Samedan-Scuol

Der gestern nach der Pankratiusmesse in St. Gallen spontan gefasste Plan war, früh mit dem Zug ins Oberengadin zu fahren und von dort bis Scuol, um die restlichen Bahnhofsfotos auf der Strecke einzusammeln. Am Bahnhof Wil wurde ich schon wieder nett angequatscht zum Liegevelo und meine Tagespläne (bis ins Engadin, Velofahren und wieder nach Wil) wurden belächelt. Ja gut, sind halt vier Stunden pro Richtung, warum denn nicht? Es gibt ja Leute, die fahren sowas gern mit dem Auto, aber ich arbeite lieber nebenbei noch was oder lese romanische Artikel.

Mein erstklassiger Arbeitsplatz mit Velohängeplatz.

Kaffee und Zmorge hatte ich beides dabei und draussen zogen jede Menge bereits persönlich abfotografierter Bahnhöfe vorbei. Dank regelmässiger Liegevelotouren habe ich inzwischen wieder ein Hungergefühl wie in Neuseeland. Ich hoffe, man hat gestern in der Messe in St. Gallen das Magenknurren nicht gehört.

Auf dem Weg nach Spinas, sonnig und ruhig.
Wieder abwärts von Spinas, Blumen und sehr schöne Landschaft.

Die Ansagen der RhB zur Welterbestrecke und dem Landwasserviadukt höre ich inzwischen gar nicht mehr, die kenne ich langsam. Im Stadler Allegra war jedenfalls gut arbeiten möglich, während die zweite Klasse randvoll mit Wanderern war.

Im Oberengadin in der Einflugschneise des Engadin Airport.
Jaja, Weg gesperrt, haha. Zug vorbeigelassen und dann wegen Zugfolgezeiten gar nicht mehr auf die Gleise geschaut.

Die Strecke hatte ich so ausgewählt, dass ich ausser den Abstecher nach Spinas (am südlichen Ende des Albulatunnels) nur wenig Höhenmeter würde fahren müssen. Das erwies sich aber kurz vor dem Ziel (Ftan) als Makulatur: dort hätte es entweder 150 Höhenmeter auf 600m Strecke (Strasse-Bahnhof, unfahrbar) gegeben oder 100 Höhenmeter auf 800m Strecke (Bahnhof-Strasse-Scuol). Da hab ich mich für letzteres entschieden und war auch nicht länger unterwegs.

YEAH! So muss ein Velo”streifen” aussehen. War aber leider nur eine Baustelle.
Velowagen. Scheint wohl zu Stosszeiten mehr Bedarf zu sein, hinter mir ist nochmal genausoviel Platz.
Ardez, diesmal von der Strasse, nicht von der Schiene aus, siehe Bild vom Juli 2014.

Unterwegs gab es am Rand des Wanderwegs schiffende Kinder, schiffende und kauende Kühe, neugierige Pferde und jede Menge bunte Blumen, die Sonne schien erbarmungslos, die Temperatur war angenehm und so rollte ich dem Inn entlang.

In Scuol hab ich mein gestern noch spontan eingefallenes Überraschungsgeschenk abgegeben, später die eigentlich zu Überraschenden noch persönlich getroffen (Zufälle gibt’s) und bin dann zum Plain in Pigna und einem Stück Bündner Nusstorte noch geblieben. Es regnete später und ich bin noch nie so gern im Regen Liegevelo gefahren, auch wenn es vom Unterdorf bis zum Bahnhof Scuol einfach nur permanent bergauf ging. Nach der vielen Sonne war das eine gelungene Abwechslung. Das Brunnenwasser im Unterdorf in Scuol ist auch mit unterwegs ins Flachland.

Scuol Unterdorf, sehr schöner Platz mit interessantem Brunnenwasser.
Fremdfotografieren lassen.
Regen! Ich hab mich einfach mal nur in den Regen hineingestellt und mich nass werden lassen.

Zusammenfassend fällt mir nicht viel mehr ein als L’Engiadina es müravigliusa.

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