Europawahl

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Letztes Jahr die Bundestagswahl, jetzt die Europawahl. Etwa einen Monat vorm Wahltermin kommen die Unterlagen an, Kreuzchen machen, eintüten, über die Grenze fliegen und abschicken. Und dann sehen, dass sich eh nichts ändert. Da stimme ich doch lieber mehrmals im Jahr über konkrete Sachthemen auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene ab und sehe, dass sich tatsächlich was ändert. 50.3%, sag ich da nur…

Drei Konzerte und Probedirigieren

Zwischen drei Konzerten nur die Nachricht, dass das beste Stück im Programm natürlich das Cellosextett Vieni o levita – Tu sul labbro vor der Bassarie ist, das wir folgerichtig auch gleich ohne den Sänger spielen, weil der nur stört und den Cellosound unterbricht. Witzig war auch der gestrige Tag der offenen Tür mit Probedirigieren für Zuschauer — nach gefühlten 30 Mal lief der Radetzky-Marsch dann doch ganz gut. Praktisch ist auch, dass die Tonhalle nur ein paar Meter von zu Hause weg ist.

Es scheint ausserdem, dass Rohmilch fast direkt vom Bauernhof bei Laktoseintoleranz perfekt ist. Testweise einen Liter getrunken, keine Beschwerden.

Nachtrag 28.04.2014: der Bericht der Wiler Zeitung zum hautnahen Wochenende. Und noch einer von infowilplus.ch.

Giacobbo/Müller 06/2014

Am Ostersamstag die Osternachtsmesse, mit echtem Osterfeuer, zur Selbstbeweihräucherung auch noch das Dettinger Te Deum von Händel, am Ostersonntag dann die Paukenmesse von Haydn und nach kurzer Mittagspause gleich weiter zum sechsten Besuch bei Giacobbo/Müller in diesem Jahr. Den Versprecher von Mike ganz am Ende der Sendung haben sie nicht mal herausgeschnitten, sondern dafür irgendwo mitten in der Sendung einen seltsamen Schnitt eingebaut (als das SRF-Werbefoto für die Sendung gezeigt wurde, bei dem das SRF-Logo Mike überdeckt). Das Warm-Up wird inzwischen auch immer flexibler und lustiger, geht dafür aber auch länger. Zum Nachschauen: http://www.srf.ch/sendungen/giacobbo-mueller/mit-markus-gilli-und-ursus-nadeschkin. Den Teil mit den Trommlern gibt’s als Ausschnitt hier: http://youtu.be/ZYUhnxRA_BY. Am Interview mit Markus Gilli war der folgende Abschnitt der beste (mal auf Schriftdeutsch wiedergegeben):

Viktor: …Du bist ja auch einer, der hin und wieder kritisiert wird wegen seiner Gäste. Man sagt, ihr seid ein etwas SVP-naher Sender (“Senderli”). […]
Markus: Viktor, ich muss Dir da mal was erklären. Das ist das sogenannte Prinzip “Kleiderkasten”. […] Das ist eure Optik: zwei linke Socken, rote Socken ([zeigt auf Viktor/Mike] das sind die beiden), die liegen im Kleiderkasten, ganz links. Und die Optik von denen ist: alle Socken, die neben ihnen liegen, die bunten Socken, alle Farben, die sind rechts. Das ist euer Weltbild.

Drum mag ich ja die Sendung so, weil sie so völlig nicht meinem Weltbild entspricht.

Verabschiedung nach der Giacobbo/Müller-Sendung vom 20.04.2014 im Kaufleuten/Zürich
Verabschiedung nach der Giacobbo/Müller-Sendung vom 20.04.2014 im Kaufleuten/Zürich

Schnee, Satire und Kabarett

Am 05.04. war Sarah Hakenberg ungefähr 100m Luftlinie entfernt von meinem Domizil im Chällertheater zu Gast. Sehr gut, recht normales Kabarett. Gestern dann echte bitterböse Satire mit Andreas Thiel im Theater am Hechtplatz in Zürich. Nachdem ich die drei Tage vorher jeweils abends Probe hatte, war doch mal ein kultureller Ausgleich notwendig. Dafür schneit’s heute, wie das an Ostern üblich ist.

Schnee am 18.04.2014 in Wil SG
Schnee am 18.04.2014 in Wil SG

G/M 05/2014

Als inzwischen Fast-Stammgast bei Giacobbo/Müller fällt mir doch auf, dass das Warm-Up vor der Sendung immer spontaner zu werden scheint und immer mehr Versprecher vorkommen. Dafür passieren nachher in der Sendung keine mehr. Am besten war mal wieder der Erfinder Stefan Heuss mit seinem Bratwurst-Niedergarer, den er offensichtlich hauptsächlich aus Auspresskartuschen gebastelt hatte. Zu Gast war ausserdem Beatrice Simon, die Finanzchefin des Kantons Bern und natürlich gab es dann die üblichen Sticheleien über den kantonalen Finanzausgleich (Bern=Nehmerkanton, Zürich=Geberkanton) und den erdrutschartigen Verlust bei den letzten Wahlen für die BDP. Nächster Besuch dann am 20.04., danach ist erstmal Pause für mich.

In seinem Apropos-Artikel aus der NZZ vom 12.04.2014 hat Paul Schneeberger meiner Meinung nach Allegorie mit Alliteration verwechselt. Ein Luxusproblem, ganz klar, aber der NZZ unwürdig.

[…]
Jetzt bucht auch die Bundesverwaltung Businessnummern. Nicht der schönen Allegorie wegen, die sich aus den vielen B ergibt, sondern weil ihr dieses Modell Mehrwerte verspricht. Anstoss für die Umstellung bietet ihr der Ersatz ihrer überfälligen Festnetzanlagen durch die Zusammenführung von Telekommunikation und Informatik. Zu den Flexibilitäten, von denen die eidgenössische Administration unter dem neuen Regime profitiert, gehört die Möglichkeit, ihre telekommunikative Umstellung bis Anfang 2015 etappieren und bis dahin auch alle alten Nummern in Betrieb behalten zu können.
[…]

Mobility Pricing

Endlich wieder mal eine gute Nachricht: die PKW-Maut in Deutschland kommt. Wenn dafür die Kfz-Steuer wegfällt, ist das absolut fair, denn dann würde nicht mehr pauschal, sondern nach gefahrener Strecke gezahlt. Wenig zu fahren lohnte sich dann also. Wollen wir mal hoffen, dass da nicht noch solange dran herumgedoktort wird, dass wieder nichts davon übrigbleibt. So richtig klar scheint es mit den Begriffen “Maut” und “Vignette” noch nicht zu sein. Hier noch der FAZ-Artikel zum Thema. Zum Glück wurde ja der ADAC als Kfz-Lobbyverein schon im Vorfeld gut ramponiert. Wenn’s nur eine lächerliche Vignette geben sollte, wäre das natürlich ziemlich sinnlos, ausser dass Ausländer auch betroffen wären.

In diesem Sinne ist das SBB-Generalabonnement eigentlich auch ein ziemlich schlechter Anreiz, da es ja eine ÖV-Flatrate darstellt. Keine Anderstarifierung nach Uhrzeiten (Pendlerströme), verhältnismässig günstiger Preis für die gebotene Leistung und, aus meiner Sicht ambivalent ganz schlecht oder ganz gut, null Datenerfassung. Wer mit dem GA (und ohne Handy) fährt, ist nicht rückverfolgbar unterwegs — schlecht, wenn man für gute oder schlechte Zwecke Routen auswerten will, gut, wenn man wirklich einfach nur seine Ruhe haben möchte. Darum machen die SBB ja auch Fahrgastbefragungen, um herauszufinden, was denn die Reiserouten ihrer Fahrgäste sind.