Post vom BfS / Die Bankräuber

Alle drei Jahre überschlagen sich die kulturellen Ereignisse wohl: siehe Januar 2018. Damals hatten wir schon einige Aufführungen von La Traviata gespielt, diesmal haben wir grad die Premiere von Die Regimentstochter hinter uns. Damals hatte ich eine der ersten Vorstellungen von Beat Schlatters Stück Polizeiruf 117 (mit Fieber) besucht, diesmal gestern Tickets für die allererste öffentliche Aufführung von Die Bankräuber, wieder im Hechtplatztheater, auch mit deutlichem Kratzen im Hals. Aber für das Stück lohnt es sich absolut, es sind sehr viele aktuelle Referenzen drin und (Spoiler!) Roger Federer ruft im Stück an. Ausserdem wird versucht, einen Ostschweizer Dialekt zu imitieren bei der Ausübung eines Banküberfalls 😀 Kurz vorm Ende mussten sie alle ziemlich lachen auf der Bühne, was wohl nicht so im Drehbuch stand, es aber umso lustiger machte.

Es begab sich aber zu der Zeit…

Und dann hatte ich heute noch eidgenössische Post aus Neuchâtel und da fiel mir als erstes das Bundesamt für Statistik ein. So war es denn auch: ich gehöre zu den 3% der Bevölkerung, die gezählt und geschätzt werden, der Rest ist registergestützt und die werden da schon sinnvolle Daten draus machen beim BfS. Leute wie ich machen dann hinterher so tolle Auswertungen wie die Grenznäheberechnung oder ordnen Hektarrasterzellen zu Postleitzahlen zu. Ohne die Daten vom BfS ginge das aber nicht, von daher hab ich den Fragebogen subito online ausgefüllt.

Mal noch so eine theoretische Frage: in welchem Land wird ein Todesfall im Sterberegister eingetragen, wenn jemand mehrere Staatsbürgerschaften hat? Schon im Erbrecht scheint das ja kompliziert zu sein.

Velostellplätze im Swiss Twindexx

Ende Mai hab ich den Twindexx mal in Bern fotografiert, mit der Absicht, doch mal die Velostellplätze anzuschauen. Damals waren die Türen noch nicht so viel mit Piktogrammen beklebt, das wurde jetzt nachgeholt. Gestern stand zufällig einer auf Gleis 4 im HB* herum — am Ende ist er mir wie in Scuol der RhB-RE genauso vor der Nase weggefahren, die ich grad zwecks Blick ins Innere nah ans Fenster gehalten hatte. Aber ich war ja fertig mit Anschauen.
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Eislaufen im Engadin

Endstation Scuol, wie schon im Juli 2014, so langsam kriege ich die Bündner Täler auf der (mentalen) Karte sortiert. Die Dialektausdifferenzierungen im Romanisch sind schon echt interessant, wenn man sich die Schriftsprache anschaut und die in Scuol nachdenken müssen, was in Disentis in der Zeitung geschrieben wurde. Es ist nicht mal so, dass ich gar nichts verstehen würde wie 2012 im Schweizerdeutschdialekt, sondern ich versteh einzelne Worte oder Wortgruppen und dann kommen wieder total ungewohnte Worte, die ich noch nicht mal in Einzelteile zerlegt bekomme. Challenge accepted, sag ich da nur (aber erstmal Italienisch auf C-Niveau bringen). Auf alle Fälle muss ich die Schriftsprache dazu sehen.

Jedenfalls kann man da auch Freiluft-Eislaufen, wie in Gstaad vor kurzem. Die Eisbahn auf 1260m Höhe, rundherum ordentlich Schnee und ein paar Dreitausender und diesmal mit persönlicher Führung (ohne Geocaches), dafür kann man schonmal einen Tagesausflug machen. Abfahrt in Wil um 06 Uhr bei 9°C (dort ging’s noch bis 13 Grad rauf, bevor ein Temperatursturz kam, das sagt mir mein Temperaturlogger), bis Landquart gab es quasi U-Bahn-Gefühl*, weil es ja eh dunkel war. Direkt nach Landquart ging’s rauf und plötzlich lag überall Schnee.

*Swiss Metro braucht keiner, die sollen doch einfach im Dunkeln fahren, nachts ist auch kein Verkehr 🙂 Ausserdem will doch keiner in 12 Minuten von Bern nach Zürich, obwohl das mit dem Viertelstundentakt noch hinkommen würde. Lasst die Leute lieber zu Hause arbeiten, anstatt sie täglich durch die Gegend zu kutschen.

Landquart um 07:37 am 03.01.2018

Dank SNB hab ich auch fast immer das Merkblatt dabei, wie lang die Bahntunnel sind und bin daher heute 2x19km Veraina-Tunnel gefahren. Die Schriftgrösse auf dem 10er-Nötli ist grad noch lesbar ohne Lupe im richtigen Licht. Der Veraina hat Swisscom mit 4G und Salt komplett ohne Netz. Bei der Rückfahrt stand ich grad am Zug und hab durch das Fenster von aussen aufs RhB-Streckennetz geschaut und gewitzelt, dass der Zug jetzt hoffentlich nicht abfährt, als er genau dies tat. Aber nur, weil er noch Fracht von Gleis 1 anhängen wollte.

Vermutlich der Piz San Jon hinten im Bild.

Silvesterthurgautour

Gestern morgen lag noch Schnee auf dem Balkon und abends während der Regimentstochter-Probe gab es gefühlte 10cm Neuschnee. Es wird jedenfalls ein sehr schickes Bühnenbild, das aber noch geheim bleiben muss. Vom Bühnenbildumbau in der Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Akt sollte man aber durchaus mal ein Zeitraffervideo machen. Der Vorverkauf hat auch begonnen, interessanterweise auch mit verschiedenen Vorverkaufsgebühren je nach Vertriebskanal und Zahlungsmittel. Ich mag Transparenz und spare mir auch gern Gebühren, wenn ich einfach runter zur Tonhalle laufe und dort die Karten hole.

Für heute gab’s aber wie angesagt erst Nachtsturm und dann Temperaturen weit jenseits der 10°C. Das eignete sich also für die letzte Liegevelofahrt im 2017. Um den Ball und die Strecke flach zu halten, einfach nur im Thurgau, via Wuppenau und Weinfelden nach Frauenfeld und dann zurück mit Umweg über den Milchomat und zwischendurch drei Stationen mit der Frauenfeld-Wil-Bahn. 53km Strecke, Zeit hab ich nicht gezählt, ich musste ja nirgends hin.

Zwischendurch kam mir die Idee, wie ich möglichst einfach die Heisswassertemperatursteuerung mache — den Sollwert per cronjob in eine Datei schreiben und dann jede Minute checken, ob ich drunter oder drüber bin. Den Temperaturmesswert kriege ich sehr direkt mitten im Kessel und logge den schon jede Minute: Thingspeak-Channel 394298. Das Kesselthermostat hat eine Hysterese von etwa 10 Kelvin, d.h. heizt bis 51°C hoch, dann fällt die Temperatur und erst bei 41°C wird wieder hochgeheizt. Ich kann dann das Aufheizen in die Nacht verschieben (Nachttarif). Man sieht auch sehr schön, wie die Temperaturabnahme exponentiell abnimmt, da die Differenz zwischen Kesseltemperatur und Aussentemperatur immer geringer wird und der Wärmeübergang damit weniger wird.

Kein Grüner, auch wenn’s so aussieht und trotz Jacke.
Schöne Wolkenschichten Richtung Norden.
So wie’s halt hier aussieht um Wil herum.
Gross losbellen und dann nur nebenher laufen wollen anstatt Vertreibungsverantwortung zu übernehmen, pah.
Hello Jolly!
Draussen sitzen ohne zu frieren. Muss man machen.
Eine spontane Mitfahrgelegenheit, sogar mit Billettkontrolle.

Zum Schlittschuhlaufen nach Gstaad

Letztes Jahr war ich auf Natureis Eislaufen, bezeichnenderweise Schwarzeis genannt, obwohl am Lago Bianco. Dieses Jahr gab’s aber viel mehr Schnee im Vorfeld, da war nix mit Schwarzeis, ausser vielleicht im Jura knapp an der französischen Grenze. Aber es gibt ja Kunsteisbahnen — in Wil ist mir das über die Feiertage schon zu voll, aber Gstaad ist ja mit vier Stunden Fahrzeit durchaus noch gut erreichbar. Im Mittelland liegt dicker Nebel oder zumindest ist die Sonne nicht sichtbar, im Oberland keine Wolke zu sehen und es ist schön warm in der Sonne.
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NoBillag und Sprachen

Anfang März wird über die Abschaffung der Zwangs-Rundfunkgebühren abgestimmt. Die abzustimmende Verfassungsänderung sieht vor, dass keine Gebühren mehr erhoben werden dürfen. Damit wäre die Schweizerische Rundspruchgesellschaft quasi abgeschafft. Wenn ich mit abstimmen dürfte, wäre ich gegen NoBillag. Mein NZZ-Abo kostet mit 715 Fr. im Jahr deutlich mehr als die Billag-Empfangsgebühren von 451 Fr., also bin ich medial recht gut versorgt für etwa 100 Fr. im Monat. Wenn man nur noch nicht gebührenfinanzierte Rundfunkmedien hätte, würden die wohl in der Deutschschweiz noch funktionieren, aber schon in der Romandie wäre der Markt recht klein und der Einfluss aus Frankreich recht gross, vom Tessin mal ganz abgesehen. Welcher privatwirtschaftliche Sender könnte profitabel mit einer italienisch-schweizerischen oder sogar einer rätoromanischen Kundengruppe arbeiten? Der Markt würde in diesem Fall nicht funktionieren.
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Bern-Burgdorf-Bundeshaus

Die Schlange war nicht vorhanden.

Wenn man schon mal mehrmals in Bern ist, kann man ja auch in der Nähe übernachten, wobei Nähe in den sogenannten Vielvelofahrerentfernungskilometern (=fühlt sich kürzer an) definiert ist. Gut 25km einfache Strecke, gestern im teilweisen Nebel mit Abendsonne von Bern Richtung Norden, heut im Nebel wieder Richtung Süden, jeweils um die 0 Grad, heute morgen leicht kälter, was mir der Chainglider durch verstärktes Rattern gemeldet hat. Die Spikes summten vor sich hin. Gestern lief mir direkt vorm Bundeshaus noch Bundesrat Ueli Maurer entgegen, geschäftig mit Aktentasche in der Hand, kein Begleitschutz, so sollte das für einen Volksvertreter auch sein.

Aber die Idee war ja auch, mal den Velokeller der Mobiliar auszuprobieren, so wie ich das bei der Migros regelmässig getan hatte. Badge ranhalten, reinfahren und gut — besser ist aber, dass gleich die Duschen und die Garderobe folgen, was bei der Migros nicht so gut gelöst war.

Die unbeschriftete Einfahrt zum Velokeller. Wobei “Anlieferung” ja auch okay ist.
Tür auf. Das Enterprise-Tür-Zischen müsste man mal einbauen.
Ziemlich viele ungenutzte Veloleichen, aber immerhin.
Eine Garderobe mit genügend Duschen.

Nervig ist dann der Aufstieg ins Gebäude, wenn man den zum ersten Mal macht. Noch nerviger ist es, den Weg zurück zu finden, weil es drei (oder vier?) unterirdische Parkdecks gibt. Die gleiche Menge an Fahrzeugen passt übrigens auch in den Velokeller.

Produktiv würde ich heute morgen eh nicht sein, also bin ich nach der Fahrt ins Büro gleich ins Bundeshaus gelaufen, weil die Wintersession im Parlament läuft, der letzte Besuch war Ende Februar 2017. Der Nationalrat hat grad das Thema automatischer Informationsaustausch mit Neuseeland behandelt, weil es da das Problem gibt, dass Auslandschweizer in Neuseeland wohnend ihre schweizerische Rente beziehen, diese aber von Neuseeland besteuert bzw. auf die NZ-Rente angerechnet wird. Da muss ich mal im Auge behalten, wie das ausgeht, das wäre ja durchaus eine Option für nach der Pensionierung.

Nach der parlamentarischen Beratung zum AIA ging es um die Vollgeldinitiative, die ziemlich abgelehnt wird, von allen Seiten. Der Gegenvorschlag, lieber das Eigenkapital der Banken zu stärken, wäre wohl auch in meinem Interesse, weil ich keine Lust habe, Banken mit (meinen) Steuern zu retten.

Zu den schönen selbstsprechenden Helvetismen wie Auslegeordnung und Vernehmlassung füge ich noch Differenzbereinigung hinzu. Wenn sich Nationalrat und Ständerat nicht einig sind, haben sie halt Differenzen und die müssen bereinigt werden. Das Verfahren ist ziemlich klar definiert.

Bei der Bundespräsidentenwahl für 2018 wurde Alain Berset gewählt, aber ich hab ihn gar nicht gesehen von der Zuschauertribüne aus. Aber das Amt wechselt ja sowieso alle Jahre, er ist mehr ein primus inter pares.

Mobilitätskosten (immer dasselbe halt)

Ein ungewohnter Anblick für eine Dose.

Der Rohloff-Service für die kleine Schwarze war diesmal mit 226 Fr. deutlich günstiger als die Quasi-Totalrevision der silbernen am Patria Terra im März 2016 mit >800 Fr.. Aber es war wirklich nötig, da sich Vorbesitzer und aktueller Besitzer beim Quälen selbiger wohl nicht viel nehmen. Schon letztes Jahr wollte ich sie abgeben, aber bekam von Rohloff via Telefon eine Standpauke, dass das Ölen vielleicht normal sei. Also bin ich sie jetzt halt ein Jahr gefahren in Neuseeland, Kalifornien und im Inland über grosse Höhendifferenzen — sie hat eigentlich permanent leicht getropft. Die Befüllung mit 25ml Spülöl vor der Tessin-Tour vorletztes Wochenende und das Ablassen von gerade mal 27ml (statt 50ml) zeigte die Undichtigkeit relativ klar. Rohloff hat auch diesmal wieder versucht, mich aus Kassel anzurufen, aber ich war nicht erreichbar 🙂 Jedenfalls gehe ich jetzt davon aus, dass sie im Gegensatz zum Fahrer ganz dicht ist.

Auf die Mobilitätskosten als Thema komme ich deswegen, weil ich grad Daten aus der Autoversicherung auswerte und ich mangels eigenem Fahrzeug absolut keine Ahnung habe, was eine Haftpflicht und eine Teil-/Vollkasko bei uns* kosten. Nehmen wir mal an, ich hätte einen neuen Skoda Superb Kombi, da kommt eine Haftpflichtprämie von 500 Fr. und eine Kasko von 700 Fr. (bis insgesamt sogar 1800 Fr., je nach Deckung) raus. Einen Parkplatz bräuchte ich ja auch noch, der kostet 150 Fr. im Monat. Also würde ich schon 200 bis 300 Fr. im Monat zahlen, nur dass die Dose (eine andere als die oben) herumsteht, da bin ich noch keinen Meter gefahren. Wow. Wenn man da den Wertverlust eines Neuwagens noch dazunimmt (Tabelle siehe hier bei comparis), kann man über 5 Jahre noch 50% des Neupreises abschreiben, was bei dem Superb etwa 15k, also 3000 Fr. im Jahr ausmachen dürfte. Das sind nochmal 250 Fr. im Monat. Da lobe ich mir doch immer wieder meine Fehlanreize setzende Mobilitäts-Flatrate.

*im Land und in der Mobiliar.

Meetup im Impact Hub

Data, Details, Dating war heute ein weiteres Meetup in Zürich. Diesmal war’s weniger wegen Netzwerken als wegen des Vortragenden Chris Gwilliams, einem ganz abgefahrenen und drum sehr sympathischen Informatiker. Sein kompletter Vortrag (und wohl auch fast sein ganzes Leben) lief in einer tmux-session ab, er nutzt newsbeuter und natürlich vim (nicht emacs) und schon allein diese Kombination führte dazu, dass ich mich mit ihm prima verstanden hab. Vor dem Talk hab ich ihn angesprochen, weil er da rumstand, aber da wusste ich nicht, dass er der Protagonist des Abends sein würde. Arbeitet am PSI in Villigen, auch das nachvollziehbar 🙂

Seine Präsentation ist auf github, auch wenn mit dem Link und dem Format wohl fast niemand was anfangen kann. Ich schon. Ich musste fast den ganzen Vortrag lang vor mich hinkichern, weil er genauso denkt wie ich, aber alles noch deutlich stärker übertreibt als ich. Mit dem Quantified-Self übertreibt er es aber etwas, find ich. Beim Vortrag hat er z.B. ein EEG-Gerät am Kopf gehabt, das live (in einer shell natürlich) seine Daten aufgezeichnet hat, ausserdem am linken Arm eine unauffällige Smartwatch und am rechten Arm ein Pavlok-Armband, das nach dem Prinzip des negative reinforcement learning Vibrationen, Piepen oder Stromschläge auslöst, wenn der Benutzer eine Aktion macht, die schlecht ist. Das Smartphone erkennt z.B., wenn sich der Benutzer eine Zigarette anzünden will, dann folgt ein schmerzhafter Stromstoss und man verbindet dann den Schmerz mit der Zigarette und sollte es sich leichter abgewöhnen können.

Aber hey, ich kann mit einem shell-command meine Haustür öffnen, das hat doch auch was 😀

Edit: hier noch der Link zum Meetup auf meetup.com.