ASC2016, Nachbereitung (Teil 2)

Nach der Heimkehr kommt die Datenanalyse, und zum Glück hab ich mir im Papierheft Notizen über den Rennverlauf gemacht, sonst würde ich jetzt schon nicht mehr ganz durchsteigen, was im Rennen alles passiert ist.

Beim Rennen waren die Live-Daten eigentlich ganz angenehm, und ich brauchte auch im Wesentlichen nur Energieflüsse, ein paar Darstellungen davon (mit Glättungen) und Stift und Papier. Allerdings wird es jetzt hinterher lustig, das über ein Gesamtrennen schlüssig und zueinander passend auszuwerten.

Das fängt schon bei der Streckenlänge an. Dazu gibt es im Fahrzeug ein Odometer (einen Kilometerzähler), der eigentlich nur die Radumdrehungen misst und daraus eine Streckenlänge berechnet. Allerdings scheint dieser Zähler bei jedem Stop (Abschalten des Computers, Umhängen der Hilfsbatterie) zurückgesetzt zu werden. Das sieht dann ungefähr so aus, wenn man sich das über alle acht Tage anschaut:

Das Odometer (Kilometerzähler) wird bei jedem Abschalten des ZMC (?) neu gestartet.
Das Odometer (Kilometerzähler) wird bei jedem Abschalten des ZMC (?) neu gestartet.

Ganz toll. Die einzelnen steigenden Linien sind kein Problem, die dürften halbwegs passen. Allerdings gibt’s Artefakte bei Stillstandzeiten, wo nicht gefahren wurde, aber trotzdem der Kilometerzähler gezählt hat (z.B. jeden Tag nach 18 Uhr). Darüberhinaus gibt es noch Probleme mit den zeitlichen Einstellungen des Bordcomputers. Der war anfangs nicht auf die Lokalzeit gesetzt, so dass seine Uhrzeit erst ab dem vierten Tag halbwegs korrekt war. Vorher gibt es Datenblöcke mit unterschiedlichen Verschiebungen zur echten Uhrzeit. Man sieht z.B. am vierten Tag morgens vor 6 Uhr eine gefahrene Strecke von knapp 100km, dafür fehlt am Tag 3 nachmittags ein grösserer Datenblock. Aaaaarrrrgghhh… Auf alle Fälle kann ich mich auf das Odometer nicht verlassen, sondern muss die gefahrenen Streckenlängen vom Streckenverlauf her rekonstruieren.

Viel lustiger wird die Geschwindigkeitsmessung:

Achje, mph und km/h in einem Diagramm...
Achje, mph und km/h in einem Diagramm…

Tag 1 bis Tag 3 sehen ganz okay aus, bis auf die fehlenden Daten am dritten Tag. Tag 4 bis Tag 8 kann man so vergessen. Oder doch nicht? Wenn ich Tag 4 bis 8 durch 1.60934 dividiere, komme ich auf ganz plausible Werte — hat der Bordcomputer anfangs Meilen pro Stunde geloggt und ab dem vierten Tag dann Kilometer pro Stunde? Ich hab jedenfalls angenommen, dass mph geloggt werden und alles mit 1.60934 multipliziert. Das würde auch erklären, warum ich mich bei dem Rennen über die Verbrauchsmessungen zum spezifischen Verbrauch in [Wh/km] gewundert habe. Für solche Analysen wie hier war allerdings bei der Challenge keine Zeit.

Trotzdem sieht es jetzt so aus, als ob ich den Block vom Morgen von Tag 4 (04 bis 07 Uhr) auf Tag 3 verschieben sollte. An Tag 3 hatten wir beim und nach dem Kontrollstop sowieso einige kleinere Probleme (die sich dann bei der Datenanalyse als gröbere und lästige Hindernisse entpuppen) 🙂

Jaja, schöne Grafiken sind anders, aber darum geht’s hier grad nicht 😛

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