Glasfaser, endlich

Ich hatte jetzt schon eine ganze Weile bei meinem Vermieter lobbyiert, dass wir endlich Glasfaser/FTTH in die Wohnung bekommen. Die TB Wil haben die gesamte Stadt und auch die Altstadt inzwischen erschlossen, nur eben noch nicht in die Wohnungen.

Ankündigung per Anschlag und Einwurf.

Letzte Woche kam der Hinweis per Türaushang und Briefkasteneinwurf, dass es Di/Mi diese Woche angeschlossen und verlegt werden sollte. Da ich der Einzige bin bei uns im Haus, der so flexible Arbeitszeiten hat, bin ich halt daheim geblieben und hab die Elektriker (eigentlich ja Glaser?) überall reingelassen, weil ich die Schlüssel der Nachbarn bekommen habe.

Am Dienstag waren sie schon früh nach meiner Velorunde vor der Tür (statt erst 13:30 Uhr) und ich hab sie gleich da schon eingelassen. Was tut man nicht alles für Bandbreite. Vor ziemlich genau sechs Jahren  hatte ich in Uzwil schon FTTH bekommen, 2010 in Trondheim hatten sie das grad verlegt, als ich da gewohnt habe, 2005 in Australien und 2006 in England musste ich selbst aktiv werden, um die Vermieter zu Breitband zu bewegen. Hier in Wil geht die Verkabelung wohl von den Technischen Betrieben aus, weil die das Koaxkabel abschalten wollen und drum alles “zwangsverglasen”.

Drei Elektriker am Schauen.

Nach der Mittagspause haben sie tatsächlich um 13:29:58 wieder geklingelt 🙂 Ihre Arbeit ist ziemlich nervig in den Altbauten: Zugdraht einführen in jegliche Löcher in der Wohnung und schauen, wo der wieder rauskommt, dazu noch nach Zitrone riechendes Schmiermittel.

Auf der langen Glasfaserrolle haben sie ein Kabel (?) mit vier Glasfasern drin, an einem Ende schon fertig mit der Dose verbunden. Das andere Ende wird dann im Heizungskeller noch im Hausanschluss angeklemmt, der jetzt auch neu ist.

Ich war froh um meine Dual-WAN-Konnektivität (Kabel und 4G), da konnte ich nämlich unterbrechungsfrei weiterarbeiten. Die Techniker hätten auch Kurzfilme synchronisieren können vom Text her: “äs isch nüme wiit”, “s chunnt grad”, “i has”, “bi grad fertig” und häufiger ein erleichtertes “joo”, zwischendurch mit Gleitmittelverwendung.

In der Wohnung in der 1. Etage, die ich jetzt auch zum ersten Mal gesehen habe, hatten sie grössere Probleme bei der Verlegung. Also dass die 1639 beim Hausbau nicht einfach Leerrohre verlegt haben? Das ist doch Zukunftssicherheit?

Am Mittwoch um 07:28 wurde wieder geklingelt. Sie haben sich sogar entschuldigt, dass sie so früh schon da seien, aber wer mir Bandbreite bringt, ist doch jederzeit willkommen 🙂

Preislich ist das ganze auch okay: 90 Fr. für einen Gigabit-Anschluss im Monat (gegenüber 60 Fr. für 40 MBit/s jetzt) sind angemessen. Das ist nicht das günstigste Angebot auf dem Markt: Salt wirbt mit 10GBit/s für 40 Fr. im Monat. Aber: ich habe ja gar keine Wahl, sondern muss den lokalen Monopolisten nehmen. Andererseits: das Geld bleibt in der Region, die TB Wil liefern ja jedes Jahr Millionen an Gewinn an die Stadt Wil ab*– von dem her spielt es für mich keine Rolle, ob ich das als Steuern oder als Umweg über den Netzbetreiber zahle. Solange es so problemlos funktioniert, zahl ich das gerne. Ansonsten würde es an die Swisscom gehen oder an UPC (Liberty Global) und da wäre das Geld lokal aus der Region verschwunden. Die Gebühr für das Standard-TV-Angebot von 17 Fr. im Monat ist da auch noch mit drin.

*die Komponenten kommen z.B. von optonet.ch, einem mir bisher unbekannten Opto-Komponentenverteiler aus dem nächsten Dorf Zuzwil; 2017 hat die Stadt Wil 5 Mio Fr. Gewinn gemacht, dazu hat TB Wil 6.6 Mio Fr. beigetragen, siehe Geschäftsberichte.

Jedenfalls läuft es jetzt einwandfrei. Ping 2ms, 40 MBit/s symmetrisch und TV dazu geht auch. Upgrade auf mehr Speed folgt wohl noch 😀

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