Wil-(Schwägalp)-Wil

Man sitzt beim Frühstück*, ist auf dem Arbeitslaptop irgendwie von der zentralen Datenbank ausgesperrt, kann also nicht arbeiten. Daheim rumliegen? Besser draussen. Also hab ich noch Noten und Orchesterpost abgeliefert und bin danach eine kleine Runde gefahren: https://ridewithgps.com/trips/48531434 (mit 1800 Höhenmetern deutlich mehr als letzte Woche über den Flüela).

*Lustigerweise wurde die Tour 2012 auch so ausgelöst.

Ich bin vermutlich noch nie ab Fischingen bis Mühlrüti hinaufgefahren, immer nur in Gegenrichtung, weil es da lange und stetig flach bzw. bergab geht (typischerweise sinkt auf diesem 14km-Teilstück das Tempo nur an zwei Stellen unter 30km/h). Hochfahren geht aber auch, ist schön schattig und war heute verkehrsarm mit vielen Entdeckungen am Wegesrand.

Danach ging es quer rüber, irgendwo musste ich über die Thur und hab mich dann fürs Neckertal entschieden, das bis St. Peterzell recht gemächlich ansteigt. Dann links abgebogen nach Urnäsch, Anstieg etwa 300 Höhenmeter mit 4-6%. In Urnäsch gab’s eine Coop-Pause, bevor es weiterging hinauf zur Schwägalp.

Gehörschutz wäre heute sehr angebracht gewesen, es waren massiv zweirädrige Lärmschweine unterwegs, teilweise auch im Organspender-Fahrstil. Einige hab ich dann direkt beim Rauf- und Runterfahren zweimal gesehen. Können die das nicht auf einer Rennstrecke statt auf öffentlichen Strassen machen? Postauto kam keins (das hat aber auf der Strecke wohl keine Erschliessungsfunktion und ist noch eingestellt).

Bis zur Talstation der Säntisbahn hab ich mich nicht noch hochgelegen, das Gasthaus auf der Passhöhe war geschlossen und daher verwaist, perfekt.

Die Strecke hinunter nach Neu St. Johann war ich so noch nicht gefahren, Vmax waren 85km/h, danach kamen noch etwa 30 gemütliche Kilometer durchs Toggenburg wieder bis nach Wil. Ich bin spontan auch mal der 95er-Veloroute gefolgt, die ist gar nicht so schlecht, hat zwar mehr Höhenmeter, aber ist fast verkehrsfrei. Die Dörfer da sehen teilweise wie amerikanische Strip Villages aus: eine Durchfahrstrasse mit zusätzlichen 10m Asphalt auf beiden Seiten zum Parken, dann Geschäfte, aber die Strasse in der Mitte nicht mal breit genug, dass genügend Sicherheitsabstand zum Überholen bliebe. Bazenheid ist da ein ganz grausames Beispiel, wie man geschätzte 20m lichte Strassenbreite komplett (!) neu (!) asphaltieren kann. Geht schon, ist halt einfach nicht schön. Viel Spass im Sommer dann.

Interessanterweise scheint das “Kernfahrbahn”-Konzept manchmal doch zu funktionieren. Die aufgemalten Velostreifen auf der Strasse sind zwar viel zu schmal und schützen mich genau null (Abstand schützt, nichts anderes), aber möglicherweise bewirkt die optische Verengung der Strasse doch irgendwie, dass die Hinterherfahrenden (bei 30km/h+ (d.h. Tempo 30 wäre auch noch eine gute Sache)) nur überholen, wenn von vorn frei ist. Komische Psychologie.

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