Kausalität/Korrelation: keine Kartenzahlung

Nach dem gestrigen totalen Netzwerkausfall beim MGB (bei uns), der mir mangels Arbeitsmöglichkeit einen sonnigen Nachmittag in der heimischen Hängematte bescherte, steht für zukünftige Analysen des Mondeinflusses auf die Migros-Verkäufe glasklar fest, dass die Leute vermehrt mit Bargeld zahlen, wenn die Vollmondphase (wie gestern) herrscht. Natürlich erst dann, wenn man in drei Jahren diese Analyse macht und dann vergessen haben wird, dass am 05.01.2015 einen halben Verkaufstag lang keine Kartenzahlungen möglich waren. Immerhin war’s so ziemlich der generell verkaufsschwächste Wochentag.

Bisher ist noch nicht mal eine Klarstellung erfolgt, woran es denn lag. Mit Geheimhaltung kommt man aber in dem Fall nicht weiter, auch wenn es für die Verantwortlichen peinlich sein mag. Fehler machen, Fehler zugeben, Fehler beheben. Ersteres nach Möglichkeit nur einmal, letzteres beides immer. Korrektur (im Intranet): es waren zentrale, redundant ausgelegte Netzwerkkomponenten, die sich gegenseitig behindert und damit das Netzwerk lahmgelegt haben. Fragt sich nur noch, warum das so plötzlich ausgelöst wurde. Dass da Netzwerkkomponenten ausgefallen waren, hatte ich mir vorher auch schon anhand der Symptome zusammengereimt. Immerhin wird der richtige Schluss gezogen: man kann sowas nie vollständig vermeiden, also sollte man einfach die Folgen eines solchen Ausfalls minimieren. Resilienz eben.

Navihalterung reloaded

Vor inzwischen gut anderthalb Jahren hatte ich mein damaliges Schlaufon mit einer Metallplatte ausgerüstet, damit es sich an eine ebenso zusammengebastelte Autohalterung magnetisch anhängen könnte. Die Autohalterung existiert weiterhin, das Schlaufon wurde vor kurzem durch ein Prestigio 5454 Duo ersetzt. Das Routing erledigt inzwischen Locus (nicht mehr OSMAnd) — es hat zwar keine echte Offline-Routenberechnung (gleichwohl aber weltweite OSM-Offline-Karten), aber da ich in einem Fahrzeug sitzend sowieso fast immer Online-Verbindung habe, stört mich das nicht weiter. Für die Velo-Navigation gibt es aber die sehr nützlichen Offline- (und Im-Voraus-) Dienste von BRouter und zum Geocachen eignet sich Locus ebenfalls.

Damit also das neue Schlaufon auch unverkennbar zu meinem eigenen würde, habe ich lange nach einer dünnen Metallplatte gesucht, die ich mit Zweikomponentenkleber auf die Rückseite aufkleben könnte. Fündig geworden bin ich bei einem Set Japan-Spachtel für 2.95 Fr. (Jumbo). Von der kleinsten Spachtel konnte ich ein quadratisches Stück abdremeln, die Kanten ab- und anschleifen, die Ecken abrunden und dann die Platte aufkleben.

Rechts die halbierte Spachtel.
Rechts die halbierte Spachtel.
Abschleifen des quadratischen Blechstücks.
Abschleifen des quadratischen Blechstücks.
Auf der anderen Seite ist das Blech und wird durch Magnete angezogen.
Auf der anderen Seite ist das Blech und wird durch Magnete angezogen.
Aufgeklebtes Blech, Kleberückstände entfernt.
Aufgeklebtes Blech, Kleberückstände entfernt.
Schlaufon mit Locus in Aktion.
Schlaufon mit Locus in Aktion.

Das Telefon kann ansonsten schon einiges, hat allerdings keinen Hardware-Kompass und kein NFC. Ansonsten kann man für 130 EUR (derzeit bei 160 EUR) nicht meckern:

  • Dual-SIM LTE (im Android kann die Karte, die im LTE-Netz funken soll, ausgewählt werden — die entsprechend bezeichneten SIM-Schächte machen keinen Unterschied)
  • Android 4.4
  • 11.43cm-Display (kein HD, 540×960)
  • ganz akzeptable 8MP-Kamera
  • Akkulaufzeit etwa 24h bei gelegentlicher Benutzung, beide SIMs aktiviert

Was komischerweise nicht funktioniert, ist die wahlweise Abschaltung und Zuschaltung einzelner SIM-Karten. Beim Xperia tipo mini konnte ich beispielsweise die deutsche Roaming-SIM einfach deaktivieren und die Schweizer Orange-SIM als alleinige SIM nutzen. Das geht bei dem Prestigio nicht, da kann ich die SIM zwar vermeintlich im System deaktivieren, kann sie aber nie wieder aktivieren, sondern nur durch SIM-Karten-Tausch ein erneutes Erkennen der SIM erwirken. Vermutlich ein Software-Bug. Root bin ich auch noch nicht, das ist aber noch nicht so dringend, womöglich sollte es mit framaroot dann zu bewerkstelligen sein.

Hintergrundbeleuchtete Bücher

Das, was jetzt in einer Studie herausgefunden wurde, wusste ich auch vorher schon: eBook-Reader mit Beleuchtung beeinträchtigen die biologische Uhr mit messbaren Folgen. Der eigentliche Titel des Telepolis-Artikels leitet in die Irre (Rötzer-reisserisch-typisch), denn es sind nicht die eBooks, es sind die beleuchteten Lesegeräte. Dass ich schlechter einschlafe und am nächsten Morgen unausgeschlafener bin, wenn ich am Abend noch vorm Schlafengehen auf dem Tablet herumspiele (z.B. mit Duolingo-Sprachkurs), weiss ich schon lange. Beim eBook-Reader ist es genau das Gleiche, wenn er hintergrundbeleuchtet ist. Wenn ich allerdings die Hintergrundbeleuchtung abstelle und stattdessen mit normalem Umgebungslicht lese, hat der Reader für mich keinen Unterschied zu einem Papier-Buch. Eben deswegen ist ja für mich auch das NZZ-EPaper auf dem Tablet keine Lesealternative, denn ich sitze sowieso schon den ganzen Tag vorm Monitor. Drum auch das calibre-Recipe für die NZZ, was seit dem ersten Ausprobieren zuverlässig funktioniert und mir die aktuelle NZZ-Ausgabe in die Dropbox stellt. Ausserdem kann man ein EPaper beim Umzug nicht zum Einwickeln von Glas, Tellern und sonstigen Dingen verwenden oder als Notizpapier für Geocache-Details, wenn man grad sonst nichts zum Schreiben dabei hat.

…und als der Nebel sich verzog…

… da sah man den Alpstein wieder. Langsam wird’s frostig, was sich auch sehr gut macht, weil dann der Morgen- und Tagesnebel hier unten nicht mehr so dick ist. Kaum hat’s mal richtig Nachtfrost, gibt’s schon wieder morgens Weitblick und einen phänomenalen Sonnenaufgang, den ich in Fahrtrichtung rückwärts sitzend aus dem Zug verfolgt habe. Drum bin ich gestern am Morgen auch bei der NZZ nicht bis zu Meinung und Debatte vorgedrungen, was sonst immer mein Signal zum baldigen Aussteigen aus dem Zug ist, möchte ich nicht nach Bern weiterfahren.

Der Alpstein, wenn mal kein Nebel herrscht.
Der Alpstein, wenn mal kein Nebel herrscht.

Dann scheint ja den Auslagen in den Geschäften nach die Weihnachtszeit zu nahen, so auch bei (uns bei) der Migros. Kürzlich las ich den Artikel über Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter und prompt wurden diese Woche alle Mitarbeiter ungefragt und ungewünscht mit einer Einkaufstasche beschenkt. Wenn die wenigstens aus vernünftigem Material wäre, dann könnte man sie zerlegen und umnähen und etwas Sinnvolles draus machen, aber beim Zerlegen hab ich bemerkt, dass das das Billigste vom Billigen ist (riecht auch entsprechend) und das Teil wirklich nur in die Ablage Rund gehört. Als Einzelteile kann ich noch den Tragegurt (Material wie beim Autogurt) und die Innentasche verwenden, die ich in eine Ortlieb-Frontroller-Tasche einschrauben werde. Mann, ihr könnt ja gern irgendwas verschenken, aber fragt doch besser vorher oder lasst es ganz bleiben. Selbst wenn das nur die Zentrale mit 3’000 Mitarbeitern bekommt, landet doch die Hälfte davon im Müll, was dem sonst angestrebten Green-Image wirklich zuwiderläuft. Bei der Captormania wurde auch jede Menge überflüssiger Plastikmüll produziert und den zahle ich als Kunde ja auch noch irgendwo mit.

Ein völlig überflüssiges Weihnachtsgeschenk
Ein völlig überflüssiges Weihnachtsgeschenk

Vorschlag: Wir haben mit Chocolat Frey so gute Schokolade-Eigenmarken, das wäre doch besser, davon die Premium-Produkte zu verschenken — wenn ich die nicht möchte, kann ich sie immerhin weitergeben, aber wer braucht denn (wenn überhaupt) mehr als eine solche Einkaufstasche? Viel cooler wäre eine Migros-Ortlieb-Edition von Umhängetaschen (z.B. Ortlieb City) in Schwarz-Orange, möglicherweise irgendwo mit einem orangen M drauf. Die gibt’s sogar im hauseigenen M-Way-Shop!. Das wäre Qualität und die könnte man bei Bedarf auch weitergeben und sich bei einer Velotasche obendrein noch mit dem grünen Image schmücken. Aber vielleicht wäre ich dann auch der Einzige, der das zu schätzen wüsste.

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Sonne auf dem Kunkelspass

Hier im Tiefland war das übliche herbstliche Nebelwetter angesagt. Gestern morgen gab es zumindest bis etwa 09 Uhr schöne Sicht, aber danach war’s tatsächlich den ganzen Tag dicht. Bei dieser Wetterlage gibt es Gegenden, wo es wärmer und sonniger ist, so z.B. ein paar Kilometer westlich von Chur. Nicht umsonst ist Bad Ragaz ein offensichtlich recht belieber Ausflugs- und Kurort, wie ich heute bei der Durchfahrt festgestellt habe.

Mein Weg führte mich morgens mit dem Zug von Wil über Chur nach Reichenbach/Tamins und von dort mit dem Velo über etliche Höhenmeter und den Kunkelspass wieder abwärts nach Bad Ragaz. Fahrstrecke gut 30km, Aufstieg von 600 auf 1350 Höhenmeter und dann wieder relativ langgestreckt abwärts im Tal mit stärkerem Gefälle gegen Ende. Am Morgen in Wil waren es noch 3°C gewesen, in Tamins dann vielleicht 10°C und oben auf der Passhöhe waren es >15°C mit Mittagssonne. Zeit für eine Pause (auch wenn ich beim Aufstieg schon Mini-Serpentinen in Schrittgeschwindigkeit gefahren war). Die meisten Leute schienen von der flacheren Seite hochzulaufen, dementsprechend allein war ich da unterwegs, da die Strecke auch nicht für den Durchgangsverkehr geeignet ist.

Die USB-Ladefunktion meines Scheinwerfers (BUMM Luxos U) funktionierte halbwegs zufriedenstellend, das Smartphone, das mir die Strecke auf der Karte live anzeigte, konnte den Ladestand halten und bei der Abfahrt auch weiter aufladen, auch bei voller Displayhelligkeit, mit GPS und eingeschalteter Datenverbindung. Beim Aufstieg auf den Pass war wegen der geringen Geschwindigkeit leider kein Aufladen des Smartphones möglich.

Strecke: Tamins-Bad Ragaz via Kunkelspass

Pause beim Aufstieg.
Pause beim Aufstieg.
Das Weisshorn (bei Arosa GR)
Das Weisshorn (bei Arosa GR)
Passhöhe. Zumindest mein Velo war da.
Passhöhe. Zumindest mein Velo war da.
Taminabrücke zwischen Valens und Pfäfers (im Bau)
Taminabrücke zwischen Valens und Pfäfers (im Bau)

EARL-Konferenz und Workshops in London

Da ich jetzt beruflich recht viel mit recht grossen Datenmengen (lies Milliarden Zeilen) von Transaktionsdaten (Migros/Denner) zu tun habe, muss ich mir doch mal vorher Gedanken um die Effizienz von Berechnungen machen, bevor ich einfach ein R-Skript schreibe und ausführe.

Manche Sachen laufen einfach nur vernünftig in der Datenbank (Teradata), andere auf der Google-Infrastruktur (Big Query), beides wird mit herkömmlichem SQL angesprochen und aggregierte Daten kann ich dann lokal weiterverarbeiten. Persönlich favorisiere ich ja das Ökosystem und die Denkweise von Hadley Wickhams Paketen, darunter ggplot2, BigRQuery und zuletzt dplyr. Letzteres ist eine Art Konkurrenzpaket für grössere Datenmengen zu data.table, bei dessen Autoren Matt Dowle und Arun Srinivasan ich gerade zu Gast in einem Workshop in London bin.

Es scheint, als ob data.table noch schneller als dplyr ist, aber ich werd’s dann noch mal ausprobieren. Ich bin einfach schon die vielen Packages und die Denkweise von Hadley Wickham gewohnt.

Morgen startet dann die EARL-Konferenz. Eine der wenigen Konferenzen, wo ich primär wegen der Inhalte und sicher nicht wegen des Orts bin. London ist einfach nur laut und gross und nervig. Ich will Kühe, Gras, Berge und Ruhe, und schnelles Internet gibt’s auch in der Ostschweiz 🙂

Ausblick von der Konferenz. Ganz okay.
Ausblick von der Konferenz. Ganz okay.

SBB-Flug-Check-In

Gestern bin ich bei der Kreditkartenabrechnung darauf aufmerksam geworden, dass die SBB ab recht vielen Bahnhöfen den Check-In für Flüge ab Zürich anbieten, inklusive Gepäckaufgabe. Gar nicht übel, die Preise (22 Fr. Check-in plus Gepäck und 12 Fr. für Nur-Check-In) sind auch ganz okay. Mit den Mädels probier ich das beim nächsten Mal vielleicht, wenn sie nicht grad für alle drei Personen kassieren sollten. Die Wartezeit am Etihad-Regional-Schalter war unmöglich lange am Sonntagmorgen. Beim Online-Check-In nur mit Handgepäck mach ich das natürlich von zu Hause. SBB-Flug-Check-In

Nabendynamotausch

Bei bike-components gab es vor kurzem eine passende Aktion, bei der unter anderem SON-Nabendynamos stark vergünstigt angeboten wurden. Da in einem meiner Räder ein SON20R lief, der für kleinere Laufräder (also bei gleicher Geschwindigkeit höhere Drehzahl) optimiert ist, wollte ich den wegen mir nicht ausreichender Stromerzeugung schon eine ganze Weile gegen einen SON28 tauschen, der entsprechend ordentlich Strom liefert, auch schon bei niedrigen Geschwindigkeiten. Im Zuge des Tauschs war es dann sogar sehr günstig, gleich den Nabendynamo mit Scheibenbremsaufnahme zu bestellen. Bike-components liefert zwar schnell in die Schweiz, aber wegen der Zölle und hohen Versandkosten ist es am Ende auch nach Abzug der deutschen Mehrwertsteuer teurer, als wenn ich es in Deutschland bestelle. Aber es gibt ja die Möglichkeit, das Paket nach Konstanz liefern zu lassen, wo ich es dann abhole, mir die Ausfuhr am Zoll quittieren lasse und mir von bike-components die Mwst. rückerstatten lassen kann. Das scheint wohl die günstigste Lösung zu sein. So habe ich quasi fast zum Nulltarif den SON20R (heute heisst der SON delux) gegen einen SON28 disc mit Scheibenbremsaufnahme getauscht.

Das Ausspeichen war einfach. Das Einspeichen dementsprechend auch, es verlief bis auf den anfänglichen Tiefschlag, die Zugspeichen in die falsche Richtung verdreht zu haben, ohne weitere Seiten- und Höhenschläge und das Vorderrad läuft prima. Jetzt fehlt nur noch die Scheibenbremse, dann hätte ich drei unabhängige Bremsen am Velo.

Der "alte" SON 20R noch eingespeicht.
Der “alte” SON 20R noch eingespeicht.
Der schwarze SON20R grad ausgespeicht, der silberne mit Bremsscheibenaufnahme wartet links aufs Einspeichen.
Der schwarze SON20R grad ausgespeicht, der silberne mit Bremsscheibenaufnahme wartet links aufs Einspeichen.

Twitter läuft jetzt auch, hab mich schon im Vorfeld der EARL Conference in London im September mit meinem Lieblingsautor von R-Packages, Hadley Wickham, angefreundet. Endlich mal eine Konferenz, zu der ich ausschliesslich wegen des Inhalts fahre — London ist für mich ansonsten keine Reise wert.

Mobile Umzugskartons

Da ich wegen des mich inzwischen wirklich störenden Verkehrslärms um meine aktuelle Wohnung Ende September noch mal umziehe (300m weiter südwestlich), musste ich sowieso irgendwann noch meine Umzugskartons aufstocken. Da ich schon einen 20%-Gutschein vom Migros-eigenen Baumarkt hatte, habe ich den dafür genutzt. Am Montag war ich schon im Baumarkt, hab geprüft, ob Kisten da sind, und dann für den nächsten Tag gleich am Bahnhof das Carsharing bemüht — allerdings waren dann keine Kisten mehr im Baumarkt vorhanden.

Da ich diesen Fehler nicht nochmal machen wollte, bin ich heute erst mit dem Velo zum Baumarkt gefahren, hab die 25 Umzugskartons gleich bezahlt und dort zwischengelagert. Direkt im Baumarkt hab ich das Schlaufon gezückt und das Mobility-Auto bei mir um die Ecke für eine Stunde reserviert. Dann bin ich wieder am Zuhause vorbei zur Garage gefahren (siehe hier), hab das Velo gegen den Kombi getauscht und bin die 2km zum Baumarkt gefahren, um die Kisten abzuholen. Genau 17 Minuten nach Mietbeginn (steht allerdings nicht auf dem Bordcomputer-Foto) war ich schon wieder mit Ausladen und Auto-Wegbringen fertig und konnte die Miete beenden. Kostenpunkt: schätzungsweise 7 genau 6.16 Franken — für den Preis könnte ich sonst grad mal ein paar Stunden das Auto parkieren. Da war das Smartphone doch ungemein praktisch.

Domizil ab Oktober: Kirchgasse 1, dritte Etage. Blick auf den Alpstein: unbezahlbar.
Domizil ab Oktober: Kirchgasse 1, dritte Etage. Blick auf den Alpstein: quasi unbezahlbar.
Tausche Velo gegen Kombi.
Tausche Velo gegen Kombi.
1.300kg gegen 16kg.
1.300kg gegen 16kg.
Mobility-Bordcomputer: genau 17 Minuten lang habe ich das Auto benutzt.
Mobility-Bordcomputer: genau 17 Minuten lang habe ich das Auto benutzt.

Sinnlose Lautstärke

Alle Welt regt sich über Verkehrslärm auf; ja, es soll sogar Zeitgenossen geben, die schön ruhig im Grünen wohnen wollen und sich dann einen schön laut röhrenden Porsche vor die Tür stellen, während sie sich gleichzeitig über Flug- und Zugslärm beschweren. Bekloppterweise machen da Fahrzeughersteller auch noch mit, z.B. Harley Davidson, indem sie einem ziemlich geräuschlosen Elektrofahrzeug die Lautstärke verpassen, die ihm vermeintlich gebührt. Das Ziel jedes Fahrzeug-Sounddesigners (so sinnfrei der Job an sich schon ist) sollte sein, das Fahrzeug nach aussen so leise wie möglich zu machen. Als liberaler Anreiz wär’s doch ganz einfach: der Lärm, der draussen entsteht, hat auch im Fahrzeug selbst zu herrschen. Oder alternativ einfach die Lärmverursachung besteuern, um die externen Kosten des Fahrzeugbetriebs dem Fahrzeugbesitzer deutlich zu machen. Pro 3dB mehr Geräuschpegel (gemessen in verschiedensten Betriebsmodi, um “Optimierungen” der Fahrzeughersteller auf den Messzyklus auszuschliessen) zahlt man dann einfach 1’000 CHF mehr Steuern. Oder wenn doch mal eine streckenbezogene Maut käme, was ja in Deutschland grad mit der geplanten Autobahnvignette für Ausländer wieder vergeigt wurde, zahlt man eben pro Kilometer einfach fünf Rappen mehr.

Wer braucht da noch Verbote? Bei Trassenpreisen für lärmende Güterwagen auf den Bahnstrecken funktioniert es doch hierzulande offenbar auch mit einem Bonussystem, auch wenn es da laut der BAFU-Studie durchaus noch Verbesserungspotential gibt.

Und wenn ich noch mehr Tipp- und Grammatikfehler in meiner Umgebung sehe, fang ich bald an wie der Schüler mit Tesco. Es sind tatsächlich zahlreiche Sprachschänder am Werk und deren beliebtestes Werkzeug sind häufig Powerpoint-Folien, gespickt mit Deppenapostrophen, Deppenleerzeichen und inhaltlich für mich bedeutungslosem Phrasendreschen. Immerhin stemme ich mich dagegen, wann immer ich die Möglichkeit dazu habe. Dann doch lieber ein paar NZZ-Infografiken, die mir nicht im Text vorgekaut werden, sondern bei denen mir zusätzliche Hintergründe genau dort geliefert werden, wo sie mir fehlen. Zu diesem Stil passt auch das neulich in der NZZ empfohlene Buch Reden, die Geschichte schrieben: Originaltext der Reden und vorgängig jeweils der geschichtliche, politische und gesellschaftliche Kontext der Rede. Aber Tippfehler gibt’s in dem Buch auch. Zumindest ist es aber nicht so saumässig lektoriert wie Payback vom viel zu früh verstorbenen Frank Schirrmacher, bei dem ich dazumal beim Lesen ständig über die Fehler gestolpert war.