Kommentar zu selbstfahrenden Autos

Der Kommentar stammt von Franz Alt: Ach, Herr Dobrindt: Wo bleibt die Freiheit und die Lust? (ja, eigentlich müsste es bleiben heissen).

[…]
Hinzu kommt: Zumindest auf Fernstrecken ist der Zug schon lange schneller als das Auto. Und da künftig eher mehr als weniger Autos unterwegs sein werden, bleibt das Stauproblem grundsätzlich auch morgen, beim Selbstfahren wie beim Gefahrenwerden im Auto. In der Bahn kann ich schon heute mehr und intensiver arbeiten, zwischendurch essen gehen, Kaffee trinken, flirten und mir die Beine vertreten. Das geht beim Gefahrenwerden im Auto alles gar nicht oder nur unter schwierigen Umständen. […]

Natürlich lassen sich Verkehrsströme mit autonom fahrenden Autos besser lenken und Staus leichter umfahren. Warum aber Autos umweltfreundlicher werden sollen, nur weil ich gefahren werde, statt selbst zu fahren, leuchtet mir gar nicht ein. […]

Das trifft in etwa auch das, was ich hier zu E-Autos und hier zum GA geschrieben habe (letzter Absatz).

Jetzt, da ich das Velo im Zug einfach mitnehme, ist meine Haustür-zu-Büro-Pendelzeit schon unter eine Stunde gesunken. Jetzt müssten die SBB nur noch die obligatorische Reservierung für den ICN während der Sommerzeit abschaffen.

Oper und Kultur

Vier Aufführungen von La Traviata sind schon gespielt, mit unterschiedlichen Besetzungen, immer wieder gut. Es passiert nur immer wieder das Gleiche, wie ärgerlich 🙂

Zur Abwechslung war ich gestern bei Polizeiruf 117 im Theater am Hechtplatz — zwei Stunden sehr abwechslungsreicher Komödie, ab und an vorhersehbare Pointen und ein etwas nachlassender Schluss, aber sehr lohnenswert. Vorteil: ich kann mir jetzt die Polizei-Telefonnummer endlich merken. Nicht dass ich sie mal brauchen wollen würde, aber es kann nicht schaden. Wenn dann natürlich, wie in der Komödie, auch nur der Anrufbeantworter rangeht und ich über die Ziffernwahltasten auswählen soll (“Für Einbruch — die 1, für Unfall — die 2, …”), wär das nicht so spassig wie gestern abend.

Morgen folgt der Besuch bei Kabarett Sauvignon im Migros-Hochhaus. Für Mitarbeiter gratis, aber sicher nicht umsonst. Am Montag war ich in demselben Saal, in dem dann das Kabarett läuft, zur Blutspende, leider kommt da der Zapfdienst nur zweimal im Jahr ins Hochhaus. Aber ab April kann ich ja dann wieder zum Blutspendedienst in St. Gallen gehn. Meine quasi-vegetarische Ernährung seit November hat zumindest auf meinen Hb-Wert keinen Einfluss gehabt, aber vielleicht zeigt sich das auch erst auf längere Sicht.

Noch was zu Uhren

Das, was ich gestern geschrieben habe, hat die NZZ heute passend ergänzt: NZZ-Zwischenruf vom 21.01.2015 (Astronauten-Kost).

Fängt so an:

Zum Erstaunen seiner Freunde trug der Sammler vom einen Tag auf den anderen eine einfache Quarzuhr aus China am Handgelenk. Warum er plötzlich ein solches Unding anhabe, wollten sie wissen? Denn sie waren der festen Überzeugung, dass wertvolle und komplizierte mechanische Uhren das einzig Wahre seien, um die kostbare Zeit adäquat anzuzeigen. Dies, obwohl auch sie zugeben mussten, dass moderne Anzeigen bisweilen verlässlicher waren als die seit dem 18. Jahrhundert etablierte Messtechnik aus Zahnrädern und Spiralfedern. Was er da aber an batteriebetriebenem Plastic an seinen Rist gebunden habe, sei weit entfernt von einer echten Uhr und vermittle höchstens Kulturbanausen einen entfernten Anschein einer solchen, kritisierten sie seine neue Wahl scharf. […]

Uhren-Grenznutzen

Als Beispiel für eine Ingenieurmeinung, die ich genauso vertreten würde, hier mal zwei Zitate aus Ingenieure bauen die Schweiz. Rein technisch sind mechanische Uhren einfach schon lange ausgereift.

Seite 356:

Doch schon Ende der 1980er-Jahre war die Schweiz der nun chinesisch gewordenen Konkurrenz im Bereich der preiswerten Quarzuhren nicht mehr gewachsen. Sie verzog sich darum in den Hoch- und Höchstpreissektor, wobei die Herrenmodelle fast ausschliesslich mit äusserst luxuriösen und kostspieligen mechanischen Werken ausgestattet sind. […] Bei der kostspieligen mechanischen Uhr spielt der instrumentelle Aspekt heute kaum noch eine Rolle. Vordergründig ist er irrational-emotioneller Schmuck- und Repräsentationsaspekt. Die Innovation in der Mikromechanik dient heute primär der Ästhetik und ist rückwärtsgerichtet. Sie stützt sich auf Technologien, die Ende des 18. Jahrhunderts voll beherrscht wurden. Das simpelste, weit unter einem Franken kostende Quarzwerk ist dem schönsten und teuersten mechanischen Chronometerwerk in Bezug auf Genauigkeit um eine Grössenordnung überlegen.[…]

Seite 376:

Jedenfalls war die horologische Mikromechanik ab den 1990er-Jahren trotz oder gerade wegen hoher Preise und schlechter Leistung plötzlich wieder in. Man kaufte für vier- bis sechsstellige Beträge Technologie von vorgestern, das heisst des 18. Jahrhunderts, […] Die Schweizer Uhrenindustrie ist heute zumindest im Bereich des Marketings sehr stark auf den Mann ausgerichtet. Man hat es ihm beigebracht, sehr schöne und komplizierte, wenn auch technisch obsolete Mikromechanik so zu lieben, dass er bereit ist, dafür fünf- oder sechsstellige Beträge auf den Ladentisch zu legen. Von den horrenden Folgekosten für Revisionen oder Reparaturen wird nicht gesprochen. Man weiss genau, dass sich die allermeisten Frauen niemals für folgendes Konzept erwärmen können: “Warum einfach und preiswert, wenn es kompliziert und teuer auch geht.”

Passend zum Thema kamen in der NZZ tatsächlich doppelseitige Anzeigen einiger Uhrenhersteller auf den Seiten 2/3. Völlig inhaltsleer.

Seite 2/3 der NZZ vom 19.01.2015
Seite 2/3 der NZZ vom 19.01.2015

Bei Leuten, die obiges Buch lesen, dürfte die Werbung also eher nicht verfangen.

Eine Uhr ist ein Gebrauchsgegenstand. Die Zeit muss stimmen, sie muss gut ablesbar sein, fertig. Wenn sie noch gut aussieht: nett. Meine Mondaine Night Vision kann genau das und ist überdies schwach radioaktiv, so dass ich sie auch im Dunkeln ablesen kann. Halbwertszeit 25 Jahre, das sollte als Lebensdauer erstmal ausreichen. Noch witziger wäre ja die neue stop2go, die den klassischen (technisch bedingten) Minutenschlag der Bahnhofsuhren nachbildet, d.h. der Minutenzeiger hat genau 60 diskrete Positionen und springt zur vollen Minute genau um eine Position weiter, während der Sekundenzeiger für zwei Sekunden auf der senkrechten oberen Position verharrt. Aber schon da wär es mir den Preis nicht wert, zumal ich die andere geschenkt bekommen habe und die stop2go nicht beleuchtet ist.

Frankenreich

Seit Donnerstag ist klar, dass es ziemlich viele waghalsige Leute gegeben hat, die im Ausland Fremdwährungskredite in Schweizerfranken aufgenommen haben, um z.B. Immobilien zu finanzieren. Dabei ist ihnen wohl das Wechselkursrisiko nicht bewusst gewesen, sondern sie haben nur auf die niedrigen Kreditzinsen des Franken-Kredits geschaut. Am Donnerstag hat sich dann mal eben die Rückzahlungssumme um 20% erhöht, als die Schweizer Nationalbank die Wechselkursuntergrenze CHF/EUR aufgegeben hat. Pech gehabt, wie das eben bei Geldspekulationen so ist. Bei Privatpersonen stehen diese immerhin selbst für ihr Risiko ein, wie sich das auch gehört. Leider haben das auch etliche deutsche Gemeinden so gemacht und das ist dann mal ganz und gar nicht in Ordnung. Dass sie Kredite aufnehmen, um laufende Ausgaben tätigen zu können, zeigt eigentlich nur noch, dass sie pleite sind.

Mich betrifft der neue Kurs grad weniger, ausser dass jetzt Nicht-Schweizer noch blöder gucken als vorher, wenn ich meine normalen Lebenshaltungskosten in Euro angebe. Geh ich halt jeden Tag für elf EUR in der Kantine essen statt für neun, meine Bio-Rohmilch kostet 2,20 EUR, der Döner zehn, die Miete 1’900 und die NZZ 60 EUR im Monat. Ich werd ja zum Glück in CHF entlöhnt. Die Leute, die Grenzgänger sind (in der richtigen Richtung), haben allerdings tatsächlich schlagartig eine ordentliche Gehaltserhöhung bekommen. Aber genauso kann es auch wieder in die andere Richtung gehen. Also nach dem Euro-Crash natürlich erst.

Viel interessanter ist doch da die Lektüre eines doppelt guten Buches: Ingenieure bauen die Schweiz. Jeder Beitrag ist anders geschrieben, alle aber spannend, abwechslungsreich, mit persönlichem Standpunkt und auch persönlichen Meinungen. Da das alles im Herzen Ingenieure sind, die da mitgeschrieben haben, merkt man ihre Begeisterung für alles Technische, für Basteleien, Erprobungen und Problemlösungen, den Stolz auf ihre Kunstwerke und die Verachtung für jegliche Verwaltung und Politik, weil sie nichts zur Sache beiträgt. Das kommt mir doch persönlich ziemlich bekannt vor. Bevor ich unzählige Meetings, Arbeitsstunden und Streitereien in irgendein Kompetenzgerangel investiere, damit mal eine andere Abteilung ein Problem für mich löst, das ich klar definieren kann, mach ich das lieber selbst in fünf Minuten, auch wenn letzteres nicht der offizielle Weg sein mag. Wenn ich damit anecke, gerne doch — aber ich bin damit wesentlich schneller und zufriedener. Manchmal komme ich mir schon vor wie in diesem Video, natürlich in der Rolle des Experten.

GA + Velo(s)pass

Wie gibt man möglichst schnell 3’875 Franken aus? Einfach das GA erneuern und gleich noch den Velopass dazukaufen. Im täglichen Pendlerverkehr würde ich mir schon echt komisch vorkommen, da mit einer echten Fahrkarte anzutanzen oder vielleicht noch mit dem Handyticket. Bei der Kontrolle wird einfach wahlweise gelangweilt oder freundlich das GA gezeigt und fertig. Ein paar Schnellbremsungen habe ich dieses Jahr auch schon erlebt, da rutscht dann schon mal der Kaffeebecher vom Klapptisch und man wundert sich über den Reibungskoeffizient der Paarung Stahl-Stahl (Rad-Schiene). Wenn die Pendler sich aber so benehmen würden wie die Leute, die ausserhalb der Pendelzeiten Zug fahren, dann gäb es bei gleicher Zugbefüllung echtes Chaos. Leute, die ihre Koffer und Taschen durch den ganzen Wagen schleppen, sie mitten im Weg stehen lassen, direkt an den unmöglichsten Orten selbst stehen bleiben (hierbei ganz beliebt: direkt nach dem Aussteigen vor der Zugtür auf dem Bahnsteig mit zwei fetten Koffern), keine Ahnung von Fahrplan und Strecke haben und auch noch im Zug den Billettkontrolleur aufhalten. Selbstredend regen die sich über den Fahrpreis auf, über das Geschaukel des ICN und können wahlweise nicht in oder gegen die Fahrtrichtung sitzen, was dann bei einer Fahrt von St. Gallen nach Bern bedeutet, dass sie in Zürich den Platz wechseln müssen. Für Euch Nicht-Gegen-Die-Fahrtrichtung-Fahren-Könnenden wurde ja extra die Durchmesserlinie erfunden, die Zürich HB vom Kopfbahnhof in einen Durchgangsbahnhof verwandelt. Nur für Euch, für niemanden sonst. Echt Luxusprobleme 🙂

1 Minute Bestellung, 1 Minute Geld zählen, fertig.
1 Minute Bestellung, 1 Minute Geld zählen, fertig.

Nach einem Jahr GA muss ich meins jetzt erneuern und war zu diesem Behufe den ganzen Tag in fünf verschiedenen Coops, um dort Reka-Checks mit 3% Rabatt zu erstehen, mit denen ich dann wiederum das GA am Schalter bezahlt habe. Pro Coop-Filiale gibt es eine Tageslimite von 1’000 Fr., die wohl eigentlich per Vorzeigen der Supercard überprüft werden soll, aber dass man einfach zu einem anderen Coop / Coop City / Coop Bau+Hobby gehen kann, war wohl im System nicht vorgesehen. Das Gleiche auch bei der Bezahlung der Reka-Checks: eigentlich soll man die nur mit Maestro/V-Pay bezahlen (Verkäufer-Gebühren? Marge?), aber wenn keiner hinguckt, kann man auch die Kreditkarte in das Lesegerät stecken und dann mit der bezahlen. Kontaktlos ist das noch viel einfacher: in der rechten Hand die Maestro-Karte halten und so tun, als ob man die ins Terminal steckt, dabei mit der linken Hand das Portemonnaie mit der kontaktlos lesbaren Kreditkarte nah genug links ans Lesegerät halten und dann halt die korrekte PIN für diese Kreditkarte eingeben (da Betrag grösser 40 Franken).

Jedenfalls bin ich mit einem Stapel Quasi-Bargeld an den Bahn-Schalter, hab gesagt, dass ich mein GA erneuern möchte und noch den Velopass dazu und nach 20 Sekunden hatte ich die Quittung für das GA und weitere zehn Sekunden später die für den Velopass. Das Geldzählen hat dann doppelt so lange gedauert und nach zwei Minuten war ich wieder draussen. Das ging wesentlich schneller als die Online-Bestellung! Ich glaub, Auto kaufen ist umständlicher, zudem muss man ja dann noch selbst fahren, es kommt auch keiner mit der Minibar vorbei, es ist kein Klo drin und den 12V-220V-Wechselrichter hab ich auch nicht immer dabei. Vielleicht ist ja auch die Bediengeschwindigkeit am Schalter zum Preis des erworbenen Produkts umgekehrt proportional, das kann ich mangels Schaltererfahrung nicht entkräften.

Hintergrundbeleuchtete Bücher

Das, was jetzt in einer Studie herausgefunden wurde, wusste ich auch vorher schon: eBook-Reader mit Beleuchtung beeinträchtigen die biologische Uhr mit messbaren Folgen. Der eigentliche Titel des Telepolis-Artikels leitet in die Irre (Rötzer-reisserisch-typisch), denn es sind nicht die eBooks, es sind die beleuchteten Lesegeräte. Dass ich schlechter einschlafe und am nächsten Morgen unausgeschlafener bin, wenn ich am Abend noch vorm Schlafengehen auf dem Tablet herumspiele (z.B. mit Duolingo-Sprachkurs), weiss ich schon lange. Beim eBook-Reader ist es genau das Gleiche, wenn er hintergrundbeleuchtet ist. Wenn ich allerdings die Hintergrundbeleuchtung abstelle und stattdessen mit normalem Umgebungslicht lese, hat der Reader für mich keinen Unterschied zu einem Papier-Buch. Eben deswegen ist ja für mich auch das NZZ-EPaper auf dem Tablet keine Lesealternative, denn ich sitze sowieso schon den ganzen Tag vorm Monitor. Drum auch das calibre-Recipe für die NZZ, was seit dem ersten Ausprobieren zuverlässig funktioniert und mir die aktuelle NZZ-Ausgabe in die Dropbox stellt. Ausserdem kann man ein EPaper beim Umzug nicht zum Einwickeln von Glas, Tellern und sonstigen Dingen verwenden oder als Notizpapier für Geocache-Details, wenn man grad sonst nichts zum Schreiben dabei hat.

Fribourg/Freiburg

Gute zweieinhalb Stunden trennen mich von der Saanestadt Freiburg und eigentlich wollte ich ja nach Genf fahren, bin dann aber spontan in Fribourg ausgestiegen, weil ich da noch nicht gewesen war. Nach ein paar Stunden per Geocache geführter Wanderung hatte ich etliche Höhenmeter geschafft und mich bei den vielen Brücken, die über die Saane führten, verzählt. Es fällt jedenfalls auf, dass alles zweisprachig ist und es war teilweise auch erhellend. Dass “Notre Dame” nichts anderes als “Liebfrauen” bedeutet, ist mir im Nachhinein auch klar, aber wenn die Strassen- und Platzbeschilderung zweisprachig angeschrieben ist, kommt der Aha-Effekt schneller. Verständlich machen konnte ich mich auch halbwegs.

Der Blick von der Lorette-Kapelle für das Postkartenfoto.
Der Blick von der Lorette-Kapelle für das Postkartenfoto.
Der Blick vom Roten Turm aus.
Der Blick vom Roten Turm aus.
Die Saane.
Die Saane.
Wil sieht auf dem Hügel so ähnlich aus.
Wil sieht auf dem Hügel so ähnlich aus.
Die Strassenschilder bekommen zweisprachig einfach länglichere Formate.
Die Strassenschilder bekommen zweisprachig einfach länglichere Formate.
Ganz links auf dem Foto die zweisprachigen Strassennamen, u.a.
Ganz links auf dem Foto die zweisprachigen Strassennamen, u.a.
Eine zweisprachige Fensterkatze.
Eine zweisprachige Fensterkatze.

Finale von Giacobbo/Müller und schon wieder Andreas Thiel

Gut, für 2014 ist Giacobbo/Müller sehr amüsant zu Ende gegangen, diesmal mit Michael Mittermeier in der Sendung vom 14.12.2014, der im Vorprogramm eigentlich noch wesentlich lustiger war. Aber ist halt Comedy, keine Satire. Viel besser fand ich dann, wie Andreas Thiel bei Roger Schawinski selbigen zum Koranthema kühl und ruhig abgefertigt hat, auch wenn Roger immer und ausschliesslich auf oberflächliche Provokationen aus war, dies aber Andreas Thiel gerade vorwerfen wollte. Sendungslink, aber ohne Dialektverständnis nutzlos. Ich weiss echt nicht, was der Schawinski vor der Sendung für Zeug geraucht hat, dass er so oberflächlich zu provozieren versucht hat. Ausredenlassen ist wohl auch nicht seine Stärke. Wenn ich da so “interviewt” worden wäre, wäre ich entweder in kürzester Zeit ausgeflippt oder hätte einfach gar nichts mehr gesagt.

Dass jetzt alle bei Pegida herumrätseln, wie das dazu kommen konnte, find ich auch wieder heuchlerisch. Da ich momentan noch die schön zusammengestellten MfS-Akten vom Oktober/November 1989 lese, würde ich da schon eine Parallele ziehen wollen: das Volk ist weiter als die Herrschenden. Es fühlt sich nicht ernst genommen, hat alltägliche Sorgen (und Nöte) und die da oben agieren und reagieren völlig weltfremd. Ich hoffe, all die, die jetzt bei Pegida mitdemonstrieren, haben sich nicht im Februar über das schweizerische Ja zur Masseneinwanderungsinitiative gewundert. Das ist nämlich inhaltlich genau derselbe Ausdruck des Volkswillens, nur eben in direkter Demokratie in geordnete Bahnen gelenkt. Hier sagt das Volk, was die Regierenden zu tun haben und nicht umgekehrt. Sogar das Detail, dass dort der Protest am grössten ist, wo eigentlich am wenigsten Ausländer vorhanden sind, ist gleich. Macht dieselbe Abstimmung in Deutschland und die Zustimmung wird noch wesentlich grösser sein als nur knapp über 50%, jede Wette.

Konstruktive Kritik am M-Weihnachtsgeschenk

Bevor ich mir vorwerfen lasse, dass ich nur negative Kritik äussern würde, hier der Verbesserungsvorschlag für das Migros-Weihnachtsgeschenk für nächstes Jahr. Ich hatte ja schon hier vermerkt, dass im M-Way-Sortiment geeignete hochwertige Taschenprodukte vorhanden wären.

Die Ausgestaltung des Weihnachtsgeschenks wäre dann in Form eines M-Way-Gutscheins für alle Mitarbeiter. Auf diesem Gutschein ständen die Optionen 50 Franken Rabatt (unbedingt, ohne Einschränkungen) oder eine entsprechende Tasche, die wie folgt aussehen könnte:
20141211-ortlieb-city-ein-m-besser

Das hätte mehrere positive Effekte:

  1. Die Mitarbeiter hätten die Wahl und könnten den Gutschein auch weitergeben, Frustration über sinnlose Weihnachtsgeschenke bliebe aus.
  2. Der Umsatz bliebe im Konzern.
  3. Die Tasche wäre benutzbar und hätte auch einen Werbeeffekt.
  4. Die bisher noch recht unbekannte Migros-Eigenmarke M-Way würde bekannter gemacht.
  5. Das gewollte grüne Image liesse sich mit einer Velotasche sehr gut vereinbaren.
  6. Es wäre kein billigster China-Import.

Über den letzten Punkt könnte man sich streiten, weil die Migros ja gern die Swissness vertritt und Ortlieb mitnichten schweizerisch ist. Also wäre ein hochwertiges Alternativprodukt, wie vom Kollegen vorhin angemerkt, sicherlich auch beim Schweizer Hersteller freitag.ch zu günstigen Konditionen zu beziehen.

Macht was draus!