Eckenabriss HWR

Der provisorische Einbautermin für die Wärmepumpe ist auf “nach meinen Ferien” provisorisch fixiert, also ab dem 10.08. Aber ich war ja schon bisher nicht untätig. So eine WP braucht etliche Leitungen. Strom direkt ab dem Schaltschrank im Keller hatte ich schon im September in einer anderen Aktion (Leitungsverkürzung WWe) bis in die Ecke der WP gebracht. Abwasser ist schon da, und die Leitungen für WW und VL/RL der Heizung sind auch da. Aber was noch fehlte: der Kaltwasser-Zulauf. Nach zwei erfolglosen Probebohrungen in die Wand habe ich beschlossen, die Wand nicht weiter zu perforieren, sondern eine andere Lösung zu suchen.

Hier im Bild ist der Zustand vorher: Regale vor der Nische, in der zur Zeit die Waschmaschine steht. Das frisst alles extrem viel Platz. Aber irgendwo da in der Ecke muss ja der Kaltwasseranschluss sein. Was man auch sieht: die vielen (von mir 2020 isolierten) Rohrleitungen, die kreuz und quer durch den Raum laufen. Viele davon verschwinden jetzt ohnehin, aber die, die bleiben, sollen zumindest noch an den Rand des Raumes. Die Überlegung war aber erstmal, wie ich jetzt das Kaltwasser von der Waschmaschinen-Ecke zur Wärmepumpe (rechts, ausserhalb des Bildes) bringe.

Und das einfachste ™ ist natürlich ein Abriss der gesamten Ecke. Zumindest lief es schlussendlich auf diesen hinaus.

Zuerst habe ich mal genauer angeschaut, was da so überall an Leitungen verläuft, und die Decke in der WaMa-Nische aufgemacht. Ich vermute, das war mal ein WC. Alles super pfuschiger Zustand, Elektroleitungen alle Aufputz, oben für Elektro in die Balken gesägt, der Rundum-Spritzschutz war mal dunkelgrün und wurde einfach nur überstrichen, der Boden auch super hässlich. Aber: alles Trockenbau mit Spanplatten, d.h. gut abreissbar 🙂

Nebenbei: wie ich auf die Idee gekommen bin, weiss ich gar nicht, aber es gibt kleinere Waschtrockner. Der derzeitige hatte 8kg Fassungsvermögen, was zwar nett ist, was ich aber seltenst brauche. Irgendwo muss aber eine WaMa im Haus hin und witzigerweise gibt es Geräte mit kleineren Aussenabmessungen, d.h. 70cm hoch und nur 50cm tief, wo dann aber auch ganz gute 5kg Wäsche reingehen. Tja, und so ein Waschtrockner steht jetzt perfekt eingepasst im unteren Bad:

Damit war ein Platzproblem schon mal gelöst, ohne grössere Umbauten, und eine bisher ungenutzte Lücke wurde perfekt gefüllt. Der alte Waschtrockner ging per tutti innerhalb von weniger als 24h über die Schwelle und ich hatte einen Kubikmeter mehr Luft.

Weiter im HWR konnte ich jetzt nach und nach alles abreissen, und bis auf einen dem Hitzschlag zum Opfer gefallenen FEIN Multimaster 500 haben alle Werkzeuge und Körperteile verletzungsfrei mitgemacht. Das kurze Brecheisen vom Hornbach war das perfekte Werkzeug dazu. Sämtliche Balken sind jetzt nagelfrei im Keller eingelagert für zukünftige Projekte.

Zwischendurch war noch Konzert in Flawil, aber die Abrissarbeiten haben allein schon drei volle Tage gedauert. Es war keine einzige Schraube verbaut, alles war genagelt und sehr solide (im Gegensatz zu den Aufbauten).

Nach der Zwangspause wegen kaputtem Multimaster ging es dann weiter: erstmal die aufgeklebte Wandvertäfelung weg, dabei keine Leitungen kaputtmachen. Ausserdem schon mal anfangen, die Decke sauber und ordentlich zu verschliessen. Das war eine ziemliche Puzzle-Arbeit, aber mit der eingerichteten Holzwerkstatt im Keller, Hilfskonstruktionen und passenden Werkzeugen war das nur eine Zeitfrage.

Die Stromführung im Haus ist abenteuerlich. Die dreiphasige Leitung, die immer in der Ecke oben herumfliegt, versorgt auf einer Phase den Geschirrspüler/Quooker, auf der zweiten die Steckdose in der Küchenecke und die dritte Phase ist unbelegt bzw. da hängt jetzt die Steckdose dran. Die Leitung kommt vom Schaltkasten im OG und wurde einfach Aufputz im HWR verlegt, nach ein paar Löchern in der Wand vorher.

Aber erstmal setze ich unten noch eine weitere Dose, damit die Leitungsverlegung in den Keller noch etwas besser wird. Hinter der Wand ist die Nische in der Küche:

Jetzt habe ich da in der Ecke unten also noch einen zweiten Anschluss, der direkt aus dem Keller kommt. Und genau in der Dose unten könnte man auch noch weitere Drähte bis in den Keller ziehen, um eine E-Auto-Ladestation aussen ans Haus zu bauen. Vielleicht kriegen wir ja mal dynamische Stromtarife, damit sich so eine Rollbatterie für mich lohnt.

Nach dem Wiederverschliessen der Wand kommen jede Menge kosmetische (also eher additive statt subtraktive) Arbeiten, Verputzen, Schleifen, Streichen. Das macht viel Spass, weil man hinterher direkt sieht, was man geschafft hat.

Was ich mir jetzt noch überlegen müsste: wie ich den Boden in der Ecke gestalten will. Die Nische war mit einem Holzaufbau auf den originalen Betonboden gestellt, wobei dessen enorme Schiefe dabei ausgeglichen wurde, etwa 3cm Höhenunterschied auf 1m Breite. Die beste Lösung wird wohl sein, da das Bodenniveau mit Beton anzugleichen, dann hat der HWR auf voller Breite eben eine Stufe (bzw. die habe ich schon mit einer Rampe befahrbar gemacht). Aber erstmal ist jetzt der Weg frei für die Leitungsverlegung, wobei ich die Elektrik schon mit Kabelkanal ordentlich verlegt habe. Alles kann oben in der Raumecke verlaufen und wenn ich Lust habe, kann ich das auch noch hübsch verkleiden und streichen (natürlich kommen da auch Netzwerkkabel und ein Leerrohr rein).

Der anfallende Dreck war enorm, überall ist eine dicke Staubschicht drauf und ich hab auch gern mit Gehörschutz, Schutzbrille und FFP2 gearbeitet. Zum Glück hab ich die Kühletage weiter oben, bei dem Wetter wüsste ich sonst gar nicht, wo ich hin sollte. Der Bastelkeller ist inzwischen aber schön ausgetrocknet, Luftfeuchte um die 45% und 23°C, der wäre noch eine Option, aber ist voller Späne 🙂

Entsorgung nach Zerkleinerung: via normale Kehrichtabfuhr, es sind halt einfach ein paar mehr Säcke gewesen.

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