Gaszähler weg & Leitungen isoliert

Zu Dokumentationszwecken: gestern 08.09. wurde der Gaszähler abgeholt und die Leitung wurde im Keller als “In Betrieb” markiert. Klar, die geht ja auch noch zu den Nachbarn rüber, durch meinen Keller. Ich sollte Durchleitungsgebühren verlangen 🙂 Die Leitungen für den Datenbus, mit dem Strom/Gas/Wasser fernausgelesen werden, sind einfach per WAGO-Klemme verbunden (das haben die TB Wil so gemacht, nicht ich).

Sämtliche neuen Leitungen im HWR, die warmes Wasser enthalten, sind inzwischen auch isoliert. Am Donnerstag war ich bei Junod drüben und hab gesagt, dass ich das gern grad selber machen würde. Dann hatte ich schon den Werkstattschlüssel und wir haben drüben im Lager geschaut, ob alles da ist. Nur der Kleber hat gefehlt. Der stand am Freitag überraschend in (!) meinem HWR (Tür ist ja offen) und da bin ich gleich nochmal rübergeflitzt und hab mir den Werkstattschlüssel übers Wochenende geholt. Wo das Material liegt, wusste ich ja.

Nach insgesamt etwa 8h nerviger Kleinarbeit und viel Schnüffelklebstoff war dann alles isoliert, ich hab die Materialliste rübergeschickt und das kommt mit auf die Rechnung. Wieder viel externe Arbeitsleistung gespart.

Rein rechnerisch habe ich schon dadurch pro Tag 0.2kWh weniger Bereitstellungsverlust im Warmwasser-Tank oben (bei 45°C Solltemperatur), die Temperaturkurven bei der Abkühlung sind flacher. Wenn man das hochrechnet auf die Lebensdauer, lohnt sich das finanziell natürlich gar nicht. Aber dann habe ich die Rechnung noch für alle Rohrleitungen im HWR aufgemacht: 20m bei 30K Temperaturdifferenz entsprechen einer Heizleistung (also einem Verlust) von 500W, je nach Temperaturdifferenz auch mehr oder weniger. Das ist bei einer Gastherme mit 16kW Leistung vernachlässigbar, weil die einfach entsprechend mehr Gas verbraucht. Aber bei einer Wärmepumpe, die 500-700W elektrische Leistung und laut Datenblatt je nach Aussentemperatur eine Arbeitszahl von >1 bis 3 hat, macht das ja die Hälfte der Heizleistung aus. Es ist also weniger eine ökonomische Frage, ob ich isoliere, sondern einfach die Frage, ob es überall warm wird.

Trotzdem überschlägig: 4 Monate Heizperiode mit 24h/Tag Dauerverlust 500 W sind 1440kWh Wärme, bei einer Arbeitszahl zwischen 1 und 2 im Winter entsprechend ~1000kWh Strom, den ich zu der Zeit auch aus dem Netz beziehe, 30 Rp./kWh — damit etwa 300 Fr. pro Heizsaison Verlust bei unisolierten Leitungen. Kann auch mehr oder weniger sein, aber die Grössenordnung zeigt, dass sich das auch finanziell lohnt. 2021 hat die Isolation weniger als 10 Fr./m gekostet, d.h. die 24m sollten jetzt nach und vor Steuern um die 250 Fr. kosten. Also ordentlich heizen, damit es sich lohnt 😀

Die Temperatursensoren der Siemens-Steuerung sind inzwischen auch schon auf meinem Display gelandet (im Bild ist der obere Tank noch nicht ganz entmischt) und die Wärmemenge fürs entnommene WW berechne ich auch schon:

Fehlt noch die externe Beschaltung der WP, dass ich sie remote schalten kann. Wenn ich nicht das bistabile Relais mit 24V Schaltspannung, sondern gleich das richtige mit 5V Schaltspannung bestellt hätte, wäre das auch schon fertig.