Tag -9: Data Science Challenges mit Hadley Wickham

Jetzt hab ich wirklich noch auf meine alten Tage hier jeden Abend ein Meetup. Heute schon wieder Hadley Wickham, diesmal bei Coursera in Mountain View, was natürlich direkt an meiner erweiterten Veloroute liegt. Toll, dass die Navigation jetzt fast perfekt ohne GPS/Karte funktioniert. Ausser dass der Wind natürlich immer von hinten blasen könnte, hab ich jetzt am Wetter genau gar nichts auszusetzen, die Temperatur ist im optimalen Bereich und die Sonne auch. Wenn man mittags im T-Shirt rumläuft, ist es in der Sonne genau so, dass es nicht zu warm ist. Bei zu kalt bin ich ja eher tolerant. Nach der morgendlichen Motivation, mich doch aufs Velo zu legen, wurde ich entsprechend mit 25km Fahrt belohnt — alle Akkus voll, also die vom Smartphone, der Forumslader und meine eigenen. Gut, Hunger halt, aber das ist ja nichts Neues und behebbar.

Beim Walmart gibt’s reflektierende Schnürsenkel, keine schlechte Idee. Mich selbst blenden sie ja nicht.

Reflektierende Schnürsenkel.

Nach dem Arbeitstag im Büro mit Korrekturlesen eines längeren Dokuments und Diskussionen über meine Nachhausebringergebnisse (take-home-points) hab ich die knapp 20km zum Meetup nach Mountain View wieder auf dem Bay Trail gemacht — der Wind war stabil geblieben seit dem Morgen, blies mich also jetzt von schräg hinten an. Hach, dazu noch die Sonne im Rücken, fast keine Leute, um 17 Uhr herum lässt es sich sehr gut rollen, da hätte ich locker noch 50km drangehängt. Aber ich musste ja zum Meetup, gefilmt habe ich unterwegs trotzdem: Video Bay Trail in der Spätnachmittagssonne.

Vögel und Berge in der Bay in der Spätnachmittagssonne.

Die armen Schweine auf der Autobahn standen im Stau, och wie schade. Das gab extra gute Laune für mich.

Per Veloroute sind es von dem Schild bis nach Los Gatos 32km.

Für das Meetup Challenges in Data Science stand ich nur auf der Warteliste, aber da erfahrungsgemäss lange nicht alle Angemeldeten kommen, konnte ich bequem mit rein. Als erster Gast hatte ich auch die Ehre, der Pizzalieferung beizuwohnen — es waren wieder 40 Schachteln, genau wie vorgestern. Ich hätte ja 42 bestellt, aber sei’s drum, es war auch so genug. Die Pizza kam aber schon eine halbe Stunde vor den meisten Gästen, damit war ich einer der wenigen, die warme Pizza hatten.

40 Schachteln Pizza gratis.

Coursera ist ziemlich modern in der Arbeitsraumgestaltung, das könnte mir noch gefallen. Sie haben zumindest nicht so eine schwachsinnige Clean-Desk-Policy, wo man zwar sitzen kann, wo man möchte, aber jeden Tag im Prinzip einen anderen Platz hat. Das funktioniert nicht: jeder Mensch hat eine Komfortzone, in der er produktiv ist. Oder welcher Autofahrer verstellt sich jeden Tag seinen Sitz absichtlich, nur damit er ein bisschen on edge ist und irgendwie angeregt? Spiegel bisschen nach rechts verdreht, damit man sich strecken muss? Schaltgriff mal auf der linken Seite? Temperatur auf 35 Grad? Jeden Tag andere nervige Beifahrer? Ist nicht, liebe Mobiliar (und inzwischen auch liebe Migros). Es gibt einen perfect spot mit genau dem richtigen Licht, der richtigen Temperatur, dem richtigen Geräuschpegel und nur da kann ich konzentriert arbeiten. Wenn man schon das Silicon Valley zu sich holen möchte, dann bitte richtig, und nicht nur mit irgendwelchem gutgemeinten Open-Floor-Arbeitsplatzkram. Wenn im Gegenzug zu diesem Büro-Quatsch allerdings totale Arbeitsplatzautonomie auch ausserhalb des Bürogebäudes dazukommt inklusive Homeoffice, ist das wieder sehr gut, liebe Mobiliar.

Echt begrünte Wände sind zum Beispiel schick:

Hinten rechts eine künstlich bewässerte und belichtete grüne Wand, sehr schön.

Noch besser: kombinierte Dusche/Umkleide/WC mit Schliessfächern! Nachmachen! Sofort! Das kostet viel weniger, als ganze Stockwerke auf open-plan-office umzubauen.

Klo/Dusche/Umkleide kombiniert. Genial!

Ach ja, Hadley Wickham, dafür war ich ja eigentlich gekommen.

Hadley Wickham, mit Code-Beispiel zum Selber-Nachdenken.

Der heutige Vortrag war konzeptionell recht weit oben angesiedelt — als Computer Scientist bzw. Data Scientist war das alles nichts Neues, aber schön mit NZ-Akzent anzuhören.

Programming is fundamentally collaborative. You’re always at least collaborating with future YOU. And you don’t want your future YOU to be cursing on your code.

Cool war auch noch sein Beispiel zu Baseball-Statistiken und dem Nebensatz well, we don’t teach baseball in New Zealand.

Ich könnte ihm stundenlang zuhören, inhaltlich und sprachlich. Andere Leute gehen ja auch immer und immer wieder zu Rolling-Stones-Konzerten oder hören sich die Unvollendete immer wieder neu mit der Hoffnung auf ein (anderes) Ende an 🙂

Morgen dann Ricardo Baeza-Yates bei diesem Meetup fast vor der Bürotür. Ich find das voll nett, dass mich die Computer-Science-Weltstars alle hier besuchen kommen. Tim Berners-Lee, Linus Torvalds und Richard Stallman hätte ich gern noch zu einer Podiumsdiskussion. Anhand der Meetups kann ich mir aber schon sehr gut vorstellen, wie hier eine Gemeinschaft ähnlich tickender technischer Leute mit guten Ideen mit Investoren und Kapital zusammenfindet.

Leave a Reply