Navya-Shuttle in Neuhausen/Rheinfall

Am 08. November war ich in Fribourg für das autonom fahrende Navya-Shuttle, mit eher enttäuschenden Erfahrungen. Seit Ende März 2018 kurvt in Neuhausen SH ebenfalls ein solches Navya-Shuttle herum, das ich im Sommer 2017 in Sion das erste Mal bestiegen hatte.

Projektleiter und die nächsten Begleitpersontrainees.


Beim Projekt in Neuhausen (swiss transit lab) geht es eher darum, das Shuttle in das bereits bestehende ÖV-System einzufügen, also inklusive Live-Abfahrtszeiten, passenden Live-Ankunftszeiten und den Anzeigen auf dem DFI (steht vermutlich für Digitales Fahrgastinformationssystem). Derzeit fährt das Shuttle nur auf einem Rundkurs mit 350m herum, weil auf dem Rest der eigentlich bis zum Rheinfall führenden Strecke Baustellen sind. Das zeigt schon die Grenzen recht deutlich auf. Aus den 350m Rundkurs kann man jetzt auch nicht unbedingt auf das Fahrverhalten schliessen, aber schnell ist es sicher nicht gefahren, das ist aber auch nicht nötig im Stadtverkehr. Das Ausparkieren aus der Busbucht gestaltet sich regelkonform und dauert daher etwas, vor Fussgängerstreifen wird wohl generell gestoppt, das Einfädeln in den regulären Verkehr funktioniert gut.

Es biegt ab (Ansicht von hinten).

Eine nervige Glocke gibt es, die Aussenstehende warnt — die war mir bisher an den beiden anderen (baugleichen) Fahrzeugen nicht aufgefallen. Das wird später toll, wenn dann viele von den Shuttles herumfahren, das kennt man ja von den Postkutschen früher. Ich hab mich länger mit der Begleitperson unterhalten und so richtig überzeugt wirkte sie selbst von dem gesamten System nicht. Nach ihrer Auskunft wird die Fahrstrecke fix einprogrammiert, inklusive Fussgängerstreifen, Hindernissen und Haltestellen. Dazu wird ein paarmal die Strecke gefahren und alles manuell angegeben. Also da ist nichts mit Selbst-Lernen und da ist auch erst recht nichts mit autonomem Fahren einer unbekannten Strecke. Wenn man die Strecke so fix einprogrammiert, ist es quasi wie ein Schienenfahrzeug auf virtuellen Schienen, das eben nur noch die Umgebungsbedingungen mit beachten muss. Damit ist es nur leicht komplexer als ein echtes Schienenfahrzeug auf separatem Trassee. Sie meinte auch, dass die in Fribourg grosse Probleme unter einer Brücke hätten, weil da der GPS-Empfang fehle. Na das dauert also noch mit echtem autonomem Fahren, was auch in der NZZ Ende April so vermerkt wurde.

Haltestelle Stadtzentrum 🙂

Solange das so bleibt, fahre ich lieber weiter Liegevelo und erhöhe meine Durchschnittsgeschwindigkeit durch Training. Heute 25.4km/h bei 30km Strecke, gestern dazu noch zwei Speichen am Vorderrad erneuert. Nach 4’000km eigener und einer Grössenordnung mehr Laufleistung vorher kann man da eigentlich wirklich nicht meckern, dass die Speichen erst jetzt brechen.

Die haben einfach nur die Veloroute programmiert, pah.

Ergänzung am 04.05.: ab dem Sommer soll die gesamte Strecke bis zum Rheinfall befahren werden, und wir als Mobiliar-Versicherung übernehmen das Kasko-Risiko des Fahrzeugs, soweit ich das mitbekommen habe.

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