Vier Nächte, vier Betten, Gott und der Tatort

Morgen geht’s mit dem Swiss-Flieger von ZRH nach Tegel, nachmittags gibt’s einen Termin in Berlin. Samstag dann nach Osnabrück, Sonntag nach Leipzig, Montag nach Koblenz und Dienstag nach dem dienstlichen Termin dort wieder zurück über Düsseldorf und Zürich. Der Lufthansa-Streik (Swiss gehört ja zur Lufthansa) juckt mich nicht direkt, weil es Swiss nicht betrifft.

last.fm habe ich jetzt auch wieder ohne Abo zum Laufen bekommen, denn mein virtueller Linux-Server steht in Deutschland und da war’s ziemlich einfach, last.fm mit Hilfe eines simplen Socks-Proxys (ssh -D 5080 russ@server) und tsocks dahingehend zu täuschen, daß eine deutsche IP-Adresse vorgespiegelt wird, so daß last.fm denkt, ich wäre in Deutschland und damit auch meinen Stream freigibt.

Was ich im Artikel zu Auffahrt/Himmelfahrt schon geschrieben hatte, stand auch noch mal viel schöner geschrieben in der ZEIT No. 35/2012 und ist jetzt auch online: Wo wohnt Gott? Und wozu müssen wir das wissen? (Über den religiösen Analphabetismus der westlichen Gesellschaften. Eine Polemik). Mal gucken, ob ich irgendwo die Bibel als Ebook finde, die sollte ja inzwischen kein Copyright mehr haben.

Den Schweizer Tatort vom vergangenen Wochenende habe ich inzwischen auch gesehen, natürlich im Originalton. Da fand ich ihn auch gar nicht so furchtbar wie den letzten, den ich in der deutsch-deutschen synchronisierten Version gesehen hatte. Und das Beste daran war, daß ich inzwischen bis auf ein paar von Retos Flüchen fast alles in der schweizerdeutschen Version einwandfrei verstehen konnte. Ich gewöhne mich einfach an diese Sprache, und ich mag sie von allen deutschen Dialekten (wenn man sich denn in Gegenwart von Schweizern sie als solchen zu bezeichnen traut) am liebsten.

Paris-Luzern-Uzwil

Am Montag ging’s mit dem vormittäglichen TGV (diesmal Doppelstock / Duplex) wieder dieselbe Strecke retour nach Zürich. Am Gare de Lyon in Paris gab’s irgendwie bewaffnete Polizei mit Schnellfeuergewehren, das fand ich nicht unbedingt erquicklich und habe mich deswegen auch ganz bestimmt nicht sicherer gefühlt. In Zürich bin ich dann Richtung Süden abgebogen, um in Luzern die 12 Cellisten anzuhören und anzuschauen. Gegen Nachmittag war ich also bereits in Luzern und bin überwältigt von der Schönheit der Stadt. Ich hätte ja nicht gedacht, daß Trondheim und Melbourne auf meiner Liste der schönsten Städte mal ernsthaft Konkurrenz bekommen könnten, aber jetzt ist es doch tatsächlich so weit. Ob unten nun ein Fjord ist oder der Vierwaldstättersee, ist eigentlich nebensächlich, nebenan ragen die Berge majestätisch aus dem Wasser, nur die Pfahlhäuser an der Nidelva gibt’s in Luzern nicht und vielleicht auch weniger Möwen, dafür entsprechend blau-grünes klares Wasser, mindestens genausoviel Kultur, Holzbrücken und Holzstege über die Reuss, Bootsfahrten auf dem See und genauso hohe Preise. Klar, Luzern ist halb so groß und schon von daher schwer zu vergleichen, aber da muß ich unbedingt noch mal hin, wenn auf den Bergen rundherum Schnee liegt. Die Stadtmauer habe ich auch angeschaut, bin auf einem der Türme gewesen und habe die atemberaubende Aussicht genossen (nebenan lag auch ein Geocache 🙂 ).

Das Konzert im KKL war hochkarätig und teilweise habe ich einfach nur die Augen geschlossen und zugehört. Mangels Vergleich kann ich aber nicht sagen, ob die Akustik des Konzertsaals tatsächlich so gut ist, wie sie immer beworben wird. Die 12 Cellisten haben die üblichen Stücke gespielt, ohne große Überraschungen und ich hatte gar nicht mit zwei Frauen in der Besetzung gerechnet. Die farblichen Unterschiede der Celli fand ich am besten, da war von hellbraun bis dunkelrot alles dabei. Als Zugaben gab es für dieses französische Kulturwochenende passend u.a. La Vie en Rose und Für mich soll’s rote Rosen regnen, denn eine Sängerin hatten sie auch dabei. Das KKL war zwar nicht komplett ausverkauft, aber doch sehr gut gefüllt, die Aussicht von der Terrasse auf den Vierwaldstättersee ebenfalls sehr schön und der Bahnhof liegt direkt daneben, so daß ich als Transferzeit von meinem Aussichtsplatz auf der 4. Galerie bis zum Platz im InterRegio nach Zürich nur fünf Minuten brauchte, ohne zu hetzen. Das war ein sehr würdiger Abschluß dieses Wochenendes. Gegen Mitternacht war ich wieder zu Hause, und sogar um die Uhrzeit waren noch etliche Leute mit der Bahn unterwegs.

Paris, Palais de la Découverte

Am Sonntagmorgen bin ich geocachenderweise zum Invalidendom gezogen, wo ich mich um 10 Uhr mit Frank verabredet hatte. Der kam doch tatsächlich zu spät, da haben vier Jahre in Paris doch Spuren hinterlassen. Zusammen sind wir ins nahegelegene Palais de la Découverte gepilgert, was mit “Haus der Entdeckungen” nur unzureichend umschrieben ist. Darin haben wir uns geschlagene acht (!) Stunden aufgehalten, ohne daß uns langweilig geworden wäre. Wer das Deutsche Museum in München kennt: das Palais in Paris ist mindestens genauso gut. Einerseits gibt es eine dauerhafte Ausstellung mit Exponaten zu Physik, Chemie, Mathematik, Biologie und verwandten Naturwissenschaften. Wie die Franzosen so sind, wird halt fast alles nur auf Französisch erklärt, d.h. wenn man die Sprache nicht beherrscht, ist man aufgeschmissen. Allerdings geht das auch andersrum: wenn man die grundlegenden naturwissenschaftlichen Sachverhalte kennt, kann man sich sehr viel zusammenreimen, was irgendwo geschrieben steht oder gesprochen wird. Jedenfalls habe ich an dem Tag die volle Dröhnung Französisch bekommen und war selber überrascht, wie viel ich verstanden habe.

Neben den ständigen Exponaten gibt es auch tägliche Vorführungen, Präsentationen und Experimente, von denen wir uns fünf angeschaut haben:

  • Electrostatique (statische Elektrizität)
  • Etoiles et Galaxies (Sterne und Galaxien, im Planetarium)
  • Réactions en tout genre (chemische Reaktionen)
  • Changer d’état de -220°C à +100°C (Zustandsänderungen von -220°C bis 100°C)
  • Les supraconducteurs (Supraleiter)

Der erste Vortrag zur Elektrostatik war am besten zu verstehen, weil die junge Frau sehr deutlich und klar gesprochen hat, was man dann von den nächsten drei Vorträgen nicht so ganz behaupten kann. Das tolle “ich-pinkele-an-den-Elektrozaun”-Experiment wurde sinngemäß mit ein paar Kindern nachgestellt: vier Kinder nebeneinander, und am Ende der Reihe eine starke Quelle statischer Elektrizität. Diese Elektrizität verteilt sich dann auf die Kinder, und wer näher dran steht an der Quelle, bekommt beim Anfassen der Erdung entsprechend einen stärkeren Schlag, solange alle voneinander getrennt sind. So weit, so gut. Es war einer dabei, der eine große Klappe hatte, der wurde ganz hinten hingestellt und bekam dann bei der getrennten Entladung kaum eine gewischt. Anders war es dann, als sich alle vier angefaßt hatten und der mit der großen Klappe am Ende wieder mit einer kleinen Entladung gerechnet hatte, die dann aber deutlich größer ausfiel als erwartet. Ansonsten gab es auch noch abstehende Haare aufgrund statischer Aufladung zu sehen.

Der zweite Vortrag war eher wie im Kino, nämlich im Planetarium. Das letzte Mal war ich vielleicht vor 20 Jahren im Planetarium und es hat mich überhaupt nicht interessiert. Wenn aber so ein guter Vortrag und so eine gute Präsentation mit Carl-Zeiss-Projektionsoptik damals schon gewesen wäre, wäre ich an Astronomie ganz anders herangegangen und hätte mir beispielsweise auch die Sternbilder, die von Australien aus sichtbar sind, mit ganz anderen Augen anschauen können. Sicher sind die alle irgendwie zusammenphantasiert, aber schon allein die Orientierung, die man am Nachthimmel bekommt, ist es wert, sich damit zu beschäftigen. Die Planeten, die ab und zu sichtbar sind, wurden auch gezeigt, die Ekliptik und die Revolution der Erde wurden sichtbar gemacht, schon alleine dafür hätte sich der Eintritt ins Palais gelohnt.

Im dritten Vortrag ging es um einige chemische Reaktionen, beispielsweise Zucker mit konz. Schwefelsäure oder auch einige anschauliche Farbwechselreaktionen mit verschobenem Reaktionsgleichgewicht. Aber da habe ich irgendwie nur die Hälfte verstanden, weil ich schon mit der Akustik so meine Probleme hatte. Das war halt Pariser Französisch, (sehr) schnell und teilweise undeutlich. Immerhin haben wir uns als “in-der-ersten-Reihe-Sitzende” nicht extrem blamiert, wenn es ums Mitmachen ging.

Der vierte Experimentalvortrag behandelte Aggregatzustandsänderungen und wurde von einem Mann präsentiert, der passenderweise ein T-Shirt mit dem Spruch “May the mass times acceleration be with you!” trug, quasi als obskure Star-Wars-Physik-Referenz. Flüssige Luft wurde gezeigt und genutzt, Wasser gekocht, die unterschiedlichen Siedetemperaturen bei unterschiedlichen Außendrücken veranschaulicht, etc. Alles bekannte Effekte, aber schön vorgestellt und ganz gut zum Lernen der Sprache.

Der fünfte Vortrag war dann der krönende Abschluß, als Stéphanie uns was über Supraleiter erzählt und auch alles gezeigt hat. Der schwebende Magnet ist ja inzwischen bekannt und nachdem sie uns locker-flockig in die Theorie eingeführt hat, kam das alles auch praktisch auf den Experimentiertisch. Hübsch und schwanger war sie auch noch und echt gut zu verstehen. Aber von Supraleitern brauchte sie mich nicht mehr zu überzeugen, die finde ich sowieso interessant.

Nach einer weiteren Wanderung durch Paris (das man wirklich gut erlaufen kann) waren wir irgendwo in Montparnasse in einer Touristenfalle zum Abendessen, wo ich mir das Fondue Suisse gegönnt habe. Lange nicht mehr so voll gewesen, der geschmolzene Emmentaler stopft doch ganz schön, dazu Brot, Kartoffeln und weitere Beilagen. Jedenfalls hatte ich hinterher nach der Wanderung zum Hotel Seitenstechen, weil ich so vollgefressen war.

Beim Herumlaufen in Paris habe ich auch gemerkt, daß ich das Schweizerdeutsch nicht mehr überhören kann, also nicht mehr abschalten und es ignorieren kann, wenn ich es höre. Bei Sprachen, die ich nicht verstehe, geht eine Unterhaltung nebenan einfach an mir vorbei, aber als in Paris beim Crêpe-Essen eine Gruppe Schweizer sich unterhalten hat, war ich sofort aus dem Französisch rausgerissen. Gutes oder schlechtes Zeichen?

Uzwil-Zürich-Paris

Ein schon länger geplantes Kulturwochenende begann für mich am frühen Samstagmorgen. Überflüssigerweise hatte ich wieder den Zug eine halbe Stunde eher gewählt, denn der eigentliche Zug von Uzwil nach Zürich um 06:30 Uhr hätte ja Verspätung haben können, so daß ich dann in Zürich den Anschlußzug (TGV) nach Paris hätte verpassen können. Da bin ich noch zu sehr DB-geschädigt, denn natürlich war ich pünktlich in Zürich und hatte dann massig Wartezeit zu verbringen. Immerhin wurde der TGV schon relativ früh bereitgestellt und ich konnte es mir bequem machen. Die Fahrt ging dann über Basel, Mulhouse, Dijon bis nach Paris Gare de Lyon, in vier Stunden, wobei erst auf der französischen Seite richtig schnell gefahren wurde. 320km/h hatte ich in einem schienengebundenen Fahrzeug bisher noch nicht erlebt, aber sonderlich spektakulär war es auch nicht.

In Paris bin ich gegen 11:30 angekommen und dann gleich mit Frank weiter Richtung Fontainebleau gefahren, was etwa 60-70km südöstlich von Paris liegt und wo wir uns hauptsächlich das Schloss Fontainebleau angeschaut haben. Das Schloß gilt als der erste Renaissancebau auf französischem Boden und wurde von den verschiedenen Ludwigs und anderen Königen mehrfach umgebaut, was man drin auch gesehen hat. Inzwischen ist es Weltkulturerbe und vor allem der Park außenrum ist ebenfalls sehr schön und weitläufig. Die verschiedenen Innenräume waren zwar auch sehr interessant, aber irgendwie hat es mich manchmal ganz schön erschlagen mit den vielen Ornamenten, Verzierungen, Wandteppichen und hierarchisch abgestuften Raumbezeichnungen. Immerhin konnte ich darüber mit Frank gut lästern. Je näher man mit den Räumen dem jeweiligen Herrscher kam, desto weniger Leute hatten zu diesen Räumen Zutritt. Besonders schön fand ich die riesige Bibliothek und einen der langen Säle sowie den Tanzsaal. Bei letzterem dachte ich beim Betreten nur, “nanu, der Parkett-Fußboden sieht aus wie in einer Turnhalle” und dann stand da “Ballsaal”, inklusive Orchesterempore mit guter Aussicht. Ich möchte ja nicht unbedingt wissen, wie stickig und warm das damals gewesen sein muß bei Kerzenbeleuchtung und anderer Körperhygiene.

Klar, das Referenzschloß ist immer noch Versailles, aber das ist auch nur noch etwas größer und von Touristen überlaufener. Nach der Rückfahrt sind wir noch etwas durch Paris “spaziert” (das waren insgesamt wohl etwa 50km zu Fuß am Wochenende), wo es auch nicht mehr so drückend heiß war wie noch ein paar Tage vorher. Abendstimmung, Crêpes, tote Mäuse in der Metro, nebenbei Frank als ein wandelndes Lexikon und gegen 23 Uhr bin ich erschöpft ins Bett gefallen. Man merkt auch deutlich, daß Paris eigentlich eine Stunde Zeitverschiebung haben müßte.

Hier die kommentierten Fotos:

Blutspende, wie üblich

Rein formal bin ich natürlich hier beim Schweizer Blutspendedienst wieder Erstspender, aber ansonsten läuft es bis auf ein paar Details ganz genauso, wie ich das gewohnt bin. Die Registrierung hat etwas länger gedauert, der Hb-Wert wird durch In-den-Finger-Pieksen (statt Ins-Ohrläppchen-Pieksen) ermittelt, Temperatur wird nicht gemessen, Blutdruck war 129/81, die ärztliche Untersuchung wird normalerweise verkürzt, wenn man entweder kein Erstspender ist oder keine “falschen” Antworten angekreuzt hat. Die Ärzte kamen vom Kantonsspital St. Gallen, wo auch eine stationäre Spendestelle wäre, zu der ich alle drei Monate hinfahren dürfte. Nach der Arztuntersuchung gibt’s bei Stelle Nummer 5 (ist alles prima durchnumeriert) einen blauen Plastekorb, in dem alles drin ist, was gebraucht wird, inklusive Toblerone für hinterher. Die hab ich dann aber sowieso an die nächstbeste Person verschenkt. Es war erstaunlich gut gefüllt, alle 20 Liegen waren belegt, und die Samariter, an die die Spender nach der Spende übergeben wurden, waren sehr besorgt oder bei den Temperaturen einfach übervorsichtig, daß niemand zusammenklappt. Den Gemeindesaal habe ich bei der Gelegenheit auch gleich von innen gesehen. Die Nadel ist genauso dick wie gewohnt, die Blutmenge ist auch dieselbe, und der 400m-Heimweg war der absolut kürzeste, aber auch anstrengendste (Höhenmeter!), den ich bisher vom Blutspenden nach Hause hatte. Mal sehen, ob ich immer noch dieselbe Blutgruppe habe, wenn mein Blutspendeausweis mit der Post kommt. Für mich als Erstspender gab es außerdem noch eine ganz ordentlich helle LED-Taschenlampe.

Gut durchnumerierte Stationen.

Das Blutspendezubehör.

(und hier noch der Link zum Bild mit der Nadel)

Bike-Marathon Wil

Gleich vorweg: die sexy In-Aktions-Fotos kommen erst morgen, wenn sie von dem professionellen Fotografenteam bereitgestellt werden. Die hatten sogar externe Blitze aufgestellt, damit die Belichtung stimmt und manchmal sah das aus wie eine Radarkontrolle. War nur dumm, daß es an der Stelle gerade eine Steigung hochging und da wohl kaum jemand zu schnell war.

Heute bin ich den Stöckli Wil Bike-Marathon mitgefahren, ausgerichtet vom Bike-Center Stöckli in Wil und die Teilnehmer kamen teilweise recht weit angereist, aber der Großteil mit dem Auto. Ich bin um 07:30 Uhr losgefahren, war um 08 Uhr in Wil, habe meine Startnummer 278 bekommen und bin gleich mit der ersten Gruppe um 08:30 Uhr gestartet. Am Anfang dachte ich noch, daß ich mir unter einem Marathon ja irgendwie was Anstrengenderes vorstelle, aber ich sollte eines besseren belehrt werden. Die Strecke war nur selten asphaltiert, öfter nur wassergebundene (jetzt staubtrockene) Strecke und dementsprechend mit meinen Null-Profil-Reifen entsprechend rutschig, so daß ich bergab öfter überholt wurde als bergauf. Die drei Verpflegungsstationen kamen an psychologisch genau den richtigen Stellen, immer wenn ich gerade die Schnauze voll hatte von den Steigungen. Einige Wege waren auch eher auf Single-Trail-Niveau, steil bergab, mit Wurzeln und manchmal konnte (nicht nur) ich nur noch stoßen (CH-D für “schieben”). Vor allem ging meist parallel ein ordentlich befahrbarer Weg und da war das einfach ärgerlich. Was mich psychologisch noch mehr genervt hat, war die Tatsache, daß irgendwann gegen Ende ständig schon das Ziel in Sicht war, aber immer und immer wieder noch eine Ecke oder ein Hügel erfahren werden mußte, obwohl doch der Weg zum Ende so viel angenehmer hätte sein können. An einigen Steigungen habe ich auch lieber ein paar Fotos gemacht und dann weitergeschoben und dabei schiebend die Fahrenden (nein, nicht die Roma) überholt. Immerhin war ich auch der einzige mit Schutzblechen, voller Beleuchtung, Ortliebtasche und Rohloff und es haben sich etliche über mein Bremslicht im Wald gefreut, weil ich damit so gut sichtbar war. Die genutzten Wege schrecken mich jedenfalls noch mehr ab als die Höhenmeter, diese Tour noch einmal mitzufahren. Aber nett war’s auch, hab mich mit einigen Leuten unterhalten, ich hab’s ohne körperliche und technische Schäden oder Beanstandungen und ohne spezielles Training überstanden und vor allem viele schöne Fotos gemacht, denn die Tour war ja als “Genussradeln” deklariert, auch wenn das einige Heizer nicht ganz so ernst genommen haben. Die stärkste Sonneneinstrahlung verbringe ich zu Hause im Schatten und ich war ja sowieso langärmlig unterwegs, was von den Temperaturen her sogar sehr angenehm war. Auf der Rückfahrt bin ich noch bei McDonald’s durchs McDrive gefahren und habe mir ein Eis bestellt, was dann prima in den Flaschenhalter gepaßt hat. Die Blicke der Leute: unbezahlbar 🙂

Hier die GPS-Aufzeichnung der heutigen Strecke: bei GPSies.com

Und hier die Fotos:

Katzenjammer in Dornbirn

Marianne, Anne-Marit, Solveig, Turid

Gestern ging’s zum genialen Konzert von Katzenjammer nach Dornbirn, direkt hinter der Grenze in Österreich. Die Location (Conrad Sohm) war leider verräuchert, aber das Konzert war klasse. 75 Minuten abwechslungsreiches Programm, 15 Minuten Nachschlag, die Instrumente wurden zwischendurch fast alle quergetauscht, so daß jeder mal alles spielen durfte. Ein paar einstudierte deutsche Worte gab’s auch, und als jemand aus dem Publikum Anne-Marits Wortschatz ein weiteres deutsches Wort zum Lernen zurufen sollte, war das “Kaiserschmarrn”. Nunja, Österreich halt 😉 Ich glaube, ich sollte mir die Frauenband mal in Norwegen anhören, denn auf heimischer Scholle spielt es sich eigentlich immer anders. Naheliegenderweise kann man auch nur mit Namen oder Körperattributen eine bestimmte Frau referenzieren, denn “den Schlagzeuger” oder “den Bassisten” gibt’s ja nicht.

Feuer im Stroh

Da fährt man mal alle zwei Monate mit dem Auto und schon passieren komische Sachen. Gestern ging’s zu IKEA, allerdings nicht nach St. Gallen, weil es dort dieses Bett nicht gibt, sondern nach Dietlikon (kurz vor Zürich). Das war auch gut so, denn an der Autobahn-Anschlußstelle Oberbüren war die Feuerwehr noch mit den Löscharbeiten beschäftigt: tagblatt.ch-Artikel. Als ich bei der Rückfahrt an der Anschlußstelle abfuhr, roch auch der Asphalt richtig schön verbrannt, vermischt mit anderen Brandrestgerüchen. Und als gute Tat für den Tag hatte ich sowieso schon einer jungen Frau beim Einladen an der IKEA-Warenausgabe geholfen, nachdem ich ihr vorher viermal an unterschiedlichen Stellen beim IKEA über den Weg gelaufen war und sie mich ständig angelächelt hat. Da fällt mir auch noch ein, daß das Tempolimit hier sehr angenehm ist, weil es a) schön niedrig ist und b) auch ob der drakonischen, am Gehalt bemessenen Strafen ganz gut eingehalten wird.