Zu genau gerechnet

Meine halbautomatisch selbsterfassten Zählerwerte stimmen exakt, und zwar sogar zu exakt. Ich hatte für die Quartalsrechnung (Strom/Gas/Wasser) 398 Fr. ermittelt, die TB Wil wollen aber nur 397 Fr. haben. Ja Kunststück, ich rechne beim Wasser litergenau, die TB nur auf Kubikmeter genau. D.h. bei der nächsten Abrechnung ergibt meine Voraussage dann weniger. Ein paar Rundungsdifferenzen gibt es auch noch, aber mit dieser Abweichung kann ich ganz gut leben.

Aktuelle Verbrauchskosten — ja, man kann sich über die anteilmässigen Grundkosten im Mai streiten.

Dann gibt’s noch einen neuen (alten) Gartentisch zu vermelden. Neulich auf der Velorunde entdeckt, weil GRATIS dranstand. Das hab ich hier im Dorf A. geschrieben, sie hat mir angeboten, das Ding gleich mit dem Auto abzuholen UND hat auch gleich noch die Leute im Nachbardorf gebeten, mir den Tisch zu reservieren. Man kennt sich 🙂 Dafür hab ich dann beim Fensterputzen im Pfadiheim Wil geholfen und das auch gleich mal von innen gesehen. Der Tisch ist auch so leicht, den hätte ich in Hittingen auch auf den Hänger laden und die 2km bis nach Hause rollen können.

Neuerdings liefert Amazon wohl sogar versandkostenfrei in die Schweiz (wenn fulfilment by amazon gilt). Ich brauchte Schleifwerkzeug — das identische Werkzeug hätte bei Galaxus 317 Fr. gekostet, bei Amazon nach MwSt-Angleichung nur 230 EUR, genauso schnell geliefert, zollfrei und problemlos. Okay, ich musste noch mal fünf Minuten investieren, um den EU-Stecker abzuschneiden und einen CH-Stecker anzuschrauben, aber das sind mir die 60 Fr. Preisdifferenz wert. Jedenfalls konnte ich damit den Tisch von der alten Farbe befreien. Abgestandenes Leinöl war auch noch da, lange über MHD, das ging zum Einölen ganz gut.

Und das Grundbuchamt war heute für eine amtliche Neubewertung meiner Immobilie vor Ort. Ich hab sie gefragt, wie sie den Zeitpunkt bestimmen und die Antwort war “alle zehn Jahre” bzw. wenn der Verkaufspreis weit vom Steuerwert der Liegenschaft abweicht (ob in beide Richtungen, hab ich nicht mehr gefragt). Da rutsche ich dann möglicherweise wieder etwas eher in die Vermögensteuer rein, falls ich die Hypothek amortisiere. Der Eigenmietwert bleibt voraussichtlich unverändert.

Ungewollte Reparaturfahrt

Schon eine ganze Weile hab ich ein seltsames Knacken im Antrieb, was von der Häufigkeit her eindeutig an der Kette liegt. Bei abgenommener und gereinigter Kette war nichts zu finden, alle Verbindungsglieder waren leichtgängig und das trotz mehrerer verschiedener vernieteter Ketten. Das Knacken war auch nach dem Ölen nicht weg, wurde heute auch etwas stärker. Beim Stoppschild an der Murgstrasse in Münchwilen und dem darauffolgenden unerwartet knackigen Antritt erledigte sich dann die weitere Suche.

Erstmal hab ich die Kette wieder eingefädelt und mit einem Kabelbinder transportfertig wieder verschlossen. Die Frauenfeld-Wil-Bahn hatte ich direkt vor der Nase. Im Nachhinein fiel mir auch ein, dass ich die Liege ja am Bahnhof in Wil gesichert hätte unterstellen und mit dem Bus heimfahren können, inklusive Walk-of-Shame in Klickschuhen auf dem Bahnhofsplatz. Aber auf der Karte gab’s in der Nähe den Veloplace Radsport Löffel — der hatte zwar keinen Kettennieter, auch nicht zum Verkauf, aber eine Nietzange. Die hat er mir dankenswerterweise kurz ausgeliehen und nach zehn Minuten hatte ich zwei Glieder draussen und die Kette wieder verschlossen. Sogar aufs grosse Kettenblatt reicht’s noch, und das Knacken ist komplett verschwunden. Finanziell bedanken konnte ich mich nicht, er meinte nur lächelnd “Ich schick Dir die Rechnung”. Sehr cool 🙂

Damit hatte ich das, was ich eigentlich daheim hätte machen sollen, gleich unterwegs erledigt. Jetzt landet der Kettennieter für unterwegs zumindest wieder im Werkzeug. Die Orchesterpost bringe ich dann ein andermal nach Eschlikon. Jetzt ist Kaffeezeit im hauptsächlich gelben Vorgarten 🙂

Gastherme mit openv verkabelt

Das ist quasi das “hello world” der Gasthermensteuerung 🙂 Aussentemperatur und Warmwasser-Speichertemperatur

An meiner Gasheizung muss ich eigentlich nicht viel herumstellen, aber zu Anschauungszwecken und zum Datensammeln hab ich sie doch mit dem Optolink-Adapter verkabelt. Der Raspi hängt sowieso nicht weit weg davon und hatte noch einen USB-Port frei. Die Konfiguration kommt von https://github.com/openv/openv, ich musste das nur schnell direkt aus dem git selber kompilieren, installieren, daemon einrichten und fast fertig. Einzig meine Anlagennummer 20C2 hab ich noch in der vcontrold.xml eingetragen und jetzt kann ich abfragen, was die Register alle so hergeben. Wenn ich dann weiss, was ich alles auslesen kann, schau ich mal auf den Schreibzugriff. Vielleicht sicherheitshalber eher im Sommer 🙂

7-24 Uhr unterwegs nach Davos

Meetups führen zu lustigen Begegnungen: am Dienstag hatte ich halb-extern die dritte “Data Science Hangout Session” organisiert. Mit MS Teams funktioniert das ja jetzt einwandfrei unternehmensübergreifend, dass sich auch Externe in so ein Onlinemeeting problemlos einklinken können. Das ging vor einem Jahr noch nicht, da musste man sich noch vor Ort in Bern (o.ä.) treffen. Nach dem offiziellen Meetup-Teil ging es wie üblich noch in einer kleiner werdenden Gruppe weiter mit der Diskussion. Eigentlich hatte ich dann für den Mittwoch auch den Besuch der Sibe Brünne und der Simmenfälle als Tagesausflug geplant (aufgrund Podcast von SRF Kontext), aber nach einem halb zufälligen Meetup-Chat hab ich den Zielwinkel um 90° geändert und bin spontan nach Davos gefahren. Da ist Zwischensaison, es ist ziemlich leer, die Läden haben eh zu, und man kommt ja wie gewohnt gut hin. Nur der Capricorn war ungewohnt kalt, weil in der ersten Klasse die Heizung ausgefallen war. Aber soweit kommt’s noch, dass ich deswegen in die leere zweite Klasse wechsele 😀

Das Wetter wurde wie gewohnt sonnig, die Schneehöhe stieg immer weiter an, Sonnencreme hatte ich dabei und noch zusätzlich erstanden (nur schlecht verteilt, wie sich später herausstellte). Die Gondelbahn zum Jakobshorn hatte leider auch schon Pause, aber dank Marketingtalent der Überzeugungskünste von M. haben sie uns auf einer Betriebsfahrt doch mit raufgenommen. Dort ging’s los zur Schneeschuhwanderung, mal im Wald, mal auf freier Fläche, mit sehr unterschiedlichen Temperaturen je nach Sonne und Wind. Wir waren etwa 500m überm Tal, sind dann Richtung Sertigtal entlang der Höhenlinie links abgebogen.

Hinten überm Kopf: Mittaghorn und Piz Ducan, Mitte: Älplihorn/Leidbachhorn, rechts: Rinerhorn — durchschnittliche Höhe dieser fünf Spitzen: 2848m.

Irgendwann wurde es merklich kühler, ich hatte eh die Kaffeemaschine vergessen, also sind wir direkt querfeldein weitergelaufen und nach einer Weile die 500 Höhenmeter durch den Wald im Schnee auf dem Hosenboden gerutscht, gestiegen, gepurzelt und letzten Endes doch gut angekommen. Der Wanderweg zurück Richtung Davos war dann wegen Bise sehr kalt. Nach einer zweiten Coop-Plünderung gab’s noch Znacht und um kurz vor 21 Uhr fing die Rückfahrt an — die letzte Verbindung nach Wil mit 5x teilweise schlanken Anschlüssen ist ja total risikolos hierzulande 🙂

Coronatest #2

Den ersten “Stäbchen-in-Nasenhöhle-ganz-hinten”-Test hatte ich am 26.03. in der Medbase-Apotheke in Wil gemacht. Termin online vereinbart, Daten eingegeben, ausgefülltes Papierformular mitgebracht. Wie machen das eigentlich Leute ohne Drucker? Da dauert ja dann der Termin länger? Ich kam jedenfalls damals pünktlich dran, Stäbchen in die Nase, nach zehn Minuten das negative Ergebnis, fertig. Ein paar Tage später war dann die Abrechnung schon in meinem Krankenkassenportal ersichtlich, schön nach Leistungen aufgeschlüsselt. Nicht von mir zu zahlen, zumindest nicht direkt und unmittelbar. DBSt oder Mwst oder was auch immer für Steuern dafür erfunden wurden, siehe dazu auch die drei Stories zu diesem Thema im aktuellen NZZ Geschichte Nr. 33. Die werden langsam zu einer sehr guten Ergänzung zu den Reportagen.

Aber man will ja beim nächsten Test einen anderen Prozess testen, also war ich heute im Spital Wil. Auch hier online Termin gemacht. Kein Formular auszudrucken, keine Daten anzugeben. Hm. Also erfassen sie das vor Ort gleich digital? Nein. Ich wurde vor Ort mit einem frisch desinfizierten Klemmbrett mit einem bestimmt zum zehnten Mal von der Kopie von der Kopie von der Kopie (…) kopierten Anmeldeformular und einem Kugelschreiber (immerhin Schneider) empfangen. Alle Daten hab ich mit klammen und daher krakelnd schreibenden Fingern eingetragen, meine Krankenkassenkarte oben ans Klemmbrett geklemmt und das Formular wieder abgegeben. Zehn Minuten später war ich dran, nachdem vor mir schon jemand fluchend mit Tränen in den Augen vom Nasenhöhlenabstrich rauskam. Die Assistentin hat kurz das Kreuz noch ausgefüllt, warum ich da war, dann konnte sie loslegen, weil ich schon wusste, was kommen würde. Diesmal war es deutlich unangenehmer, von der Ekligkeitsstufe deutlich über der Blutspendekanüle im Arm. Aber nach weiteren 15min Wartezeit in der Kälte war ich dann zumindest nicht A positiv wie beim Blutspenden, sondern wieder negativ. Gesamter Zeitaufwand vom Helmaufsetzen daheim bis zum Helmabsetzen daheim etwa 45min. Na wenn’s der Wahrheitsfindung dient 🙂

Wenn ich mir so überlege, dass da jede Apotheke, jedes Gesundheitszentrum, jedes Spital, jeder Arzt vermutlich sein eigenes Prozedere für den Test hat — das könnte man schon einfacher und digitaler haben. Beim Impfen, ach lassen wir das… Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten. Andere Länder lassen sich dagegen für Millionen an Steuergeldern von einem Rapper eine App verkaufen, die nur Sicherheitslücken hat und nicht mal ihre Funktion erfüllen kann. Immer sehr schön zum Anhören zu dem Thema: Logbuch Netzpolitik (Folge 387 und Folge 388).

Ich hab dafür grad den Auftrag für den Einbau der Klimaanlage erteilt. Bei einer Arbeitszahl>4 kann ich mit der in der Übergangszeit sogar schon mit Tages-Netzstrom günstiger heizen als mit Gas; ist halt nur das Obergeschoss mit Büro und Schlafzimmer, aber das brauche ich beides üblicherweise täglich. Eigentlich geht’s mir ja auch um den Sommer, wo ich mich tatsächlich über die letzten vier Jahre an die vorhandene Klimatisierung gewöhnt hatte. Bei 100% Homeoffice ist das auch nötig 🙂

Nebenbei hab ich noch den Schornstein-Zug untersucht, der vom Dach leider nur bis in Küche/Wohnzimmer geht, nicht weiter in den Keller. Wäre sonst ideal für Kabelverlegungen o.ä. gewesen. Beim Badumbau (Einbau Dusche) für 18.5kCHF muss ich nochmal über die Bücher, das ist mir doch etwas viel. Ja, okay, eine angepasste Voll-Milchglaswand in 1.70m Breite und Deckenhöhe mit Glastür drin ist etwas teurer 🙂

Die SpM fährt sich immer noch prima. Bei der spontanen 145km-Runde am Freitag hat die Kette nach 30km ziemlich angefangen zu quietschen, ich hatte natürlich nichts zum Ölen dabei. Ohrstöpsel rein, Noise Cancelling an, dann ging’s. Erkenntnisse der Runde: das Riet südlich des Pfäffikersees ist ganz nett; Hinwil ist furchtbar zum Durchfahren; die Seestrasse bis Zürich ist flach und bis Winterthur gibt’s nicht so viele Möglichkeiten zum Fahren. Dafür hab ich später noch an einem Hofladen Halt gemacht, weil die letzten 20km immer schwerer wurden. Aber hey, ein Schnitt >20 über die Streckenlänge ist für mich auch neu. Track hier: https://ridewithgps.com/trips/65212394 Es gibt auch nur genau ein Bild der Tour, der Rest war einfach nicht fotogen genug.

Stromzählerwerte passen ja doch

Peinlich peinlich (1): aufgrund der hier gezeigten Grafik hatte ich angenommen, dass sich meine LED-Zähl-Bastelei irgendwie verzählt. Dabei hätte ich schon anhand der Grafik sehen können, dass die Gesamtsumme des Stromverbrauchs stimmt, dass aber Nebentarif (NT) zu tief gezählt hat und Haupttarif (HT) zu hoch. Das schreit ja geradezu nach einem simplen Programmierfehler. Daraus folgt:

Peinlich peinlich (2): wenn die Uhrzeit vom Strom-Haupttarif von 07:00 bis 19:00 geht und ich dazu die Stunden dieser Uhrzeit benutze, um “HT” oder “NT” an den data frame zu hängen, sollte ich natürlich nicht %in% c(7:19), sondern c(7:18) nehmen… Wochentags 18:59:59 ist noch HT, ab 19:00:00 ist NT. Bugfix committed.

Nach dieser 1-Byte-Korrektur im Code stimmen die Zählerstände sehr genau überein und ich muss jetzt wirklich nicht mehr in den Keller zum Ablesen 🙂

Stromzähler mit ansteigendem Offset?

Die Zählererfassungs-Lösung, die die Blinkimpulse der LED am Stromzähler zählt, läuft jetzt schon eine Weile. Zeit für einen Datenvergleich. Ich muss ja nur die abgelesenen Zählerstände mit den errechneten vergleichen.

Hm. Das ist noch nicht so der Hit mit der Genauigkeit. Wo die Unschärfe herkommt, kann ich noch nicht sagen. Auf alle Fälle verpasst die LED-Blink-Erfassung Impulse, also fehlen ihr Wh. Ein konstanter Offset wäre schön (sieht man ja am Anfang der Kurve sowieso). Eine über die Laufzeit zunehmende Abweichung ist nicht schön. Zwischenzeitliche Annäherungen der Kurven sind durch unterschiedliche manuelle Ablesezeiten bedingt.

Vermutung: wenn viel Strombedarf ist, kommt der Fototransistor nicht mehr hinterher mit dem Erfassen der Blinkimpulse. Bei 3.6kW Leistung ist es 1Hz, bei 7.2kW Leistung sind es 2Hz. Herd und Quooker zusammen plus laufender Spüler erreichen das schnell. Nächster Schritt also: maximale Leistungen pro Tag anschauen und prüfen, ob das irgendwie mit den “Wh-Verlusten” zusammenhängt. Im Prinzip funktioniert es aber. Zusätzlich: direkt vor und nach längerer Abwesenheit ablesen und das mit den blink-Werten für den Zeitraum vergleichen. Wenn’s am Transistor liegt, eventuell noch den Widerstand gegen einen kleineren austauschen.

Spülentausch

Nachdem ich im November den Geschirrspüler schon tauschen musste, zeigte sich, dass der neue ja nicht ganz einbaubar war, weil er am hinteren Ende knapp mit der Unterseite des Quooker-Hahns kolliderte. Das lag aber hauptsächlich an der Unüberlegtheit der letzten Küchenbauer. Man baut einfach den Wasserhahn nicht exakt über die Stützwand unter der Arbeitsplatte, sondern schiebt die ganze Spüle nach rechts oder links, dass der Hahn neben der Stützwand eingebaut wird. Es ging ja eine Weile gut und war auch mehr ein kosmetisches Problem. Aber so eine Edelstahlspüle muss ja auch nicht sein, drum kam jetzt eine Franke-Granitspüle zum Einsatz, 283 Fr. bzw. 263 Fr. netto 😉

Der Einbau war nicht besonders schwierig, es braucht einfach Zeit, wie man direkt auf der Uhr sieht. Mit dem Dremel kann man schön minimalabrasiv fräsen, wohingegen die grossen Teile am Anfang die Stichsäge erledigt hat. Die Spüle ist auch nur eingeklebt, nicht weiter geklemmt oder geschraubt. Und: die Kaffeemaschine passt millimetergenau noch links daneben — wie vorher ausgemessen.

Stromzählerwerte angepasst

Wie zu erwarten war, gab es noch ein paar Dinge, die sich einspielen mussten. Konsequent in UTC zu arbeiten und erst am Ende auf Localtime umzustellen ist schon ganz gut, R kommt damit auch super klar.

Was ich auch gemerkt habe: der Stromverbrauch eines Tages ist ja total simpel an der Dateigrösse des CSV für den Tag abzulesen — eine Zeile pro Wh. Nur die zeitliche Verteilung am Tag ist ja schon noch wichtig.

Auch schlau: wenn man schon Blink-Timestamps des Stromzählers in Millisekunden loggt, sollte man die Millisekunden nicht bei der Weiterbearbeitung wegwerfen, sonst kriegt man ja wieder diskrete Werte und Sprünge in der Leistungskurve.

Der Fototransistor wurde nochmal neu verkabelt, nachdem die professionelle Lösung vom letzten Mal nicht ganz so robust war wie gedacht. Hab’s zum Glück heute morgen gemerkt, dass meine Kontroll-LED am Raspi nicht mehr so blinkte wie die am Stromzähler.

An den Grafiken hab ich auch noch weiter herumgebastelt, und der Code ist jetzt so aufgeräumt und dokumentiert, dass das Github-Repo https://github.com/datacyclist/measurements mal public ist 🙂 Ich mach’s ja nicht für andere, ich mach das für mich selbst in zwei Jahren oder so. Und ja, das Google-Sheet ist momentan noch public lesbar, d.h. jeder kann meine manuell aufgeschriebenen Verbrauchswerte abholen.

Die Leistungskurve von gestern sieht für mich als Bewohner plausibel aus. Bei den kurzen Dellen/Hügeln von 0-5 Uhr hatte ich mich zuerst gewundert, aber dann fiel mir ein, dass das der Kühlschrank sein muss. Regelmässige Peaks bis knapp unter 2kW kommen vom Quooker, morgens gegen 07:30 Uhr lief die Kaffeemaschine, ab etwa 14:30 auch, abends ab etwa 20 Uhr sind es HiFi/Beamer etc. bis etwa 22:30, ein langes Plateau.

Wenn das jetzt eine Weile stabil läuft, werde ich parallel manuelle Ablesungen machen und die automatischen Werte dazu berechnen und vergleichen. Irgendwann gibt’s dann nur noch 1x im Monat die manuelle Ablesung. Auf die Kameras für Gas- und Wasserzähler warte ich noch. Es scheint auch die Möglichkeit zu geben, das Magnetfeld der rotierenden Zählerscheiben auszuwerten, anders machen es die montierten Smartmeter-Aufsätze ja auch nicht, nur dass ich da eben nicht dran komme und mit weniger Signalstärke leben müsste.

Github mit SSH-Keys ist schick 😀

Elektrischer Datendurchstich

Nach monatelanger Bastelarbeit ist jetzt der erste Teil des Smartmeter-Datenabgriffs in Produktion gegangen. Aber von vorne…

Ich habe im Keller bereits Smartmeter für Gas/Wasser/Strom, was aber eigentlich nur bedeutet, dass mein Netzbetreiber (TB Wil) an diese Daten rankommt, ich aber nicht. Die Daten gehen von Gas/Wasser via diverse Encoder-Geräte und M-Bus in den Stromzähler, von dort inklusive der Stromzählerdaten an den Netzbetreiber. Wie häufig? Keine Ahnung. Es kam ein offizielles Schreiben, dass die Lösung der TB Wil zum Bezug der eigenen (!) Daten nicht mehr bereitgestellt würde, weil der externe Dienstleister das Adobe-Flash-basierte Tool abstellt. Haha. Einmal mit Profis arbeiten*. Vielleicht gibt’s im Sommer was Neues.

(*im Bereich Strom, Wasser, Gas und insbesondere Glasfaser sind die TB Wil natürlich Profis, nur Daten sind halt nicht ihr Kerngeschäft 🙂 )

Bis dahin muss aber eine andere Lösung her. Die bisherige besteht darin, jeden Morgen in den Keller zu steigen (vorher Schnee schaufeln) und die drei Zählerwerte abzulesen. Damit hab ich auch erst Ende Dezember angefangen. Das hat etliche Nachteile, ist aber schon besser als nur einmal im Quartal die Werte auf der Rechnung zu bekommen. Dann kann man nämlich schon solche Sachen wie das hier machen:

In den letzten Tagen hatte ich die Heizung schon komplett abgestellt. Das gibt zwar morgens dann frische 15°C überall im Haus, aber bis ich von der Velorunde wieder daheim bin, hat die Sonne (Südseite) die relevanten Zimmer aufgewärmt. Man kann dann natürlich auch nicht nur die Mengen ausrechnen, sondern auch die Kosten, was eigentlich noch interessanter ist:

Die Kosten teilen sich in Grundkosten (pro Monat, eine Art Zählergebühr) und variable/verbrauchsabhängige Kosten auf. Bei Strom gibt’s Hochtarif und Niedertarif plus eine nicht unwichtige Netzkomponente. Was man sieht: das Abstellen der Heizung spart so etwa 2 Fr. Gas am Tag. Wasser ist preislich eher vernachlässigbar, Strom relativ konstant bei 6-7kWh am Tag.

Wer gern in Monaten denkt, auch das noch:

Februar ist noch nicht fertig. Die Heizungsisolation hab ich Anfang Januar gemacht, daher hab ich kaum Vergleichswerte zu vorher. Üblicherweise hat aber der November bei Heizkostenabrechnungen etwa denselben Kostenanteil wie der Februar, wenn man Mietverträge anschaut. Dann ist aber noch zu berücksichtigen, dass ich erst am 09.11. einzogen bin, d.h. der November hat etwa 85 Fr. Gas in 20 Tagen gekostet, der Februar 55 Fr. in 24 Tagen, d.h die Heizkosten sind von 4.25 Fr./Tag auf 2.29 Fr./Tag gesunken — viele andere Faktoren wie z.B. Aussentemperaturen spielen da hinein, aber die Richtung stimmt.

Aber jetzt bin ich ja tendenziell faul und möchte die Zählerablesung automatisieren. An die echten Daten komme ich noch nicht ran, also gibt’s für die Gas-/Wasserzähler Kamera mit Bilderkennung (bestellt, noch nicht da) und für den Stromzähler kann ich die vorhandene blinkende LED nehmen, die 1 Impuls pro Wh ausgibt. Die muss man nur auslesen.

Mit dem passenden Fototransistor, bei mir jetzt ein LPT80A, geht das gut (mit dem BPW17N auf dem Bild geht’s nicht, LPT80A hab ich noch vier Stück da). Bei Interesse hier eine lange Liste von Transistoren, die Wellenlänge muss natürlich passen zu einer roten LED, und auch die Blinkdauer ist ziemlich kurz. Das Ganze wird professionell (TM) verdrahtet und verklebt und sieht dann so aus:

Die Daten laufen wie üblich in einen der Raspberrys hinein — ich muss ja praktischerweise nur einen Timestamp loggen, nichts weiter. Was mir aber anfangs nicht gefallen hat, waren die sehr diskret aussehenden Leistungswerte (letzte Spalte) — was aber logisch ist, wenn man nur sekundengenau loggt und nicht millisekundengenau. Da gibt’s dann oben nur Stufen von 1200, 1800 oder 3600W bei der errechneten Leistung. Tadaa, wenn man ein .%f mit reinschreibt in den format-String, gibt’s Millisekunden und das sieht doch viel (un)runder aus in der letzten Spalte rechts unten.

Das kann man jetzt wiederum in Dateien schreiben und auswerten, zum Beispiel erstmal alles in einer Grafik verwursten:

Am Anfang sieht man noch wunderschön die diskreten Leistungswerte. Gegen 14 Uhr hab ich den Raspi von UTC auf Localtime umgestellt, da fehlt eine Stunde 🙂 Die regelmässigen Peaks sind die kurzen Nachheizzeiten des Quookers.

Scripts sind diesmal auch im Github: https://github.com/datacyclist/measurements (private repo)

Und natürlich wurde der Keller noch mit LAN verkabelt. Kabel und Dosen waren eh da, Platz fürs Kabel vom Wohnzimmer in den Keller auch, nachdem das jetzt überflüssige Koaxkabel raus war. Einfach nicht die Glasfaser dabei kaputtmachen 🙂