Vorgestern (Mittwoch 28.08.2026) hab ich die Wärmepumpe einfach mal in Betrieb genommen, nachdem die Löcher in der Wand und die Rohre befestigt waren. Das hat mir derjenige gemacht, der auch den gesamten Badumbau im OG damals durchgeführt hat.






Auf der einen Seite ist es eine Holzwand mit Einsätzen, auf der anderen Seite eine massive Mauerwand jeweils mit Spanplatte davor. Die restliche Verdrahtung hat auch nochmal eine Weile gedauert, bis alles schön war. Die Umwälzpumpe für die Heizung, das Mischventil für den Heizkreislauf und das Umschaltventil im WP-Kreislauf (Brauchwasser / Heizungswasser) mussten alle noch angehängt werden. Zum Glück ist die offizielle Dokumentation sowohl der Siemens LOGO als auch der RESOL-Steuerung (neues Gerät rechts neben dem Schaltschrank) sehr gut, so dass immer klar ist, was wo angeklemmt werden muss.
Am Umschaltventil habe ich beim Anklemmen gesehen, dass das einen Verschiebeschalter hat — und prompt habe ich beim Ausprobieren dann gesehen, dass ich dessen Drehrichtung genau umgekehrt einstellen muss. Also nochmal aufgemacht und den DIP-Schalter auf die andere Seite geschoben, passt so. Ich war insgesamt sicher fünf Tage nur am Verdrahten und Kabelkanäle-Verlegen. Selbst wenn das ein Elektriker in drei Tagen gemacht hätte, wäre das immer noch teuer gewesen. Die vorbereiteten Sensorboxen (für Temperaturfühler am Tank oben (Brauchwasser) und unten (Heizwasser)) hab ich nochmal aufgemacht und umgebaut, dass sie schöner an bzw. unter den Kabelkanal passen. Meine eigenen Temperaturfühler und Sensoren sind jetzt auch alle montiert, das hat aber auch sicher noch einen Tag gedauert, die zu löten, zu programmieren und dann zu verbauen.





Es sind 11 eigene Temperatursensoren:
- Wärmepumpe Vor-/Rücklauf
- Wärmepumpe Abluft
- Aussentemperatur (=Zuluft)
- Raumtemperatur (für Umluftbetrieb)
- Heizspeicher unten/mitte (oben ist belegt)
- Warmwasserspeicher unten/oben (Mitte ist belegt)
- Heizung Vor-/Rücklauf
Dazu kommen zwei Durchflusszähler (Warmwasser und Heizungswasser). Hier hätte ich noch einen weiteren einbauen lassen sollen in den WP-Kreislauf. Aber deswegen jetzt nochmal alles aufmachen wäre mir zu aufwendig.
Die Ansteuerung der WP habe ich jetzt auch verstanden und sie funktioniert auch nachvollziehbar. Die WP kann nur an/aus und hat genau einen Temperaturfühler, für den man zwei Solltemperaturen WP1 und WP2 einstellen kann: normal und erhöht (z.B. für Legionellenaufheizung). Diesen Temperaturfühler ignorieren wir aber mehrheitlich, den braucht sie nur um zu funktionieren. Um jetzt mit diesem einen Gerät sowohl das Brauchwasser als auch das Heizwasser zu erwärmen, wird die Siemens-Steuerung benötigt, die wiederum zwei Temperaturfühler hat für Brauchwasser/Heizwasser. Die WP hat dankenswerterweise zwei externe Eingänge, die man öffnen oder schliessen kann, und deren Funktion ist konfigurierbar. Die Siemens-Steuerung zweckentfremdet den Smartgrid-Eingang: wenn dieser Kontakt geschlossen ist, heizt die WP auf Temperatur WP2 auf — wenn der Sollwert für den Brauchwassertank erreicht ist, schaltet die Steuerung entweder das Ventil um, so dass dann der Heizwassertank aufgeheizt wird, oder sie schaltet die WP ab. Das muss ich alles noch ausprobieren und mit den Sollwerten rumspielen, bis alles passt, momentan ist ja noch keine Heizsaison. Den zweiten externen Kontakt der WP kann ich selbst noch so zweckentfremden, dass die WP im Sommer nur bei Stromüberschuss (also Batterie voll) anschaltet, der hat dann sogar Vorrang vor dem anderen Kontakt. Dieser Modus ist eigentlich für die externe Abschaltung/Zuschaltung durch den Energieversorger gedacht. Ein bistabiles Relais hab ich schon bestellt, der Rest Elektronik ist am Lager 🙂
Erste Messwerte: 1kWh Strom für 2kWh Wärme im Brauchwassertank. Umluftbetrieb geht einwandfrei (ist halt laut), ansonsten pustet es im Sommer die kältere Luft nach aussen und man kann sich draussen vor den kalten Luftstrom setzen. Leistungsaufnahme 500-600 Watt.
Natürlich sind auch sämtliche Messwerte schon in der Automatisierung gelandet, bereits in der InfluxDB und kommen auch noch ins Grafana. Aber dieses E-Ink-Display hier zeigt schon grob alles an, ist portabel und kam völlig ohne Hardware-Gebastel aus (jaja, der Heizstab war gestern noch, aber den brauch ich jetzt eigentlich nicht mehr).

Gestern kam noch jemand von der Gemeinde vorbei, um sich das anzuschauen, hat irgendwas erzählt von wegen “Hochwasserschutz, die Luftrohre müssten 1.20m überm Boden sein — aber wenn das Wasser auf 1.20m überm Boden steht, haben wir eh ganz andere Probleme”. Den Gaszähler hat er sich auch angeschaut, den wird jemand von den TB Wil noch holen kommen. Ansonsten schien alles in Ordnung, der Kaminfeger weiss auch schon Bescheid, dass es nichts mehr zum Fegen gibt.