Quellensteuerehrlichkeit

Neulich durfte ich ein Formular zur Ermittlung meines Lebensmittelpunktes ausfüllen und meine Beantwortung des Formulars warf offensichtlich mehr Fragen auf als es beantwortete. Nach einem sehr netten Gespräch mit einem Mitarbeiter vom Steueramt St. Gallen stellte sich heraus, dass ich offensichtlich bei der Quellensteuer in den falschen Tarif eingestuft bin, und das schon seit Zuzug in die Schweiz. Hier bekommt man nämlich nur dann den Verheiratetentarif C (siehe Website Quellensteuer inklusive Tariftabellen), wenn man nicht nur rein juristisch verheiratet ist, sondern die Ehe auch gelebt wird. Ich finde, das Ehegattensplitting in Deutschland könnte man daraufhin auch mal in diesem Sinne verändern, weil es einfach nur fair der Gemeinschaft gegenüber ist. Konsequenz ist jedenfalls, dass ich einen recht hohen Franken-Betrag an Steuern seit Mai 2012 werde nachzahlen müssen. Geahnt hatte ich das schon seit einer Weile, aber jetzt ist auch das Verfahren dazu anhängig. Und das Beste: ich habe keine Sekunde lang überlegt, wie ich da jetzt am besten ankreuze, um zu bescheissen, denn ich möchte mein Leben in meiner neuen Heimat nicht mit einer Lüge beginnen. Ausserdem möchte ich nicht wissen, wie ich in Deutschland vom Finanzamt behandelt worden wäre — ich vermute, man hätte mir Arglist oder Betrugsabsicht unterstellt und zumindest wäre der Tonfall ein ganz anderer gewesen.

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