Jetzt auch krankenversichert

Mein Kollege hatte heute morgen im Zuge der Neukundenwerbung meine Daten an seine Krankenkasse weitergegeben, die mich ein paar Stunden später angerufen und gleich für heute 17:30 zum Vertragsabschluß einbestellt hat. Die Grundversicherung ist hier obligatorisch, wird allerdings zu 100% vom Versicherten bezahlt, ist trotzdem nicht gehaltsabhängig, sondern als Kopfpauschale angelegt. Sie ist hauptsächlich vom Wohnort des Versicherten abhängig und vermutlich vom Geburtsjahr, denn das sind die einzigen Parameter, die in die Berechnung einfließen. Außerdem ist man generell das, was man in Deutschland “privatversichert” nennt, bekommt also vom Arzt eine Rechnung, die man dann der Kasse einreicht. Im Sinne der Kostentransparenz und der Gleichbehandlung aller Versicherten finde ich das gut.

Dazu gibt es eine sogenannte Franchise (bitte französisch aussprechen, klingt auch viel besser als das englische “fräntscheiß”), was nichts anderes als eine Selbstbeteiligung ist, die über das Jahr zum Tragen kommt. Wenn man beispielweise eine Franchise von 1.000 CHF festgelegt hat, zahlt man alle Arztrechnungen, bis man in Summe diesen Betrag erreicht hat. Danach zahlt man nur noch von jeder Rechnung 10% bis zu einer maximalen Summe von weiteren 700 CHF. Also zahlt man einen ziemlich niedrigen Beitrag (bei mir etwa 400 CHF pro Monat) und hat dann unter Umständen das Risiko, im Jahr maximal 1.700 CHF zusätzlich noch zu zahlen. Die Franchise kann man weiter reduzieren, aber dann natürlich mit deutlich erhöhten Prämien, wie üblich in der Versicherungswirtschaft.

Im Prinzip ist die KV hier umgekehrt wie bei den Wahltarifen einiger deutscher Krankenversicherungen: dort zahlt man ganz normal seine Beiträge entsprechend dem gesetzlichen Beitragssatz, bekommt aber in bestimmten Tarifen bei Schadensfreiheit eine Rückerstattung. Die Vermittlerin bei der KV heute war ganz erstaunt, daß ich als neu Zugezogener genau wußte, was ich wollte und wie das System funktioniert. Daraufhin meinte ich nur “na, ich kann doch lesen”. Immerhin habe ich den Tonfall getroffen und verschmitzt gelächelt, das hätte auch nach hinten losgehen können. Jedenfalls ging es alles ganz fix, wie immer, wenn man nicht zur Beratung, sondern zum Vertragsabschluß mit allen Informationen kommt.

Übrigens habe ich vergessen, meinen Ankunftsartikel zu veröffentlichen. Den hatte ich seltsamerweise nur als Entwurf gespeichert.

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