Tag 1 im Outpost

Es sind genau fünf Liegekilometer bis zum Outpost, entweder mit einer lästigen walk-your-bike-Unterführung oder mit einer ebenerdigen Bahnüberführung mit lästiger Ampelwartezeit. Ein Cannondale-E-Liegevelo hat mich überholt, das ist jetzt schon das vierte andere Liegevelo auf der Strasse in vier Tagen. Erwartungsgemäss wurde ich bei der Vorstellungsrunde ungläubig angeschaut, als ich meinte, dass ich am Freitag nach San Francisco und zurück gefahren sei. Komischerweise sind hier fast keine E-Bikes unterwegs, auch sonst sehr wenige Velos, obwohl einerseits die Infrastruktur dafür perfekt ausgebaut ist und andererseits auch die Topografie mit ihrer Flachheit sehr geeignet wäre. In der Schweiz ist das umgekehrt und trotzdem gibt’s viel mehr Velos.

Die ersten Meetups (sprich: Treffen mit Gleichgesinnten) hab ich jetzt auch, und es kommen sicher noch weitere hinzu. Der Swisscom-Outpost ist einfach nur ein Wohnhaus, das als Haus mit vielen Zimmern zu einem Geschäftshaus umgerüstet wurde. In der Umgebung kannte ich mich bereits aus 🙂

Das Liegevelo ist immer ein guter Anknüpfungspunkt für ein Gespräch, und mein T-Shirt von der American Solar Challenge natürlich auch. Ich hab schon eine Einladung zur Robot Challenge in San Jose Mitte September bekommen. Die anderen Leute im Outpost sind ähnlich drauf, wir verstehen uns prima. Wenn man wetteifern kann, wer mehr Raspberry Pis zu Hause hat, stimmt der Rest auch.

Auf dem Heimweg bin ich noch bei der Garage von Hewlett und Packard vorbeigefahren, die ist nur ein paar Blocks vom Outpost entfernt und quasi die Gründungsstätte von dem, was heute als Silicon Valley bekannt ist.

Die Garage von HP.
Blabla, Geburtsstätte des Silicon Valley und so…

Adaptervergesser

Ich war mir sicher, dass ich den Steckdosenadapter eingepackt hatte. Aber vielleicht doch nur in Gedanken, jedenfalls hatte ich tatsächlich jetzt keinen dabei. Aber hier ist ja eine gut sortierte Garage nebenan mit viel Krimskrams, da gibt’s Anschlusskabel zuhauf. Hab eins genommen, bei dem die Pinabstände zum DELL-Netzteileingang passen, den Stecker zurechtgeschnitzt, fertig. Hat auch nicht viel länger gedauert, als zu Hause den Adapter zu suchen 🙂

Schnitzorgie führt zu Netzteilanschlusskabel.

Mein Smartphone kann ich ja am Velo laden, für das brauche ich keinen Adapter. Das Wetter gefällt mir bisher, etwa 20°C, keine volle Sonne, ideal zum recumbent cruising.

Mautdaten und Verbrechensbekämpfung

Vor fast vier Jahren hab ich zu dem Thema fahrstilabhängige Versicherungsprämie was geschrieben. Einerseits ist das interessant, weil folgende Kurzfassung (Selbstzitat):

Aufzeichnungsbox ins Fahrzeug gesteckt, Fahrtstrecken aufgezeichnet, Daten ausgewertet und nach dem so errechneten Score bemisst sich dann die Versicherungsprämie. Natürlich sind dann alle Zeiten und Strecken komplett aufgezeichnet und der Versicherer hat prinzipiell Zugriff auf alle diese Daten und kann sie für gute oder auch für schlechte Zwecke verwenden.

genau beschreibt, wie es heutzutage häufig gemacht wird. Recht zufällig bin ich auch in die ganze Ecke mit den Telematikdaten bei der Versicherung gerutscht und habe genau solche aufgezeichneten Daten zum Fahrstil zur Auswertung gehabt. Das war damals nicht absehbar, dass es so laufen könnte 🙂

Und auch der andere Punkt, den ich erwähnt hatte, dass nämlich andere Institutionen Interesse an den wachsenden Datenbergen zeigen würden, bewahrheitet sich soeben wieder: LKW-Mautdaten wurden zur Verbrechensbekämpfung genutzt (Welt online) und natürlich kommen die Strafverfolger gleich wieder auf dieselbe Idee: Diskussion über Nutzung von Mautdaten zur Strafverfolgung.

Toasterupgrade

Der Siemens-Toaster (im Porsche-Design) verrichtete zehn Jahre lang unauffällig seinen Dienst, welcher darin bestand, zu toasten, also im Wesentlichen heisse Luft bzw. Wärmestrahlung zu produzieren. Da fragt man sich dann schon, wie der Kernbestandteil, nämlich der Widerstandsheizdraht, durchbrechen kann, in der Mitte einer Quarzglasröhre, ohne mechanische Beanspruchung.

Ein in der Mitte durchgebrochener Heizdraht.

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GPS-Datenqualität

Hier noch zwei Trouvaillen aus der GPS-Aufzeichnung Sion-Disentis. Bekanntermassen fahre ich gern im Zickzack die Passstrassen hinauf, um die Steigung zu verringern, drum freuen mich zweispurig leere Strassen ungemein. Bei genügend detaillierter GPS-Aufzeichung ist das auch gut erkennbar:

Meine Passstrategie: zickzack bergauf.

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42 Entscheidungen

Ich mag ja meinen Job wirklich, hab mich jetzt ewig drauf gefreut, doch noch statt explorativem Daten-Anschauen wirklich mal Klassifikation und Regression machen zu können, und dann kommt beim allerersten Entscheidungsbaum, den ich überhaupt anschaue, ein Blatt raus, das genau 42 Schadenfälle abtrennt. Es stimmt also schon, dass das wohl die Antwort auf alles ist. Und nein, ich sag nicht, worum’s bei dem Entscheidungsbaum geht und nach welchem Kriterium zuerst aufgeteilt wurde.

42 🙂

Unwitzige Swisscard

Vor fast einem Jahr hatte ich das interessante Gespräch mit der Swisscard-Hotline, die ich jetzt wieder gekündigt habe. Grund: den Flug ins Silicon Valley habe ich mit der Supercard-Visa-Karte gebucht, ~2500 Fr. für Business Zürich-San Francisco, Flug gefunden über swoodoo und gebucht bei cheaptickets.ch. Alle Preise wurden in Franken ausgewiesen, also bin ich davon ausgegangen, dass keine Extra-Gebühren draufkommen. Im Gebührenverzeichnis von swisscard steht nämlich etwas verklausuliert:

Supercard Plus: Der letzte Punkt ist der interessante.

1.5% bei Fremdwährungs- oder Auslandstransaktionen. Letzteres gilt offensichtlich auch in Schweizerfranken, das sagte mir zumindest meine Kreditkartenabrechnung. Zum Glück hatte ich nicht die cumulus-Mastercard (Herausgeber cembra Money Bank) benutzt, die hat nämlich den gleichen Gebührentyp, sogar mit 2% (s.u.). Nur hätte ich bei Zahlung per Mastercard noch zusätzliche 50 Fr. Zahlungsgebühr von cheaptickets.ch gelöhnt.
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