Mundart-Hörspiele

Der Schweizer Rundfunk hat eine ganz gute Selektion von Hörspielen auf seiner Webseite: http://www.drs.ch/www/de/drs/162037.mundart-hoerspiele.html. Momentan höre ich mir gerade einige Folgen von Polizischt Wäckerli an. Das Verständnis wird schon besser. Es erinnert mich entfernt an Emil Steinberger, den man sich ja bei Gelegenheit auch mal vor Ort anschauen könnte. Ein ganz schönes Dialektwörterbuch habe ich auch gefunden. Das bringt natürlich nur was, wenn ich im gesprochenen Text überhaupt die Worte vernünftig auseinander bekomme, sonst weiß ich ja gar nicht, wo ich suchen soll.

Umziehen (Wohnung, nicht Kleidung) heißt beispielsweise züglä. Das dürfte mir hoffentlich heute abend im kleinen Rahmen bevorstehen. Der große Rahmen wird ja dann irgendwann von der Spedition erledigt.

Neulich ist der im benachbarten St. Gallen wohnhaft gewesene und im ebenfalls benachbarten Wil geborene Kurt Felix verstorben. In dem Zusammenhang fand ich den “Verstehen-Sie-Spaß”-Gag mit Reinhold Messner Matterhorn ziemlich gut: http://www.youtube.com/watch?v=mPoWbok1O7g

Open Air St. Gallen

Mist, jetzt habe ich doch zu lange gezögert mit dem Kartenkauf für das Open Air-Festival St. Gallen. Dadurch, daß man auch auf dem Gelände zelten kann, gab’s leider keine Einzeltageskarten. Eigentlich wollte ich mir ja nur Katzenjammer anhören, aber das habe ich jetzt ein paar Kilometer weiter nach Osten verschoben, da ist schon Österreich: Dornbirn, bei Conrad Sohm, etwas später als beim Open Air SG. Zur Not fahre ich mit dem Fahrrad hin, wenn absehbar ist, daß abends nichts mehr zurückfährt. Würde mich aber wundern bei dem sonstigen exzellenten öffentlichen Verkehr hier.

Tatort im Originalton

Beim letzten (ersten) Schweizer Tatort mit Reto Flückiger hat es mich wirklich gestört, daß der nicht im Originalton mit Untertiteln gesendet wurde, sondern durch die Synchronisierung mal wieder sehr viel seines vermeintlichen Charmes verloren hat. Jetzt hatte und habe ich die Möglichkeit, den Schweizer Tatort im Originalton zu sehen und zu hören. Es paßt viel besser zum Charakter des Films und zur Landschaft, auch wenn es sprachlich eine ziemliche Herausforderung für mich war, die sich manchmal als Lautsalat äußerte. Ein Tatort zum Hirn-Abschalten war das nicht, und vielleicht weiß ich deshalb auch noch, wer der Mörder war. Die Anspielung auf die Konstanzer Kommissarin hab ich aber auch mitbekommen. Außerdem wußte ich auch schon zehn Minuten eher, wie der Film ausgeht, denn hier geht’s 20:05 schon los.

Die Schweizer Kollegen finden die deutschen Teams besser und die deutsch-schweizerdeutsch gemischte Synchronisation in der ARD-Version furchtbar. Ein paar von Retos Flüchen waren wohl nicht korrekt synchronisiert 🙂

Französische Zeitung, italienische Nutella, US-Kaffee und dann der Schweizer Tatort.

Zwei Arbeitstage am Stück

Da ich mich ja in der Woche damit beschäftigt habe, das virtuelle Gentoo durch ein echtes Gentoo zu ersetzen und daher nicht produktiv gewesen bin, hole ich das jetzt am Sonntag und am Pfingstmontag nach. Der neue Laptop ist auch eingerichtet und gefällt mir genau so gut, wie ich mir das vorgestellt habe.

Hier übrigens ein sehr guter Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung zum zweiten medial gehypten Buch von Sarrazin. Was mich immer mehr an Deutschland anpiept, sind die Holocaust- oder Nazikeule und auch die politische Korrektheit. Sobald jemand mit einer dieser Keulen kommt, ist jede sachliche und auf Argumenten aufbauend Diskussion tot. Da tut es gut, mal aus neutraler und geschichtlich nicht vorbelasteter Sichtweise den Inhalt zu beleuchten. Das ist mir auch in Norwegen schon im Aftenposten aufgefallen, wenn es um spezifisch deutsche Themen ging. In Australien (Melbourne) gab’s da über Europa eher weniger zu lesen und The Age hat sich mit Rupert Murdochs The Australian mehr um die politische Meinung unterschieden. Die NZZ am Sonntag werde ich als erste Wochenzeitung mal ausprobieren, wenn ich dann eine Wohnung habe.

In der aktuellen Zeit (22/2012, Teil Dossier) ist ein sehr gutes Interview mit Frank Schirrmacher, Katrin Göring-Eckardt und Giovanni di Lorenzo enthalten. Bisher steht es nicht online, es heißt “Am Medienpranger” und knüpft teilweise beim obigen Kommentar der NZZ an zum Thema Konformismus der Medien. Weitere Themen wie die Macht des Internets, die Piraten, und die Verantwortung der Babyboomer sind auch drin.

Uzwil-Bodensee-Konstanz und retour

Bei dem schönen Wetter habe ich gestern eine kleine Tour unternommen, da ich ja beim letzten Mal mit der Bahn in Kreuzlingen/Konstanz war. Nach einer kurzen Recherche auf dem nationalen Radportal veloland.ch habe ich festgestellt, daß ich bis nach Romanshorn einfach nur der nationalen Route 5 folgen muß. Ab Romanshorn wollte ich dann am Bodensee entlang Richtung Westen, in Konstanz Kaffeetrinken und dann je nach Lust und Laune eine andere Strecke zurückfahren, einfach Richtung Süden, bis ich auf die Route 95 komme.

Man braucht sich tatsächlich nicht weiter vorzubereiten als mit ein bißchen Ortskenntnis und den groben Routennummern im Kopf. Die Fernwege sind hervorragend ausgeschildert. Solange kein Schild kommt, folgt man einfach dem Weg, und sobald man ins Grübeln kommt, kann man sich sicher sein, daß ein Schild da steht. Klar, wenn man nicht aufpaßt, dann verpaßt man die Schilder. So ging’s mir, und plötzlich war ich statt auf dem Weg nach Romanshorn auf dem Weg nach Arbon, was noch ein paar Kilometer weiter südöstlich am Bodensee liegt. Das führte dazu, daß ich meine (sehr optimistisch) mit 70km veranschlagte Tour gleich um 20km verlängert hatte. Aber der Bodenseeradweg ist genial, kaum Steigungen, sehr gut ausgebaut, gleichwohl auch sehr touristisch mit Campingplätzen, Restaurants, Freibädern, etc. Man fährt prinzipiell immer in der Nähe der S-Bahn, so daß man auch bei Bedarf einfach umsteigen kann. Irgendwo kam auch eine imaginäre Grenze, ab der es keine Orte mehr gab, die auf “-wil” endeten, sondern ab wo es dann mit “-ingen” oder “-lingen” weiterging.

In Konstanz und Kreuzlingen bot sich wieder dasselbe Bild wie beim letzten Besuch: Kreuzlingen fast leer, bis auf die Autoschlangen von Schweizern, die nach Deutschland wollten, und Konstanz diesmal noch rappelvoller als beim letzten Mal, in der Innenstadt konnte man kaum treten. Da ich sowieso noch einen eigenen Laptop brauche (der jetzige ist noch von der Uni ausgeliehen), hatte ich die Idee, im Mediamarkt nach meinem ausgesuchten Toshiba Z830-10J (Ultrabook) Ausschau zu halten. Das war auch gerade im Angebot, ein Exemplar war noch vorrätigt, also habe ich das mit der Mehrwertsteuererstattung ausprobiert. Formular im Mediamarkt ausgefüllt, mir alles erklären lassen, zum deutschen Zoll zum Stempeln, zum Schweizer Zoll zum Zahlen der 8% Schweizer Mehrwertsteuer und jetzt habe ich ein Formular, das ich in jedem Mediamarkt in Deutschland einlösen kann, um mir die 154 EUR Mwst. erstatten zu lassen. Was man da spart, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Danach habe ich wegen des Kilometerstandes von bereits 60km gehadert, ob ich die Rücktour tatsächlich mit dem Rad oder doch im Zug zurücklegen sollte. Letzten Endes habe ich mich dann doch für die Radtour entschieden und wurde mit vielen leckeren Bauernhof-Direktverkäufen belohnt: Äpfel, Süßmost, Erdbeeren, Spargel, etc. Ich konnte nur leider nicht so viel mitschleppen. Auf dem Rückweg habe ich auch noch zwei Dörfer weiter den Freizeitpark Niederbüren entdeckt. Das wäre doch mal ein Ausflugsziel für Groß und Klein.

Die Strecke habe ich natürlich auch aufgezeichnet. Das Höhenprofil ist nicht so aussagekräftig, die Entfernungen stimmen aber ganz gut. http://www.gpsies.com/mapOnly.do?fileId=zyydxrgdbkbifuuz. Ich habe aber nichts weiter bereinigt oder rausgeschnitten, d.h. es sind auch alle Pinkel- und Kaffeepausen drin.

Jetzt doch echtes 64-Bit-Linux

Irgendwie hat mich die hier beschriebene Linux-Lösung letztendlich doch angepiept, weil in der Virtualbox doch alles ziemlich lahm war. Das größte Problem war aber, daß ich ein 32-Bit-Gentoo geklont hatte, ich aber damit auf gut 3,5 GB RAM beschränkt bin, die ich nutzen kann. Bei großen Datensätzen in R gibt’s da schon mal Probleme, genügend Speicherplatz für einen neuen 100MB-Vektor zu finden oder ähnliches. Also habe ich zuerst probiert, ob ich die Netzlaufwerke normal verbunden kriege (CIFS/Samba), was geklappt hat. Der nächste Schritt war dann, das vorhandene Windows7 zu verkleinern, die Platte einzurichten und dann wie gewohnt Gentoo zu installieren. Lief alles problemlos und ich muß sagen, daß es sich von der Leistung her extrem gelohnt hat, denn “echtes” 64-Bit-Linux ist wirklich _deutlich_ schneller auf der entsprechenden Hardware (Core2, 8GB RAM). Beispiel: Skripte, die vorher 25 Minuten gerechnet haben, sind jetzt in sieben Minuten durch.

Was außerdem noch gefehlt hat, war die Zeitsynchronisierung meines Laptops. Da wir hinter einem Proxy sitzen, der NTP nicht unterstützt, bin ich auf htpdate gestoßen, das einfach nur aus der Antwort eines frei wählbaren Webservers die Uhrzeit entnimmt und dann die Systemzeit entsprechend stellt. Eigentlich ist das nur eine Zeile:

date -s "$(wget -S -O /dev/null google.com 2>&1 | \
sed -n -e '/ *Date: */ {' -e s///p -e q -e '}')"

(geklaut von http://mina86.com/2010/01/16/ntp-over-http/)

Elektrische Postzustellung

Die Schweizer Post hat ihre Postzustellung zumindest hier am Ort vollständig auf Elektromobile umgestellt. Heute morgen wäre ich fast von einem dieser Elektroroller mit Anhänger erwischt worden, aber er hat mich doch noch rechtzeitig gesehen. Der war genauso geräuschlos wie ich unterwegs und ist wohl davon ausgegangen, daß da tatsächlich niemand kommt, da ja niemand zu hören war. Aber sein Rollertraining scheint gut gewesen zu sein, denn die Bremsung in Schräglage, die er hingelegt hat, war nicht zu verachten. Die Roller heißen übrigens Cargoscooter. Es gibt auch Elektrodreiräder, die ebenfalls geräuschlos sind. Eigentlich entfällt aber nur das Motorgeräusch, das Rollgeräusch der Reifen hört man immer noch. Hier eine Übersicht der Fahrzeuge (rechte Leiste) (Webseite der Schweizer Post). Die Schweizer Post hat hier trotz Öffnung des Briefmarktes immer noch das absolute Monopol, die Konkurrenz hat es schwer.

Neue Militärvelos für die Schweiz

Ein (mir) bekannter Schweizer Hersteller von hochwertigen Rädern, simpel.ch, hat den Zuschlag auf die Ausschreibung für neue Schweizer Militärvelos bekommen. Wenn ich mir das so durchlese, könnte mir das Rad wirklich gefallen, zumal es nicht mal extrem schwer ist. Mein jetziges Trekkingrad wiegt auch um die 19kg (mit Abus-Schloß und Rohloff), mein MTB ist trotz Rohloff noch etwas leichter, da ist das Gewicht nicht mal besonders hoch. Aber das Militärvelo wird robuste Qualität sein, auch wenn’s eher fürs Kasernengelände gedacht ist und nicht für den Einsatz. Da noch ‘ne Rohloff rein und ab geht’s. Ein ähnliches Fitnessbike gibt’s ja bei simpel auch schon.

Da fällt mir auf, daß ich hier von den nicht-motorisierten Velofahrern wohl der einzige bin, der mit Licht fährt. Da aber die Pedelecs, die ich bisher gesehen habe, fast immer mit Licht gefahren sind, werde ich wohl scheinbar von den Autofahrern immer für schneller geschätzt, als ich dann letzten Endes daherkomme. Oder es ist einfach generell deutlich mehr Rücksicht im Straßenverkehr zu verspüren, wenn mich nicht alles täuscht. Bei einem Fußgängerüberweg muß ich eigentlich nicht mal gucken, ob was kommt, sondern kann einfach losgehen und mich darauf verlassen, daß selbst schnelle Autofahrer ohne zu murren/hupen anhalten. Radstreifen auf der Straße gibt’s eh fast überall und trotzdem ist der Seitenabstand der Autofahrer meist noch deutlich größer als ich es in Deutschland gewohnt war. Als ich mein Rad das erste Mal auf Arbeit abgestellt habe, habe ich mich abends auch gefreut, daß noch ein unscheinbares Rohloff-Rad daneben stand.

Gebäudeverschiebung in Zürich

Daß die Schweizer gut im Tunnelbohren sind, ist ja bekannt. Daß sie viel Bahn fahren, auch. Daß sie auch große Gebäude verschieben, weil sie viel Bahn fahren wollen, ist gerade in Zürich zu sehen: Youtube-Video. In Zürich wird schon seit einer Weile an der sogenannten Durchmesserlinie gebaut, die aus dem Kopfbahnhof einen teilweisen Durchgangsbahnhof machen wird (so ähnlich wie in Leipzig, nur im Budget und fast pünktlich). Dazu wird ein ehemaliges Verwaltungsgebäude um 60 Meter verschoben, was derzeit passiert. Ich hatte mich am Sonntag bei der Durchfahrt schon gewundert, warum da an dem Gebäude Werbeplakate für ein Restaurant hingen mit dem Text “Ab Juni finden Sie uns 60m weiter rechts” (so oder so ähnlich). Vielleicht hätten die Schweizer auch den neuen Berliner Flughafen bauen sollen 🙂

Nachtrag am 24.05.: Hier ein Zeitraffer-Video der Verschiebung.

Fugen-S in der Zugmitte

Neben den großen (grossen) und auffälligen Sprachunterschieden gibt es auch kleine und subtile wie beispielsweise die Verwendung eines Fugen-S, wo man keines erwartet. Beispiel der SBB: Das Zugrestaurant befindet sich in der Zugsmitte. So wie in Magdeburg der Einheitsakkusativ verwendet wird, wird hier in der gesprochenen Sprache überdies inflationär das “wo” verwendet: Der, wo mir gsagt hätt. S Velo, wo da steht. Etc. Im Unterschied zu Magdeburg bin ich mir aber ziemlich sicher, daß die Sprecher hier wissen, wie es in gepflegtem Hochdeutsch zu sein hätte. Es kann schon sein, daß ich da noch eines Besseren belehrt werde, aber momentan ist das mein Eindruck.