SASOL 2018, Tag 1, Statistik

Update 22:22 Uhr: die nachgereichte semioffizielle Tagesstatistik, da die Datensammlung auf der SD-Karte im Auto funktioniert hat 😀

Energie PV in [Wh]:
3943.751
Motorenergie out [Wh]:
5753.507
Motorenergie rekuperiert [Wh]:
-276.0554
Energie Batterie in [Wh]:
-1533.7
Gesamtstrecke [km]:
427.7841
Gesamtverbrauch ohne Rekuperation [Wh/km]
13.44956
Gesamtverbrauch mit Rekuperation [Wh/km]
12.80424

Und ja: das kommt direkt aus der R-Shell, geprĂŒft und plausibilisiert, aber es kann immer noch Bereinigungen und Diskussionsbedarf geben, nicht zuletzt bei den Vorzeichen der Energiemengen. Ausserdem entstanden vorher durch fehlende Daten bei Kontrollstops und die niedrige Abtastfrequenz der Telemetrie verfĂ€lschte Verbrauchswerte, schliesslich hatte ich am Ende des verschifften ersten Renntagcampings etwas von 15Wh/km beim Verbrauch geschrieben.

Das Odometer hat auch noch einen unerklĂ€rlichen Sprung drin, so dass eventuell die Gesamtstrecke nicht ganz passt. Wenn ich mir aber die Statistik auf der offiziellen Facebook–Seite der Challenge anschaue, haben sie uns doch nur die 417km angerechnet und nicht die 427, die wir durch das verpasste Abbiegen gemacht haben. Unser Mehrweg war recht genau 10km.

SASOL 2018, Tag 1

4 Uhr aufstehen, 5 Uhr Abfahrt, 06:30 Uhr in Pretoria Autos aufstellen, 07:30 Uhr Start. Das war der Plan. Der hat insoweit gut funktioniert, als wir eine halbe Stunde spĂ€ter gestartet sind, weil die Bremse nochmal geprĂŒft wurde.

Mein Arbeitsplatz ist eng, aber machbar und wenn ich was zum Nachdenken und Programmieren habe, stören die Knieschmerzen auch nicht sehr. Rein ĂŒberschlagsmĂ€ssig war ich vor dem Start schon in vier Tagen 20 Stunden im Auto. Da kommen jetzt noch etwa 72h dazu.

Teamfoto auf dem Times Square vorm Casino. Die Schweizer Flagge von gestern hab ich komischerweise jetzt im GepÀck.

Das Auto rollte vom Start relativ leicht und problemlos los und die Daten kamen auch zuverlĂ€ssig ĂŒber die Telemetrie, auch wenn sie das mit einer Verzögerung zwischen 5 und 8 Minuten taten und immer noch tun.

Das Lineup der Solarautokarawane.
Start fĂŒr alle war hier.

Etwa eine halbe Stunde nach dem Start haben wir die PV-Panels auch eingeschaltet. Die Batterie war ja beim Start voll und da können die gar nichts laden. Nach dem Einschalten waren sie gleich bei 350W, was jetzt der Sollwert zu sein scheint fĂŒr diese Tageszeit.

Von 8-9 Uhr gab es ziemlich massiven RĂŒckenwind, so dass wir mit etwa 11Wh/km schnell vorangekommen sind.

Witzig und lÀstig und etwas spÀt bemerkt: das Odometer gibt mir einen Zahlenwert, der km * 1.60934 bedeutet, die Geschwindigkeit bekomme ich als Zahlenwert in Meilen pro Stunde. Na kann man ja umrechnen.

Da ich die Karte mitlaufen lasse, kann ich auch bei Überholmanövern oder anderen Fahrmanövern gleich ansagen, dass wir z.B. sowieso gleich von der Autobahn runter mĂŒssen und sich das Überholen erst danach lohnt.

Das KĂŒhlen der Panels beim Kontrollstop hat die Leistung von 500W auf 630W erhöht, wobei da auch noch eine leichte AnstellwinkelĂ€nderung mit hineinspielt.

Vor dem Kontrollstop haben wir uns verfahren, sind auf der Autobahn also bis zur nĂ€chsten Abfahrt und wieder zurĂŒck, etwa 10km zuviel. Aber interessanterweise wurde das trotzdem gewertet, so dass es gar kein Problem war. Am Ende sind wir ja tatsĂ€chlich diese Strecke mit dem Solarauto gefahren, das ist ziemlich fair so.

10:45 waren wir also am Kontrollstop, mussten 30min stehen und haben danach noch 20min am Auto Wartung durchgefĂŒhrt. WĂ€hrend des vorgeschriebenen Stops darf man keine Arbeiten durchfĂŒhren.

11:36 Uhr war Abfahrt in den ersten Durchlauf der Schleife, die uns wieder zum Kontrollstop zurĂŒckfĂŒhren wĂŒrde. Es gab einige Baustellen und Umleitungen, aber es war alles gut zu finden und markiert. Zudem wurden wir den ganzen Tag von Marshals von ThinkBike begleitet, die uns zuverlĂ€ssig und sicher durch den Verkehr gelotst haben. Die sind wirklich eine grosse Hilfe und kennen den Verkehr hier viel besser.

Die Thinkbike-Marshals am Start in Pretoria.
Lead Car, Marshal, Solar Car, Marshal, Chase Car.

Im ersten Loop springt das Odometer plötzlich von 200 auf -200km und zĂ€hlt aber dann wieder Richtung Null. Musste ich also korrigieren, kam zum GlĂŒck sonst auch schonmal vor. Auch witzig und lĂ€stig: der Fahrer im Solarauto sieht die Geschwindigkeit bei sich in Meilen pro Stunde, was den Funkverkehr lĂ€stig macht, weil man erst umrechnen muss. Ich finde es auch ein Sicherheitsrisiko, aber es scheint keine PrioritĂ€t zu haben.

Lustig war auch, dass wir die Autobahnmaut bezahlen mussten und das mit dem Solarauto auch ging. Aber dann haben sie glatt die Spur geschlossen, wo wir standen, so dass wir mit dem Chase Car nebenan anstehen mussten. Fair ist die Maut schon, wenn man sich unseren Begleittross an Fahrzeugen so anschaut. Die zahlen zwar alle extra, aber ich find ja Autofahren eh immer zu billig.

Autobahnmaut mit dem Solarauto.

Zwischendurch hab ich auch nochmal vorgeschlagen, dass ein Tempomat, der den Motor auf konstante Leistung regelt, mal nĂŒtzlich wĂ€re. Die Velofahrer im Team wussten, was ich damit meine 🙂

Mein Klugscheisserarbeitsplatz. Beim nÀchsten Mal bitte einen VW T7.

Nach dem zweiten Loop kam beim kurzen Stop noch eine Reifenpanne, so dass wir lÀnger als geplant standen. Da die Sonne schien und wir die Energie mitnehmen konnten, kein Problem. Der erste Tag war laut meiner Strategie sowieso so gedacht, dass wir die Batterie in einen Bereich entladen, wo sie sowohl geladen als auch entladen werden kann.

Team Nuon ĂŒberholt. Ganz andere Liga als wir.

Ab 16 Uhr kamen schon dunkle Wolken ins Sichtfeld und es wurde Regen/Hagel vorhergesagt. SpĂ€ter sprang das Odometer mal witzig um 60km nach oben. Okay, also filtere ich auch positive zu grosse SprĂŒnge zwischen zwei Messpunkten…

Nach 2h Fahrzeit muss der Fahrer des Solarautos gewechselt werden. Da wir 14:50 am Kontrollstop abgefahren waren, hatten wir bis 16:50 Zeit, haben also kurz vorm Ziel noch mal das Panel aufgestellt, den Fahrer gewechselt und waren ohne Zeitstrafe pĂŒnktlich im Ziel.

Ende der Etappe um 17:01

Danach folgte das Aufstellen der Zelte, wÀhrend das Solarauto unzugÀnglich im parc fermé stand. Das Zeltaufstellen war voreilig, denn ein böses Unwetter fegte ungefÀhr 90% der Zelte vom Rugbyfeld der Schule, das wir als Zeltplatz hatten. Das betraf auch alle Teams.

Das war noch vor dem apokalyptischen Unwetter.

Wie es jetzt weitergeht, werde ich morgen schreiben. Von den Daten habe ich noch nichts weiter ausgewertet als das, was ich auf der Strecke live gemacht habe. Sah aber gut aus bisher, Verbrauch im Tagesschnitt etwa 15Wh/km ĂŒber gut 400km. Das wird in den nĂ€chsten Tagen deutlich weniger und wir werden langsamer fahren.

(gesendet durchnĂ€sst aus dem Begleitfahrzeug, Zelt gerettet, nur Schlafsack nass, restliche Sachen trocken, Elektronik in Ordnung, ich wĂ€re jetzt lieber an einer Hochzeitsfeier in CH -> GrĂŒsse und alles Gute!)

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