Vor fast drei Jahren war ich in Fribourg, bei wunderschönem Spätherbstdezemberwetter. Heute bei eigentlich normalerem Herbstwetter erneut, um ein autonomes Shuttle (hier der deutsche Link: tpf.ch zum autonomen Shuttle) auszuprobieren. Es ist genau das gleiche Fahrzeug wie in Sion, halt nur nicht in Postautogelb.
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Author: georgruss
R-Meetup 2017-07-11
Eine Erkenntnis aus dem Silicon-Valley-Aufenthalt war, mehr an Meetups und ähnliche Netzwerkveranstaltungen zu gehen, um sich mit Gleichgesinnten (=anderen Pappnasen 🙂 ) auszutauschen. Gestern war ich zum November-R-Meetup in Zürich, das vom Statistikdepartement des Kantons Zürich ausgerichtet wurde. Bei R-Meetups kommen immer sehr gute und berechtigte Spitzen gegen Excel, das ja immer noch viele Leute zu benutzen scheinen. In den Folien zu den Vorträgen sieht man das auch ganz gut. Mit den Scripts und Auswertungen, die ich in R mache, bin ich jedenfalls recht weit vorne mit dabei, was Packages und Vorgehensweisen anbelangt. Wenn ich das caret-Package zu Zeiten meiner Diss schon gekannt hätte, hätte das unter Umständen einige Berechnungen zur Doktorarbeit deutlich vereinfacht.
Von den Anwesenden Noch-Nicht-Bekannten ist es meist nur genau ein Hop im Social-Network-Graph bis zu nicht anwesenden Kollegen — die Welt ist halt klein und die Schweiz noch kleiner.
Novemberrunde im Toggenburg und im Tannzapfenland
Wenn man schonmal die Freiheit hat, fast zu jeder Zeit arbeiten zu können, sollte man die auch nutzen, wenn eh schon mal Feiertag im Wohnkanton ist und dazu gutes Velowetter. Eigentlich wollte ich ja nur Milch holen fahren (tm), aber spontan ging’s dann ins Toggenburg rauf, von Bütschwil Richtung Mosnang und via Fischingen wieder zurück nach Wil, hier der Track. Hinterher Mittagessen und dann arbeiten bis spät in die Nacht.
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Liegevelomobilist
Bei anderen Leuten geht der Schritt vom Liegevelo übers Rennliegevelo zum Velomobil. So weit bin ich noch nicht. Vorteil vom Velomobil: kein Sonnenschutz notwendig und es ist gelb. Nachteil: keine Rohloff und die Notlaufeigenschaften der Reifen halten nur bis 3 Bar*. Ausserdem bin ich an den Schultern zu breit für dieses spezielle Gefährt, das u.a. auch in der Schweiz erhältlich ist. Im Prinzip ist es ein voll verschaltes und dafür immer noch sehr leichtes Dreirad.


Ich fahr erstmal noch ein bisschen Liegevelo. Und ja, die Beitragskategorie Mobilität stimmt 🙂
*ein weiteres Beispiel für Luxusprobleme
Glasfaser und Umspuranlagen
Die NZZ schreibt was zur abgelaufenen Goldgräberstimmung beim Glasfasernetz. Am Zürisee gibt’s da einige Gemeinden, die Glasfaser verlegen, anderen ist es zu teuer, oder sie lassen es durch Drittanbieter machen. Für die, denen es zu teuer ist, verlinke ich nochmal hier drauf: Glasfaser ist nicht teuer. Ich hoffe einfach, dass diese Gemeinden bei der Berechnung ihres business cases für/gegen die Glasfaser nicht die Steuermehr- oder Steuermindereinnahmen vergessen haben, die ihnen durch zuziehende oder nicht zuziehende bzw. wegziehende Einwohner zufliessen oder entgehen. Das ist einfach nur Infrastruktur, wie Bahngleise, Strassen, Wassernetz, Stromnetz.
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20 Zentimeter mehr
Daheim ist es auch schön, hauptsächlich grüner und kühler als in der Bay Area, und mehr Kühe gibt’s auch. Allerdings kotzt mich das aggressive Autofahrergehabe auch hier in der Schweiz ziemlich an. Dichtes Auffahren, knappes Überholen, da hab ich jetzt auf 100km schon viel mehr solche Situationen gehabt als in sieben Wochen Kalifornien.
Was ich grad heute entdeckt habe: der Thurgau (oder vielleicht nur Sirnach/Fischingen?) hat verstanden, dass entweder ein breiter Velostreifen aufgemalt wird oder sonst besser gar keiner. Also wurde der alte Streifen abgefräst und 20cm weiter Richtung Strassenmitte ein neuer aufgemalt. Interessanterweise hat das gefühlt viel ausgemacht, weil jetzt sogar Thurgauer und St. Galler (von Aargauern gar nicht erst zu reden) nicht überholt haben, obwohl ich de facto mit dem gleichen Abstand von der rechten Seite gefahren bin wie sonst auch. Dabei ist das doch nur eine optische Trennlinie, die schützt mich vor genau gar nichts.


Der Nasenring ist wahrscheinlich, dass man die Kuh bei Nichtgebrauch irgendwo anschliessen kann, damit sie nicht geklaut wird. Gibt’s so ähnlich auch an Velomobilen.

Der Säntis ist frisch eingeschneit.

Am Samstag waren Alpstein und Churfirsten noch ziemlich schneefrei, wobei der Glärnisch (links im Bild) mit >2900m noch/schon Schnee hatte.
Bildergalerie Kalifornien
Die Bildergalerie ändert (sich) noch…
Reisevorbereitungen und Reisenachbereitungen:
Swisscom-Outpost in Palo Alto:
San Francisco:
Bay Trail:
Eichhörnchen:
Stanford:
ÖV:
Unterkunft:
Tag +/-0: wieder daheim

Beide Flüge waren ereignislos, gutes Essen und Schlaf im flachen Bett beim ersten Flug, ein kurzer Besuch in der SAS-Lounge in Kopenhagen mit dem ersten Kaffee seit 10.August und dann weiter in der dünn besetzten (8/36) Swiss-Business mit Chocolat-Frey-Schoggitäfelchen bis nach Zürich. Ich hatte Westwind bestellt, daher gab’s einen au[f|s]gezeichneten Anflug von Osten und dementsprechend eine wunderschöne Panoramakurve nordwestlich von Wil mit Alpsteinblick. Ich denk schon mit bei der Platzwahl, wenn ich 3A auswähle 🙂
Das Gepäck kam nicht zügig, aber zuverlässig gleichzeitig auf Band 15 und 16 an. Die Mondaine meinte 17:12 — das ist zu Fuss bequem zu schaffen bis zum Zug um 17:21, aber mit Gepäck auf dem Rollwagen und zweimal Liftfahren? Es ging gut, im Lift hab ich in der App das Zugsbillett gelöst (zum Glück SwissPass-Login schon vorher umgestellt und Passwort gewusst) und zehn Sekunden später kam der Zug.
Im Zug konnte ich das Mobility-Auto buchen, nur dummerweise war ich diesmal am anderen Ende des Zugs eingestiegen — und Wil hat am Bahnhof keine Gepäckwagen, auch wenn es dafür vorgesehene aufgemalte Bodenmarkierungen gibt. Also hab ich alles etappenweise ans andere Ende des Perrons geschleppt und es mit dem Auto heimverfrachtet. Dann das gelbe Postrad eingesackt, das Auto wieder abgestellt und Milch holen gefahren. Wieder merkwürdig zu fahren, wenn man in der Querachse eine um 90° gedrehte Körperhaltung hat, aber es gab 5km leichten Regen, herrlich 😀
Tag -1: Abflug

Mein Zeug hatte ich gestern schon fast alles zusammengeräumt, hab mich noch mit Kirsten unterhalten und nochmal gesagt, dass die Unterkunft für mich perfekt war. Wo sonst kann man das Velo direkt vorm Fenster parkieren (wenn man nicht grad im Motel nächtigt)? Mit dem Van (der eine verzogene Heckklappe hat) bin ich gemütlich ohne Navi zum Flughafen gefahren — der Tank war eh nicht voll und drum musste ich auch nicht nachtanken, Hauptsache >viertelvoll zurückgeben. Natürlich war ich viel zu früh am Flughafen, so dass der SAS-Schalter noch nicht offen war und daher auch der Gepäckschalter nicht. Aber am Automaten gab’s sowohl die Bordkarte als auch die Gepäckaufkleber, inklusive Pass-Scan. Also Self-Service: erstmal bei Swissport-Mitarbeitern gefragt, wo der Sperrgebäckschalter ist und die meinten, ich müsse erst warten, bis der SAS-Schalter offen hätte, weil ich ja Bordkarte und Gepäckaufkleber brauchen würde. Ich hab ihm daraufhin beides unter die Nase gehalten. Aber noch zwei Stunden warten? Nö. Ich muss ja eh zum Sperrgepäckschalter, den ich kurz darauf ausfindig machen konnte. Meinen Landi-Laubsack mit den Ortliebtaschen drin sollte ich in Zürich damals auch am Sperrgepäck aufgeben und den Radkarton ja sowieso. Daher hab ich beides beim freundlichen Mitarbeiter abgegeben und konnte dann schon durch die Sicherheitskontrolle in die Lounge — nicht vergleichbar mit der Swiss-Business-Lounge in Zürich, letztere ist schon sehr angenehm mit sehr gutem Essensangebot. Interessant ist ja bei der ganzen Sache, dass mein Gepäck nirgends gewogen wurde 🙂
Spassig war dann, dass ich am Gate ausgerufen wurde, weil eins der Gepäckstücke eigentlich an einem anderen Schalter hätte abgegeben werden sollen. Beim Einsteigen meinten sie dann “we found your bike”. Ich seh’s dann in Zürich.
Ich dachte übrigens, in der Schweiz wäre das nicht ganz so nervig mit den Linken, die ihnen ungenehme Personen am Reden hindern; ich hoffe daher, dass das nicht genauso um sich greift wie in den USA: General Petraeus darf nicht auftreten (NZZ). Bisher hab ich da in .ch eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht mit dem politischen Spektrum, z.B. in Wil mit Min Li Marti und Lukas Reimann. Solange die Leute mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten noch miteinander reden, ist alles gut.
Deutschland wird in der Hinsicht auch endlich normal vom Parteienspektrum her. Aber es zeigen sich schon die gleichen völlig schwachsinnigen ausschliesserischen Tendenzen gegenüber der AfD, die sie nur noch stärker machen. Ich hab mir deren Parteiprogramm durchgelesen und stimme nicht mit allem überein. Eine Liegeveloinformatikerpartei gibt’s halt nicht. Aber wir leben in der Schweiz mit 30% Wähleranteil für die SVP, die der AfD recht nahekommt, ziemlich gut, die Demokratie funktioniert. Man höre dem politischen Gegner zu, zerpflücke seine Argumente (wenn möglich) und suche nach Lösungen, anstatt Fundamentalopposition und Blockade zu betreiben. Das gilt für alle Seiten. Natürlich ist das anstrengender als einfach aus Prinzip alles, was von der AfD kommt, abzulehnen. Von daher wäre ich auch in der Politik schlecht aufgehoben, weil ich nach Vernunft und Gewissen entscheiden würde und nicht nach Fraktionszwang.
Tag -2: Abschied nehmen
Von den Eichhörnchen an immer derselben Stelle auf dem Bay Trail hab ich mich gestern morgen schon verabschiedet. Es gab standing ovations und dann sind sie wieder buddeln gegangen.

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