SASOL2018, Nachmittagsszenario

Das hier beschriebene Nachmittagsszenario musste ich doch mal genauer durchrechnen und darstellen. Dafür gibt’s ja R 🙂

Allerdings muss ich dazu einige Annahmen treffen, zum Beispiel die über den Verbrauch von SER3. Da hab ich mir mal eine Kurve zusammengebastelt, die ich dann entsprechend mit echten Messwerten von Langstreckenfahrten verbessern kann. Und nochmal der Hinweis: ein Tesla wiegt etwa zehn Mal so viel wie SER3 und verbraucht auch zehn Mal so viel.

Verbrauchskurve, hypothetisch

Jetzt kann ich mit den angenommenen Verbrauchswerten und der Annahme über die Sonneneinstrahlung folgendes Szenario durchrechnen:

  • 15-17 Uhr am Nachmittag (17 Uhr ist jeweils Schluss mit Fahren laut Reglement)
  • von diesen zwei Stunden wird eine gewisse Zeit gefahren, dann wird angehalten und geladen (=Panels senkrecht)
  • Beim Fahren: Verbrauch nach Kurve oben, konstante Geschwindigkeit, PV-Leistung 250W konstant
  • Beim Laden: Panels senkrecht, PV-Leistung 800W (s.u. *)

* siehe hier: Erkenntnisse WSC2013:

[…] von Sonnenaufgang bis 08 Uhr gibt’s im Maximum schon etwa 900 Watt (etwa 80-85% von dem, was unter maximaler Einstrahlung reinkommt) […]

Damit hab ich alles zusammen, um ein paar Kennlinien für verschiedene Geschwindigkeiten zusammenzustückeln, das kann dann so aussehen:

Optimierungskennfeld.

Jede Linie ist eine Geschwindigkeit, die Farbe zeigt die Energiebilanz, links sieht man, wieviel Kilometer man schafft abhängig von der Fahrzeit (Standzeit = 120min-Fahrzeit). Die schwarzen Punkte markieren die Energiebilanz-Null-Linie (+/-30Wh).

Ich hatte es fast schon erwartet, dass die gefahrene Geschwindigkeit gar keinen grossen Unterschied macht, wenn man am Ende dieses Szenarios die Energiebilanz anschaut. Und tatsächlich: zwischen 50 und 90km/h unterscheiden sich die erreichten Streckenlängen nur um acht Kilometer (62 statt 70km), man muss nur bei 50km/h 75min lang fahren und bei 90km/h hat man die Strecke nach 47min geschafft. Bei obigen Annahmen hat man also eine recht gute Variabilität.

Aber: die Abnahme der Sonneneinstrahlung ist noch nicht mit drin, das könnte durchaus noch deutliche Unterschiede ergeben; sowie natürlich echte Messwerte vom Fahrzeug. Wenn man eh zuviel Energie hat, könnte man für die letzten zwei Fahrstunden des Tages auch einen Energie-Zielwert vorgeben und dann an der Kurve ablesen, welche Geschwindigkeit man entsprechend fahren sollte.

Hypothetische km-Kosten @SBB

Das GA setzt ja völlige Fehlanreize, wie das Flatrates so an sich haben. Trotzdem kommen bei mir noch etwa 10 bis 20 Rp./km raus, wenn ich den GA-Preis von 6300 Fr. gegen die geschätzten Bahnkilometer im Jahr aufrechne.

Wie weit kann man den Kilometerpreis mit so einer Flatrate drücken? Das ist simpel, wir suchen also die schnellste Strecke: Bern-Zürich, 117km in unter einer Stunde. Dank Taktverkehr kann ich aus dem Zug aussteigen, umsteigen und gleich wieder zurückfahren. Das kann ich von 06:02 Uhr (ab Zürich) bis 21:02 (noch geeigneter Schnellzug ab Bern) machen. Essen/WC/Strom/Internet gibt’s ja im Zug.

Das macht bequeme 16 Fahrten, also 1’872km am Tag.

Wenn ich das ein Jahr lang durchziehe und Störungen ignoriere, sind das bei 365 Tagen 683’280km im Jahr. Damit komme ich erstklassig auf weniger als einen Rappen pro Kilometer, zweitklassig auf 0.5 Rp/km.

Das ist jedenfalls deutlich weniger als beim Ottermobil, das jetzt in recht genau zwei Jahren etwa 10’000 (weitere) km absolviert hat, womit ich auf 10 Rp./km komme. Wenn ich eine neue Gabel und anderes Kleinkram mit dazurechne, sind es 15 Rp./km. Aber es passt auch gut in den neuen FV-Dosto, in den ich spontan in Bern heute eingestiegen bin, anstatt den schnelleren Zug nebenan zu nehmen.

Massarbeit im neuen SBB-FV-Dosto für Liegevelos.

Mit der Länge passt es ganz genau zwischen die zwei begrenzenden Wände, wobei man es auch noch ein Stück an der Wand rechts vorn vorbeischauen lassen könnte oder gleich den linken/vorderen Haken nehmen könnte. Die Breite des Lenkers geht im hinteren Platz auch bequem, im vorderen Stellplatz wäre er vielleicht leicht im Gang. Gut gemacht, und die Stellplätze sind ja (aus meiner Sicht praktischerweise) im gesamten Zug verteilt. Der Zug schaukelt auch deutlich weniger als vor einem halben Jahr auf meiner ersten Fahrt.

Whiteboard-Strategieskizze SASOL2018

Also wenn ich im Sommer in Bern bin, hat ja die Nachmittagsstrategie zwischen Terminen eine grünblaue Nassposition recht weit vorn im Alphabet. Im Herbst/Winter kommen wieder Sessionen im Bundeshaus. Aber am Nachmittag bei der SASOL2018 kann es durchaus anders aussehen:

Drei Szenarien für einen bestimmten SASOL-Fahrfall.

Da ich noch keine echten Verbrauchs- und Leistungswerte von SER3 habe, orientiere ich mich an der ultimativen Statistik und den Erfahrungswerten von SER2.

Frage: kann es sich energetisch lohnen, anstatt zwei Stunden langsam dahinzukriechen, stattdessen eine Stunde lang anzuhalten und dann eine Stunde doppelt so schnell zu fahren? (man könnte das z.B. jetzt verallgemeinern in Wie hole ich die maximale Strecke bei fixer Energiemenge aus zwei Stunden Fahrzeit heraus? oder andersherum Mit welchem Tempo soll ich noch wie weit fahren und dann nachladen, wenn ich noch 0.5kWh netto reinholen möchte/muss?)

  • Uhrzeit 15-17 Uhr
  • Verbrauch: @60=15Wh/km, @30=10Wh/km
  • PV: 200Wh/h (vereinfacht, linearisierte Sonnenkurve, flache Panels beim Fahren), 1000W bei normalisierten Panels (gestopptes Fahrzeug)
  1. 2h mit 60km/h fahren: Strecke 120km, Energie -1.4kWh (1.8kWh out, 0.4kWh in)
  2. 2h mit 30km/h fahren: Strecke 60km, Energie -0.2kWh (0.6kWh out, 0.4kWh in)
  3. 1h laden, 1h mit 60 fahren: Strecke 60km, Energie +0.3kWh (0.9kWh out, 1+0.2kWh in)

Klare Antwort: ja. Wenn die Batterie eh voll ist und Platz braucht für den nächsten Morgen vorm Start, kann man bequem mit 60 zwei Stunden lang fahren. Wenn man aber eh knapp dran ist, gibt es ein Optimum, das nicht unbedingt darin besteht, langsam weiterzufahren, sondern auch (gefühlt* natürlich seltsam) so sein kann, dass man eine Stunde lädt und dann eine Stunde schneller weiterfährt. Man kann es ausrechnen, dass es nichts bringt, nur muss man noch nach der Einsicht handeln. Mal schauen, ob dieser Fall bei der SASOL eintritt und ob ich die Rennfahrer im Team überzeugt kriege — es sind auch diesmal wieder welche dabei, so langsam kenne ich diesen speziellen Menschenschlag. Eigentlich reicht es ja auch, wenn ich als Strategieberater den Teamchef überzeuge, die Hierarchie ist klar geregelt hier 🙂

*Das mag für Autofahrer genauso widersinnig erscheinen wie einfach mal hinter einem Velo herzufahren, anstatt sich mit illegaler massiver Unterschreitung des Seitenabstands vorbeizuquetschen, nur damit ich kurz danach eh am Stau gemütlich vorbeiliege, während sich die Dosen gegenseitig im Weg stehen.

Sonnige Vorbereitung für die SASOL-Telemetrie

Rechts im Bild: der MiniPC, der die Telemetrie-Daten von SER3 empfängt. Die Software ist inzwischen noch deutlich aufgebohrt; sieht so aus, als ob Roli mein Feedback und meine R-Skript-Auswertungen ganz gut mit eingebaut hätte. Das Begleitfahrzeug wird zum rollenden WiFi, der MiniPC hängt am Router-LAN, ich gehe mit meinem Laptop per WiFi via Router auf den MiniPC und hole mir dort die Daten live alle paar Sekunden ab.
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Zehnprozentige Kundenbindungsmassnahmen

Im 30m-Umkreis meiner Wohnung hab ich neuerdings sogar zwei perfekte Kundenbindungsmassnahmen:

  • Beim Murpf-Haushaltswarengeschäft krieg ich eine Kaffee-Stempelkarte, ohne irgendwelche Datensammlung. Nach zehn Stempeln gibt’s ein Pack Kaffee gratis (alles auf 250g-Pack-Basis).
  • Beim Bäcker-Dietsche gab es heute 10% Rabatt, weil ich mit dem eigenen Brotbeutel/Brötlisack ankam. Das mache ich zwar schon seit Ewigkeiten so, aber 10% sind dafür echt gut. Da kann ich gleich 11% mehr essen für denselben Preis.

Und die Wertschöpfung bleibt vor Ort 🙂

Beim Rabatt für das eigene Gefäss könnte man noch den Spiess umkehren und pro Papiertüte oder pauschal 10% Aufpreis kassieren, dann würden es noch mehr Leute bemerken und mal kurz nachdenken, ob sie für ein paar Minuten echt eine Papiertüte brauchen, die danach weggeworfen wird. Bei Starbucks ist es allerdings auch so, dass ich mit eigenem Gefäss 80 Rp. Rabatt bekomme und auch da könnte man andersherum einfach für die Papp-Plastik-Becher Zuschlag nehmen.

Zu letzterem Anbieter kam auch eine sehr gute Dokumentation auf Arte: Starbucks ungefiltert (bis 26.10.2018 verfügbar).

Salt-Vertragsverlängerung (2)

Alle zwei Jahre muss man ja mal schauen, was sich auf dem Mobilfunkmarkt so tut. Unser Mobiliar-Rahmenvertrag mit der Swisscom wäre inzwischen auch für mich offen, aber die Konditionen sind nicht so gut wie bei Salt, obwohl ein Teil der Vertragsgebühr sogar gesponsort wird. Also hab ich mich normal umgeschaut, den Vertrag schon zum 28.09.2018 gekündigt und wieder in das Kündigungsschreiben hineingeschrieben, dass ich gern den Plus Europe für 49 Fr. im Monat nehmen würde, so wie er auch im Sommer immer mal wieder online angeboten wurde.
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Nachdenkschwimmen und Nachdenkvelofahren

Glattradweg, unter einer Brücke.

Aareschwimmen und Velofahren sind beide sehr gut zum Nachdenken. Gestern war ich seit langem mal wieder am Morgen ins Büro nach Oerlikon unterwegs, also am Flughafen ausgestiegen und so wie hier ins Büro, nur nicht liegend.

Eine Sache, die mich permanent beschäftigt, sind Zentralisierungstendenzen. Ich bin absoluter Befürworter von Föderalismus und Subsidiarität. Probleme sollten auf der unterstmöglichen Ebene gelöst werden, anstatt tausend Hierarchiestufen dazwischen zu setzen. Also in der Gemeinde statt im Kanton statt im Bund. Oder: auf der Generalagentur statt auf der Direktion. Der Vorteil ist, dass die kleinen Einheiten ihr Arbeitsgebiet und ihre Umgebung sehr genau kennen und nicht alles, was von oben kommt, überhaupt auf sie passt. Aber als Data Scientist hab ich gern mehr Daten und die krieg ich in der Zentrale einfach viel besser. Schon allein mit vier offiziellen und einer inoffiziellen Sprache im Land geht da nicht alles, was aus der Direktion kommt. Ich krieg dann sogar Daten, wo dasselbe Feld mit derselben Bedeutung in mindestens drei Varianten benannt ist. Viel Spass beim Zusammenfügen der Daten, aber ich lerne sprachlich sehr viel dabei, so soll das sein 🙂 In diesem Sinne stehe ich auch meiner eigenen Arbeit auf der Direktion sehr kritisch gegenüber, wenn es zum Beispiel darum geht, Generalagenturen miteinander mit irgendwelchen wie auch immer aussageschwachen/-kräftigen Kennzahlen zu vergleichen. Das fördert dann auch nicht unbedingt den Austausch zwischen Direktion und GA, wenn oben das Gefühl hat, durchregieren zu müssen und unten das Gefühl hat, nicht verstanden zu werden. Es ist in diesem Sinn tatsächlich genau dasselbe wie mit den Staatsebenen. Oder Schweiz-EU 😀

Eine weitere prinzipielle und philosophische Frage ist die, inwiefern eine Kundenbeziehung rentabel sein soll. Eigentlich ist ja eine Versicherung dafür gedacht, Risiken vom Einzelnen auf die Gemeinschaft der Versicherten umzuverteilen. Allerdings gibt es natürlich Leute, die (absichtlich oder nicht) viele Schäden produzieren und damit die Gemeinschaft über Gebühr belasten. Solche Verträge werden dann saniert. Die Frage ist, ob man jetzt den einzelnen Kunden in den positiven Bereich bringen muss (Prämien minus Schäden) — wenn das der Fall ist, hätte der Kunde ja gar keine Versicherung gebraucht, sondern hätte gleich selbst Geld zurücklegen können. Aber im Grundsatz ist das natürlich schon richtig, schlechte Kunden zu sanieren. Die Kriterien dafür sind versicherungsspezifisch, die möglichen Aktionen einer Versicherung sind aber auch beschränkt, z.B. hier ganz gut aufgelistet.

Am Abend gab’s noch eine spontane Velo-Inline-Runde zu zweit um den Flughafen. Gut 20km mit 25er Schnitt, das ist nicht mein sonstiges Tempo mit dem Postvelo, sondern deutlich mehr, aber die Skate-Route hat zwangsweise immer Asphalt und auch bei dem Tempo kann man sich bei gutem Trainingszustand noch gut unterhalten.

Am Flughafen stand schon am Morgen ein Lime-Bike herum, die hatte ich in San Francisco schon gesehen, aber nicht abgelichtet:

Limebike, nicht im Silicon Valley, sondern in/um Zürich.

Das Wetter ist hier grad ungefähr dasselbe wie in Kalifornien letztes Jahr, die Landschaft mit den Industriegebieten zwischen Flughafen und Oerlikon-Büro auch. Hat mich doch recht gut dran erinnert.

Ein Google-Bike auf dem Google-Campus.
Ford-Mietvelos, Oakland.

TEDx in Bern

Unter dem Titel Äs git nüt wos nid git lief heute ein TEDx-Event in Bern, zu dem ich mich schon im Mai angemeldet hatte. Etwa 400 Leute, sehr interessante und hörenswerte Vorträge zu sehr verschiedenen Themen, nichts Technisches, sondern eben TED-Talks, die auch auf youtube sehr gut laufen: TED-Kanal. Normalerweise schwimme ich hinter der Dampfzentrale in der Aare stromabwärts, aber die Badesaison ist wohl für dieses Jahr auch vorbei.
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Wil-Wallis-Burgdorf-Bern-Wil

Den Sonntag habe ich mit 6h Zugfahrt und 6h Velofahrt verbracht. Im Wallis, da wo ich letztes Jahr von Sion via Furka und Oberalp nach Disentis gefahren bin, gibt’s ja noch jede Menge unfotografierter Bahnhöfe. Weil ich faul bin und weil das schon anstrengend genug ist, immer von Strassenniveau zu den Bahnhöfen hoch-/runterzufahren, bin ich also mit dem Zug von Wil SG nach Oberwald VS und von dort abwärts gefahren.
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