Tagsüber ist es immer noch zu sonnig für sonnencremefreie Velotouren, drum war ich gestern erst ab 18:30 Uhr unterwegs, 43km Wil-Jonschwil-Lütisburg-(Route99)-Libingen-Dietfurt-Wil. Um die Uhrzeit war da absolut nichts los, von der wunderschönen Landschaft war aber auch nur noch eine gute Stunde was zu sehen. In Grämigen hat doch tatsächlich jemand aus einer herumstehenden Gruppe von Menschen zu mir, dem vorbeifahrenden Velofahrer, gemeint “Hey, de isch vo de Poscht! Lueg ez mol das gäle Velo!”, woraufhin ich mich nur grinsend umgedreht und den Daumen nach oben gezeigt hab. Die Dörfer sind dann schon relativ schnell sehr weit weg vom Schuss, aber das heisst ja nicht, dass kein Postauto hinfährt.
Libingen beim Eindunkeln
Nach Libingen gab’s noch einen Geocache und dann 20km Rückfahrt im Dunkeln. Der Edelux II braucht am Forumslader so viel Energie, dass der sich auch bei schneller Fahrt leicht entlädt. Vielleicht sollte ich da für diesen Fall noch einen Umschalter einbauen, der den Forumslader komplett aus dem Stromkreis nimmt, so dass der Edelux nur noch am Dynamo hängt.
Tolle Anglizismen im Betreff: es geht um ein Verleihsystem für schnelle Elektroräder (mit Kennzeichen, Helm- und Versicherungspflicht), das keine fixen Stationen hat, in Zürich, betrieben von der Mobiliar. Die Velos haben GPS und Mobilfunk, können jederzeit geortet werden und sind damit eben überall in Selbstbedienung ausleihbar, wenn sie nicht grad jemand anders hat. Unter diesem Link (smide.ch) soll das System ab nächster Woche Donnerstag laufen, in Zürich mit 200 verfügbaren Rädern. Continue reading “Free-Floating E-Bike-Sharing”
Schon im Juni wurde das revidierte/neue Bürgerrechtsgesetz verabschiedet und tritt 2018 in Kraft. Damit hab ich nur noch gute sechs Jahre bis zum Pass. Von mir aus könnten sie auch als Kriterium noch reinschreiben, dass man alle Schweizer Alpenpässe mit einem schweizerpostgelben Velo überquert haben muss, das sollte ich bis dahin geschafft haben 🙂
Zum Glück hab ich die NZZ vom Donnerstag doch noch gelesen, weil ich dort auf das Dankeskonzert des Tonhalle-Orchesters Zürich aufmerksam wurde, das heute 13 Uhr in der Wanner-Halle des Hauptbahnhofs Zürich stattfand. Die Spielstätte des Orchesters (die Tonhalle) wird nach den zwei Abstimmungen Anfang Juni umgebaut/saniert und für diese zwei wuchtigen “JA”-Abstimmungen hat sich das Orchester heute beim Volk bedankt. Zu hören gab es Antonín Dvořáks 8. Sinfonie, wobei prominente Gastdirigenten für den dritten Satz ans Pult durften, von denen mir bisher aber nur Stefan Gubser (alias Tatort-Kommissar Reto Flückiger) ein Begriff war. Schauspielern kann er jedenfalls deutlich besser als den Taktstock zu schwingen. Er hat einfach nur rumgerudert und das Orchester hat halt nicht hingeschaut. Ich stand praktischerweise direkt hinter den Celli und konnte die Stimme mitlesen. Zwischendurch gab es ein paar Moderationen und am nervigsten war die Kameradrohne, die im vierten Satz über der Veranstaltung schwebte. Aber viel kürzer geht’s nicht vom Zug zum Konzert und zurück 🙂
Sieht noch gut spielbar aus im einzig wahren Register.Acht Bässe mit guter Tontrefferquote.Das rudernde Dirigat des Reto Flückiger.Und der echte Dirigent Lionel Bringuier.
Dass wir mit einem der MPPT bzw. den Solar-Verschaltungen ein Problem hatten, hatte ich am fünften Challenge-Tag erwähnt. Hier folgen jetzt weitere Grafiken und Erläuterungen dazu.
Als erstes hier eine Auswertung von 2013 zu den PV-Teilflächen auf SER-2. Die gesamte Fläche ist in vier gleiche Teile (gleich viele Zellen) aufgeteilt und diese wiederum in einzelne Strings. Die Idee ist, dass die Verschattung einer einzelnen Zelle nicht die Leistung des gesamten Arrays in den Keller zieht, sondern nur einzelne Teile. Das Cockpit vom Fahrzeug wirft selbst einen Schatten, der je nach Sonnenstand wandert. Das sieht man in der folgenden Grafik: Solar-Teilflächen auf SER-2.
Das Cockpit ist zwischen Teilfläche 1 (vorn rechts, in der Grafik rechts oben) und Teilfläche zwei (vorn links, in der Grafik links oben) angeordnet. Teilflächen 3 und 4 werden nicht verschattet und sind sehr ähnlich. Beim Rennen 2013 sind wir von Norden nach Süden gefahren, d.h. die in Fahrtrichtung rechts vorne gelegene Teilfläche 1 hat morgens den Schatten vom Cockpit. Dementsprechend hat die Teilfläche 2 (in Fahrtrichtung links vorne) am späten Nachmittag den Schatten. Schatten bedeutet weniger Leistung und genau das sieht man auch oben in der Grafik*.
Beim jetzigen Rennen sieht es über die gesamte Renndistanz von der Leistung der Teilflächen her so aus: Solar-Teilflächen und deren Leistung am jeweiligen MPPT.
Problem: eigentlich sollten alle Maximum Powerpoint Tracker (=MPPT) bis auf die Verschattung fast identische Leistungswerte liefern. Das tun sie aber nicht. Insbesondere an Tag 4 und 5 sieht man, dass der grüne MPPT2 (links vorn) nur etwa 75-80% der Soll-Leistung liefert. Kaspar hat dann im Verschaltungsplan nachgeschaut und konnte anhand dieser Werte ungefähr bestimmen, welche Zellen/Strings möglicherweise eine kalte Lötstelle o.ä. haben. Leider haben wir das erst am fünften Tag festgestellt. Am sechsten Tag sind wir nach Reparatur bei etwa 90% der Sollleistung und für die letzten beiden Tage sieht es aus, als ob das Problem fast behoben ist (auch wenn insgesamt dank Wetter nicht mehr viel Energie kommt). Ohne dieses von Anfang an bestehende Problem hätten wir über die ersten fünf Tage etwa 1.3kWh mehr Energie geholt. Das ist ähnlich viel wie wir am 07.10.2013 wegen des Kurzschlusses und der resultierenden Standzeit (ohne aufladen zu können) in Australien verloren hatten. Die Lehre daraus: immer alle Grafiken erstellen lassen und prüfen, damit man sowas eher sieht 🙁
Hier die direkte Gegenüberstellung, man sieht sogar an Tag 4 die morgendliche Verschattung auf MPPT1 (violett, =rechts vorne, bei Fahrtrichtung Westen bis Nordwesten Schatten von der Fahrerkabine): MPPT-Leistung, vor und nach der Zellenreparatur (Tag 4 bzw. Tag 7)
* ich hatte damals (und hab immer noch) keine Lust, ggplot2 so zu vergewaltigen, dass die vier Teilgrafiken genauso angeordnet sind wie wenn man von oben aufs Fahrzeug schaut. Abstrahieren können sollte man eh 🙂
Nach der Heimkehr kommt die Datenanalyse, und zum Glück hab ich mir im Papierheft Notizen über den Rennverlauf gemacht, sonst würde ich jetzt schon nicht mehr ganz durchsteigen, was im Rennen alles passiert ist.
Ich stand wegen gefülltem Meilenkonto und einem Anruf bei der Miles&More-Hotline schon auf der Warteliste für ein Upgrade von der Eco in die Premium Eco. Allerdings hatte ich bis neun Stunden vor Abflug noch keine Nachricht erhalten. Da ich absolut nicht gewillt war, mich in meinem Zustand in die Economy-Class zu quetschen, hab ich aus der Hotellobby via Skype doch noch ein Bezahl-Upgrade gelöst, diesmal gleich in die Business Class. Die Lounge in Chicago (ORD) war mit Air France und KLM zusammen (ich flog mit LOT) und nicht unbedingt besonders hübsch, also hab ich den heimfliegenden Teamteil noch zum Abschied eingeladen. Das war dann doch deutlich lustiger, als allein in der Lounge herumzuhängen. Continue reading “Bordkartenstrategie (erneut)”
Nach der Übernachtung in Rapid City haben wir morgens noch die Anhänger sortiert, wobei sogar der Pokal wieder zum Vorschein kam. Dieser wurde dann erst nach Minneapolis gefahren und später per administrativem Email von Markus in die Schweiz beordert, so dass er jetzt verdient mit uns heimfliegt. Die ausgedruckten Regulations hab ich auch entsorgt: Continue reading “Mt Rushmore und Chicago”
Einige Fotos fehlen noch, aber gestern abend, als ich den vergangenen Beitrag geschrieben habe, standen wir grad auf dem Pannenstreifen vom Highway und mussten bei einem der Vans einen Reifen flicken. Da wollte ich nicht noch Bilder hochladen.
Hier nochmal die Abendsonne in Scotts Bluff. Sieht ganz gut aus, hat aber statt 1kWh auch nur 300Wh gebracht. Hätte gern mehr sein dürfen.
Abendsonne in Scotts Bluff.Nochmal Abendsonne und bewölkter Himmel.
Unser Crew Chief hat da unseren Van beschädigt.
Ein professionell geflicktes Rücklicht (Beef-Stick-Packung).
Hier die vielen überflüssigen Überholmanöver am letzten Tag des Rennens. Im Flachen wurde überholt und am nächsten Berg standen wieder alle vor uns und krochen den Berg hoch. Wir haben Team Michigan auch noch überholt, das war auch so ziemlich das einzige Manöver und hat viel Energie gekostet. Aber auch hinter ihnen wären wir wohl nicht ganz ins Ziel gekommen. Zehn Minuten voller Sonnenschein hätten aber gelangt.
Die vielen Überholmanöver mit marginaler Differenzgeschwindigkeit am letzten Renntag.
So ein hässliches Teil bekommt man dann als Pokal. Die Gravur ist nicht mal schön entgratet, absolut billig, unsolide und oberflächlich. So wie die ganze Challenge.
Der Pokal mit adäquater Befüllung.
Meine Strategie zum Fahren war ansonsten gut, aber auch ziemlich simpel. Bisschen auf die Daten schauen, die Batterie ausbalancieren, im Kopf Geschwindigkeiten, Entfernungen und Zeiten berechnen und das war’s eigentlich. Ach ja, den Energieverbrauch (also die Geschwindigkeit) dem Energieeinkommen (Sonnenenergie) anpassen. It’s as simple as that. Trotzdem waren die letzten vier bis fünf Stunden des Rennens am letzten Tag extrem nervenaufreibend und spannend bis zum letzten Moment. Das passiert bei Datenanalyse sonst eher nicht und war diesmal noch spannender als am 10. Oktober 2013 kurz vor Adelaide. Dementsprechend war ich nach der Überfahrt der Ziellinie total platt und muss jetzt selbst erstmal Batterien aufladen.
Jetzt sind’s nur noch läppische 1500km bis Chicago ORD, diesmal ohne Sonnenenergie (bzw. nur mit solcher, die vor Jahrmillionen fossil abgespeichert wurde). Das ist ungefähr die Strecke Zürich-Oslo, nur mit zwei Zeitzonen.
Rennstatistiken kommen noch, die Daten dazu hab ich jedenfalls.