Mein Aufenthalt in Palo Alto nimmt langsam Form an, das Budget ist vorgegeben und ich bin auf Unterkunftsuche. Das Ottermobil kommt mit* und der Flug dürfte auch wieder im Liegen sein. Irgendwie bin ich inzwischen auf die Mobilitätsthemen abonniert, wobei Mobilität für die meisten Leute was mit Autos zu tun hat, wodurch es dann eher Immobilität heissen sollte. Später im Silicon Valley, wo ich ab Mitte August sein werde, geht’s dann um selbstfahrende Autos und autonome Fahrzeuge, die möglicherweise etwas mehr Fahrzeuge als Stehzeuge sind, aber im Wesentlichen nichts ändern können, solange der Individualtransport nicht zum Massentransport wird (siehe auch Der Blödsinn mit autonomen Fahrzeugen). Continue reading “Die Effizienzillusion”
Tesla hat in den vergangenen Jahren viele neue Mitarbeiter eingestellt, seine Parkflächen aber kaum erweitert. So kommt es, dass allein in Fremont 6000 Mitarbeiter um 4500 Parkplätze streiten.
Ja, und? Wo ist das Problem? Das ist ganz simple Knappheit eines Luxusguts. Das kann man mit Parkgebühren über einen Markt lösen, z.B. auch zeitlich gestaffelt. Wieso muss ausserdem jeder der Mitarbeiter mit seinem eigenen Fahrzeug anreisen? Da würde sich eine Tesla-interne Mitfahrbörse geradezu exemplarisch anbieten (da zumindest das Ziel für alle dasselbe ist).
Dass dann im Artikel noch ein Instagram-Foto des Parkplatzes für Velos angezeigt wird, ist auch selten dämlich. Das Problem mit den Velostellplätzen lässt sich sogar noch viel einfacher und extrem günstig lösen: man nehme die zehn dem Eingang nächstgelegenen Autostellplätze, sperre diese für Autos, baue ein Dach drüber (eventuell noch mit E-Bike-Ladestationen dazu) und schon hat man aus zehn Parkplätzen 100 Velostellplätze gemacht. Problem gelöst.
Ich würde sagen, das muss ich dann mal im August vor Ort begutachten.
Nach fünf Jahren im Land habe ich mir heute mal das Bundeshaus von innen angeschaut. Die Frühjahrssession läuft (auch wenn heute Schnee gefallen war) und man kann einfach so den Nationalrat bzw. den Ständerat besuchen gehen und die Debatten verfolgen. Beim Eingang gibt’s eine Sicherheitskontrolle, dann kann man die Dufourkarte der Schweiz bewundern und sich dann frei durch die Hallen bewegen, bis man die Zuschauertribüne erreicht. Drin ist leider Fotografierverbot, aber die Schwatzbude ist wirklich eine. Nur die Hälfte der Sitze höchstens besetzt, alle unterhalten sich und vorne steht ein Redner und erzählt zu seinem Thema. Sprachlich war’s sehr interessant, weil die Debatte natürlich auf Hochdeutsch ist (statt im Dialekt) und z.B. Bundesrat Alain Berset seine Aussprache auf Französisch gehalten hat. Er hat am Ende seiner französischen Ausführungen immer nochmal kurz selbst eine Zusammenfassung auf Deutsch gegeben. Die Simultanübersetzung gab’s am Platz (Deutsch/Französisch/Italienisch) und auf dem vierten Tonkanal meines Erachtens noch die parallele Debatte im Ständerat.
Ich finde das jedenfalls sehr bürgerfreundlich und bürgernah, dass man da einfach ohne Anmeldung hingehen und zuhören kann. In der ausgedruckten Übersicht der Parlamentarier waren nicht alle Namen richtig geschrieben und es sassen auch nicht immer alle am korrekten Platz, aber das spielt wohl weniger eine Rolle. Zu etwa 30-40 der Gesichter hatte ich auch so die Namen parat. Die Hierarchie scheint eher so zu sein, dass die wichtigeren Leute hinten sitzen, damit sie den Überblick über ihre Leute/Fraktion haben. Inhaltlich ging es heute um die Rentenreform mit der Vermischung von erster und zweiter Säule, Änderung des Rentenalters, der Umwandlungssätze in der zweiten Säule und noch einiger anderer Dinge im Verfahren der Differenzbereinigung zwischen Ständerat und Nationalrat. Es erschliesst sich mir nicht, was man mit einer Debatte erreichen kann, aber ich wäre ja bestenfalls auch Hinterbänkler mit fundiertem Sachwissen statt Redner und Verkäufer meiner Sache.
Ein falsch geschriebener linker Rechsteiner
hmm, G081 als Badgenummer kann doch kein Zufall sein.
Dani Ziegler war mir als mürrischer Bassist aus Giacobbo/Müller bekannt und kann ziemlich gut Bass spielen, was er auch einige Male dort im Vorprogramm gezeigt hat. Heute war ich in der Kellerbühne St. Gallen zu seinem Soloprogramm Der Bassimist, was er im wesentlichen mit zwei E-Bässen, einem Loopgerät, einem Ipad und einem Flipchart bestritten hat. Continue reading “Der Bassimist”
Nach dem Auslaufen von Giacobbo/Müller habe ich letzte Woche Deville ausprobiert, eine andere Comedy-Late-Night-Show des Schweizer Fernsehens. Die Sendung läuft zumal am Freitag kurz vor Mitternacht, d.h. die würde ich wohl nie live schauen. Die Aufzeichnung fand im Mascotte direkt am Sechseläutenplatz statt, mit Blick auf selbigen:
Studio von Deville, hinterm Fenster Strasse und Sechseläutenplatz
Manchmal gibt’s echt interessante Erlebnisse, die durch airbnb getriggert werden. Meine Gäste haben mich gestern nach Kirchberg SG zu einem öffentlichen Vortrag von Avalon Life mitgenommen. Im Prinzip sollte es um Kryptowährungen gehen, also nicht nur Bitcoins, sondern auch Dash, Ethereum und was es sonst noch alles gibt. Allerdings bin ich in der 90-minütigen Veranstaltung wirklich nicht schlau geworden, was denn jetzt das Geschäftsmodell der Firma ist. Eine Vermutung habe ich allerdings 🙂 Continue reading “Schneeballsysteme im Winter”
In Deutschland wird mal wieder an der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge herumgemosert. Die wurde eingeführt, weil es nicht möglich zu sein schien, die Leute zu einer Deklaration ihrer Kapitalerträge zu bewegen. Man hatte also vor der Abgeltungssteuer die Wahl, Kapitalerträge zu deklarieren (legal) oder nicht (illegal). Wenn man sie deklariert hat, musste man sie versteuern, und zwar zum persönlichen Steuersatz, der schnell mal bei 30-40% liegen kann. Also hat man’s eben nicht deklariert. Die Abgeltungssteuer wurde dann mit einem Satz von 25% eingeführt und wird von den Banken automatisch abgeführt (quasi eine Quellensteuer), so dass es für die ehrlichen Steuerpflichtigen günstiger wurde und auch bequemer. Die potentiell unehrlichen kamen dann auch nicht mehr um ihre 25%-Steuer herum und kamen damit auch günstiger weg als sie es vorher (illegal) waren. Continue reading “Verrechnungs- vs. Abgeltungssteuer”
Die Migros hat vor einer Weile auch angefangen, auf dem persönlichen Einkaufsverhalten basierende Coupons auszuspielen. Sinnloserweise sind es derzeit nur vier Pilot-Genossenschaften, aber die Coupons werden in allen Genossenschaften landesweit ausgespielt. D.h. ich bekomme in Wil (GM Ostschweiz) Coupons, die ich aber nicht in Wil einlösen kann. Das hätte man mit weniger Unmut bei den Kunden lösen können.
Nichtsdestotrotz habe ich ja beruflich im Einzugsgebiet der GM Zürich zu tun und bin mit zwei persönlichen Coupons ins MM Oerlikon gepilgert, um zu schauen, was es für “Migros-Bio-Frühstückscerealien” (40x-Punkte) und “Reddy-Birchermüesli” (40x-Punkte) gibt. Birchermüesli selbst hatte ich im Herbst in der Swiss-Lounge am Flughafen zum ersten Mal probiert, war gut. Interessanterweise zählt das Reddy-Birchermüesli auch zu den Bio-Frühstückscerealien, so dass ich beide Coupons für dieses Produkt anwenden konnte und die Punkte kumuliert werden, d.h. 40x + 40x + 1x (regulärer Punktesatz). Also gab’s fürs Müesli am Ende 81% Rabatt und ich hoffe, damit auch unterm Einstandspreis der Migros für dieses Produkt gelandet zu sein. Wenn personalisierte Preise so aussehen, dann mache ich da gern mit. Am Restwarenkorb verdient ja das orange M immer noch genug.
40+40+1 = 81% Rabatt, die 958 Punkte entsprechen 9.58 Fr.
Als Nebenbemerkung: Coop baut seine Filialen um und was ich da gesehen habe, sind digitale Preisschilder an den Produkten, vermutlich über epaper-Technologie gelöst. Ich hab mich schon ewig gefragt, warum das noch nicht überall Standard ist. Saturn in Deutschland hat das seit einer Weile und die Metro in Deutschland schon seit mindestens 15 Jahren. Es ist doch eigentlich eine ziemlich sinnlose und einfach automatisierbare Aufgabe, dass da jemand allabendlich oder -morgendlich durch den Supermarkt läuft und sämtliche Preisänderungen auf den Papier-Preisschildern durchführt. Wenn’s jetzt dem Filialleiter oder der Coop-Zentrale passt, können sie auch kurzfristig noch Preise ändern, und irgendwann dann auch landesweit. Für personalisierte Preise wiederum sind die elektronischen Preisschilder nicht geeignet, denn dann müssten sie ja jedem Kunden einen anderen Preis anzeigen.
Wenn man das Konzept weiterspinnt, könnte man mal testweise in kleinen Bahnhofsfilialen (coop pronto) mit hohen Kundenfrequenzen zu den Pendler-Zeiten die Preise mithilfe der digitalen Preisschilder dynamisieren* und schauen, ob es einen shitstorm gibt. Es ist ja jetzt auch schon so, dass ich im avec-Kiosk für eine Flasche Rivella das Doppelte oder Dreifache zahle wie beim coop nebenan.
Wann ich genau mit dem Ticketgewinnen und dem Besuch bei Giacobbo/Müller angefangen habe, weiss ich nicht mehr. Eine kurze Schätzstatistik meint, dass ich seit 2013 etwa 40 Mal dort war, die erste Erwähnung war im März 2013, ein Zähler dann ab Januar 2014. Es hat sich immer gelohnt, aber nicht immer gleich viel. Ich bin insgesamt dreimal knapp drum herum gekommen, Zuschauer des Tages zu sein, wenn ich in der ersten Reihe sass, gestern auch wieder. Man muss nur entsprechende Leute neben sich plazieren.
Frau Doris Leuthard fand ich auch sehr sympathisch, das war ein würdiger Abschluss der Sendung und ich hab seit Mitte 2014 mal wieder einen Bundesrat live aus der Nähe und in (roter) Farbe gesehen.
Fürs Sonntagabendprogramm gibt es ja als Alternative immer noch den Tatort oder den Polizeiruf, jetzt da Viktor und Mike weg sind. Ihre Sendung kam eh immer zu spät für mich, also musste ich halt einfach zur Aufzeichnung vorher ins Kaufleuten 🙂
Die Frage ist jetzt nur, wie ich mir die 451 Fr. Billag-Gebühren im Jahr schön rechne. Bei 10 Besuchen pro Jahr und jeweils vier gewonnenen Tickets waren das gut 11 Fr. pro Ticket, das ist für Kultur in Zürich sehr günstig.
Viktor und Mike nach der Sendung bei der zweiten Verabschiedung. Sie haben sich gern 🙂