Absperrraccord

20130224-raccord Ich war letztes Jahr im Juli schon am Eruieren, wie ich denn schlussendlich meine Grohe-Thermostatarmatur in der Dusche montiert bekomme. Dabei habe ich mich natürlich von der Leitungsverfolgung ablenken lassen und kam zum Schluss, dass man, um das Wasser in der eigenen Wohnung abzustellen, wohl dem ganzen Haus das Wasser abstellen müsse. Das kam mir komisch und irgendwie unschweizerisch vor, weil hier eigentlich alles in verschiedenem Masse besser ist als in Deutschland. Zufällig habe ich mir gestern im Baumarkt die Absperr-Raccords angeschaut (tolle dt.-frz. Wortschöpfung) und dann noch mal die Anschlussrohre daheim angeschaut und dabei ist mir eine klitzekleine Schraube an deren Unterseite aufgefallen (links die Armatur von unten gesehen). Simpler geht’s nicht, das Wasser abzustellen: 90° drehen, egal welche Richtung, dann wird im Rohr eine Klappe verdreht und die Leitung ist zu. Gut, die am Warmwasseranschluss liess sich nur mit Akkuschrauber auf höchster Drehmomentstufe (kurz vorm Bohren) und Richtungswechsel lösen, aber es ging. Reduzierstücke eingebaut, Armatur dran, fertig. Muss ich nicht mehr selber die Temperatur regeln, sondern lasse das die Armatur machen.

20130224-viktoria-husarDie gestern verlinkte und besuchte Operette Viktoria und ihr Husar war auch sehr angenehm, endlich ist mal keiner auf der Bühne gestorben und lustig war’s auch. Und das Bühnenbild war sehr schön bunt, eine echte Augenweide.

Samstagvormittagbeschäftigung

20130223-mobility-kuecheNoch ein Rätselfoto. a) meine Küche ist die, die fusskalt und mit Pflanzen bestückt ist, b) nein, ich rauche nicht in die Entlüftungsanlage, auch wenn da der Auslass ziemlich so aussieht, c) das rote Auto lasse ich sonst am Bahnhof parkieren.

Ich hab heute schon etliche Verkehrsmittel genutzt: zu Fuss, Velo, Mobility, S-Bahn, IC. Einen 50cm-Keramikpflanztopf fürs Büro wollte ich dann doch nicht mit dem Postauto befördern, daher der rote Suzuki Splash vom Mobility Carsharing. Der parkiert sonst direkt neben den Veloständern am Bahnhof, das ist echt praktisch. Heute abend folgt noch die Operette Viktoria und ihr Husar in Sirnach.

20130223-ic2000-flawil Während ich so in Flawil zum Second-Hand-Laden wandelte, kam wieder mal der gefühlt unendliche IC2000 ganz majestätisch daher. Der ist genauso dreckig und hoffentlich dennoch genauso gut technisch gewartet wie meine Velos.

20130223-brillegesuchtAuf dem Heimweg fiel mir noch auf, dass ich undurchsichtige Brillen eigentlich nur von Wetten, Dass? kenne. Ich glaub, klar wäre hier das Wort der Wahl gewesen. Ein h wäre auch noch zu verschenken, aber ohne Brille wollen wir da mal nicht so wählerisch sein.

S Bühlerbähnli

20130219-buehlerbaehnliEndlich habe ich es mal geschafft, den Bühler-Werkscontainerzubringer auf dem Industriegleis zu fotografieren, direkt auf dem morgendlichen Arbeitsweg bei strahlendem Sonnenschein. Da könnte man eigentlich glatt einen regelmässigen Werkspendelverkehr zum Bahnhof einrichten. Und irgendwann will ich da mal mitfahren, vielleicht zur Feier der Pensionierung 2046 🙂

Komische Partei

Das Manifest der Kommunistischen Partei im früh beginnenden Staatsbürgerkundeunterricht.
Das Manifest der Kommunistischen Partei im früh beginnenden Staatsbürgerkundeunterricht.
Was macht man bei -12°C und bedecktem Himmel? Hängemattenvorlesevormittag. Dabei gilt es, bei der Literatur sorgfältig abzuwägen. Zwischen Clausewitz’ “Vom Kriege” und Marx’ “Das Kapitel” stand einfach das von Tilde verlangte handlichste Buch und Lotte hat als dessen Titel “Manifest der Komischen Partei” vorgelesen. Woher weiss sie nur, was ein Freudscher Versprecher ist?

Sirenenalarm

Heut mittag war ich doch ob des plötzlich weitläufig ertönenden Sirenengeheuls etwas irritiert, wurde aber dann schnell über den alljährlichen Sirenentest aufgeklärt. Es hätte mich auch schwer gewundert, wenn Punkt 13:30 Uhr tatsächlich irgendwo etwas gewesen wäre. Ich glaube, die kriegserfahrene Generation bekommt bei solchen Geräuschen ganz andere Assoziationen. Meine bisher letzten Evakuierungen war ein Probealarm bei BT irgendwann 2005/2006 und dann die weiträumige Evakuierung an einem meiner ersten Arbeitstage an der Uni Magdeburg im Herbst 2006, als in der Nähe eine Fliegerbombe gefunden worden war, die abtransportiert werden musste und später gesprengt wurde. Aber alte Bomben sind hierzulande glücklicherweise eher dünn gesät.

Nachtrag einen Tag später: Wäre ich beim Frühstück in der NZZ bis zum Ende des ersten Teils vorgedrungen, wäre ich vorgewarnt gewesen.

Farbenlehre

Im September hat’s Bundestagswahlen (in Deutschland). Mal abgesehen davon, dass ich dann aus dem Ausland (bzw. aus meiner Heimat) Briefwahl machen kann, wird sich meiner Meinung nach an dem Namen des Bundeskanzlers nicht viel ändern. Der Meinung ist auch Hans-Hermann Tiedje in der NZZ, ein persönlicher Berater vom alten Helmut. Genauso nüchtern könnte auch mal in der deutschen Presse berichtet werden. Ein aktueller Artikel im Tagesspiegel zeichnet da ein etwas anderes Bild. Bei der TAZ geht’s dann auch noch um die Grünen, die ein Schwarz-Grün nicht ausschliessen. Ich find’s eh komisch, von vornherein zu sagen “mit denen nicht” oder “nur mit denen”. Dann doch eher merkelpragmatisch “egal, mit wem, Hauptsache ich” (obwohl’s mit den Linken wohl trotzdem nicht ginge). Tja, sie ist halt alternativlos, was aber über absolute Qualitäten nichts aussagt, sondern nur, dass niemand besser ist. Nach gut 60 Jahren Demokratie können auch einige Parteien mal Abnutzungserscheinungen zeitigen, so dass dann weniger Inhalt, sondern lieber mehr Verpackung geliefert wird. Mein Lieblings-Online-Magazin seit vielen Jahren, Telepolis, hat dazu z.B. diesen Artikel. Noch etwas länger ein Interview mit Thomas Rietzschel, witzigerweise einem Ex-Redaktor (von mir aus auch mit eu (Redakteur)) der FAZ und Autor des Buches Die Stunde der Dilettanten.

Ulrich Schmid über Sternchen Rainer Brüderle

Mein erfrischender Lieblings-Deutschlandkorrespondent der NZZ, Ulrich Schmid, sorgte heute mal wieder für Erheiterung beim Frühstück, da er im Artikel Brüderle beschäftigt Medien und Politik (NZZ 29.01.2013) im Abschnitt “Aufblähung” Folgendes schreibt:

Die vom Feminismus der siebziger und achtziger Jahre eingeleitete Sexismus-Debatte ist neu entbrannt und wird mit Sicherheit noch eine Weile weiterschwelen. Praktisch durchs Band weg wird dabei aber übersehen, dass der «Stern» wahrlich keine emanzipativen Ansichten hegte, als er seine gut abgehangene Story publizierte. Das offen sexistische Blatt, das auch noch eine Titelgeschichte über Waldameisen mit einer nackten Frau auf der Front bewerben würde, hat ganz einfach Kasse machen wollen. Darauf darf man verweisen, und einige Medien taten es auch, schüchtern genug. Die Apologeten Brüderles allerdings zogen es vor, die berechtigte Kritik an einem gesellschaftlichen Missstand feierlich zum neuen Puritanismus hochzustilisieren, so, wie es etwa die «Welt» tat.