Lofoten Ende März

Da ich noch Ferientage vom Vorjahr abbauen muss, bin ich nach langem Zögern doch wieder in Leknes gelandet. Im Nachhinein ganz praktisch, sonst wäre ich jetzt irgendwo in Australien gestrandet, wo gerade die Treibstoffe ausgehen; und meine Flugroute wäre auch irgendwo durch den Nahen Osten gegangen, wo zur Zeit andere Dinge herumfliegen.

Aber auch so war die Anreise spannend. Die Nachtzugverbindung Stockholm-Narvik hatte auf dieser kurzen Vorbuchungsfrist nur noch Einzel-Schlafabteile für etwa 500 CHF, das war mir doch zu teuer. Für weniger Geld hab ich die übliche Verbindung ZRH-OSL-BOO-LKN gebucht, für den 29.03. Diese wurde mir allerdings am 27.03. storniert und ich auf ZRH-CPH-OSL-BOO-LKN umgebucht, also mit Extra-Umstieg in Kopenhagen und drei Stunden früherem Abflug. Dass SAS wegen schlecht gemanagter Treibstoffpreise (und noch nicht wegen tatsächlicher Knappheit) im April etwa 1000 Flüge streichen würde, hatte ich gelesen, diesmal traf es mich halt auch. Am Sonntagmorgen, gut 4h vor Abflug, erreichte mich die Nachricht, dass auch ZRH-CPH gestrichen wurde. Ich bin dann aber trotzdem zum Flughafen gefahren und auf dem Weg dorthin erreichte mich die Nachricht, dass ich von SAS auf einen Swiss-Flug ZRH-OSL umgebucht würde. Das war angenehm, hatte nur den unschönen Nebeneffekt, dass sie mir in Zürich zwar das Gepäck bis nach Leknes durchchecken können, ich das aber in Oslo abholen und wieder neu aufgeben muss, inklusive erneuter Sicherheitskontrolle. Das hat aber nur 45min von meinen gut 3h Umsteigezeit benötigt. Der Rest lief nach Plan, inklusive 15min Fussweg vom Flugplatz ins Zentrum.

Die Unterkunft ist diesmal zentral in Leknes direkt gegenüber vom Kaffe Huset, ein Studio mit allem, was ich brauche, sogar ausreichend für drei Personen. Was allerdings richtig scheisse ist: dass ich eine App installieren und benutzen muss, um die Haustür und die Wohnungstür zu öffnen. Das ist vielleicht für den Vermieter sehr praktisch, aber für mich überhaupt nicht. Ich muss ständig aufpassen, das Gerät dabei zu haben, weil ich sonst nicht wieder in die Wohnung komme. Prompt stand ich auch abends erstmal vor der Tür und konnte die Aussentür nicht öffnen, weil sie mir den Schlüssel nicht gesendet hatten. Mein Vorschlag: PIN-Pad an der Aussentür und dann drin Schlüsselboxen mit Keycode mit physischen Schlüsseln, oder meinetwegen NFC-Badges, aber sicher keine verschissene App auf dem Handy. Es gibt so dermassen viele Fehlerquellen, die dann üble Folgen haben, wenn ich nachts vor der Tür stehe und nicht reinkomme: Akku leer, Handy kaputt, Softwareupdates, Handy geklaut (von Schlüssel- oder Badgediebstahl hört man nie was), keine Internetverbindung, Bluetooth gestört. Ansonsten sehr gut gelegen und komfortabel, Waschmaschine ist auch vorhanden und die Wohnungen sind alle ganz neu. Diesmal geht’s auch ohne Mietwagen und ich bin einfach zum Fast-Nichts-Tun hier.

Ich war natürlich wieder viel zu früh wach (auch nach Sommerzeitumstellung) und am Montag 30. kurz nach 07 Uhr erstmal zum Einkauf im REMA1000. Danach, weil es grad nicht regnete, endlich mal zu Fuss losgelaufen und hoch auf den Borgatoppen, das ist so ein kleiner Hügel mit einem Stern drauf, der im Winter auch beleuchtet ist. Dann zurück und gleich noch einen Ausflug mit Begleitung auf/in Haugheia, das ist der Hügel, um den ich beim letzten Aufenthalt in Gravdal immer drumherum gelaufen bin, um mich zu bewegen. In der Woche vor Ostern (stille uke) haben hier viele frei und drum kamen uns da ab und zu mal Wanderer entgegen. Nach einem Kaffe-Besuch vor der Tür für Kanelbolle und heisse Schoggi gab es abends noch eine sehr lokale Spezialität torsktunge (Dorschzunge) und danach noch die entsprechende NRK-Dokumentation dazu: https://tv.nrk.no/program/KOID75004116 (Tungeskærerne, die Zungenschneider), wo sich ganz traditionell Kinder ihr erstes Geld verdienen, indem sie aus den Dorschköpfen die Zunge herausschneiden und wo es sogar Wettbewerbe dazu gibt. Schmeckt jedenfalls in panierter Form gut 🙂

Geplante Rückfahrt: 09.04. ab Svolvær, drei Nächte auf dem Schiff bis nach Bergen, dann Zug nach Oslo, Schiff nach Kiel, Zug durch D bis zurück in den GA-Geltungsbereich.

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