb die Raumtemperatur messen würde. Das war sicher der Putzprofi von gestern. Der hat zwar nichts entkalkt, aber dort den Sensor nebenbei mit rausgezogen.

Rechts der 300-Liter-Boiler, der Fühler steckt wieder drin.

Die Wirkungskette ist dann einfach: die Heizung ist warmwassergeführt, d.h. solange der Warmwasserkesselsensor nicht die Solltemperatur erreicht hat, heizt der Kessel nur den Warmwassertank und nicht den Heizkreislauf im Haus. Da hätte ich ja lange warten können, bis der Hauswirtschaftsraum 60°C hat. So hohe Temperaturen und -unterschiede sollen auch für ölgefüllte Getriebe nachteilig sein 🙂 Nachdem der Sensor wieder im Heizkessel gesteckt hat, lief alles wie erwartet und der maskierte Quarantänemann in Badelatschen hat sich wieder verabschiedet. Lokales Handwerk, sag ich da nur, eindeutig besser als ein ausserkantonal zugereister Putzmann.

Nebenbei hab ich im Keller die Kabeleinführung der TB Wil für den Kabelanschluss und den Strom gefunden. Durch das Leerrohr kommt dann vermutlich auch die Glasfaser. Bei denen muss ich für Strom/Gas/Wasser nicht mal was melden, das wird laut Auskunft am Telefon alles fernabgelesen. Meine Projekte “Zähler auslesen” stehen auch schon auf der Bastelliste.

Haus übernommen

Eine Hausübergabe ohne Handschlag hat auch mal was, insgesamt fünf Leute waren da, mich eingeschlossen.

Der Vertreter der Reinigungsfirma war da — so wie der geputzt hat, kann ich den nicht weiterempfehlen.

Gleichzeitig war der Kaminfeger noch da — hat der die Heizung sabotiert? Alle Aktoren und Sensoren der Viessmann Vitodens300 funktionieren, aber sind wohl komisch programmiert. Jedenfalls wird die Heizungswärme nicht im Haus verteilt. Und wozu ich in einem Haus ohne Badewanne einen 300-Liter-Tank für Warmwasser bei 70°C brauche, erschliesst sich mir überhaupt nicht.

Die intern bereits vorhandene Netzwerkverkabelung hab ich gleich getestet, es sind alle fünf Zimmer mit Netzwerk versorgt, leider nur der Hauswirtschaftsraum nicht. Ob das 100 MBit/s oder sogar Gigabit sind, seh ich später. Glasfaser hab ich heute bei Zwick in Rossrüti gleich angefragt, mal sehen, was und wie schnell das was wird. Ansonsten sollte mindestens Kabel schon drin sein, was vorerst auch reichen würde.

Der Keller hat leider noch keine Steh-Höhe, das hatte ich falsch in Erinnerung. Aber man könnte ja nach unten weitergraben, viel fehlt nicht 🙂

Der Hänger am E-Bike hat sich jedenfalls schon bewährt, Komposteimer und dreckige Blumentöpfe hab ich gleich bei regulären Fahrten mit rüber genommen. Der Velokeller ist ebenerdig (okay, mit kleiner Stufe an der Tür) und hat genug Platz für Fuhrparkzuwachs oder unverschalten Besuch 😀 Letzterer müsste in der Nische rechts parken, da ist nur mein Badezimmerfenster.

Haus-Update

  • Schlüsselübergabe in Rossrüti: 29.10.
  • Umzugstermin: 09.11.
  • Wohnungsabgabe: 13.11. (oder später im November, es gibt eh noch keinen Nachmieter)
  • Zwischen Schlüsselübergabe und Umzugstermin schau ich mal wegen der Glasfaser 🙂

Mit den Höhenmetern hab ich’s wohl etwas übertrieben seit April: https://ridewithgps.com/users/2261009 . Man kann da leider nicht standardmässig “metrisch” einstellen, aber es sind etwa 65 Höhenkilometer auf 4600km, d.h. ich fahre im Schnitt mit einer Steigung von 1.4%. Soviel zu blödsinnigen Statistiken (KPIs). Eine sinnvollere Kennzahl: auf dem Patria mache ich etwa 500 Höhenmeter die Stunde, auf der Speedmachine um die 450 Höhenmeter, in letzter Zeit ist da der Schnitt raufgegangen, scheint mir 🙂

Es ist wieder Herbst-Fotozeit 😀

In der nächsten Deville-Sendung zum Spezialthema Olten gibt’s vielleicht Lacher von mir zu hören. Die Aufzeichnung findet jetzt immer im Folium im Sihlcity statt, ich war zum ersten Mal wieder dort, seit sie nicht mehr im Mascotte am Bellevue sind. Es wurden für die Zuschauer schwarze Einwegmasken verteilt, Abstände eingehalten, Formulare ausgefüllt und eingesammelt. Es wird hoffentlich kein Superspreader-Event.

Brig-(Grimsel)-(Brünig)-Luzern


Frühstück (ja, mit zwei Ü, wir sind im Oberwallis!) gab’s schichtweise und in Gruppen — nicht wegen Corona, sondern weil Daniela sonst nicht hinterherkommt mit dem Bedienen. Ich war wieder mit dem Herrn vom Vorabend am Tisch. Das Essen war süper güet und ausreichend für die ersten Kilometer. Die Bezahlung haben wir per Twint direkt am Küchentisch bargeldlos erledigt. 80 Fr. für ein Zimmer mit Halbpension sind ganz akzeptabel.

Die Strecke, die ich am Tag zuvor so schön hinuntergerauscht war, habe ich mir mit dem Zug geschenkt und bin bis Oberwald gefahren. Notiz fürs nächste Mal: schon in Obergesteln aussteigen, weil man sich das zweifache nicht barrierefreie Treppensteigen in Oberwald damit erspart und die Strecke zwischen Ober-(wald|gesteln) flach ist.

Fahrstart war also gegen 11 Uhr, der Plan war, 13 Uhr auf der Grimsel-Passhöhe zu sein. Es waren viel weniger Höhenmeter als am Freitag, die Steigung war viel angenehmer; sechs Kehren, und dazu schöne Aussicht auf den Furkapass am Berghang vis-à-vis. Der Rhonegletscher war auch schon mal deutlich näher am Hotel dran.

Die Aussichten zwischendurch waren schick, ist vielleicht doch besser, das nicht nachts zu fahren.

Oben war alles voller Leute, also bin ich schnell weitergerollt. Am See auf der Passhöhe hab ich noch gelegentliche Ruhe genossen, später kam der Grimselstausee mit seinem hellblaugraugrünen Wasser. Es folgte eine rasante Abfahrt bis Innertkirchen.

Aber dann türmte sich eine nicht umfahrbare Steigung auf. Nanu? Ah. Rechts die Aareschlucht. Viel Höhenmeter waren es nicht, aber jetzt hab ich auf die harte Tour gelernt, wo die Aare herkommt, das war mir vorher gar nicht so bewusst. Bis zum Brienzersee hinauf war’s mir klar, aber dass die vom Grimselsee kommt, wusste ich nicht.

Hinter Meiringen (noch ohne Umspuranlage) ging es gleich wieder rauf auf den Brünig, 400 Höhenmeter; der Pass ist im Wesentlichen ein ziemlich hässliches Verkehrshindernis. Zur Begrenzungsinitiative würde ich als Velofahrer vermutlich “kommt-drauf-an” sagen, denn die einzigen, die mich immer mit Anstand und Abstand überholt haben, waren die Ausländer. Wenn man die danach selektieren könnte, dürften sie rein. Aber es war immer relativ unkritisch, bin halt Kampflinie gefahren, so dass Überholen einfach nicht geht. Und wenn sich eine Schlange hinter mir gebildet hatte, hab ich halt an der nächsten Möglichkeit ™ Platz gemacht.

Mit dem Brünigpass kam der Kantonswechsel Bern-Obwalden — da bin ich vielleicht insgesamt erst ein- oder zweimal mit der Zentralbahn durchgefahren. Der Lungernersee und der Sarnersee waren schon ganz nett anzuschauen.

Die Strecke war fast nur noch flach, die Veloroute am Vierwaldstättersee ist unter den gegebenen Platzverhältnissen gar nicht mal so übel. Hinter Hergiswil war ich dann im Kanton Luzern und hab mit manuellen Eingriffen (“hee, das da ist doch viel kürzer!”) das Routing zu verbessern versucht, was es aber nicht wirklich besser machte. Bei der Anfahrt auf den Bahnhof fuhr grad parallel der Voralpenexpress rechts neben mir ein — also bin ich gar nicht erst bis zum Bahnhofsvorplatz gefahren, sondern gleich durch den Seiteneingang rein in den Bahnhof und in den Zug, umziehen. Noch zwei Tage, und mein Trikot fängt an zu leben.

Umstieg in Wattwil, kurz nach 21 Uhr daheim. Der Track. Steigrate gestern 436hm/h, heute 462hm/h.

Bellinzona-(Nufenen)-Brig

Los ging’s nach Bellinzona am Freitag um 06:34 ab Wil, Abfahrt dann in Bellinzona um 09:30. Wegen Hinweis auf Schwerverkehr am Simplon hatte ich kurzfristig noch die Route geändert auf den Nufenenpass, aber das Ziel blieb Brig, weil ich dort auch schon beim Hof Schmeli ein Zimmer reserviert hatte.

Ich hatte unterschätzt, dass ich bis Airolo ja schon gut 1000 Höhenmeter zu fahren hatte. Von denen war aber gar nicht so viel zu bemerken, ein paar Steigungen, wenig Verkehr, ein enges Tal, das im Wesentlichen aus der Bahnlinie, der Transitautobahn und einer oder zwei Strassen besteht. Die Infrastrukturbauten für die Autobahn sind eindrücklich, auch wenn ich die wohl nie vom Autobahnniveau her sehen werde. Hinter Biasca verschwand schon ein Teil der Züge im GBT, hinterher gab’s dann nur noch TILOs zu sehen, oder was halt so die Gotthard-Bergstrecke fährt. Auf der Autobahn vor dem Gotthardportal war Stau. Nichts Neues.

Bei irgendeiner Tankstelle hab ich noch spontan Mittagspause gemacht und zwei San Pellegrino plus Bananen und Wasser ein-/aufgefüllt.

Danach wurde es zäh; 1400 Höhenmeter wollen ja irgendwie gefahren sein. Ich hätte mir mehr Strecke gewünscht, weil die 8-10% Steigung zwar im kleinsten Gang bei 65-70rpm machbar sind, aber nur mit Puls >150 über Stunden. Meine Zeitschätzung lag mit der Ankunft auf der Passhöhe nur 15min daneben, gar nicht übel für 8.5h Fahrzeit bis rauf. Die Murmeltiere hab ich sogar durch den Gehörschutz gehört, und das Postauto-Dreiklanghorn auch — es hätte sogar eins gegeben über die Nufenenroute. Ab 16 Uhr wurde es merklich ruhiger, der Verkehr liess nach.

Mein Stop war nicht lang, nur winddichte Jacke angezogen und hinunter ins Tal. Es waren 14km in 14 Minuten 🙂 Der GPS-Track stimmt mit mir überein, dass ich da in der Abfahrt meinen Temporekord übertroffen habe. Es sind schön lange Geraden, wo einem nicht immer gleich die Strasse ausgeht.

In Ulrichen hab ich die Jacke wieder ausgezogen und bin links abgebogen, weiter hinab bis nach Brig. Diese Strecke ist mit der Speedmachine sensationell gut zu fahren, fast alle Ortsdurchfahrten, bei denen es am Ende wieder bergauf geht, sind mit Schwung fahrbar — kein Vergleich zur Streetmachine, mit der ich das auch ausprobiert hatte. So war ich 19:10 Uhr schon in Brig — und dann kamen noch elende 800m mit 15% Steigung. Ich hatte die Übernachtung eigentlich so ausgesucht, dass ich die vom Simplonpass herunter anrollen kann, aber vom Nufenen gab es keine andere Möglichkeit. Das Wasser war auch 2km vorm Ziel leer.

Und schon in Brig, nach 800m Anstieg mit 15%.

Dafür wurde ich nett empfangen, hab mein ebenerdiges Zimmer bezogen, geduscht und dann stand schon das Essen auf dem Tisch. Mein Tischgefährte war aus Zürich unterwegs ins Tessin (mit ÖV), kurz vor der Pensionierung und hatte das klassische Problem, seine Säule 3a in genau einem Topf zu haben, der er en bloc beziehen muss. Zum Essen gab’s Gschwellti mit lokal angebauten Walliser Tomaten, sechs Sorten Käse und Drumherum, ein Bier und sonst Wasser. Perfekt zum Auftanken. Hinterher Tiefschlaf.

Der Forumslader war bei 65% (Start bei 95%) wegen der vielen langsamen Bergfahrten, viel Licht und permanent angehängtem Smartphonenavi. Nicht übel für 12h unterwegs, meist ausserhalb des Tempobereichs, in dem am meisten Energie erzeugt wird.

Auch interessant: bei brouter kann man ja die Fahrzeugmasse und die Schuhgrösse Leistung eingeben und es berechnet am Ende auch die Fahrzeit. Auf der gefahrenen Strecke machen 10W Leistungsunterschied oder 10kg Masseunterschied jeweils etwa 25-30min Zeitunterschied für die Gesamtfahrzeit aus. Abnehmen? Motörli anbauen? Nabendynamo umpolen? 🙂

(Sorry, Titelkorrektur nach Veröffentlichung)