Deville et al.

Nach dem Auslaufen von Giacobbo/Müller habe ich letzte Woche Deville ausprobiert, eine andere Comedy-Late-Night-Show des Schweizer Fernsehens. Die Sendung läuft zumal am Freitag kurz vor Mitternacht, d.h. die würde ich wohl nie live schauen. Die Aufzeichnung fand im Mascotte direkt am Sechseläutenplatz statt, mit Blick auf selbigen:

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Studio von Deville, hinterm Fenster Strasse und Sechseläutenplatz

Bei Giacobbo/Müller wurde immer am Stück aufgezeichnet und es wurde hinterher relativ wenig geschnitten. Nur einmal hab ich es erlebt, dass sie die Aufzeichnung zwei Minuten nach Beginn wieder neu starten mussten, weil sie dermassen viele Pointen vergeigt hatten, dass ein seriöses Weitermachen nicht möglich war. Bei Deville ist von vornherein klar, dass viel geschnitten wird, gleichzeitig war alles viel spontaner und sah viel ungeplanter und chaotischer aus als es vermutlich im Fernsehen ausgestrahlt wird. Zu Gast war Milo Rau, der momentan am Schauspielhaus “Die 120 Tage von Sodom” inszeniert. Der Saal der Aufzeichnung ist winzig, noch deutlich kleiner als der Kaufleuten-Saal von Giacobbo/Müller.

Ein ähnlich lehrreicher Anlass war das Podium zur aktuellen Abstimmungsvorlage über die “Erleichterte Einbürgerung für junge Ausländer der dritten Generation” (Link zur Vorlage). Als ich am Dienstagabend im Hof zu Wil ankam, fiel mir erstmal auf, dass das eine Veranstaltung der von mir sogenannten Sonnigen Volkspartei SVP war, etwa 30 Gäste, als Protagonisten Lukas Reimann (SVP) und Min Li Marti (SP, Kanton Zürich). Mich betrifft die Vorlage sowieso nicht, aber interessant war dann, dass es schnell gar nicht mehr um die Vorlage ging, als die Diskussion fürs Publikum geöffnet wurde. Ich seh schon, dass die SVP die Stimmungen im Volk sehr gut erkennt, ich seh nur nicht, dass ihre Lösungen funktionieren würden. Die Bewirtschaftung der Vorlage durch die SVP mit den Burkaträger-Plakaten ist schon extrem. Im Hinblick auf meine eigene Einbürgerung müsste ich mir auch jetzt schon Gedanken machen, was ich für das ordentliche Verfahren alles formell beachten muss. Insbesondere die kantonalen und kommunalen Wohnsitzfristen können da hinderlich sein und da verstehe ich auch wieder, wenn die Vorlage genau diese Hürden für junge integrierte Ausländer der dritten Generation abschaffen will.

Morgens 18km um den Flughafen mit dem Velo bei -10°C, sehr schön. Kann man Cleats beheizen? 🙂

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