Apfelzähler

Zähler. Oder auch nicht.
Als ich vor ein paar Tagen mal geschaut habe, wie ich die Grohe-Thermostatarmatur in der Dusche montiert bekomme, bin ich auf ein ganz anderes Faktum gestoßen. Erstmal habe ich geschaut, wo ich für meine Wohnung das Wasser abstellen kann zur Montage der Armatur. Eine kurze Leitungsverfolgung führte mich direkt in den Keller. Siehe da, es gibt einen Absperrhahn, aber der ist fürs ganze Haus. Und natürlich bedeutet das dann ebenfalls, daß es keine getrennten Wasserzähler und keine Wassererfassung für die einzelnen Wohnungen gibt, sondern das nach irgendeinem Schlüssel auf die Hausgemeinschaft umgelegt wird. Ob schade oder gut, das weiß ich noch nicht.

Ein paar weitere Bilder gibt’s noch von der heutigen Feierabendrunde, einfach nur schöne Gegend hier und vielversprechende Aussichten für die Ernte. Danach mache ich erstmal eine Weile Blogsommerpause und bin spätestens am 28.08. wieder aus Paris und Luzern zurück.

Und ein Zitat von Sheldon Cooper, dem Hauptdarsteller in der Big Bang Theory, als er zu der schon im Laufe der Serie ziemlich weit erwachsen gewordenen und intellektuell gereiften Penny meint:

Sheldon: Another compliment! Learn to recognize them.

Der Spruch paßt so perfekt zu mir, den merke ich mir. Das Transkript ist auch online, Staffel 4, Folge 15. Ich bin schon gespannt, wenn voraussichtlich im Herbst neue Folgen kommen. Die deutsche Synchronfassung finde ich aber dennoch furchtbar.

Zeugen an der Tür

Ich dachte schon, der junge Mann, der gestern an meiner Tür geklingelt hat, wollte mir ein Exemplar vom Wachturm andrehen und mir Gott näherbringen. Aber nein, es war nur jemand vom Roten Kreuz, der mir eine regelmäßige Spende nahelegen wollte. Nachdem er ganz nett seine Erklärung runtergerattert hatte, habe ich gesagt, daß ich schon regelmäßig spende. Und zwar Blut. Beim Roten Kreuz. Nu, damit hatte es sich für ihn erledigt und er zog zufrieden von dannen. Nächster Termin ist der 22.08., eine Dauerspendestation gibt’s hier in Uzwil nicht (nur in größeren Städten und Spitälern), aber die mobile Blutsammelstelle kommt vorbei. Das wird dann mein fünfter Blutspendeausweis (nach Bundeswehr, DRK NSOB, DRK Thüringen und Uni-Blutbank Magdeburg), mal schauen, ob die Blutgruppen alle übereinstimmen 🙂

Hier noch ein sehr schöner ausgewogener, am Ende perfekt zugespitzter, Telepolis-Artikel, der was über die deutsche Holocaust-Keule sagt, mit der in Deutschland jede vernünftige und faktenbasierte Argumentation per Nazivergleich gestoppt wird, wenn es einigen Leuten (bspw. dem Zentralrat der Juden) nicht paßt: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37292/1.html Siehe auch Godwins Gesetz. Es nervt, echt.

Säntis oder nicht Säntis?

Relativ spontan, also nachdem ich den Politik-und-International-Teil der NZZ am Sonntag zum Frühstück gelesen hatte, habe ich mich dazu entschlossen, das bis anhin noch halbwegs gute Wetter zu einem Ausflug zum Säntis zu nutzen. Eine Option ist die Bahn bis Gossau, dann die Appenzellerbahn bis nach Urnäsch und dann mit dem Bus bis Schwägalp Passhöhe auf etwa 1500hm. Von dort dann hochwandern oder die Seilbahn nutzen. Die andere wegen der notwendigen Kalorien genauso teure Option ist die Fahrradfahrt bis Schwägalp Passhöhe, was etwa 1000 Höhenmeter zu fahren sind, auf einer Strecke von etwa 37km. Diese habe ich genutzt.

Los ging’s irgendwann nach zehn Uhr, also eigentlich viel zu spät, aber ich hatte ja den ganzen Tag Zeit. In Herisau fing es dermaßen an zu schiffen, daß ich mich an einen Kiosk verkrümelte, wohin sich auch ein älteres Ehepaar (Schweiz+Italien) gerettet hatte, mit denen ich eine Weile geplauscht habe. Irgendwann wurde mir das Wetter dann doch zu blöd und ich beschloß, rumzudrehen. Als ich ein paar Hundert Meter gefahren war, kam die Sonne raus und es war einfach nur sehr freundlich, so daß ich doch noch kehrtgemacht habe und weiter Höhenmeter addieren konnte. Natürlich konzentrierten sich diese Höhenmeter serpentinenartig auf den letzten sechs Kilometern bis zur Passhöhe, da habe ich dann (natürlich zwecks Fotos) häufiger Pause gemacht. An einer der Serpentinen stand ich schon und erwartete mit zugehaltenen Ohren zwei Töffs (Motorräder), die vom Tal hochdonnerten, aber irgendwie kamen die nicht bis zu mir. Als ich dann doch mal in die Kurve hinter mir schaute, stieg der eine gerade ab und ging um die Kurve rum, wo dem anderen mysteriöserweise auf einer nicht sehr anspruchsvollen Strecke die Straße ausgegangen war — seine Maschine lag im Gras. War aber nichts passiert, höchstens verbogene Fußrasten und verdrehte Spiegel.

Nach Ankunft auf der Passhöhe habe ich mir erstmal einen Eiskaffee genehmigt, kurz danach eine Banane, zwei Äpfel, eine Honigmelone und eine Tafel Schokolade. Ich kam mir schon vor wie die kleine Raupe Nimmersatt. Vor der Talstation der Säntisbahn habe ich lange mit mir gerungen (sieht übrigens bestimmt sehr lustig aus, wenn man mit sich ringt), ob ich hochfahre oder nicht, aber zwischendurch riß der Himmel mal auf und ich habe dann doch für die 1000 weiteren Höhenmeter das Retour-Billett gelöst. Auf ging’s, die Gondel gondelte ziemlich steil den Berg hoch, die Fahrt war bis auf das Ploppen in den Ohren unspektakulär. Das Beste an der ganzen Fahrt war ein kleines Mädchen, das Papa fragte (oben bei der Einfahrt in die Bergstation mit etwas Gerumse an die Einfahrtbegrenzer), warum denn die Gondel jetzt so gerumst hätte. Daraufhin antwortete Mama: “Das ist wie, wenn Papa das Auto in die Garage fährt.” Mangels Garage und mangels Auto hatte ich damit nie ein Problem, aber mit dem Längseinparken hab ich’s auch nicht so. Quer ist einfacher.

Oben gab es nichts zu sehen. Gar nichts. Also habe ich mir einen Cappuccino bestellt, einen Geocache gesucht, der auch tatsächlich da war, das WLAN ausprobiert und mir den Hagel ins Gesicht prasseln lassen, der zwischendurch draußen eingesetzt hatte. Natürlich, just als wir dann auf der Talfahrt in die Gondel gestiegen waren, riß der Himmel auf, der Säntis war frei und wir konnten ihn dann später von unten bewundern, nur ohne die Fernsicht von oben. Dann halt ein andermal.

Die Rückfahrt mit dem Velo verlief ebenfalls unspektakulär, keine durchgebremsten Felgen, keine überhitzten Felgen, keine Stürze, etc. In Herisau habe ich mir bei einer der amerikanischen Botschaften ein Eis bestellt, und auf dem Radweg Richtung Flawil eine Kurve zu knapp und dabei das Brückengeländer mitgenommen. Peinlich.

Ich denke, bei besserem Wetter werde ich nochmal hin- und hochfahren. Die haben sogar Sonnenaufgangsfahrten im Juli und August, und man kann natürlich auch oben übernachten. Den GPS-Track gibt’s hier: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=akczsukwtcragwpa, unbearbeitet, die Höhenangaben sind mit Vorsicht zu genießen, nach der Talfahrt war außerdem der Akku leer.

Eigentlich hätte ich ja auch am Samstag schon rausgewollt, aber ich mußte die aktuelle ZEIT lesen, natürlich die Samstagsausgabe der NZZ und dann hat mich noch The Fear Index (Robert Harris) so gefesselt, daß ich es am Stück durchgelesen habe (deutscher Titel: Angst).

Titanic versenkt den Papst

Wer’s nicht mitbekommen hat: der Papst läßt gegen eine bzw. zwei Karikaturen seiner selbst im Satiremagazin Titanic vorgehen. Und der Rummel um das Verbot hat mal wieder, wie üblich, zur Folge, daß alles noch viel weiter aufgebauscht und bekannter wird, als es ohne das Vorgehen dagegen gewesen wäre. Die TAZ hat noch die entsprechenden Bilder im Angebot: http://www.taz.de/Provokatives-Papst-Cover-der-Titanic/!97062/. Die entsprechenden Kommentare der Titanic dazu sind mal wieder sehr erfrischend.

NZZ

Jetzt gibt’s täglichen Lesestoff, danke an AirBerlin und die SBB Lounge im Bahnhof Zürich für die Probeexemplare. Das Format der Neuen Zürcher Zeitung ist auch für den Flieger viel besser geeignet als die FAZ oder ZEIT, wobei ich letztere natürlich immer noch regelmäßig lese, da sie einen anderen Anspruch und eine andere Zielgruppe hat als eine Tageszeitung. Einerseits kriege ich (erneut) einen ganz anderen Blick auf Deutschland und andererseits lerne ich jetzt die Schweiz besser kennen, das ging mir mit dem Aftenposten auch schon so.

Im Container nach Australien

Es gibt tatsächlich Frachtschiffe und Veranstalter, die auch Reisende mitnehmen. Beispielsweise für um die 3000 EUR plus Nebenkosten von Hamburg nach Melbourne, in etwa 40 Tagen: Frachtschiffreisen Pfeiffer. Das fiel mir gerade ein, als am Sonntag auf SF2 Australia (der Film) lief. Und das Beste daran war, er war in HD und der Tonkanal war wählbar zwischen der häßlichen deutsch-synchronisierten Fassung und der perfekten englischen Originalfassung. Ansonsten hätte ich den Film auch nicht geschaut. Hugh Jackman hat nicht ganz so stark genuschelt wie seinerzeit Jake Gyllenhaal oder Heath Ledger in Brokeback Mountain, und Nicole Kidman war schon immer gut zu verstehen. 90% des Films wurden wohl bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gedreht, anders sind die schönen Schatten und schillernden Farben gar nicht zu erklären.

Ich richte mal einen Appell an die deutschen Sender: Zweikanalton ist doch nun wirklich nicht zuviel verlangt, das gibt’s technisch schon seit Jahrzehnten. Wer möchte und kann, sollte bitte die Wahl haben zwischen den Sprachfassungen. Gilt auch für den Schweizer Tatort 🙂

Festung Schollberg

Es gibt außer “normalen” Geocaches auch noch sogenannte “Events”, von denen ich jetzt eins in meiner Liste habe. Jemand organisiert das, die Leute können sich eintragen, hinkommen und zusammen jede Menge erzählen und Spaß haben und was lernen, je nachdem, was man macht. Heute haben wir uns etwa 100 Mann und Frau stark bei der Festung Schollberg getroffen, einem Teil des Schweizer Reduits, also der Verteidigungsanlagen der sogenannten Alpenfestung Schweiz. Begonnen wurde mit dem Bau schon 1886 und im Krieg, nach der Kapitulation Frankreichs, wurde der Entschluß gefaßt, die eidgenössischen Truppen in die Alpen zurückzuziehen und notfalls alle Zugänge dorthin zu zerstören. Seit 1990 wurden die Anlagen aber zurückgebaut, in Museen umgewandelt oder zu Lagerkomplexen umgebaut. Die Führung dauerte heute etwa zweieinhalb Stunden, inklusive weiterer Außenanlagen, Panzersperren, Mauern und großen sowie kleinen Bunkern.

Vor einer guten Woche gab es übrigens in Leipzig die GeoGames 2012, ein viel größeres Geocaching-Event. Wenn da massenhaft Leute mit ihren GPS-Geräten herumgerannt sind, hatte das also einen Grund 🙂 Meine Panoramas/Panoramen/Panoramata (na, die ganz breiten Bilder halt) sind mit Hugin erstellt.

Wil

Nein, das ist nicht die Abkürzung für “will-ich-lesen”, sondern der nächstgrößere Ort Richtung Winterthur. Schöne Altstadt, die liegt auf einem Hügel, rundherum wurde dann vollgebaut und insbesondere die Hanglagen scheinen beliebt zu sein, mit nach oben hin immer größeren und schöneren McMansions und starker Expansion. Die Innen- und Altstadt wurde immerhin nicht direkt als Einkaufszone verschandelt, sondern dafür wurde eine breite Shoppingmeile angelegt direkt im Anschluß an die Altstadt. Zurückzu gab’s dann noch zwei Geocaches an der Autobahn, bei denen mich die deutschen (!) Autofahrer erstaunt angeguckt haben und sich laut fragend gewundert haben, ob ich denn die Autobahn entlanggekommen sei. Nein, direkt neben der Raststätte verläuft der Thur-Radweg (und die Thur) und da ist ein offizielles Tor zum Gelände und sogar ein Tunnel, um auf die andere Seite der Raststätte zu kommen.

Den Tag über habe ich noch meine Wohnung aufgeräumt, die Küchentür nach dem Abhobeln eingehängt und die NZZ als Abo bestellt. Die hatte ich jetzt mehrfach auf Papier gelesen (danke AirBerlin) und die lohnt sich.

Hamburg-Tagesausflug

Auf Kundenbesuch in Hamburg. Wie komme ich hin? Mit dem Nachtzug, der Zürich-Hamburg fährt. Nach einem gemütlichen Kurzaufenthalt in der SBB-Lounge in Zürich bin ich eingestiegen und hab mich gleich ins Bett gelegt. Die Zugbegleiterin kannte mich schon, aber bisher hatte ich immer meine Fahrkarte bei der Deutschen Bahn gebucht, diesmal aber bei der SBB. Also mußte ich meine Halbtax-Karte zeigen und sie meinte nach einem kritischen Blick auf das dortige Foto mit einem Lächeln, daß es in echt hübscher wäre. Nuja, nach einer ereignislosen Fahrt, bis auf die 70minütige Verspätung, weil wir den Nachtzug aus Paris zwischendurch noch angekoppelt haben (welcher Verspätung hatte), gab’s dann morgens Frühstück (wieder dieselbe Zugbegleiterin) und ich bin in Hamburg erstmal ein paar Meter gelaufen.

Später ging es vom Bahnhof zum Kunden, wir haben uns dort zu dritt getroffen, haben den Termin absolviert und sind hinterher wieder getrennter Wege gegangen, d.h. zum Bahnhof oder zum Flughafen. Die Zeit zwischen Termin und Rückflug habe ich noch für eine Stadtbesichtigung genutzt und ich muß sagen, daß mir Hamburg so auf den ersten Blick sehr gut gefällt. Klar, die HafenCity ist ein nobles und hochmodernes Wohngebiet und absolut vergleichbar mit Aker Brygge (Oslo) oder Melbourne Docklands (Australien, inkl. Waterfront City): alles sind ehemals industriell genutzte Hafengebiete, die jetzt in Wohn-, Erholungs- und Shoppinggebiete umgewandelt werden. In Oslo steht auch die Oper im Hafen, in Melbourne etliche Sportstadien und in Hamburg wird da gerade die Elbphilharmonie als hochmodernes Konzerthaus errichtet, wobei der große Konzertsaal mit 2150 Plätzen etwas größer als der des Leipziger Gewandhaussaals mit etwa 1700 Plätzen ist. Allerdings sind beide Säle ähnlich gestaltet (mit weinbergartig ansteigenden Besucherrängen um das Orchester herum angeordnet).

Bei einer der Brücken, die ich zwischendurch gesehen habe, kam mir irgendwas bekannt vor. Nach kurzem Nachdenken ist mir dann eingefallen, daß ich mich genau mit dieser Brücke und den umliegenden Straßen im Rahmen des letzten Winter- oder Frühjahrsrätsels der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beschäftigt hatte. Da ging es um Meere, Entdecker und Seefahrt im Allgemeinen und an dieser Brücke gibt es Standfiguren von Vasco da Gama und Christopher Columbus. Später war ich noch in der Magellanstraße, und in der HafenCity gibt’s noch weitere solche Straßen- und Platznamen.

Nach einer kurzen S-Bahn-Fahrt ging es abends zurück mit AirBerlin 8456, leicht verspätet wegen schlechtem Wetter, und in Zürich-Flughafen hat es sich gerächt, daß die SBB einfach sehr pünktlich fahren, denn der Zug ist mir genau vor der Nase weggefahren. Trotzdem fährt bis nach Mitternacht noch was Richtung St. Gallen im Halbstundentakt, da hat sich das nicht enorm auf meine Schlafzeit ausgewirkt.

Hamburg hat mich jedenfalls begeistert (bis auf den HSV), die Leute dort auch, allerdings hatte ich lange keine Bettler und gesellschaftlichen Verlierer mehr gesehen. Die Sprache tönt auch irgendwie gut.

Beim Französischkurs sind wir jetzt drei Teilnehmer, es kam noch eine Elisabeth dazu. Bei ihr ist das Problem, daß sie nicht immer auf Englisch antwortet, sondern mit Spanisch ankommt und wir dann alles durcheinanderwürfeln, aber trotzdem merken, daß es da ziemlich viele Ähnlichkeiten gibt. Von meinen VHS-Spanischkursen ist also auch noch was hängengeblieben, aber lange nicht so viel wie beim Französisch.

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