Warmwasser umgehängt

Gestern (Do) wurde in meiner Abwesenheit weiter fleissig gebaut und geschraubt. Am frühen Nachmittag hab ich in Bern auf dem Kaltwasserzähler-Dashboard gesehen, dass da wohl der WW-Boiler befüllt wurde. Es war ziemlich hoher Verbrauch (160l), aber nicht ganz so viel wie reingeht (371l). Das liegt sicher daran, dass mein Kaltwasserzähler bei hohem Durchfluss Impulse nicht mitzählt — das kommt aber im Normalbetrieb nicht vor, von daher gibt’s da noch keinen Änderungsbedarf.

Ich hab noch rechtzeitig den Zug heim bekommen, dass ich die Handwerker noch erwischt habe, wie sie grad elektrisch Rohre verschweisst haben. Da hat Geberit wohl ganz gut was erfunden. Das Abflussrohr musste kurz geöffnet werden, weil das Überdruckventil noch irgendwohin entwässern muss; ausserdem kommt da später noch die Kondensatpumpe dran. Es gab ansonsten haufenweise Details zum Anschauen und es haben auch so einige Rohre gefehlt und andere waren neu.

Sämtliche etwa 100 Rohrverbindungen waren dicht, bis auf zwei 🙂 Der Messinganschluss am WW-Tank unten war undicht, etwa 1 Tropfen pro zwei Sekunden kam raus, das hab ich aber erst abends gemerkt, als alle weg waren. Lappen dran, Eimer drunter, Wasser abgestellt, egal. Und ein Anschluss an der Wärmepumpe war undicht, aber da hatte er tatsächlich die Dichtung vergessen. Die erste Undichtigkeit hab ich gleich heut morgen rapportiert und das war sicher ein ganzes Stück mehr Arbeitszeit als geplant: Tank entleeren, neu abdichten, wieder befüllen, das dauert alles. Aber erstmal wurde die Heizung befüllt, und zwar mit Wasser, das einen portablen Wasser-Ionentauscher zum Entmineralisieren durchläuft:

Ich bin zwischendurch immer für die Heizkörper im Haus zuständig gewesen. Erst alle aufdrehen (bzw. Thermostat ab) und dann entlüften, bis nichts mehr gluckert. Das kommt aber ohnehin nochmal, das war schon bei der Bodenheizung so. Der Heizkörper im kleinen Zimmer ist jetzt vollständig abgeklemmt. Damit ist auch klar, dass das nächste Umbauprojekt dann dieses Zimmer sein wird. Bis dahin gibt’s bei Bedarf einen Elektroheizer da drin, das war deutlich günstiger als ein mehrfacher Umbau der Heizungsrohre. Die Anschlüsse (T-Stücke) für die Bodenheizung dort hab ich direkt mit einbauen lassen. Witzig war dann auch das Entfernen des Gaszählers (nicht durch mich) und das Abflexen und Zerkleinern vieler Leitungen mit der Flex (durch mich). Diesmal konnte ich auch beruhigt und mit Absicht in die Gasleitung sägen, was beim Einbau der Bodenheizung (und dem Aufbrechen des Bodens) nicht so Absicht war.

Vor ein paar Wochen hatte sich auf tutti jemand auf mein Inserat gemeldet mit Gastherme und Boiler — zu verschenken. Das hat super gepasst, dass er heute (Fr) Zeit zum Abholen hatte. Am Vormittag haben wir zusammen noch alle Rohrverschraubungen gelöst (Holländer statt Engländer) und sogar die Gastherme schon freigeschnitten und von der Wand genommen. Das macht schon echt was aus, wenn man das schon zig mal gemacht hat; ich alleine hätte da ewig gesucht, wie das geht. Damit konnten dann 13:30 Uhr die Therme und der Tank direkt in einen Hänger verfrachtet werden, um allenfalls als Ersatzteile zu dienen.

Jetzt gibt es für mich jede Menge zu tun. Erstmal alles von den Wänden abbauen (erledigt), Wände und Boden reinigen (erledigt), Löcher glattschleifen und füllen (erledigt) sowie den Flächenteil der Wand hinterm zukünftigen Waschbecken verputzen (erledigt).

Was ich auch schon besorgt habe: 500m Leitungen in 1.5mm2 und verschiedenen Farben, damit ich alles vernünftig im Keller abgesichert anschliessen kann.

  • 3x braun plus Schutzleiter für den Heizstab (dreiphasig 400V, Stern)
  • 1x lila plus blau (plus Schutzleiter) für die Wärmepumpe
  • 1x pink plus blau (plus Schutzleiter) für sonstige Steckdosen

Und wenn noch mehr Drähte durchgehen, auch gut 🙂 Ich muss nur nochmal die gesamte Leitungsverlegung durch die Leerrohre neu machen und hoffen, dass ich die Querverbindung im HWR (auch “Garage” genannt) hinbekomme. Mit Einzeldrähten passen deutlich mehr Leitungen in das Leerrohr als mit einer Mantelleitung. Der Querschnitt ist bei den zu erwartenden Leistungen ausreichend. Der Not-Heizstab im Heizungsspeicher hat auch 6kW, also kalt wird mir damit garantiert nicht, nur teuer wird’s.

Mir ist noch nichts Schlaues eingefallen, was ich mit dem ehemaligen Abgas-Abzug machen könnte, der geht draussen durchs Dach nach oben. Auf alle Fälle zieht es da jetzt ziemlich durch. Für die ganze linke Ecke mit der Gastherme und dem Tank wurde einfach vor die vorhandene (?) Wand eine weitere Rigips-Platte gesetzt sowie der Boden mit Beton (nicht eben, wie man jetzt sieht) ausgegossen. Die Platten will ich jetzt nicht wegreissen, aber abdichten werde ich sie schon. Da steht dann sowieso ein Regal davor, davon wird man nicht mehr viel sehen. Kabelkanäle hab ich heute auch noch weitere geholt, damit ich in dieser Ecke auch wieder Strom bekomme.

Witzig auch die Stories, wenn man sich so unterhält. Mir persönlich wäre das ja voll egal, wenn ich mal ein paar Tage nicht warm duschen könnte, das hab ich auch am Mittwoch gesagt, dass sie da echt keinen Stress machen müssen. Aber es scheint wohl Kunden zu geben, die nicht mal eine Stunde Unterbruch aushalten können. Komische Ansprüche. Sowas fände ich nur bei “gar kein Wasser” kritisch, aber solange noch Trinkwasser kommt, kein Problem. Und mein Hinweis beim Ansetzen der Rohrsäge, dass ich hier auch Gehörschutz rumliegen hätte, wurde mit einem grinsenden “Hä?” quittiert.

Der Warmwassertank war am späten Vormittag vollständig dicht und der PV-Überschuss hat ab dem Mittag dafür gesorgt, dass 11.6 kWh Energie fürs Aufheizen von 21°C auf 45°C draufgegangen sind. Ach ja: die verkackte Eigenzirkulation ist natürlich wieder da (hab leider nicht dran gedacht, die Schwerkraftbremse mit einbauen zu lassen), aber diesmal kann ich selbst das Ventil umstellen, dass das nicht mehr passiert. Mal beobachten, was geschieht, wenn die WP angeklemmt und in Betrieb ist, ob die selbst auch noch ein Ventil hat.

Eckenabriss HWR

Der provisorische Einbautermin für die Wärmepumpe ist auf “nach meinen Ferien” provisorisch fixiert, also ab dem 10.08. Aber ich war ja schon bisher nicht untätig. So eine WP braucht etliche Leitungen. Strom direkt ab dem Schaltschrank im Keller hatte ich schon im September in einer anderen Aktion (Leitungsverkürzung WWe) bis in die Ecke der WP gebracht. Abwasser ist schon da, und die Leitungen für WW und VL/RL der Heizung sind auch da. Aber was noch fehlte: der Kaltwasser-Zulauf. Nach zwei erfolglosen Probebohrungen in die Wand habe ich beschlossen, die Wand nicht weiter zu perforieren, sondern eine andere Lösung zu suchen.

Hier im Bild ist der Zustand vorher: Regale vor der Nische, in der zur Zeit die Waschmaschine steht. Das frisst alles extrem viel Platz. Aber irgendwo da in der Ecke muss ja der Kaltwasseranschluss sein. Was man auch sieht: die vielen (von mir 2020 isolierten) Rohrleitungen, die kreuz und quer durch den Raum laufen. Viele davon verschwinden jetzt ohnehin, aber die, die bleiben, sollen zumindest noch an den Rand des Raumes. Die Überlegung war aber erstmal, wie ich jetzt das Kaltwasser von der Waschmaschinen-Ecke zur Wärmepumpe (rechts, ausserhalb des Bildes) bringe.

Und das einfachste ™ ist natürlich ein Abriss der gesamten Ecke. Zumindest lief es schlussendlich auf diesen hinaus.

Zuerst habe ich mal genauer angeschaut, was da so überall an Leitungen verläuft, und die Decke in der WaMa-Nische aufgemacht. Ich vermute, das war mal ein WC. Alles super pfuschiger Zustand, Elektroleitungen alle Aufputz, oben für Elektro in die Balken gesägt, der Rundum-Spritzschutz war mal dunkelgrün und wurde einfach nur überstrichen, der Boden auch super hässlich. Aber: alles Trockenbau mit Spanplatten, d.h. gut abreissbar 🙂

Nebenbei: wie ich auf die Idee gekommen bin, weiss ich gar nicht, aber es gibt kleinere Waschtrockner. Der derzeitige hatte 8kg Fassungsvermögen, was zwar nett ist, was ich aber seltenst brauche. Irgendwo muss aber eine WaMa im Haus hin und witzigerweise gibt es Geräte mit kleineren Aussenabmessungen, d.h. 70cm hoch und nur 50cm tief, wo dann aber auch ganz gute 5kg Wäsche reingehen. Tja, und so ein Waschtrockner steht jetzt perfekt eingepasst im unteren Bad:

Damit war ein Platzproblem schon mal gelöst, ohne grössere Umbauten, und eine bisher ungenutzte Lücke wurde perfekt gefüllt. Der alte Waschtrockner ging per tutti innerhalb von weniger als 24h über die Schwelle und ich hatte einen Kubikmeter mehr Luft.

Weiter im HWR konnte ich jetzt nach und nach alles abreissen, und bis auf einen dem Hitzschlag zum Opfer gefallenen FEIN Multimaster 500 haben alle Werkzeuge und Körperteile verletzungsfrei mitgemacht. Das kurze Brecheisen vom Hornbach war das perfekte Werkzeug dazu. Sämtliche Balken sind jetzt nagelfrei im Keller eingelagert für zukünftige Projekte.

Zwischendurch war noch Konzert in Flawil, aber die Abrissarbeiten haben allein schon drei volle Tage gedauert. Es war keine einzige Schraube verbaut, alles war genagelt und sehr solide (im Gegensatz zu den Aufbauten).

Nach der Zwangspause wegen kaputtem Multimaster ging es dann weiter: erstmal die aufgeklebte Wandvertäfelung weg, dabei keine Leitungen kaputtmachen. Ausserdem schon mal anfangen, die Decke sauber und ordentlich zu verschliessen. Das war eine ziemliche Puzzle-Arbeit, aber mit der eingerichteten Holzwerkstatt im Keller, Hilfskonstruktionen und passenden Werkzeugen war das nur eine Zeitfrage.

Die Stromführung im Haus ist abenteuerlich. Die dreiphasige Leitung, die immer in der Ecke oben herumfliegt, versorgt auf einer Phase den Geschirrspüler/Quooker, auf der zweiten die Steckdose in der Küchenecke und die dritte Phase ist unbelegt bzw. da hängt jetzt die Steckdose dran. Die Leitung kommt vom Schaltkasten im OG und wurde einfach Aufputz im HWR verlegt, nach ein paar Löchern in der Wand vorher.

Aber erstmal setze ich unten noch eine weitere Dose, damit die Leitungsverlegung in den Keller noch etwas besser wird. Hinter der Wand ist die Nische in der Küche:

Jetzt habe ich da in der Ecke unten also noch einen zweiten Anschluss, der direkt aus dem Keller kommt. Und genau in der Dose unten könnte man auch noch weitere Drähte bis in den Keller ziehen, um eine E-Auto-Ladestation aussen ans Haus zu bauen. Vielleicht kriegen wir ja mal dynamische Stromtarife, damit sich so eine Rollbatterie für mich lohnt.

Nach dem Wiederverschliessen der Wand kommen jede Menge kosmetische (also eher additive statt subtraktive) Arbeiten, Verputzen, Schleifen, Streichen. Das macht viel Spass, weil man hinterher direkt sieht, was man geschafft hat.

Was ich mir jetzt noch überlegen müsste: wie ich den Boden in der Ecke gestalten will. Die Nische war mit einem Holzaufbau auf den originalen Betonboden gestellt, wobei dessen enorme Schiefe dabei ausgeglichen wurde, etwa 3cm Höhenunterschied auf 1m Breite. Die beste Lösung wird wohl sein, da das Bodenniveau mit Beton anzugleichen, dann hat der HWR auf voller Breite eben eine Stufe (bzw. die habe ich schon mit einer Rampe befahrbar gemacht). Aber erstmal ist jetzt der Weg frei für die Leitungsverlegung, wobei ich die Elektrik schon mit Kabelkanal ordentlich verlegt habe. Alles kann oben in der Raumecke verlaufen und wenn ich Lust habe, kann ich das auch noch hübsch verkleiden und streichen (natürlich kommen da auch Netzwerkkabel und ein Leerrohr rein).

Der anfallende Dreck war enorm, überall ist eine dicke Staubschicht drauf und ich hab auch gern mit Gehörschutz, Schutzbrille und FFP2 gearbeitet. Zum Glück hab ich die Kühletage weiter oben, bei dem Wetter wüsste ich sonst gar nicht, wo ich hin sollte. Der Bastelkeller ist inzwischen aber schön ausgetrocknet, Luftfeuchte um die 45% und 23°C, der wäre noch eine Option, aber ist voller Späne 🙂

Entsorgung nach Zerkleinerung: via normale Kehrichtabfuhr, es sind halt einfach ein paar mehr Säcke gewesen.

Wärmemengenzähler fertig

Da ich ja schon zwei separate Wasserzähler habe, deren Durchfluss ich auslese (einen für warm, einen für kalt), hab ich mir jetzt noch in Vorbereitung für die Wärmepumpe überlegt, das direkt zu einem Wärmemengenzähler aufzurüsten. Von der Verlustmessung an der Warmwasserleitung hatte ich eh noch einen ESP8266 mit zwei Temperatursensoren rumliegen, also hab ich zu dem noch einen Impulszähler mit Pullup-Widerstand hinzugefügt. Die Temperatursensoren kommen an den Vor- und Rücklauf der Heizung und über Durchfluss plus Temperaturdifferenz sollte sich die ins Heizsystem eingebrachte Wärme berechnen lassen. Den Energieverbrauch der Wärmepumpe messe ich ohnehin, da bin ich dann für die Berechnung der Jahresarbeitszahl nicht auf irgendwelche komischen und/oder nicht auslesbaren Daten der WP angewiesen. Und: neue Live-Daten im Grafana 🙂

Ich hoffe, das mit der Anzahl Impulse haut so hin. Bei 300l/h Volumenstrom (das macht die Gasheizung jetzt in etwa) sind das 5l/min, also 20 Impulse pro Minute = alle drei Sekunden ein Impuls, und das Dreifache davon sollte auch noch gehen, falls der Volumenstrom viel höher sein sollte.

Leitungsverkürzung WWe

Beim Einbau des WW-Heizstabes hatte ich eine abenteuerlich 42m lange Elektroleitung vom Schaltschrank im Keller bis zum Heizstab verlegt, einmal bis auf den Dachboden rauf und dann wieder bis ganz runter in den HWR. Da ich jetzt sowieso den Küchenboden offen habe, dachte ich mir jetzt doch, dass ich ja im Zuge der Ahnenforschung direkt auch ein weiteres Leerrohr vom Keller in den HWR verlegen könnte.

Also los. Schubladen ausgebaut und in der Ecke mal die Abdeckung abgenommen (da ist ein Kubikmeter ungenutzter Leerraum dahinter). Rechts unten noch mit der Lochkreissäge einen Zugang geschaffen, damit hatte ich jetzt quasi Sedrun und Faido und konnte mit einem Doppelmeter, Kupferdraht und Tape nach und nach das Leerrohr durchziehen.

Damit hab ich die elektrische Leitungslänge vom Keller in den HWR um 30m verkürzt und die Leitungsverluste verringert 🙂 Das Leerrohr geht recht genau entlang der Gasleitung, am Ende hab ich es im Keller sogar mit Kabelbindern an derselben befestigt. Was länger gedauert hat, war, die 42m Leitung überall im Haus wieder heraus- und durchzuziehen. Die Leitung ins Leerrohr zu schieben ging mit ordentlich Silikonspray im Leerrohr sogar bergauf problemlos.

Von der Abzweigdose im HWR dann noch unter der Tür durch zum geplanten Standort der Wärmepumpe zu kommen, ist recht einfach. Den Betonboden kann ich aufmeisseln, ein Leerrohr reinlegen und das wieder zubetonieren. Eigentlich ist das auch gar nicht so wichtig, aber die WP an eine separate Sicherung im Keller anzuschliessen wäre schon ganz nett. Die Leistungsaufnahme wird dann ja sowieso auch einzeln gemessen.

Küchenarchäologie

Spoilerfoto hinterher 🙂

Eigentlich seit Anfang an, aber seit einer Weile zunehmend, gibt es so Dellen im Küchenfussboden, hauptsächlich dort, wo man drüberläuft. Bei so alten Häusern weiss man ja nie, was drunter ist. Ich neige ja aber auch dazu, aus Neugier Dinge aufzumachen, also hab ich das auch hier gemacht 🙂 Vorher habe ich natürlich Albert Junod befragt, wie’s allenfalls mit einer Bodenheizung aussähe, und nachdem ich ihm die 3cm abzutragenden Lagen an der Ecke gezeigt habe, meinte er “ja”.

Siehe da, unter den mehreren Lagen Bodenbelag liegen noch die alten Fliesen. Da das drei verschiedene Materialien sind, insbesondere mit Mörtel dazwischen, entscheide ich mich frühmorgens kurz nach der Öffnung beim Sirnacher Hornbach spontan für eine Makita-Flex, zusätzlich zum Brecheisen und Sägeblättern für den Multimaster.

Gratisparkplätze beim Hornbach in Sirnach. Wenn man mit dem Velo kommt 🙂

Danach ging’s an der Ecke direkt weiter mit dem Aufsägen, erstmal entlang der Linien im Linoleum Ausschnitte gesägt, möglichst nicht die Fliesen zersägt und dann liessen sich diese mehrschichtigen Platten mit dem Brecheisen (geniale Erfindung) super raushebeln.

Ab der Mitte der Küche wurde der Unterboden morsch und bröselig — genau das, was sich beim Drüberlaufen auch so anfühlt. Die Flex hat schönen Rauch produziert, erst vom Linoleum, dann Mörtelstaub, dann nochmal Linoleum und je länger ich sie dann auf die Spanplatte gehalten habe, umso dichter wurde der Holzrauch. Die Nachbarn berichteten, dass es mal vorn und mal hinten aus dem Haus geraucht hätte.

Die grossen Bereiche abzutragen war kein Problem, der Zeitfresser waren die Ränder und dort das saubere Abtrennen (genau wie beim Streichen von Wänden). Als ich Albert mittags nochmal gesehen hab, hab ich ihn gleich gefragt, ob sie mir dann später die jetzt hinterm Haus liegenden Bodenplatten mit entsorgen würden (wenn sie eh eine Heizung einbauen) — Dienstag ist in Rossrüti aber Kehrichttag und er hat gleich seine Monteure per Zuruf beauftragt, die Platten in den schon zur Abholung bereitstehenden Container zu verfrachten. Sehr cool 🙂

Am Nachmittag waren auch die meisten Teile draussen, ein paar Platten gab’s noch, die konnte ich direkt der Kehrichtabfuhr hinlegen, hab sie abgepasst, ihnen noch zwei Marken draufgeklebt und schon ist alles entsorgt.

Nach dem Putzen ist der Boden erstmal brauchbar, d.h. ich habe da keinen Stress, jetzt sofort neuen Belag aufbringen zu lassen. Wenn ich da mal noch an einigen Stellen mit der Schleifmaschine drangehe, wird der sogar noch richtig schön 🙂 Epilog: das ganze Erdgeschoss von einer Staubschicht befreien 😉

Für den Ersatz der Gasheizung durch eine Wärmepumpe gibt’s jetzt auch ein Lösungskonzept und irgendwann eine Offerte. Diese Wintersaison wird wohl noch CH4 verbrannt, danach gibt’s eine Hack-Lösung mit einer alpha innotec BWP 401.

Frischluft mit Wärmetauscher

Beim Apéro bei Junods kurz vor Weihnachten wurde eine automatische Belüftung erwähnt — sowas finde ich auch noch ganz nett, besonders wenn im Winter das Dachfenster voller Schnee liegt und ich da im Schlafzimmer nur schlecht lüften kann. Oder wenn ich den ganzen Tag vorm Rechner sitze und irgendwann die Luft dick wird 🙂 Klar könnte ich da das kurz Fenster öffnen, aber so ein automatisches Raumklima wäre nett. Die Temperatur kann ich eh schon regeln, aber die Klimaanlage macht nur Umluft. Und natürlich habe ich den alten gemauerten Schornstein, in dem schon die Elektroleitungen der Solaranlage verlaufen.

Das Gerät, was mir da in die virtuellen Finger kam, ist der Bayernlüfter. Ein 30x40cm grosser Kasten mit vier Löchern und zwei Lüftern und in der Mitte einem grossen Wärmetauscher, also eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Neupreis etwa 600-900 EUR je nach sophistication, ich hab die einfachste Version im Abverkauf für 360 Fr. bekommen (keine Elektronik, keine Sensoren, nur ein Poti zur Leistungsregelung). Aufgeklappt sieht der so aus:

Wie schon bei der Klimaanlage war das am umständlichsten lösbare Problem das des Kondenswassers. Da aber inzwischen die Solarleitungen bis in den Keller gehen und da im Leerrohr noch für ein dünnes Gardena-Tropfrohr Platz war, habe ich davon 15m bis in den Keller gelegt, wo es in einer Ecke versickern kann, bzw. kann das dann später auch noch durch ein Loch in der Wand bis in den Garten tropfen lassen.

Jetzt hat das Gerät vier Luftöffnungen: die für den zu belüftenden Raum sind klar (oben links Raum-Absaugung, unten links temperierte Frischluft). Irgendwoher muss die Frischluft kommen und irgendwo muss die Abluft hin. Da mein Dachboden recht gut belüftet ist (da steht ja auch das Aussengerät der Klimaanlage), bietet sich das an, dort sowohl die Abluft hinzuleiten als auch an einer anderen Stelle die Frischluft zu holen. Da der alte Abzug bis ganz knapp unters Dach geht und generell da drin ziemlicher Zug herrscht (nach oben), hab ich mir die Verrohrung für die Abluft gleich gespart, nur das Kondenswasser musste ich noch geeignet ableiten. Dazu dient diese Konstruktion:

Mit einer Bohrkrone hab ich in das Mauerwerk drei Durchbrüche gebohrt — Tunnelbohren ist tatsächlich anstrengend. Danach folgte eine ziemliche Bastelei, um mehrere Stück Rohr mit zwei 90°-Teilen durch die Inspektionsklappe einzuführen, drin zusammenzustecken, nach oben zu schieben und oben im Loch einzuhängen. Die Endoskop-Kamera, die ich da mit ins Rohr geschoben habe, war sehr nützlich, um wie an einem Periskop oben rausschauen zu können und das Mauerloch im Estrich zu finden.

Nachdem die Frischluft “verrohrt” war und die Abluft auch klar, musste ich nur noch die PE-Rohre an den Enden glattschneiden, Silikon drauf, dann von aussen (also von innerhalb des Abzugs, boah, was ein Dreck heute) einführen und auch von dieser Seite her an Ort und Stelle einschäumen. PU-Schaum ist echt immer eine Sauerei.

Nach einer ordentlichen Putzaktion sieht das ganze jetzt so aus (externe Sensoren sind von mir).

Das Gerät ist auf der leisesten Stufe sicher leiser als die Klimaanlage (und die ist auch schon nicht laut). Es sind zwei ganz normale 10cm-Axiallüfter eingebaut, Stromverbrauch bis ca. 6W.

Die Temperaturmesswerte in einer Grafik:

  • die Frischluft hat etwa 41°C (Klimaanlage läuft, heizt den Dachboden auf).
  • 17:58 Uhr: Installation Sensoren
  • 18:05 Uhr: angeschaltet auf Minimalstufe
  • 18:30 Uhr: eingestellt auf Maximalstufe
  • 18:45 Uhr: mittlere Stufe
  • 19:15 Uhr: etwa 30% Leistung

Es verhält sich alles wie erwartet: wenn ich die frische Luft direkt ins Zimmer reinpumpen würde, hätte die Zuluft 41°C; hier hat sie je nach Stufe 22-25°C — der Wärmetauscher funktioniert also. Den besten Wärmetausch schafft das Gerät also bei niedriger Lüfterleistung, was auch irgendwie logisch ist, weil die Luft mehr Zeit zum Verweilen am Wärmetauscher hat. Die Abluft habe ich nicht gemessen. Filter sind im Gerät auch drin, ich könnte da sogar noch Aktivkohlefilter einsetzen. Insgesamt ist die Installation ziemlich dreckig und aufwendig, aber gut machbar. Jetzt könnte man noch mehr solcher Geräte irgendwo einbauen, z.B. im Bad im EG 🙂 Am sinnvollsten wäre es in der Küche, weil die kein Fenster hat, Ab- und Zuluft wären da durch den gleichen Abzug (längere Rohre) machbar und man kann das Gerät auch irgendwo in einen Schrank bauen mit entsprechenden weiteren Rohren für die Innenluft. Aber dringend ist das grad nicht.

Weiter im Keller (4)

Zuletzt hatte ich die Restfläche im Keller passend freigelegt. Gestern und heute kamen zwei weitere Lagen Beton drauf, inklusive Verarbeitung der herausgesiebten Steine. Unterbrochen wurde das nur von einer Hornbach-Elektrofahrt für 20 Säcke (16+4) Sand und Zement. Ein Richtscheit ist inzwischen auch vorhanden.

Das nächste Projekt (schon bestellt) ist dann eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, damit fange ich mal im Schlafzimmer an und nutze den alten Kaminabzug sinnvoll 🙂

Weiter im Keller (3)

Im Keller war ja noch Material übrig. Meine Aushubstatistik meint, dass ich bisher etwa 4.5 Tonnen hinausbefördert hätte, hauptsächlich in die zwei Hochbeete und in das Loch unter dem Solarpanel, wo mal der Kellereingang war. Weitere 300kg habe ich schon im Beton mit verwendet und es liegt auch noch sicher eine halbe Tonne Steine/Kies im Keller, die mit verarbeitet werden.

Vielleicht verarbeite ich am Ende sogar die schon gekaufte superteure Fliessmasse, damit zumindest dieser Abschnitt des Kellers mal topfeben wird.

Weiter im Keller (2)

Um den Aushub aus dem Keller im Garten unterzubringen, steht inzwischen noch ein zweites Hochbeet drin. Befüllt habe ich das mit etwa 750kg Material aus dem Keller und obendrauf kamen ein paar Sack Gartenerde. Angesät sind beide Hochbeete mit Blumenwiesenmischung.

Gartenerde direkt ab Palette
Zweites Hochbeet rechts

Im Keller ist jetzt alles an losem Material raus, jetzt muss ich nur noch für den Rest der Bodenplatte etwas tiefer buddeln und dann betonieren.

Mal schauen, was ich mit dem riesigen Stein rechts anstelle.

Wechselrichter-Firmwareupdate

If it works, don’t touch it 🙂

Seit ich im Juni 2023 das Daten-Scraping via Python-Script vom Wechselrichter (Sungrow SH10RT-V112) aktiviert hatte, lief das problemlos. Jetzt kam ein Firmware-Update daher und nach dem Reboot ging natürlich ™ das Scraping nicht mehr. Unpraktischerweise war ich grad ohne privaten Laptop in Bern, so dass das bis zum Abend bzw. jetzt zum Morgen warten musste. Aus irgendeinem Grund kamen keine Daten mehr, und nach einer Weile mit Rumprobieren an den Einstellungen des Python-Scripts hab ich mir dann doch nochmal eine saubere Installation von github gecloned und siehe da, mit der ging es wieder.

Schlussendlich scheint es so zu sein, dass der Port 8082 mit dem Firmware-Upgrade dichtgemacht wurde und man entweder übers Webinterface auf IP:443 an den Wechselrichter kommt oder per Modbus auf Port 502. Dafür muss man im Script nur gar nichts einstellen, das geht automatisch so. Also den systemd-job wieder gestartet und alles tut wieder wie vorher.

Nebenbei hab ich direkt rausgefunden, dass man den Wechselrichter gar nicht brute-force abstellen kann, ohne dass man Kabel rauszieht oder ohne dass die Batterie leer ist. Ich hab sämtliche Sicherungen rausgenommen und das ganze Haus abgeklemmt, aber der lief unbeeindruckt weiter — und als Nebeneffekt hab ich auch gemerkt, dass einer der Raspis an der Backup-Steckdose des WR ebenso durchgelaufen ist. Guter Test, gute grosse USV 🙂