Steckerstandard

Über Einwandererfeindlichkeit kann ich mich überhaupt nicht beklagen, ganz im Gegenteil. Mit so kleinen Details im Supermarkt wie dem abgebildeten anschraubbaren Stecker für eingeführte Elektrogeräte wird aber die Integration auch sehr einfach gemacht, gesetzt den Fall, man kann ein Sackmesser bedienen. Darüberhinaus ist der Stecker sowieso wieder “made in Germany”, das verfolgt mich irgendwie.

Gestern abend stand ausserdem auch der Billag-Mann vor meiner Tür. Das ist die hiesige GEZ, also der Apparat, der die Rundfunkgebühren kassiert. Er begehrte Einlass, den ich ihm gewährte, einfach weil ich sowieso mit ihm gerechnet hatte und die Gebühren auch budgetiert habe. Eigentlich hätte ich mich wohl selbständig anmelden müssen, aber ich habe ihn einfach mit “ach, na endlich, ich hab schon auf Sie gewartet!” begrüsst und mich dann noch ganz gut mit ihm unterhalten. Da ich wohl auch den Eindruck gemacht habe, dass ich sein Schweizerdeutsch verstehe, hat er auch gar nicht weiter nachgefragt, ob er Hochdeutsch sprechen soll. Das Beste war aus meiner Sicht, dass er die Gebühr oder den Beitrag (wird hier auch wie in .de auf Haushaltsbeitrag umgestellt) ganz klar als “Steuer” bezeichnet hat, was sie ja auch de facto ist. Allerdings habe ich hier im Vergleich mit Deutschland viel weniger den Eindruck, dass es tatsächlich eine Art Propagandasteuer ist. Und für Filme im Originalton zahle ich auch gerne, egal ob im TV oder im Kino. Meine Medien-Rundumversorgung, bestehend aus Kabel, Internet, NZZ, Billag und Natel kommt damit auf etwa 160 CHF im Monat.

Vier Nächte, vier Betten, Gott und der Tatort

Morgen geht’s mit dem Swiss-Flieger von ZRH nach Tegel, nachmittags gibt’s einen Termin in Berlin. Samstag dann nach Osnabrück, Sonntag nach Leipzig, Montag nach Koblenz und Dienstag nach dem dienstlichen Termin dort wieder zurück über Düsseldorf und Zürich. Der Lufthansa-Streik (Swiss gehört ja zur Lufthansa) juckt mich nicht direkt, weil es Swiss nicht betrifft.

last.fm habe ich jetzt auch wieder ohne Abo zum Laufen bekommen, denn mein virtueller Linux-Server steht in Deutschland und da war’s ziemlich einfach, last.fm mit Hilfe eines simplen Socks-Proxys (ssh -D 5080 russ@server) und tsocks dahingehend zu täuschen, daß eine deutsche IP-Adresse vorgespiegelt wird, so daß last.fm denkt, ich wäre in Deutschland und damit auch meinen Stream freigibt.

Was ich im Artikel zu Auffahrt/Himmelfahrt schon geschrieben hatte, stand auch noch mal viel schöner geschrieben in der ZEIT No. 35/2012 und ist jetzt auch online: Wo wohnt Gott? Und wozu müssen wir das wissen? (Über den religiösen Analphabetismus der westlichen Gesellschaften. Eine Polemik). Mal gucken, ob ich irgendwo die Bibel als Ebook finde, die sollte ja inzwischen kein Copyright mehr haben.

Den Schweizer Tatort vom vergangenen Wochenende habe ich inzwischen auch gesehen, natürlich im Originalton. Da fand ich ihn auch gar nicht so furchtbar wie den letzten, den ich in der deutsch-deutschen synchronisierten Version gesehen hatte. Und das Beste daran war, daß ich inzwischen bis auf ein paar von Retos Flüchen fast alles in der schweizerdeutschen Version einwandfrei verstehen konnte. Ich gewöhne mich einfach an diese Sprache, und ich mag sie von allen deutschen Dialekten (wenn man sich denn in Gegenwart von Schweizern sie als solchen zu bezeichnen traut) am liebsten.

Last.fm nicht mehr gratis :-(

Als vor drei Jahren die Ankündigung von last.fm kam, daß der Streaming-Radio-Dienst außerhalb USA, UK und Deutschland kostenpflichtig würde, kam mir nie in den Sinn, daß mich das ja mal treffen könnte. Aber die merken doch tatsächlich, daß ich mich nicht im deutschen Adreßbereich befinde und dementsprechend bekomme ich die Meldung, daß meine kostenlose Probephase abgelaufen sei. Technisch kein Wunder, aber zumindest weiß ich jetzt, warum. Da muß ich mir wohl was Neues suchen, zum Beispiel Jango.

Ferienhausfrage

Es sind die kleinen Details, die das Leben angenehm machen oder mich zum Lachen bringen: als ich vor einigen Tagen den Online-Zugang für die Umsatzdaten meiner Kreditkarte anlegen wollte, mußte ich außer einem Paßwort auch noch mehrere Sicherheitsfragen und deren Antworten eingeben, für den Fall, daß ich mein Paßwort vergessen sollte. Die Sicherheitsfragen waren aus einer Liste von etwa zehn Fragen auszuwählen. Neben den üblichen wie “Mädchenname der Mutter” oder “Erster Freund / erste Freundin” gab es da auch folgende: In welchem Ort steht Ihr Ferienhaus? Das ist mir in Deutschland noch nie als Frage vorgeschlagen worden und das ist schon ein Indiz für den bescheidenen Reichtum hier 🙂

Entsprechend den Empfehlungen von Bruce Schneier tippe ich da sowieso irgendwelchen zufälligen Müll ein, denn sonst ist mein absolut hochsicher gewähltes Paßwort durch ein deutlich leichter zu knackendes System ersetzt und kann mit viel weniger Aufwand und höherer Treffsicherheit in weniger Versuchen umgangen werden. Wenn ich das Paßwort vergesse, rufe ich halt bei der Bank oder wo auch immer an. Das ist zwar dann etwas unpraktisch, aber deutlich sicherer als die “Sicherheitsfrage”, deren Antworten viel einfacher zu erraten sind als das eigentliche Paßwort.

Zufall oder nicht?

Wenn’s um Daten und Marketing geht, glaube ich ausbildungsbedingt gar nicht mehr an Zufälle. Gerade eben habe ich zum wiederholten Mal eine Reiseverbindung 1.Klasse mit dem Nachtzug rausgesucht, aber nicht gebucht, wohl aber meinen Bahn-Account genutzt. Passenderweise kam ein paar wenige Minuten später ein 10-EUR-Gutschein für eine Buchung in der 1.Klasse in meine Mailbox geflattert, den ich auch noch prima nutzen kann. Rein technisch ist das ja auch sehr einfach umzusetzen: gucken, was der Kunde in der Vergangenheit an Verbindungen geplant und/oder gebucht hat, und wenn er nach irgendwelchen Kriterien “lohnend” erscheint oder es wahrscheinlich ist, daß er statt 2.Klasse 1.Klasse fahren könnte, dann lockt man ihn halt mit einem Gutschein. Da ich sowieso gebucht hätte, ist das zwar nur eine mitgenommene Subvention (wie das eben bei Subventionen so passiert), aber das weiß ja da keiner.

Der alte Fritz und das Unwetter

Vor kurzem habe ich meinen Kabelanschluß von der Geschwindigkeit her aufbohren lassen, auf 50/5 MBit/s (down/up). Komischerweise kamen aber am PC hinter der Fritz!Box “nur” etwa 35 MBit/s an. Beim direkten Anschluß ans Kabelmodem lag die volle Geschwindigkeit an, also war die Fritz!Box schuld. Nun sind ja die Zugangsgeschwindigkeiten in den letzten Jahren rasant gestiegen, eigentlich war die Fritz!Box ursprünglich für 16MBit/s ADSL ausgelegt und somit auch in der Prozessorleistung darauf optimiert. Nach etlichem Herumspielen an der Fritz!Box 7270, das aber auch nur zu 40MBit/s führte, bin ich auf die Idee gekommen, die Firmware der Box zu erneuern. Und wie gewünscht kamen nach dem Update die vollen 50/5 MBit/s am Rechner hinter der Fritz!Box an. Das langt erstmal eine Weile, würde ich sagen. Es sei denn, es gibt wieder mehr Geschwindigkeit zum selben Preis, dann nehme ich auch gern die 100 MBit/s mit.

Bei den häufigen Gewittern und Unwettern schalte ich aber die Elektronik nach schlechten Blitz-Erfahrungen sowieso lieber ab, wenn es vorhersehbar ist.

Ich denke, mit den Meßwerten kann man nicht meckern über die vorhandene Internet-Infrastruktur.

Und noch was Lustiges: in einem aktuellen Artikel der FAZ über das Vorlauf-Aus der deutschen Schwimmer steht doch allen Ernstes im Abschnitt Am Ende geht Biedermann die Kraft aus

Zunächst war für Biedermann alles nach Plan gelaufen. Nach 50 und 100 Metern lag er unter seinem Weltrekord und auch die Durchgangszeit zur Rennhälfte von 1:52,41 Minuten war gut. Doch dann zog die Konkurrenz vorbei, Biedermann wirkte schwerfällig und konnte nicht mehr kontern. „Hinten raus konnte ich es nicht mehr halten“, erklärte Biedermann.

Das muß man gar nicht groß aus dem Kontext reißen, um seinen Satz absolut mißzuverstehen. Erinnert mich an ein ähnlich gelagertes Zitat von Helmut Kohl im Jahr 1984, das ich natürlich auch erst später kennengelernt habe.

Wo wir gerade bei Kultur sind: am Mittwoch lief auf 3sat und SWR die Live-Übertragung von Don Giovanni aus der Stuttgarter Oper. Im SWR führte Harald Schmidt durch das Stück und gab auch den Pausenunterhalter. Die dazugehörige Kritik in der FAZ (eher ein Verriß) fand ich so gut, daß ich mir das anschauen mußte und stimme mit der Kritik überhaupt nicht überein. Kann aber auch daran liegen, daß ich Harald Schmidt mag. Insbesondere die Pausenmoderation fand ich sehr gut, hier beim SWR anzuschauen.

Monitorbastelei

Weil bei Samsung offensichtlich in diesem Fall schlampig gefertigt wurde, hat mein Samsung Syncmaster das Problem gehabt, daß er nach einer Weile im Betrieb angefangen hat, grüne Streifen über das gesamte Bild zu zeigen. Behebbar war das kurzfristig, indem ich an den HDMI-Signalkabeln gewackelt habe, bis die Streifen weg waren. Klarer Fall von schlechter Montage, dachte ich mir, habe den Monitor zerlegt und gesehen, daß die auf dem Bild untere Platine (in der ein HDMI-Kabel steckt) leicht versetzt eingebaut war, so daß die für die Löcher in der Platine vorgesehenen Gehäusestifte statt in die Löcher gegen die Platine gedrückt haben. Diese wurde dadurch unter mechanische Spannung gesetzt und nach einiger Erwärmung im Betrieb führte das dann zu den grünen Streifen. Die Platine habe ich neu befestigt, ohne mechanische Spannung, und bisher ist das Problem nicht wieder aufgetreten, wohingegen es vorher beliebig reproduzierbar war. Der Hergang ist nur eine Hypothese, aber die wahrscheinlichste. Garantie oder nicht, wenn ich das Teil zerlegt und wieder zusammengesetzt bekomme, juckt mich das doch nicht.

Meine dritte (eigentlich erste) Kinesis-Tastatur, die’s vor einer Weile ja zerlegt hatte, ist inzwischen auch aus Seattle wieder eingetroffen, nach einer vollen Weltreise. Und sie funktioniert einwandfrei.

Zerstörungsfrei zerlegter Samsung T24A550.

Kabelschneider vs. Kabel

Als ich am Sonntag während des Fußballspiels das Schaltseil der internen Ansteuerung meiner Rohloffnabe austauschen wollte (nach etwa 30.000km geht das als normaler Verschleiß durch), war ich doch tatsächlich zu blöd, einen Kabelbinder so aufzuschneiden, daß die damit zusammengebundenen Seilzüge unbeschädigt bleiben. Es hat also einige Drähte des 0,9mm dicken Seilzugs erwischt, so daß ich nicht wieder alles zusammenbauen konnte (im Bild oberhalb vom P, Handykamera) sondern jetzt mit dem anderen Rohloff-Fahrrad herumfahre.

Aber: einer der (bisher drei (!) mir bekannten) Velohändler hier am Ort ist Rohloff-Vertriebspartner und kann mir die Teile bestellen. Dabei hatte ich schon hin und her überlegt, wo ich denn die Ersatzteile jetzt im Versand bekomme. Vor Ort ist es doch am besten. Gerade weil ich mich nicht mit der Bastelei des Schaltseils herumplagen wollte, hatte ich ja das Easy-Set geordert. Gut, jetzt wird es halt doch die Bastelei aus den Einzelteilen. Mit der bebilderten und in sauberem und korrektem technischen Deutsch verfaßten Anleitung von Rohloff klappt das bestens. Ich bin immer wieder aufs Neue von diesem Premium-Produkt überzeugt und begeistert, aber das ist ja nichts Neues.

Beim Zentrieren des Vorderrads hatte es auch noch eine Speiche erwischt, die habe ich bei der Gelegenheit auch gleich gekauft.

Hausarbeit macht glücklich :-)

Ein im Aftenposten erschienener Artikel bezieht sich auf eine Studie der Uni Cambridge, die zu dem Schluß kommt, daß Männer, die im Haushalt mithelfen, glücklicher sind. Solche plakativen Schlüsse sind dann die Kernaussagen, auf die jahrelange Forschungsarbeit in einem Zeitungsartikel reduziert wird. Ich mußte jetzt auch schon öfter meine Diss in zwei Sätzen zusammenfassen und beschränke mich dann auch auf eine Ausformulierung des Titels und daß man mit Datenanalyse den Ertrag erhöhen kann. Paßt latürnich gar nicht, aber da kann sich jeder erstmal was drunter vorstellen, bevor ich bei Bedarf in die Details abtauchen kann.

Die Datenlage zu obiger Studie wurde in Norwegen, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Großbritannien erhoben. Natürlich wurde im Aftenposten genau auf die norwegische Gleichstellungslage passend insbesondere der Punkt “Männer, die im Haushalt mithelfen, sind glücklicher” hervorgehoben. In der Studie sind auch noch viele andere Resultate enthalten, z.B. daß sich Unternehmen bei der Gleichstellung zurückhalten, solange sie nicht dazu gezwungen werden oder den wirtschaftlichen Wert erkennen. Der Lückenschluß z.B. bei “gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit” vollzieht sich auch im Norden deutlich schneller.

Mir reicht es eigentlich, wenn ich entsprechendes Werkzeug habe, mit dem Kochen, Fensterputzen oder Staubsaugen Spaß macht, dann geht’s fast von ganz allein. Zum Beispiel ein Dyson, mit dem auch die Jungs ihren Spaß haben:

Da fällt mir ein, daß ich im Büro noch etwas gärtnern muß, bis das ein akzeptables Raumklima bekommt. Eigentlich wäre auch eine Serie von Dyson Air Multipliern ziemlich cool, das sind die propellerlosen Ventilatoren, mit denen kann man nämlich tolle Experimente machen: http://www.youtube.com/watch?v=4WNcjkZ6d0w.