Wasserauen-Säntis-Wanderung

Das ist unbearbeitet, das Foto und die Farben waren auch tatsächlich so.
Das ist unbearbeitet, das Foto und die Farben waren auch tatsächlich so.

Recht spontan habe ich mich heute entschieden, die Sachen für eine klitzekleine Wanderung zusammenzupacken. Bisher war ich immer nur mit der Luftseilbahn auf dem Säntis, aber man kann ja durchaus auch hochlaufen. Die kürzeste Strecke geht ab Schwägalp, ist aber auch die steilste und so richtig schwindelfrei bin ich wohl nicht, wenn ich mir das recht mulmige Gefühl heute an einigen Kletterabschnitten zu Gemüte führen würde. Damit startete die Strecke ab Wasserauen, einem der Endpunkte der Appenzeller Bahnen und ging via Seealpsee bis auf den Gipfel.

Bis zum Seealpsee war es noch verhältnismässig voll auf dem Wanderweg, aber bis dahin sind es auch nur 250 Höhenmeter (von 920 auf 1170), der echte Anstieg kommt erst danach. Am Ende vom Seealpsee erwies sich der Kleber meiner BW-Kampfstiefel als nicht langzeitfest, was sich darin äusserte, dass plötzlich beide auf die Dämmschicht aufgeklebten Besohlungen wie ein Lappen am Schuh hingen und ich in einer Käserei um ein Sackmesser bitten musste, um die Dinger abzuschneiden. Das krümelige Dämpfungsmaterial war dann bis zum Gipfel ausserdem auch abgelaufen, so dass die Stiefel jetzt mit einer 5mm-Sohle ziemlich dämlich aussehen. Aber immerhin haben sie Notlaufeigenschaften.

Ebenfalls kurz nach dem Seealpsee begann ein kurzer Regenschauer und es war ja auch generell eher als wolkig angesagt — in grossen Höhen ist das ganze Jahr mit Schnee zu rechnen. Trotz der kaputten Sohlen bin ich aber einfach weitergelaufen und irgendwann war dann der Umkehrpunkt überschritten und weiter nach oben erwies sich als die kürzeste Variante. Die Kühe stehen bis auf 2100 Höhenmeter, danach waren einige Schneefelder zu überqueren und es wurde im Schlussabschnitt teilweise ziemlich senkrecht beim Klettern — ohne Sicherungsseile wäre ich auch da oben nur ein paar Höhenmeter unter dem Gipfel wieder rumgedreht. Für die Aussicht von unterwegs (nachdem die Wolken verschwunden waren) hat es sich aber echt gelohnt und die fünf Stunden Wander- und Kletterzeit, die in Wasserauen angegeben sind, stimmen auch tatsächlich. Auf Tasmanien waren die Wanderzeiten immer hoffnungslos zu hoch angesetzt oder ich halt zu schnell. Oben gab’s dann einen Möhlsaft (heut kein Rivella), zwei coole Geocaches und die 18-Uhr-Seilbahn nach unten, wo dann das doppelstöckige Postauto mit dem Panoramafenster angefahren kam.

Der GPS-Track meint was von knapp 15km.

Noch ein Nachtrag: ich bin ja extra von der Seite Seealpsee hochgelaufen, weil ich die sogenannte Himmelsleiter vermeiden wollte, die sich immer nach “ziemlich steil und gefährlich” anhörte. Erst im Nachhinein hab ich gemerkt, dass der Aufstieg von Schwägalp am Ende auf dieselbe Route führt und alle die Himmelsleiter hoch müssen. So oder so war ich weit über den Umkehrpunkt hinaus und hatte gar keine andere Wahl mehr, als da hochzusteigen.

Voller Parkplatz in Wasserauen.
Voller Parkplatz in Wasserauen.
Das Fernziel ist schon sichtbar.
Das Fernziel ist schon sichtbar.
Mir das Hinterteil zuwendende Schafe.
Mir das Hinterteil zuwendende Schafe.
Da kommt gleich der Seealpsee inklusive einem klitzekleinen Abstieg vorher.
Da kommt gleich der Seealpsee inklusive einem klitzekleinen Abstieg vorher.
Die Kuh hat fünf Franken genommen, damit sie sich so hinstellt.
Die Kuh hat fünf Franken genommen, damit sie sich so hinstellt.
Eins der herumstehenden Gebirgsmassive. Könnte der Alpstein sein.
Eins der herumstehenden Gebirgsmassive. Könnte der Alpstein sein.
Sich ablösende Schuhsohle. Nach fünfzehn Jahren kann Kleber schon mal versagen.
Sich ablösende Schuhsohle. Nach fünfzehn Jahren kann Kleber schon mal versagen.
Im Rückblick zogen dunkle Wolken auf.
Im Rückblick zogen dunkle Wolken auf.
Es gab Schneefelder zu durchwandern.
Es gab Schneefelder zu durchwandern.
Ungefähr auf 2'000 Höhenmeter.
Ungefähr auf 2’000 Höhenmeter.
Verdammt, den Abzweig hätte ich glatt verpasst.
Verdammt, den Abzweig hätte ich glatt verpasst.
Das waren so die Stellen, wo mir komisch wurde. Ausserdem auch dort, wo's rechts und links des Gratweges gefühlt einen Kilometer abwärts geht.
Das waren so die Stellen, wo mir komisch wurde. Ausserdem auch dort, wo’s rechts und links des Gratweges gefühlt einen Kilometer abwärts geht.
Tausche Rivella gegen Möhl. Oder vielleicht ergänzen die sich auch.
Tausche Rivella gegen Möhl. Oder vielleicht ergänzen die sich auch.
Toilettenhumor.
Toilettenhumor.
Die Wegstrecke von heute mal ungefähr im Foto eingezeichnet.
Die Wegstrecke von heute mal ungefähr im Foto eingezeichnet.
Das ist unbearbeitet, das Foto und die Farben waren auch tatsächlich so.
Das ist unbearbeitet, das Foto und die Farben waren auch tatsächlich so.
Mein Sitz: der genau über dem Fahrer.
Mein Sitz: der genau über dem Fahrer.

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