Europalust abnehmend

Während ich grad im Zug nach Bern sitze, fiel mir in der NZZ der Artikel Abnehmende Lust auf Europa auf. Die Einleitung ist mal wieder sehr blumig geschrieben:

Wenn Abstimmungen in der Schweiz «falsch» ausgehen, provozieren sie in Deutschland stets die gleichen, fast schon ritualhafte Reaktionen. Genau wie bei der Minarettinitiative folgte bei der Masseneinwanderungsinitiative zunächst der entsetzte Aufschrei der Medien. In unüberbietbarer intellektueller Bedürfnislosigkeit wurde die Schweiz zum finsteren Hort der Reaktion und des Rassismus erklärt, und in den auf Krawall gebürsteten Talk-Shows wurde der Zuschauer mit den üblichen Eruptionen der persönlichen Beleidigung, der Unterstellung und des oberflächlichen Parolenaustausches gelangweilt.

Tja, ich bin nicht der Einzige, der die Diskrepanz zwischen politischer und medialer Meinung sowie der allgemeinen Volksmeinung andererseits bemerkt hat.

Giacobbo/Müller 01/2014

Für dies Jahr hab ich einen Giacobbo/Müller-Teilnahmezähler angelegt. Am 26.01.2014 war mein erster Besuch in diesem Jahr. Das Vorprogramm vor der Aufzeichnung ist immer wieder gut, auch wenn ich das Herunterzählen, wieviele Pointen jetzt noch für die Sendung übrig sind, jetzt schon langsam auswendig kenne 🙂 Zu Gast war der Glarner BDP-Nationalrat Martin Landolt. Recht sympathisch, auch wenn er bei seinem Volleyball-Sotschi-Spruch wohl nicht damit gerechnet hatte, dass Viktor schon verdammt schnell merken würde, dass Volleyball nicht grad zu Winterspielen passt.

Zweiter Besuch dann am 16.02., die Karten sind schon gewonnen worden. Lohnt sich halt und wenn ich da meine Fernsehgebühren gegenrechne, komme ich voll auf meine Kosten.

Ausserdem kommen ja immer wieder Anspielungen auf Mikes Sendung Der Bestatter, die ebenfalls lohnenswert ist.

Duo Calva in Wil SG

Duo Calva, 11.01.2014, Wil SG, Bühne am Gleis
Duo Calva, 11.01.2014, Wil SG, Bühne am Gleis

Erst 12, dann 5, und am Samstagabend war ich zu Besuch beim Duo Calva, in deren Programm Heute Abend: Zauberflöte. Grosse Oper für zwei Celli. Vor etwa hundert Gästen haben die beiden, Alain und Daniel, zu zweit als Aushilfscellisten auf den Rest vom Orchester wartend, der nie erscheint, den gesamten Konzertabend mit virtuosem Spiel und Musik-Comedy unter Einbezug des Publikums gestaltet. Lohnt sich 🙂 Statt fand der Abend in der Bühne am Gleis der Kulturwerkstatt Wil.

Jahresabschluss 2013

Nun ja, alle sieben Bundesräte hab ich im 2013 nicht geschafft, aber immerhin drei Altbundesräte plus Christoph Blocher. Im Gegenzug war ich gefühlt jede zweite Sendung bei Giacobbo/Müller und es geht Ende Januar auch gleich genauso mit der Sendung und meinem Besuch weiter. Vielleicht treff ich ja da ein paar Bundesräte in diesem Jahr.

Finanzmässig hab ich’s ja echt nicht geglaubt, aber meine Datensammlung und deren Auswertung sprechen echt Bände. Es kommen tatsächlich 1050 Franken pro Monat nur für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln, Supermarkteinkäufe und ein paar Zugfahrten zusammen. Dazu noch Miete (1230), Nebenkosten (120), Zeitung (50), Krankenversicherung (400) und die Kinderfahrten (250) und schon sind 3100 Franken beisammen. Interessanterweise ist das auch ziemlich genau das, was das hiesige Betreibungsamt als Existenzminimum ansetzt (pdf). Das relativiert doch ziemlich die Tatsache, dass zum Beispiel LIDL oder ALDI hier gross Werbung mit 4000 Franken Monatslohn für den Job als Verkäufer machen. Davon geht erfahrungsgemäss etwa ein Viertel an Steuern/Abgaben weg und schon ist man beim Existenzminimum angekommen.

Golfspielende Gemeindenamen

Bei der heute in voller Kirche abgehaltenen Trauerfeier für ein (Ex-)Orchestermitglied gab’s, neben anlassentsprechender Musik, auch den längsten Schweizer Gemeindenamen Niederhelfenschwil zu bestaunen. Auch wenn die Kirche im Dorf gelassen wurde, ist sie ziemlich gross und schmuck für eine Gemeindegrösse von nicht mal 3’000 Personen. Randvoll war sie zur Trauerfeier auch. Wir haben die üblichen Verdächtigen zu einem solchen Anlass gespielt (Air von Bach, Largo von Händel, Trauermarsch von Chopin, etc.). Dass einige der gemalten Personen an den Wänden vermeintlich Golf spielen könnten, war nicht meine Idee — sorry für die Handyfotos, die Schlaufonkamera kann’s nicht besser.

Die Fenster sind echt, aber die Simse und die Fensterumrahmung sind aufgemalt. Wesentlich wichtiger: es ist eine Uhr drin.
Die Fenster sind echt, aber die Simse und die Fensterumrahmung sind aufgemalt. Wesentlich wichtiger: es ist eine Uhr drin.
Golfspieler 1
Golfspieler 1
Golfspieler 2
Golfspieler 2

Rollendes Starbucks erwischt

Heut bin ich extra mal früher los, um zu überprüfen, ob’s den SBB-Starbucks-Restaurantwagen im IC tatsächlich gibt. Zumindest hab ich ihn hier vorbeifahren sehen, war aber noch nicht drin:

Tädää, es gibt ihn tatsächlich, den Starbucks-Restaurantwagen.
Tädää, es gibt ihn tatsächlich, den Starbucks-Restaurantwagen.

Dazu noch zwei abendliche Impressionen aus der Wiler Altstadt, inzwischen fast schneefrei, bis auf den riesigen Haufen vorm Hof, dort, wo im Sommer die Opernbühne stand.

Die altbekannte Trinkstube
Die altbekannte Trinkstube
Wiler Altstadt so gegen 21:15 Uhr an einem Donnerstagabend.
Wiler Altstadt so gegen 21:15 Uhr an einem Donnerstagabend.

RIP Tom Clancy

Och menno, ich hab einen Spruch von ihm hier am 05. Oktober erwähnt, als ich in Australien war, nicht wissend, dass er ein paar Tage zuvor verstorben war: Tom Clancy, einer meiner Lieblingsautoren. Grad letzte Woche hab ich noch von ihm zwei Bücher verschlungen (Threat Vector und Locked On) und das jetzt im Dezember posthum erschienene Command Authority liegt mir auch schon vor. Wenn ich es damals schon hätte lesen können, hätte ich 1984 mit Jagd auf Roter Oktober anfangen können, dem ersten von 15 Büchern des sogenannten Jack-Ryan-Universums, die chronologisch aufeinander aufbauen und auch teilweise verfilmt oder filmisch adaptiert wurden. Es gibt von ihm noch weitere Bücher, die ich aber bei weitem nicht so spannend finde wie diese Reihe, die mitten im Kalten Krieg anfängt und dann über die Nachwendezeit bis zu den Terrorbedrohungen der letzten zehn Jahre schreitet und gerade im vorletzten Buch, Threat Vector, auch noch den Cyberkrieg mit China einschliesst, zusätzlich zu den Gebietskonflikten im Chinesischen Meer. Wenn ich die aktuelle Nachrichtenlage in der Wirklichkeit mit dem Buch vergleiche, weiss ich manchmal nicht, ob die Chinesen und Amerikaner vielleicht das Buch als Drehbuch für die Wirklichkeit verwendet haben.

Auf den langen Busfahrten beim Bundeswehrorchester quer durch Deutschland hatte ich jedenfalls auch mindestens zwei dieser Bücher gelesen, wodurch dann die Zeit immer viel zu schnell vorbei ging. Die letzten Bücher der Reihe lohnen sich eigentlich erst richtig zu lesen, wenn man auch alles davor gelesen hat, sonst versteht man viele Anspielungen auf Vorangegangenes gar nicht. Vielleicht sollte ich doch noch mal mit Kurt Wallander von Henning Mankell anfangen, das sind inzwischen zwölf Bücher und der Autor lebt noch, wobei ich da den allerletzten Fall von Wallander mit dem traurigen, aber natürlichen und absehbaren Lebensende von Kurt schon gelesen habe.

Weihnachtskonzerte vorbei

Gestern und heute waren insgesamt drei sehr gut besuchte Weihnachtskonzerte, organisiert vom Männerchor Concordia, in St. Nikolaus zu spielen. Von Humperdinck gab’s das Sandmännchen aus Hänsel und Gretel und danach die Weihnachtskantate von Rheinberger. Bei der dritten Aufführung lief’s am besten 😉 Bei derartigen Auftrittshäufungen wird mir immer wieder bewusst, warum ich Musik lieber als Hobby denn als Beruf ausübe. Immerhin gab’s zum Konzertabschluss jeweils Stille Nacht, Heilige Nacht und ich krieg’s langsam hin, die Tenorstimme zu spielen und gleichzeitig mitzusingen. Fällt ja nicht weiter auf, wenn’s nicht ganz passt. Ausserdem ist mir die Bassstimme zu tief und auch zu langweilig. Jedenfalls hat sich mein Umzug absolut gelohnt: drei Minuten zu Fuss zur Kirche, d.h. wenn wir ein paar Takte Pause haben, könnte ich glatt schnell heimlaufen.

Ergänzung am 19.12.2013: Artikel in infowilplus.ch

Ha, die Drachenbäume würd ich doch glatt mitnehmen, wenn ich nicht schon welche daheim hätte.
Ha, die Drachenbäume würd ich doch glatt mitnehmen, wenn ich nicht schon welche daheim hätte.
St. Nikolaus von innen vorm Konzert
St. Nikolaus von innen vorm Konzert