Bike-Marathon in der Urlaubszeit

In gut zwei Wochen wird der Stöckli Bike-Marathon Wil stattfinden. 48km, 1400 Höhenmeter, und ich fahre ganz gemütlich mit. Angemeldet bin ich zumindest, und solange ich nicht als Letzter (aber dafür mit Licht, Rohloff und Schutzblechen) ins Ziel komme, geht das in Ordnung.

Der morgige Schweizer Bundesfeiertag wirft auch schon seine Schatten voraus:

Aussicht Wil

Eine kleine Höhenmetersammelrunde, ein paar Täler, Nebenstraßen und 1mm verbremste Bremsbeläge später war ich wieder am Bahnhof Uzwil und habe den mal von der anderen Seite begutachtet. Ab und zu, wenn der Wind günstig steht, kann ich ja sogar die Ansage für die Züge hören, obwohl die nun wirklich nicht laut ist. Das Perron geht auch fast bis auf Höhe der Bühler-Tankstelle, die wiederum fast im Bäckerweg steht. Links im Bild ist der Familienwagen der SBB, die virtuelle Tour mit der Rutsche drin gibt’s auch. In der Bildmitte das Haus, in dem ich wohne.

Vom Geocache GC2RD09 gab’s auch noch ein bißchen Aussicht, aber es sieht trotzdem eher nach Regen aus. Perfekt zum Radfahren. Man sieht: die Nachbarstadt Wil, wie auch hier schon im Detail gezeigt.

Der alte Fritz und das Unwetter

Vor kurzem habe ich meinen Kabelanschluß von der Geschwindigkeit her aufbohren lassen, auf 50/5 MBit/s (down/up). Komischerweise kamen aber am PC hinter der Fritz!Box “nur” etwa 35 MBit/s an. Beim direkten Anschluß ans Kabelmodem lag die volle Geschwindigkeit an, also war die Fritz!Box schuld. Nun sind ja die Zugangsgeschwindigkeiten in den letzten Jahren rasant gestiegen, eigentlich war die Fritz!Box ursprünglich für 16MBit/s ADSL ausgelegt und somit auch in der Prozessorleistung darauf optimiert. Nach etlichem Herumspielen an der Fritz!Box 7270, das aber auch nur zu 40MBit/s führte, bin ich auf die Idee gekommen, die Firmware der Box zu erneuern. Und wie gewünscht kamen nach dem Update die vollen 50/5 MBit/s am Rechner hinter der Fritz!Box an. Das langt erstmal eine Weile, würde ich sagen. Es sei denn, es gibt wieder mehr Geschwindigkeit zum selben Preis, dann nehme ich auch gern die 100 MBit/s mit.

Bei den häufigen Gewittern und Unwettern schalte ich aber die Elektronik nach schlechten Blitz-Erfahrungen sowieso lieber ab, wenn es vorhersehbar ist.

Ich denke, mit den Meßwerten kann man nicht meckern über die vorhandene Internet-Infrastruktur.

Und noch was Lustiges: in einem aktuellen Artikel der FAZ über das Vorlauf-Aus der deutschen Schwimmer steht doch allen Ernstes im Abschnitt Am Ende geht Biedermann die Kraft aus

Zunächst war für Biedermann alles nach Plan gelaufen. Nach 50 und 100 Metern lag er unter seinem Weltrekord und auch die Durchgangszeit zur Rennhälfte von 1:52,41 Minuten war gut. Doch dann zog die Konkurrenz vorbei, Biedermann wirkte schwerfällig und konnte nicht mehr kontern. „Hinten raus konnte ich es nicht mehr halten“, erklärte Biedermann.

Das muß man gar nicht groß aus dem Kontext reißen, um seinen Satz absolut mißzuverstehen. Erinnert mich an ein ähnlich gelagertes Zitat von Helmut Kohl im Jahr 1984, das ich natürlich auch erst später kennengelernt habe.

Wo wir gerade bei Kultur sind: am Mittwoch lief auf 3sat und SWR die Live-Übertragung von Don Giovanni aus der Stuttgarter Oper. Im SWR führte Harald Schmidt durch das Stück und gab auch den Pausenunterhalter. Die dazugehörige Kritik in der FAZ (eher ein Verriß) fand ich so gut, daß ich mir das anschauen mußte und stimme mit der Kritik überhaupt nicht überein. Kann aber auch daran liegen, daß ich Harald Schmidt mag. Insbesondere die Pausenmoderation fand ich sehr gut, hier beim SWR anzuschauen.

Heuschrecken mit Erholungsgeld

Reka-Geld im Wert von zehn CHF

Als ich kürzlich meinen Bühler-SBB-Gutschein eingelöst habe, hatte ich die Option, mir das Wechselgeld in Reka-Geld auszahlen zu lassen. Das ist eine Art Ersatzwährung oder Parallelwährung der Schweizer Reisekasse:

Ihre Aufgabe sollte die Förderung des Sozialtourismus, die Ferienfinanzierung mittels sogenannten Reka-Checks, die Gründung und Entwicklung von eigenen Feriendörfern und die Vermittlung von günstigen Ferienwohnungen sein. Sie setzte sich zum Ziel, Schweizer Familien mit kleinem Einkommen und Alleinerziehende mit ihren Kindern günstige Ferien zu ermöglichen.

Für mich hat das umgehend die Assoziation mit der KdF geweckt, insbesondere mit dem Amt für Reisen, Wandern und Urlaub. Die Erholung hatte damals eben noch einen ganz anderen Zweck und der Name war irgendwie Programm. Der ideologische Aspekt stand dabei natürlich im Vordergrund, und ich bin mir sicher, daß es den in der Schweiz heute nicht gibt.

Hier noch ein sehr schöner Artikel aus der gestrigen NZZ: Das Bankgeheimnis verdient mehr Anerkennung. Der Untertitel trifft das Thema allerdings viel besser:

Das Bankgeheimnis ist Ausdruck eines einmaligen Vertrauensverhältnisses zwischen Staat und Bürger und deshalb besonders schützenswert. Für den Erfolg der Schweizer Banken war es nie ausschlaggebend. Stabilität ist der wichtigere Standortfaktor.

Übrigens finde ich das Druckformat der NZZ inzwischen äußerst praktisch und handlich. Es ist nicht ganz genau halb so groß wie die üblichen großen deutschen Zeitungen (FAZ, SZ, etc.), aber deutlich besser händelbar (was jetzt der Komponist mit Bargeld macht, weiß ich auch nicht).

Den Grashüpfer gab’s gestern bei mir in der Dusche:

Wenn man die ganze Nacht das Fenster offenläßt, gibt’s durchaus Grashüpfer, die in den ersten Stock kommen.

Monitorbastelei

Weil bei Samsung offensichtlich in diesem Fall schlampig gefertigt wurde, hat mein Samsung Syncmaster das Problem gehabt, daß er nach einer Weile im Betrieb angefangen hat, grüne Streifen über das gesamte Bild zu zeigen. Behebbar war das kurzfristig, indem ich an den HDMI-Signalkabeln gewackelt habe, bis die Streifen weg waren. Klarer Fall von schlechter Montage, dachte ich mir, habe den Monitor zerlegt und gesehen, daß die auf dem Bild untere Platine (in der ein HDMI-Kabel steckt) leicht versetzt eingebaut war, so daß die für die Löcher in der Platine vorgesehenen Gehäusestifte statt in die Löcher gegen die Platine gedrückt haben. Diese wurde dadurch unter mechanische Spannung gesetzt und nach einiger Erwärmung im Betrieb führte das dann zu den grünen Streifen. Die Platine habe ich neu befestigt, ohne mechanische Spannung, und bisher ist das Problem nicht wieder aufgetreten, wohingegen es vorher beliebig reproduzierbar war. Der Hergang ist nur eine Hypothese, aber die wahrscheinlichste. Garantie oder nicht, wenn ich das Teil zerlegt und wieder zusammengesetzt bekomme, juckt mich das doch nicht.

Meine dritte (eigentlich erste) Kinesis-Tastatur, die’s vor einer Weile ja zerlegt hatte, ist inzwischen auch aus Seattle wieder eingetroffen, nach einer vollen Weltreise. Und sie funktioniert einwandfrei.

Zerstörungsfrei zerlegter Samsung T24A550.

Nur kurze Sommerpause :-)

Och, die Sommerpause ist doch keine vollständige Sendepause. Am Donnerstag ging es per Nachtzug nach Berlin zur ICDM und meinem Workshop. Ab Basel hatte ich noch die Gelegenheit, französische Gutenachtgeschichten (Papa mit Kind) aus dem Abteil nebenan zu hören und bei niedrigem sonstigen Geräuschpegel war das sogar gut zu verstehen. Die Zugbegleiterin Linda war aber diesmal nicht dabei 😉 Auf dem Workshop konnte ich auch gleich noch ordentlich Werbung für meine neue Firma machen. In Berlin hatte ich noch etwas Zeit, habe eine Freundin besucht, am späten Nachmittag nach dem Dienstgeschäft den Zug nach Leipzig genommen und dort die Mädels noch ins Bett gebracht. Am Sonnabend ging’s in Leipzig mit Freunden in den Wildpark und am Sonntagabend wieder mit dem Nachtzug zurück, diesmal im tschechischen Schlafwagen, der mir von allen Wagentypen (Doppelstock, 1. Klasse, etc.) am besten gefällt. Dreier-Abteil, mit drei Betten übereinander, aber auf fast voller Doppelstockwagenhöhe, d.h. keine zwei Abteile übereinander wie auf der Berlin-Zürich-Relation. Das paßt perfekt mit den beiden Mädels im Herbst, vielleicht dann sogar 1.Klasse, und in der Schweiz dann trotzdem 2. Klasse, weil’s in der 1.Klasse ja keine Rutsche im Zug gibt. Auf der Rückfahrt gab es auch wieder keine Verspätung, die gibt’s immer nur in die andere Richtung (nach Deutschland).

Apfelzähler

Zähler. Oder auch nicht.
Als ich vor ein paar Tagen mal geschaut habe, wie ich die Grohe-Thermostatarmatur in der Dusche montiert bekomme, bin ich auf ein ganz anderes Faktum gestoßen. Erstmal habe ich geschaut, wo ich für meine Wohnung das Wasser abstellen kann zur Montage der Armatur. Eine kurze Leitungsverfolgung führte mich direkt in den Keller. Siehe da, es gibt einen Absperrhahn, aber der ist fürs ganze Haus. Und natürlich bedeutet das dann ebenfalls, daß es keine getrennten Wasserzähler und keine Wassererfassung für die einzelnen Wohnungen gibt, sondern das nach irgendeinem Schlüssel auf die Hausgemeinschaft umgelegt wird. Ob schade oder gut, das weiß ich noch nicht.

Ein paar weitere Bilder gibt’s noch von der heutigen Feierabendrunde, einfach nur schöne Gegend hier und vielversprechende Aussichten für die Ernte. Danach mache ich erstmal eine Weile Blogsommerpause und bin spätestens am 28.08. wieder aus Paris und Luzern zurück.

Und ein Zitat von Sheldon Cooper, dem Hauptdarsteller in der Big Bang Theory, als er zu der schon im Laufe der Serie ziemlich weit erwachsen gewordenen und intellektuell gereiften Penny meint:

Sheldon: Another compliment! Learn to recognize them.

Der Spruch paßt so perfekt zu mir, den merke ich mir. Das Transkript ist auch online, Staffel 4, Folge 15. Ich bin schon gespannt, wenn voraussichtlich im Herbst neue Folgen kommen. Die deutsche Synchronfassung finde ich aber dennoch furchtbar.

Zeugen an der Tür

Ich dachte schon, der junge Mann, der gestern an meiner Tür geklingelt hat, wollte mir ein Exemplar vom Wachturm andrehen und mir Gott näherbringen. Aber nein, es war nur jemand vom Roten Kreuz, der mir eine regelmäßige Spende nahelegen wollte. Nachdem er ganz nett seine Erklärung runtergerattert hatte, habe ich gesagt, daß ich schon regelmäßig spende. Und zwar Blut. Beim Roten Kreuz. Nu, damit hatte es sich für ihn erledigt und er zog zufrieden von dannen. Nächster Termin ist der 22.08., eine Dauerspendestation gibt’s hier in Uzwil nicht (nur in größeren Städten und Spitälern), aber die mobile Blutsammelstelle kommt vorbei. Das wird dann mein fünfter Blutspendeausweis (nach Bundeswehr, DRK NSOB, DRK Thüringen und Uni-Blutbank Magdeburg), mal schauen, ob die Blutgruppen alle übereinstimmen 🙂

Hier noch ein sehr schöner ausgewogener, am Ende perfekt zugespitzter, Telepolis-Artikel, der was über die deutsche Holocaust-Keule sagt, mit der in Deutschland jede vernünftige und faktenbasierte Argumentation per Nazivergleich gestoppt wird, wenn es einigen Leuten (bspw. dem Zentralrat der Juden) nicht paßt: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37292/1.html Siehe auch Godwins Gesetz. Es nervt, echt.

Säntis oder nicht Säntis?

Relativ spontan, also nachdem ich den Politik-und-International-Teil der NZZ am Sonntag zum Frühstück gelesen hatte, habe ich mich dazu entschlossen, das bis anhin noch halbwegs gute Wetter zu einem Ausflug zum Säntis zu nutzen. Eine Option ist die Bahn bis Gossau, dann die Appenzellerbahn bis nach Urnäsch und dann mit dem Bus bis Schwägalp Passhöhe auf etwa 1500hm. Von dort dann hochwandern oder die Seilbahn nutzen. Die andere wegen der notwendigen Kalorien genauso teure Option ist die Fahrradfahrt bis Schwägalp Passhöhe, was etwa 1000 Höhenmeter zu fahren sind, auf einer Strecke von etwa 37km. Diese habe ich genutzt.

Los ging’s irgendwann nach zehn Uhr, also eigentlich viel zu spät, aber ich hatte ja den ganzen Tag Zeit. In Herisau fing es dermaßen an zu schiffen, daß ich mich an einen Kiosk verkrümelte, wohin sich auch ein älteres Ehepaar (Schweiz+Italien) gerettet hatte, mit denen ich eine Weile geplauscht habe. Irgendwann wurde mir das Wetter dann doch zu blöd und ich beschloß, rumzudrehen. Als ich ein paar Hundert Meter gefahren war, kam die Sonne raus und es war einfach nur sehr freundlich, so daß ich doch noch kehrtgemacht habe und weiter Höhenmeter addieren konnte. Natürlich konzentrierten sich diese Höhenmeter serpentinenartig auf den letzten sechs Kilometern bis zur Passhöhe, da habe ich dann (natürlich zwecks Fotos) häufiger Pause gemacht. An einer der Serpentinen stand ich schon und erwartete mit zugehaltenen Ohren zwei Töffs (Motorräder), die vom Tal hochdonnerten, aber irgendwie kamen die nicht bis zu mir. Als ich dann doch mal in die Kurve hinter mir schaute, stieg der eine gerade ab und ging um die Kurve rum, wo dem anderen mysteriöserweise auf einer nicht sehr anspruchsvollen Strecke die Straße ausgegangen war — seine Maschine lag im Gras. War aber nichts passiert, höchstens verbogene Fußrasten und verdrehte Spiegel.

Nach Ankunft auf der Passhöhe habe ich mir erstmal einen Eiskaffee genehmigt, kurz danach eine Banane, zwei Äpfel, eine Honigmelone und eine Tafel Schokolade. Ich kam mir schon vor wie die kleine Raupe Nimmersatt. Vor der Talstation der Säntisbahn habe ich lange mit mir gerungen (sieht übrigens bestimmt sehr lustig aus, wenn man mit sich ringt), ob ich hochfahre oder nicht, aber zwischendurch riß der Himmel mal auf und ich habe dann doch für die 1000 weiteren Höhenmeter das Retour-Billett gelöst. Auf ging’s, die Gondel gondelte ziemlich steil den Berg hoch, die Fahrt war bis auf das Ploppen in den Ohren unspektakulär. Das Beste an der ganzen Fahrt war ein kleines Mädchen, das Papa fragte (oben bei der Einfahrt in die Bergstation mit etwas Gerumse an die Einfahrtbegrenzer), warum denn die Gondel jetzt so gerumst hätte. Daraufhin antwortete Mama: “Das ist wie, wenn Papa das Auto in die Garage fährt.” Mangels Garage und mangels Auto hatte ich damit nie ein Problem, aber mit dem Längseinparken hab ich’s auch nicht so. Quer ist einfacher.

Oben gab es nichts zu sehen. Gar nichts. Also habe ich mir einen Cappuccino bestellt, einen Geocache gesucht, der auch tatsächlich da war, das WLAN ausprobiert und mir den Hagel ins Gesicht prasseln lassen, der zwischendurch draußen eingesetzt hatte. Natürlich, just als wir dann auf der Talfahrt in die Gondel gestiegen waren, riß der Himmel auf, der Säntis war frei und wir konnten ihn dann später von unten bewundern, nur ohne die Fernsicht von oben. Dann halt ein andermal.

Die Rückfahrt mit dem Velo verlief ebenfalls unspektakulär, keine durchgebremsten Felgen, keine überhitzten Felgen, keine Stürze, etc. In Herisau habe ich mir bei einer der amerikanischen Botschaften ein Eis bestellt, und auf dem Radweg Richtung Flawil eine Kurve zu knapp und dabei das Brückengeländer mitgenommen. Peinlich.

Ich denke, bei besserem Wetter werde ich nochmal hin- und hochfahren. Die haben sogar Sonnenaufgangsfahrten im Juli und August, und man kann natürlich auch oben übernachten. Den GPS-Track gibt’s hier: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=akczsukwtcragwpa, unbearbeitet, die Höhenangaben sind mit Vorsicht zu genießen, nach der Talfahrt war außerdem der Akku leer.

Eigentlich hätte ich ja auch am Samstag schon rausgewollt, aber ich mußte die aktuelle ZEIT lesen, natürlich die Samstagsausgabe der NZZ und dann hat mich noch The Fear Index (Robert Harris) so gefesselt, daß ich es am Stück durchgelesen habe (deutscher Titel: Angst).